Die sogenannte Gegenwart – Warum kann Alice Weidel nur sarkastisch reden
#105

Warum kann Alice Weidel nur sarkastisch reden

Die sogenannte Gegenwart / 27. Januar 2025 / 5 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Anhand der Wahlplakate der Parteien nehmen sich die drei den laufenden Bundestagswahlkampf vor — mit der Leitfrage, ob das Plakatierte noch irgendetwas mit der erlebten Wirklichkeit zu tun hat. Besonderes Augenmerk gilt dabei Alice Weidels rhetorischem Dauersarkasmus und der Frage, was dieser Ton über die politische Kultur verrät.

„Unsere Leitfrage, der wir nachforschen, ist, wie sehr bildet ein solcher Wahlkampf eigentlich die Gegenwart ab oder findet das alles auf einem anderen Planeten statt.“
🗣 Ijoma Mangold

Erwähnte Medien (5)

🎨
Kunst

Engel-Gemälde

Marc Chagall

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:21:22 „Ich muss bei diesen Sachen immer dran denken, was wir früher im Religionsunterricht, ja, hat unser Religionslehrer immer am Overhead-Projektor so ein Bild an die Wand geworfen. Irgendwie Marc Chagall, der irgendeinen Engel gemalt hat oder so. Und dann sollten wir darüber sprechen.“

Lars Weisbrod nutzt eine Erinnerung an den Religionsunterricht als Analogie für die Methode, mit der sie die Wahlplakate analysieren wollen: erst beschreiben, dann interpretieren. Das konkrete Chagall-Werk wird nicht beim Titel genannt, nur als Engel-Motiv erinnert.

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Artikel über Robert Habeck
Artikel

Artikel über Robert Habeck

Nina Pauer

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:28:27 „Habe ich auch mal kurz ganz Minitext, habe ich einen Minitext in der Zeit drüber geschrieben und es wirklich gab Randale in den Zeit-Online-Kommentaren. Also, falls ihr noch kein Zeit-Online-Abo habt, könnt ihr eins abschließen und da auch in den Kommentaren randalieren, wenn ich was gegen Habeck sage.“

Nina Pauer erwähnt einen eigenen kurzen Text in der Zeit, in dem sie sich kritisch über Robert Habeck geäußert hatte. Sie erzählt, dass der Artikel heftige Reaktionen in den Zeit-Online-Kommentaren ausgelöst habe. Der Kontext ist ihre Beobachtung, dass sie Habeck früher als nahbar und 'relatable' empfand, ihn aber mittlerweile anders wahrnimmt.

Zum Artikel bei T-online.de
Die Truman Show
Film

Die Truman Show

Peter Weir

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:30:51 „Es ist wirklich nicht die Art von politischer Kommunikation, die ich angenehm finde. Mir läuft es da eher unangenehm in den Rücken runter, weil es halt so inszeniert und deswegen auch irgendwie dann so ein bisschen Truman Show mäßig ist.“

Ijoma Mangold vergleicht Habecks Küchengespräche mit der Truman Show, um deren Inszeniertheit zu beschreiben. Obwohl er das Format inhaltlich teilweise gelungen findet, stört ihn die durchkonstruierte Authentizität – alles wirke wie eine inszenierte Realität, ähnlich wie im Film.

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🎵
Musik

Wahlkampfsong für die Grünen

Wir sind Helden

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:35:59 „Das Ganze wird dann halt doch immer mit einer Zeile unterlegt, die der Besitz von Wir sind Helden, der hat ein Lied für den Grünen Wahlkampf geschrieben und dann zitiert Habeck eine Zeile, die da lautet, diese Reise willst du dabei sein und irgendwann steigen unsere Kinder ein.“

Ijoma Mangold beschreibt, wie Habecks Auftritte emotional aufgeladen werden – unter anderem durch einen eigens für den Grünen-Wahlkampf geschriebenen Song eines Mitglieds von Wir sind Helden. Habeck zitiert daraus die Zeile 'Diese Reise willst du dabei sein und irgendwann steigen unsere Kinder ein', was Mangold als Beispiel für den hohen 'Gefühlspegel' der Grünen-Kampagne anführt.

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Tatort
Serie

Tatort

ARD

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:57:57 „Mir ging es jedenfalls so, als diese Plakate vorgestellt wurden von der FDP, war ganz groß im Hintergrund das Motiv, wo man so tatortmäßig die Augen von Christian Lindner sieht, überhaupt ganz viel Schwarz-Weiß-Fotos, nur Schwarz-Weiß-Fotos von Christian Lindner auf jedem Plakat.“

Nina Pauer beschreibt die Wahlplakate der FDP und vergleicht die dramatische Schwarz-Weiß-Inszenierung von Christian Lindners Augen mit der Bildsprache der Krimiserie Tatort. Es handelt sich um eine rein metaphorische Referenz, nicht um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Serie.

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