Muss Twitter sterben, damit wir leben können
Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Die Übernahme von Twitter durch Elon Musk und der Hype um Mastodon als dezentrale Alternative sind das Thema dieser Folge. Während Lars sich als glühender Mastodon-Fan outet, kontert Ijoma mit einer treffenden Analogie: Wer frisch verliebt ist, will keine warnenden Argumente hören — und genau so verhalte sich Lars mit seinem neuen Lieblingsnetzwerk.
„Da kannst du sagen, schau dir die mal an, was die im letzten halben Jahr, mit wem die es da so alles hatte und nach welchen Mustern es immer ging, das interessiert den Freund in dem Moment nicht, weil er in Wahrheit in seine Verliebtheit verliebt ist.“
Erwähnte Medien (9)
Bei Wagner muss ich kotzen, bei Mozart werde ich krank
Spliff
Spliff war eine Musikgruppe aus Berlin, die 1980 von Herwig Mitteregger (Schlagzeug, Gesang), Reinhold Heil (Keyboard, Gesang), Bernhard Potsch Potschka (Gitarre, Gesang) und Manfred Praeker (Bass, Gesang) gegründet wurde. Ihr Repertoire verband deutschsprachigen Rock mit Synthesizer-Musik, insbesondere das damals revolutionäre wie beliebte elektronische Schlagzeug Simmons SDS-7 prägte den Sound der Band. Ihr Fotograf und Manager Jim Rakete trug ebenfalls zum Image der Band bei.
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:09 „Das ist eine, oh, ich habe zum ersten Mal Popmusik zitiert aus meiner Jugend. Split, sagt dir Split noch was?“
Ijoma Mangold zitiert beiläufig einen Songtext der Band Spliff aus den frühen 80er Jahren, als er über die Schwierigkeit spricht, Individualität in allgemeinen Kategorien auszudrücken – etwa auf Dating-Plattformen. Er ist selbst überrascht, dass er Popmusik aus seiner Jugend zitiert.
Da fliegt mir doch das Blech weg
Spliff
Spliff war eine Musikgruppe aus Berlin, die 1980 von Herwig Mitteregger (Schlagzeug, Gesang), Reinhold Heil (Keyboard, Gesang), Bernhard Potsch Potschka (Gitarre, Gesang) und Manfred Praeker (Bass, Gesang) gegründet wurde. Ihr Repertoire verband deutschsprachigen Rock mit Synthesizer-Musik, insbesondere das damals revolutionäre wie beliebte elektronische Schlagzeug Simmons SDS-7 prägte den Sound der Band. Ihr Fotograf und Manager Jim Rakete trug ebenfalls zum Image der Band bei.
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:21 „Split, sagt dir Split noch was? Noch nicht gehört. Da fliegt mir doch das Blech weg. Das war ein berühmter Song in den frühen 80er Jahren.“
Ijoma zitiert spontan einen Song aus seiner Jugend, den er als erstes Popmusik-Zitat im Podcast bezeichnet
The Addams Family
Charles Addams · 2009
At the height of her career, Paddleford was a popular as Julia Child and as respected as James Beard. Today, she's the most important food writer you've never heard of.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:12:18 „Es ist eine Neuauflage, eine Weiterverarbeitung der Figuren der Addams Family. Weiß ich, für diejenigen, die das noch nie gehört haben, geht, glaube ich, sogar zurück auf einen New Yorker Comic aus den 30ern, ist dann später in Serien und Filmen immer wieder aufgegriffen worden.“
Lars Weisbrod ordnet die Netflix-Serie 'Wednesday' historisch ein und verweist auf den Ursprung der Addams Family als Comic-Serie im New Yorker aus den 1930er Jahren, die später in zahlreichen Serien und Filmen adaptiert wurde.
Wednesday
Tim Burton · 2022
Clever, sarkastisch und fast eiskalt will Wednesday Addams eine Mordserie aufklären. Dabei findet sie an der Nevermore Academy jedoch nicht nur Freunde.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:14:09 „Die Serie heißt Wednesday und kommt auf Netflix. Es ist eine Neuauflage, eine Weiterverarbeitung der Figuren der Addams Family.“
Lars stellt die Netflix-Serie als seinen Gegenwartscheck-Vorschlag vor und prognostiziert, dass sie die Popkultur prägen wird
Six Feet Under
Alan Ball · 2001
Nach dem Tod ihres Vaters müssen zwei Brüder das Bestattungsinstitut der Familie retten.
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:15:29 „Vor zehn Jahren schauten wir alle Six Feet Under.“
Im Gespräch über die Netflix-Serie 'Wednesday' und die These, dass Goth und eine Faszination für den Tod zurückkehren, wirft Ijoma Mangold ein, dass das Morbide die Popkultur schon länger begleitet – als Beispiel nennt er die HBO-Serie Six Feet Under.
Ich hasse Menschen
Julius Fischer
Julius Fischers Essay analysiert die populäre Misanthropie und untersucht, wie die Haltung „Ich hasse Menschen" zu einem kulturellen Trend wurde. Das Buch dokumentiert diese edgy Haltung als zeitgenössisches Phänomen und befragt, welche gesellschaftlichen Ursachen hinter dieser Verschiebung stecken.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:17:45 „In den letzten Jahren gab es eine weit verbreitete Edgy-Haltung, dass man andere Menschen nicht mag. Was irgendwo auch verständlich ist, weil meiste Menschen ist gleich anstrengend. Gegipfelt ist das dann in dem Ausruf, ich hasse Menschen. Aufgegriffen zum Beispiel in einem Buch von Julius Fischer mit eben jenem Titel.“
Ijoma Mangold liest eine Zuschrift von Lennart Rettler vor, die das Phänomen der populären Misanthropie beschreibt. Das Buch von Julius Fischer wird als Beispiel für den kulturellen Trend genannt, Menschenhass als coole Haltung zu inszenieren – ein Trend, dem laut Rettler nun ein Gegenschwung folgt.
Okay
Felix Kummer
Kraftklub ist eine fünfköpfige Rap-Rock-Band aus Chemnitz. Die Musik wird meist als eine Mischung aus Indie, Punkrock und Rap bezeichnet.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:17:54 „Aufgegriffen zum Beispiel in einem Buch von Julius Fischer mit eben jenem Titel oder aber dem Lied »Okay« von Felix Kummer, wo es heißt »Ich bin ein Misanthrop, ich hasse alle Menschen gleich«.“
Im Rahmen der Zuschrift von Lennart Rettler wird Kummers Song 'Okay' als weiteres Beispiel für den kulturellen Trend zur inszenierten Misanthropie angeführt. Das Zitat 'Ich bin ein Misanthrop, ich hasse alle Menschen gleich' wird als Ausdruck einer weit verbreiteten Edgy-Haltung gedeutet.
The Catcher in the Rye
J. D. Salinger
Story of Holden Caufield with his idiosyncrasies, penetrating insight, confusion, sensitivity and negativism. Holden, knowing he is to be expelled from school, decides to leave early. He spends three days in New York City and tells the story of what he did and suffered there.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:21:21 „Wie ist dieses Wort bei Salinger, die sind alle phony, die anderen. Das wird ja nie weggehen, dieses Gefühl.“
Lars Weisbrod argumentiert, dass jugendliche Misanthropie eine zeitlose Konstante ist und keine Trendwelle. Er verweist auf Salingers berühmten Roman und das Wort 'phony' als Ausdruck eines Gefühls, das Teenager immer schon hatten – die Überzeugung, dass alle anderen unecht sind.
Hunter-Biden-Artikel der New York Post
Artikel der New York Post über Hunter Bidens Geschäftsaktivitäten und fragwürdige kommerzielle Verbindungen. Der Text wurde 2020 auf Twitter blockiert, was eine breite Debatte über Moderationspolitik von Social-Media-Plattformen auslöste. Der Vorfall gilt vielen Kritikern als Beispiel für übermäßige Zensur und wird in Diskussionen über Meinungsfreiheit im digitalen Raum häufig zitiert.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:36:47 „Das berühmteste Beispiel ist, als Twitter den Artikel von der New York Post über Hunter Biden und seine undurchsichtigen, dunklen Geschäftspraktiken, als Twitter diesen Artikel gebannt hat, sodass der nicht mehr verlinkt werden konnte auf Twitter. Es war in meinen Augen ganz sicher ein großer Fehler.“
Ijoma Mangold diskutiert die Problematik von Zensur auf Social-Media-Plattformen und bringt den New-York-Post-Artikel über Hunter Bidens Geschäftspraktiken als prominentestes Beispiel dafür, dass Twitter-Moderation zu weit gegangen sei. Er nutzt das Beispiel, um seine Free-Speech-Position zu untermauern: Lieber Quatsch und Hetze ertragen als eine fehlbare Selektionsinstanz zu akzeptieren.