Die Banken müssen ihren Beitrag zur Klimarettung leisten
Roman Pletter, Giovanni di Lorenzo & Axel Weber
Beim Zürcher Zeitgipfel empfängt Roman Pletter Axel Weber — Professor, einstiger Chef der Deutschen Bundesbank und seit sieben Jahren Präsident des UBS-Verwaltungsrats. Bevor es um Finanzkrise und Klimaverantwortung der Banken geht, zeichnet das Gespräch ein überraschendes Porträt: Der mächtige Zentralbanker wuchs als langhaariger Abiturient in der pfälzischen Provinz auf, umgeben von amerikanischen Soldaten und deren Kultur.
„Bei uns in der Gegend, zu meinen Freunden zählten fast mehr Amerikaner als Deutsche.“
Erwähnte Medien (3)
Porträt über Axel Weber
Axel Weber gibt seinen Posten als Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS ab. Sein Nachfolger wird Colm Kelleher, der auch als Kandidat für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank im Gespräch war. Der Artikel beschreibt Webers beeindruckenden Aufstieg von einem pfälzischen Privatschüler zu einem der einflussreichsten Zentralbanker der Welt. Das Handelsblatt-Porträt würdigt seine bedeutende Rolle bei der Gestaltung der deutschen Antwort auf die Finanzkrise.
🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 00:03:17 „Das Handelsblatt, das gehört auch zu der Gruppe, zu der auch die Zeit gehört, und in der Regel recht ungenädig mit Managern, schrieb den schönen Satz, Axel Weber ist wie ein Komet durch die deutsche Gesellschaft nach oben geschossen. Aus einem langhaarigen Abiturienten aus der pfälzischen Provinz ist einer der mächtigsten Zentralbanker der Welt geworden.“
Roman Pletter zitiert ausführlich aus einem Handelsblatt-Porträt über Axel Weber, um dessen bemerkenswerten Aufstieg zu illustrieren. Der Artikel beschreibt Weber als jemanden, der die deutsche Antwort auf die Finanzkrise wesentlich formuliert hat und von manchen als Angela Merkels 'Schattenkanzler' betrachtet wurde. Pletter nutzt das Zitat als Einstieg, um Weber mit den Lobeshymnen der Wirtschaftspresse zu konfrontieren.
Whatever it takes
Mario Draghi · 2021
Whatever it takes (zu dt. etwa „Alles Notwendige“, „Was auch immer nötig ist“) ist eine Phrase, die auf eine Rede von Mario Draghi, dem damaligen Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), zur Eurokrise zurückgeht und seitdem in unterschiedlichen Kontexten verwendet wurde. Erstmals fand die Phrase, fünf Jahre bevor Draghi sie zum geflügelten Wort machte, in dem Film Von Löwen und Lämmern (Regie: Robert Redford) in einem vergleichbaren Kontext Verwendung und wurde in einer kurzen Sequenz (1:04:34-3...
🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 01:03:44 „Mario Draghi habe ich mehrmals interviewen können, auch für die Zeit, und der sagt, die ganze Welt versteht mich, nur die Deutschen nicht. Ich habe sozusagen in einem großen politischen Vakuum, das es damals gab, dieses berühmte Wort gesprochen, whatever it takes, und habe damit eine Stabilität hergestellt, von der wir alle noch profitieren.“
Pletter zitiert Mario Draghis berühmte Rede von 2012, in der er versprach, den Euro mit allen Mitteln zu verteidigen. Er konfrontiert Weber mit Draghis Perspektive, dass die ganze Welt seine Geldpolitik verstehe, nur die Deutschen nicht. Weber antwortet ausführlich, warum die deutsche Öffentlichkeit diese expansive Niedrigzinspolitik ablehnt und erklärt den kulturellen Unterschied zum angelsächsischen Wirtschaftsdenken.
Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos
Greta Thunberg · 2019
Die gesammelten Reden der 16-jährigen Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg dokumentieren ihren Aufruf zum weltweiten Schulstreik für das Klima. Unter #FridaysForFuture demonstrieren Tausende Schüler jeden Freitag mit ihr gemeinsam gegen CO2-Emissionen, die Verbrennung fossiler Energieträger und den menschengemachten Klimawandel.
🗣 Roman Pletter erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:09:30 „Haben Sie auch Greta Thunberg mitbekommen? [...] Sie war ja, also große Rede im Februar, glaube ich, war das.“
Pletter fragt Weber, ob er bei seinem jährlichen Davos-Besuch auch Greta Thunbergs aufsehenerregende Rede mitbekommen habe. Weber verneint, er habe in Davos vor allem Kundentermine wahrgenommen. Pletter nutzt die Erwähnung als Überleitung zu Webers eigener Aussage, Banken müssten ihren Beitrag zur Klimarettung leisten.