Episoden von Unter Pfarrerstöchtern

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Unter Pfarrerstöchtern

Die verrückte Geschichte des Gideon

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Gideon, der jüngste Sohn einer unbedeutenden Sippe, wird von Gott zum Befreier Israels berufen — braucht dafür aber erst ein verbranntes Ziegenböckchen, nasse Wolle auf trockener Tenne und die Gegenprobe als Beweis. Gott reduziert seine 32.000-Mann-Armee auf 300 Hundetrinker, besiegt die Midianiter mit Fackeln und Widerhörnern statt Schwertern, und Gideon lehnt danach die Königswürde ab — baut aber aus der Beute ein Kultbild, das Israel erneut in die Abgötterei treibt. Eine karnevaleske Heldengeschichte voller Ironie, in der das Buch der Richter zeigt: Ohne Tora ist Israel orientierungslos wie Deutschland ohne Grundgesetz.

Unter Pfarrerstöchtern

Die Prophetin Deborah

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Bevor es um die Prophetin Deborah geht, greifen die beiden einen Hörerinnenbrief zur letzten, blutigen Joshua-Folge auf: Eine Hörerin hatte sich von der Darstellung des israelischen Militärs abgestoßen gefühlt und vermisste die andere Seite Israels. Ihr Brief schildert konkrete Beispiele jüdisch-israelischer Friedensarbeit — von einer Psychoanalytikerin, die nachts palästinensische Patienten in Krankenhäuser fährt, bis zu einem Anwalt, der an israelisch-jordanischen Wasserkonflikten arbeitet.

Unter Pfarrerstöchtern

Vom Töten und vom Sterben

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Im Buch Joshua geht das Schlachten weiter: Kapitel für Kapitel wird das Land erobert, Städte zu Trümmerhügeln gemacht und keine Gnade gewährt. Im Zentrum steht die Aufzählung der 31 besiegten Könige — eine Zahl, die Johanna Haberer als böse Primzahl der jüdischen Zahlenmystik einordnet. Die litaneiartige Aufzählung entfaltet dabei eine fast liturgische Wucht, die erahnen lässt, wie solche Texte einst rituell rezitiert wurden.

Unter Pfarrerstöchtern

Von der Macht der Geschichten

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Episode taucht ein in das Buch Joshua und erzählt, wie die Gibeoniter mit einer raffinierten List ihr Überleben sichern: Sie verkleiden sich mit zerfetzten Schuhen, löchrigen Mänteln und trockenem Brot als Reisende aus einem fernen Land, um Joshua einen Friedensvertrag abzuringen. Nebenbei wird eine brisante historische Pointe deutlich — Jerusalem existierte längst vor den Israeliten als Stadt der Jebusiter, denen der Glaube an Yahweh erst übergestülpt wurde.

Unter Pfarrerstöchtern

Gott führt eine Ermittlung durch

Sabine Rückert & Johanna Haberer

In dieser Folge geht es um das Buch Joshua und die blutige Landnahme Israels — doch Johanna Haberer zeigt, dass hinter dem Schlachtgeschrei eine tiefere theologische Botschaft steckt: Das verheißene Land ist in Wahrheit gar kein Stück Erde, sondern die Tora selbst, das Recht, in dem das Volk Israel eigentlich wohnt. Das Buch Joshua wird dabei als Übergangswerk zwischen den fünf Büchern Mose und der Richterzeit eingeordnet, das wie ein Basso Continuo Motive wie Demut, Hören und Gottvertrauen durchspielt.

Unter Pfarrerstöchtern

Die Posaunen von Jericho

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Mit dem Buch Joshua beginnt ein neues Kapitel der Bibel — und endlich wieder Action nach den zähen Rückblicken der Mose-Bücher. Joshua schickt zwei Kundschafter über den Jordan nach Jericho, die ausgerechnet im Bordell der legendären Rahab unterschlüpfen, weil man dort als Fremder nicht weiter auffällt.

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Der Tod des Mose und sein Erbe

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Am Ende des Deuteronomiums entspinnt sich ein Gespräch über Moses' Schicksal: Er darf das gelobte Land sehen, aber nicht betreten — Strafe dafür, dass er Gottes Macht als seine eigene ausgab. Daraus entstand die Redewendung über den Jordan gehen. Besonders kontrovers wird es bei der Frage, ob die Israeliten das verheißene Land geschenkt bekamen oder es sich gewaltsam nahmen — die eine Schwester spricht von Landgabe ohne Verdienst, die andere besteht auf dem kriegerischen Charakter der Landnahme.

Unter Pfarrerstöchtern

Ein kleines Volk mit einer gigantischen Vision

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Reise durch die fünf Bücher Mose erreicht das Deuteronomium — jenes Buch, das die meisten Bibelleser einfach überspringen. Es ist keine Erzählung mehr, sondern die große Abschiedsrede des alten Propheten Mose an sein Volk, ein Testament in Du-Form: Du sollst. Um die Entstehung dieses Textes zu verstehen, rekapitulieren die Schwestern die Teilung Israels in Nord- und Südreich nach Salomos Tod — mit Jerusalem als Hauptstadt der Underdogs, einer Stadt mit gerade einmal 800 Einwohnern.

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Gottes blutige Eifersucht

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Am Ende des Buches Numeri lagert das Volk Israel in Shittim, gegenüber von Jericho, und wartet auf den Einzug ins gelobte Land. Doch statt treu zu bleiben, lassen sich die Israeliten von den Moabiterinnen zu Opferfesten verführen und fallen vor dem Konkurrenzgott Baal-Pegor nieder — was die blutige Eifersucht Jahwes entfacht, der sein Volk rein halten will von fremden Einflüssen.

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Der Esel des Bileam

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Episode taucht ein in die Geschichte des Sehers Bileam und seines sprechenden Esels aus dem Buch Numeri — eine märchenhafte Erzählung mitten im biblischen Eroberungszug nach Kanaan. Passend zu Pfingsten, dem Fest, an dem das Sprachlose eine Sprache bekommt, geht es um redende Tiere in der Bibel: erst die Schlange im Garten Eden, nun ein störrischer Esel. König Balak von Moab, in Panik vor dem anrückenden Volk Israel, schickt Boten bis an den Euphrat, um den Seher Bileam herbeizurufen — er soll die Israeliten verfluchen, weil militärische Stärke allein nicht reicht.