Unter Pfarrerstöchtern – Daniel in der Löwengrube
#097

Daniel in der Löwengrube

Unter Pfarrerstöchtern / 02. Juni 2023 / 4 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Das Buch Daniel wird aus den Propheten herausgelöst und in den eigenen Erzählbogen eingeordnet: Es handelt von der babylonischen Gefangenschaft unter Nebukadnezar, wurde aber um 170 v. Chr. verfasst, als die Juden unter seleukidischer Herrschaft litten und der Jerusalemer Tempel zu einem Zeus-Heiligtum entweiht wurde. Die Episode beleuchtet, wie die verzweifelten Juden — möglicherweise die Essener von Qumran — apokalyptische Endzeitvisionen entwickelten, die später im Christentum wiederkehren sollten.

„Den jüdischen Tempel haben sie entweiht. Also der wurde dann ein Zeus-Tempel, sodass die Juden sich auseinandersetzen mussten mit der Frage, ob sie überleben.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (4)

Einheitsübersetzung

Einheitsübersetzung

· 2017

Die Einheitsübersetzung ist eine der drei großen kanonischen Bibelausgaben im deutschsprachigen Raum und wird von der Katholischen Kirche verwendet. Sabine Rückert bespricht die Bibel in einer eigenen Reihenfolge und grenzt sich bewusst von dieser sowie von der lutherischen und jüdischen Bibelordnung ab. Der Artikel ist relevant, weil er zeigt, dass die Anordnung und Auslegung der biblischen Texte nicht universell einheitlich ist, sondern je nach theologischer Tradition unterschiedlich ausfällt. Für Bibelleser bietet die Einheitsübersetzung damit eine wichtige Referenzbasis, um verschiedene Interpretationsansätze zu verstehen.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:00:29 „Wir ordnen ja anders, als es die vor mir liegende katholische oder Einheitsübersetzung tut und anders, als es die jüdische Bibel der Tanach tut und anders, als es die Luther-Übersetzung tut.“

Sabine Rückert erklärt zu Beginn der Folge, wie sie und ihre Schwester die Bibel in einer eigenen Reihenfolge besprechen. Sie vergleicht ihre Ordnung mit den drei großen kanonischen Bibelausgaben – der katholischen Einheitsübersetzung, dem Tanach und der Luther-Übersetzung – und grenzt sich bewusst davon ab.

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Tanach

Tanach

Der Tanach ist die hebräische Bibel und heilige Schrift des Judentums. Sie wird in drei Teile gegliedert: die Tora (fünf Bücher Mose), die Neviim (Propheten) und die Ketuvim (Schriften). Die kanonische Ordnung des Tanach unterscheidet sich von christlichen Bibelversionen, etwa bei der Platzierung des Buches Daniel.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:00:29 „Wir ordnen ja anders, als es die vor mir liegende katholische oder Einheitsübersetzung tut und anders, als es die jüdische Bibel der Tanach tut und anders, als es die Luther-Übersetzung tut.“

Die jüdische Bibel, der Tanach, wird als eine der drei kanonischen Ordnungen genannt, von denen sich die Sprecherinnen bei ihrer eigenen Bibelreihenfolge abgrenzen. Der Tanach ordnet das Buch Daniel anders ein als die christlichen Bibeln.

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Luther-Übersetzung

Luther-Übersetzung

Martin Luther

Klassische deutsche Bibelübersetzung aus dem 16. Jahrhundert mit evangelischer Kanonordnung, die die deutschsprachige Religiosität grundlegend geprägt hat. Unterscheidet sich in Struktur und Wording von der katholischen Einheitsübersetzung und dem jüdischen Tanach.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:00:29 „Wir ordnen ja anders, als es die vor mir liegende katholische oder Einheitsübersetzung tut und anders, als es die jüdische Bibel der Tanach tut und anders, als es die Luther-Übersetzung tut.“

Sabine Rückert erklärt zu Beginn der Folge, dass sie die biblischen Bücher in einer eigenen Reihenfolge besprechen, die sich von den drei gängigen Kanonordnungen unterscheidet – der katholischen Einheitsübersetzung, dem jüdischen Tanach und der evangelischen Luther-Übersetzung.

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Die Rollen von Qumran

Die Rollen von Qumran

· 2022

Die Schriftrollen vom Toten Meer (englisch Dead Sea Scrolls) oder Qumran-Handschriften sind eine Gruppe von antiken jüdischen Texten, die elf Höhlen nahe der archäologischen Stätte Khirbet Qumran im Westjordanland zugeordnet werden. Von 1947 bis 1956 wurden die Höhlen entdeckt, meist von Beduinen. Die Handschriften wurden teils aus dem Antikenhandel erworben, teils bei der archäologischen Untersuchung der Höhlen gefunden. Etwa 15 Buchrollen sind noch als solche erkennbar.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:38 „Das haben wir ja auch bei den Essenern. Ich denke mal, das waren so die Essener, die dieses Buch hier Daniel geschrieben haben. Wir haben ja bei den Rollen von Qumran auch über die Essener gesprochen. Diese fiebrigen Yahweh-Anhänger, die da in der Wüste sitzen und fluchen auf die Priester im Tempel, die jetzt inzwischen den Zeus verehren.“

Sabine Rückert verknüpft das Buch Daniel mit den Schriftrollen von Qumran und den Essenern, über die sie in einer früheren Folge gesprochen haben. Sie vermutet, dass die Essener – radikale Jahwe-Anhänger in der Wüste – die Verfasser des Buches Daniel gewesen sein könnten.

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