Unter Pfarrerstöchtern – Die Suche nach einem besseren Ort
#084

Die Suche nach einem besseren Ort

Unter Pfarrerstöchtern / 16. Dezember 2022 / 17 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Ein Live-Mitschnitt vom Zeit-Online-Podcast-Festival: Inspiriert von Jasmina Rezas Roman „Serge

„Immer ist es irgendwo anders besser. In seinen Augen war das kein gutes Omen.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (17)

Serge
Buch

Serge

Yasmina Reza

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:30 „Ich las dieses Buch oder ich habe es vorgelesen bekommen, ehrlich gestanden von meinem Mann, von Jasmina Reza Sersch. Und da ist eine Stelle drin, die mich zu der Frage inspiriert hat, gibt es eigentlich einen besseren Ort? Und wenn ja, wo ist er?“

Der Roman "Serge" von Yasmina Reza ist der zentrale Ausgangspunkt der gesamten Folge. Sabine Rückert liest eine längere Passage daraus vor, in der der Erzähler Jean Tauben in Paris beobachtet, die rastlos von Ort zu Ort fliegen — als Metapher für die menschliche Suche nach dem besseren Ort. Diese Passage inspirierte Rückert, mit ihrer Schwester eine Sondersendung über das Paradies und die Sehnsucht nach dem besseren Ort zu machen.

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Autobiographische Schriften
Buch

Autobiographische Schriften

Thomas Bernhard

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:53 „Mir fällt Thomas Bernhard ein, der nach Nahtal ging, um sich von Wien zu erholen, und zurück nach Wien ging, um von Nahtal zu gesunden. Hin und her in einem immer hektischeren Rhythmus, der sich selbst mit einer grandiosen Formel als der unglücklichste Ankommende bezeichnete.“

Sabine Rückert liest aus Yasmina Rezas Roman 'Serge' vor und zitiert dabei eine Passage, in der der Erzähler Thomas Bernhards rastloses Pendeln zwischen Nathal und Wien als Parallele zur ruhelosen Suche nach dem besseren Ort heranzieht.

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Der Mond ist aufgegangen
Musik

Der Mond ist aufgegangen

Matthias Claudius

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:10:28 „das berühmtere Gedicht von Matthias Claudius, »Der Mond ist aufgegangen«, das wird hier jeder kennen.“

Sabine Rückert erwähnt das bekannte Gedicht als Referenz, bevor sie ein anderes, weniger bekanntes Gedicht von Claudius vorliest

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🎵
Musik

Ich sehe oft um Mitternacht

Matthias Claudius

🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:10:28 „Er hat aber noch ein anderes Gedicht geschrieben, das mir sehr viel besser gefällt. Das ist mein Lieblingsgedicht von ihm. Und das geht so. Ich sehe oft um Mitternacht, wenn ich mein Werk getan“

Sabine Rückert liest das vollständige Gedicht vor, das von der Sehnsucht nach einem besseren Ort handelt und thematisch zur Sendung passt

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Ich sehe oft um Mitternacht
Buch

Ich sehe oft um Mitternacht

Matthias Claudius

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:10:40 „Ich lese jetzt mal ein Gedicht vor von Matthias Claudius. Wahrscheinlich kennen das nicht viele Leute, aber das berühmtere Gedicht von Matthias Claudius, »Der Mond ist aufgegangen«, das wird hier jeder kennen. Er hat aber noch ein anderes Gedicht geschrieben, das mir sehr viel besser gefällt. Das ist mein Lieblingsgedicht von ihm.“

Sabine Rückert trägt das weniger bekannte Gedicht von Matthias Claudius vollständig vor, in dem ein nächtlicher Betrachter die Sterne ansieht und spürt, dass es etwas Besseres geben muss als Schmerz und Lust. Sie nutzt es als poetischen Beleg dafür, dass die Suche nach dem besseren Ort eine innere, existenzielle Sehnsucht ist.

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Der Mond ist aufgegangen
Buch

Der Mond ist aufgegangen

Matthias Claudius

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:10:40 „Wahrscheinlich kennen das nicht viele Leute, aber das berühmtere Gedicht von Matthias Claudius, »Der Mond ist aufgegangen«, das wird hier jeder kennen.“

Sabine Rückert erwähnt das bekanntere Gedicht von Matthias Claudius als Kontrast, bevor sie sein weniger bekanntes Gedicht vorträgt, das sie persönlich bevorzugt.

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Du musst dein Leben ändern
Buch

Du musst dein Leben ändern

Peter Sloterdijk · 2009

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:14:48 „Der Philosoph Sloterdijk, der nennt das Aufwärtsspannung oder Senkrechtspannung, dass wir einfach eigentlich immer uns weiterentwickeln wollen. Vertikalspannung heißt es ja, dass wir uns immer weiterentwickeln wollen und immer besser werden wollen in dem, was wir tun.“

Johanna Haberer verweist auf Sloterdijks Konzept der Vertikalspannung — die urmenschliche Sehnsucht nach Selbstverbesserung. Sie ordnet dieses philosophische Konzept in die Diskussion über die Suche nach dem besseren Ort ein: Sowohl Glück als auch Unglück des Menschen liegen in dieser nie endenden Sehnsucht.

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Buch Jesaja
Buch

Buch Jesaja

Jesaja

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:15:47 „Die Vorstellung bei Jesaja, es wird das ganze Kriegsgerät und die ganzen blutigen Kleider aus dem Krieg ins Feuer geworfen und die Menschen tanzen. Und es wird ein Kind geboren, das heißt, es wird ein Friedensherrscher sein.“

Johanna Haberer zitiert die messianischen Verheißungen aus dem Buch Jesaja – Friedensherrscher, gerechtes Richten der Armen, Kinder spielen am Loch der Natter – als zentrale alttestamentliche Utopie-Vorstellungen neben dem Garten Eden.

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Walking Dead
Serie

Walking Dead

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:18:23 „Das ist ja im Moment ganz verbreitet, wenn man fast alle Serien beschäftigen sich damit, ob das Walking Dead ist oder sonst was“

Als Beispiel für die aktuelle Faszination von Dystopien in der Popkultur erwähnt

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Utopia
Buch

Utopia

Thomas Morus

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:18:43 „Es gibt ja den Begriff der Utopie. Und dieser Utopiebegriff, der ist auf einen Roman zurückzuführen, der vor über 500 Jahren geschrieben worden ist. Der hieß Utopia. Geschrieben wurde er von Thomas Morus, einem Politiker und Gelehrten, der 1487 bis 1535 gelebt hat.“

Sabine Rückert führt Thomas Morus' Roman "Utopia" als historischen Ursprung des Utopiebegriffs ein. Sie beschreibt ausführlich die auf der fiktiven Insel herrschenden Zustände — radikale Gleichheit, Abschaffung des Geldes, demokratische Regierung — und zieht dann die Parallele, dass in jeder Utopie bereits die Dystopie angelegt sei, wie der Sowjetkommunismus oder das heutige China zeigten.

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Metro 2033
Buch

Metro 2033

Dmitri Glukhowski

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:20:35 „Das ist ja im Moment ganz verbreitet, wenn man fast alle Serien beschäftigen sich damit, ob das Walking Dead ist oder sonst was, Metro 2033 oder natürlich alle, na wie heißt da, alle apokalyptischen Großfilme.“

Metro 2033 wird neben Walking Dead als weiteres Beispiel für populäre Dystopien genannt, die die gegenwärtige Angst vor apokalyptischen Szenarien widerspiegeln.

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Terminator
Film

Terminator

James Cameron

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:20:50 „Ja, apokalyptische Großfilme, Terminator, genau. Das sind natürlich alles Dystopien.“

Terminator wird als Beispiel für apokalyptische Großfilme genannt, die dystopische Zukunftsvisionen zeigen. Sabine Rückert reiht den Film in eine Aufzählung populärkultureller Dystopien ein.

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2012
Film

2012

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:21:00 „Ja, 2012. Die Menschheit lebt irgendwie unter der Erde und so weiter. Das ist ja das, was uns im Moment zu Recht beschäftigt.“

Der Katastrophenfilm 2012 wird als weiteres Beispiel für dystopische Filme genannt, die die Vorstellung vom Weltuntergang thematisieren. Rückert sieht darin einen Spiegel aktueller gesellschaftlicher Ängste.

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Titel über Utopien und Dystopien
Artikel

Titel über Utopien und Dystopien

Thomas Assheuer

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:21:08 „Deswegen habe ich unseren Philosophen des Hauses, Thomas Assauer, damals gebeten, sich mit der Frage der Utopie und der Dystopie auseinanderzusetzen. Und er hat darüber einen phänomenalen Titel geschrieben. Und daraus lese ich jetzt was vor.“

Sabine Rückert zitiert ausführlich aus einer Titelgeschichte der ZEIT, die Thomas Assheuer über Utopie und Dystopie geschrieben hat. Der Artikel analysiert Thomas Morus' "Utopia" und schließt mit der These, dass die beste heutige Utopie nur noch darin bestehen könne, das Schlimmste zu verhindern.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Faust
Buch

Faust

Johann Wolfgang von Goethe

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:23:11 „Man ist angekommen. Verweile doch, du bist so schön. Und das schreibt er dann auch. Das Paradies ist auf schwer erträgliche Weise vollkommen.“

Sabine Rückert zitiert Goethes Faust-Formel beiläufig, als sie über Thomas Morus' Utopia spricht und die Gefahr beschreibt, dass ein vermeintlich perfekter Ort erstarrt, sobald man ihn für vollendet erklärt.

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Apostelgeschichte
Buch

Apostelgeschichte

Lukas

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:26:33 „Es gibt in der Apostelgeschichte, das ist die Geschichte der Urchristenheit, gibt es so eine Reflexion darüber, dass die anderen in der Umgebung sagen, sieh nur, wie sie miteinander leben.“

Johanna Haberer verweist auf die Apostelgeschichte als Beleg dafür, dass die frühen Christen einen besseren Ort konkret vorgelebt haben – durch Teilen, Krankenpflege und Integration –, bevor solche Utopien in Zwang umschlugen.

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Rivers of Babylon
Musik

Rivers of Babylon

Boney M.

🗣 Johanna Haberer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:32:45 „The River of Babylon, also wir kennen das, Psalm 126 ist es. Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.“

Johanna Haberer sucht ein tröstendes Schlusswort und leitet den Psalm 126 mit dem Verweis auf den bekannten Song 'Rivers of Babylon' ein, um die kulturelle Brücke zwischen Pop-Musik und biblischem Text zu schlagen. Die Erwähnung dient als Wiedererkennungsanker für die Zuhörer.

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