Cornelia Funke, wie schlägt Ihr Tintenherz
Christoph Amend, Jochen Wegner & Cornelia Funke
Für diese Sonderfolge reist das Team in die Toskana, wo Cornelia Funke sie auf ihrem Hof Fraginha nahe dem 3000 Jahre alten Volterra empfängt — zwischen handgezimmerten Regalen, einem Drachen an der Decke und ihrer Alabasterwerkstatt. Funke spricht über die Ernsthaftigkeit, mit der Kinder die großen Fragen stellen, über das Schreiben als Ort der Zuflucht zwischen Leid und Schönheit, und darüber, warum es Schreibblockaden für sie nicht gibt.
„Ihr müsst das ganze Leid und auch die ganze Angst irgendwie in Worte fassen. Und ihr müsst gleichzeitig die Freude und die Schönheit in Worte fassen. Und dann müsst ihr das wie so einen Ort bieten, an dem man sich sicher fühlt und durchatmen kann.“
Erwähnte Medien (106)
Captain Bommel und die Seeschlange
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:10:00 „Das war Captain Bommel und die Seeschlange. Das ist ein Bilderbuch, was auch wohl nochmal wieder aufgelegt wurde.“
Cornelia Funke erinnert sich an ihre Kindheit und die Spaziergänge mit ihrem Vater zur Stadtbücherei in Dorsten. Captain Bommel und die Seeschlange war eines der prägenden Bilderbücher ihrer Kindheit, das sie dort ausgeliehen hat. Es geht um eine Seeschlange mit Zahnschmerzen, die sich um einen Leuchtturm wickelt.
Blade Runner 2049
Denis Villeneuve
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:12:17 „Es gibt in einem Science-Fiction-Film Blade Runner 2048. Einer meiner Lieblingsfilme. Da gibt es eine Figur, Dr. Anna Sterling, die eingeschlossen ist, weil sie eine Krankheit hat und nicht in die Welt darf. Die erfindet aber Erinnerungen für Replikanten, also für Geschöpfe, die keine eigene Historie haben.“
Jochen Wegner zieht eine Parallele zwischen Cornelia Funkes Fähigkeit, sinnliche Kindheitserinnerungen zu erschaffen, und der Figur Dr. Ana Stelline aus Blade Runner 2049, die Erinnerungen für Replikanten produziert. Er fragt Funke, ob sie als Autorin eine ähnliche Rolle einnimmt – Erinnerungen in andere zu implantieren, die dann zu deren eigenen werden.
Appassionata
Ludwig van Beethoven
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:13:56 „Soweit ich mich erinnere, spielt sie Appassionata unten in der Lobby einer kleinen italienischen Pension. Man könnte sagen, auch das ist schon ein Zeichen, dass das in Italien war, aber na gut.“
Im Rahmen ihrer Beschreibung der Schlüsselszene aus A Room with a View erwähnt Funke Beethovens Appassionata als das Klavierstück, das Helena Bonham Carters Figur in der Pension spielt. Das Musikstück unterstreicht die emotionale Intensität der Szene, die Funke so tief berührt hat.
Der kaukasische Kreidekreis
Bertolt Brecht
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:24:54 „Also als wir Bertolt Brechts kaukasischen Kreidekreis gemacht haben, hatte ich so Ideen, wie das aussieht auf der Bühne. Und er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich wusste, wie das aussieht.“
Cornelia Funke erzählt von ihrem Deutschlehrer Herrn von Hoff, der als Erster erkannte, dass sie Geschichten visuell-theatralisch denkt. Bei der Behandlung von Brechts Kaukasischem Kreidekreis im Unterricht hatte Funke konkrete Vorstellungen davon, wie das Stück auf der Bühne aussehen müsste – ein früher Hinweis auf ihr späteres Talent als Geschichtenerzählerin.
Utopia
Thomas Morus
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:27:21 „Ich hatte in Englisch einen fantastischen Lehrer, Herr Modelmeier, der auch als Dichter arbeitete und mir Utopia von Thomas Moore und viele andere Sachen nahe gebracht hat.“
Funke erinnert sich an prägende Lehrer ihrer Schulzeit. Ihr Englischlehrer Herr Modelmeier, selbst Dichter, brachte ihr Thomas Morus' Utopia nahe – ein Werk, das offenbar zu ihrer intellektuellen Prägung beitrug und ihr Interesse an anderen Welten und Gesellschaftsentwürfen weckte.
Alexander der Große
🗣 Cornelia Funke empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:28:46 „Alexander der Große. Ich konnte alle Schlachten nachspielen. Meine dunkle Seite. Ja, das ist ganz von einem britischen Historiker. Ich habe, glaube ich, das erste Mal auch eine Biografie gelesen, die so fantastisch geschrieben war.“
Cornelia Funke erzählt, dass eine Alexander-der-Große-Biografie eines britischen Historikers das erste Buch war, das sie sich selbst gekauft hat. Sie war so begeistert, dass sie alle Schlachten mit Knöpfen nachspielte. Es war zugleich ihre erste Erfahrung mit angelsächsischem Erzählstil in der Sachbuchliteratur – eine Biografie, die so mitreißend geschrieben war, dass sie Funke tief beeindruckte.
Deutschland ohne Juden
Bernd Engelmann
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:30:47 „Es gibt dieses wunderbare Buch von Bernd Engelmann, Deutschland ohne Juden, wo er mal aufgelistet hat, was da an Kultur enthalten ist.“
Im Gespräch über die kulturellen Verluste Deutschlands durch den Nationalsozialismus erwähnt Cornelia Funke dieses Buch als Beleg dafür, wie viel an Kultur, Humor und freiem Denken durch die Vertreibung und Ermordung jüdischer Menschen verloren ging.
Star Trek (Raumschiff Enterprise)
Gene Roddenberry
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:37:13 „Ich wusste nicht, dass das ungewöhnlich war, dass ich jeden Abend meinen Brüdern eine Folge von Raumschiff Enterprise erfand. Ich wusste nicht, dass das ungewöhnlich ist.“
Cornelia Funke erzählt, dass sie als Kind jeden Abend eigene Folgen von Raumschiff Enterprise für ihre Brüder erfand. Die Serie mit Captain Kirk und Spock war prägend für ihre Kindheit und, wie sie rückblickend vermutet, möglicherweise der Ursprung ihrer Toleranz und Immunität gegen Rassismus, weil die Serie eine friedliche, aufgeklärte Zukunft ohne Rassismus zeigte.
Star Trek: Voyager
🗣 Cornelia Funke empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:38:22 „Ich habe vor kurzem die ganzen Voyager-Folgen nochmal geguckt. Die habe ich erst später gesehen. Die habe ich vorher gar nicht entdeckt. Ich liebe das immer noch.“
Cornelia Funke berichtet, dass sie kürzlich alle Voyager-Folgen noch einmal geschaut hat und die Serie mit ihrem weiblichen Captain und der Figur Chakotay als Beispiel für die progressive Vision von Star Trek würdigt, die verschiedene Kulturen und Perspektiven zusammenbringt.
Karl May (Werke)
Karl May
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:41:03 „Und ich meine, ich habe auch als Kind Karl May gelesen. Von daher war für mich Indianer immer ein unglaublich gut besetztes Wort.“
Im Kontext einer Diskussion über die Bezeichnung 'Indianer' und indigene Völker erwähnt Cornelia Funke, dass sie als Kind Karl May gelesen hat und das Wort 'Indianer' dadurch für sie positiv besetzt war – als Menschen, die der Natur näher waren.
Sandtalk
Tyson Yunkaporta
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:42:11 „Es gibt so ein wunderbares Zitat von Juncker Porter, dem Aborigine-Lehrer, der auch, glaube ich, in Melbourne noch unterrichtet. Der hat in Sandtalk gesagt, ich versuche euch jetzt mal klarzumachen, wie verschieden unser Denken ist. Eure Vorstellung von Apokalypse ist unsere Vorstellung von Paradies.“
Cornelia Funke zitiert aus dem Buch 'Sandtalk' von Tyson Yunkaporta (im Transkript als 'Juncker Porter' wiedergegeben), um die fundamentalen Unterschiede zwischen westlichem und indigenem Denken zu illustrieren. Das Buch hat ihr Denken grundlegend erschüttert und in Frage gestellt.
Schneewittchen
Brüder Grimm
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:43:55 „Das war so eine Sammlung. Ich weiß, da war Schneewittchen drauf und Dornröschen und Aschenputtel weiß ich was drauf.“
Cornelia Funke erinnert sich an eine Langspielplatte mit Märchensammlungen aus ihrer Kindheit, auf der unter anderem Schneewittchen zu hören war.
Dornröschen
Brüder Grimm
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:43:55 „Das war so eine Sammlung. Ich weiß, da war Schneewittchen drauf und Dornröschen und Aschenputtel weiß ich was drauf.“
Cornelia Funke erinnert sich an eine Langspielplatte mit Märchensammlungen aus ihrer Kindheit, auf der unter anderem Dornröschen zu hören war.
Aschenputtel
Brüder Grimm
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:43:55 „Das war so eine Sammlung. Ich weiß, da war Schneewittchen drauf und Dornröschen und Aschenputtel weiß ich was drauf.“
Cornelia Funke erinnert sich an eine Langspielplatte mit Märchensammlungen aus ihrer Kindheit, auf der unter anderem Aschenputtel zu hören war.
Die Gänsemagd
Brüder Grimm
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:44:13 „Aber zwei Märchen haben mich immer besonders bestürzt und bewegt. Einmal die Gänsemagd. Mit dem Kopf von dem Pferd. Dass sie ihr Lieblingspferd den Kopf verpacken und der Kopf hängt dann immer über der Mauer.“
Auf die Frage nach dem ersten Märchen, das sie als Kind gehört hat, nennt Cornelia Funke die Gänsemagd als eines der Märchen, die sie am meisten bestürzt und bewegt haben – besonders das Bild des abgeschlagenen Pferdekopfs über der Mauer hat sie als Kind endlos beschäftigt.
Die sieben Schwäne
Brüder Grimm
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:44:37 „Und das andere waren die sieben Schwände, von den Brüdern, die sich verwandeln und sie sitzt da stumm ein Jahr und strickt aus den Brennnesseln die Hemden, die sie ihnen überwirft, damit sie wieder Menschen werden, auf dem Scheiterofen.“
Neben der Gänsemagd nennt Cornelia Funke dieses Märchen als zweites, das sie als Kind besonders bewegt hat – die Geschichte der Schwester, die schweigend Hemden aus Brennnesseln strickt, um ihre verwandelten Brüder zu erlösen.
Jack Zipes (Werk über Grimms Märchen)
Jack Zipes
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:45:38 „Ich habe mal gelesen, ich glaube bei Jack Sipes, der gesagt hat, die Grimms haben aber dafür gesorgt, dass der Held immer wieder nach Hause geht. Das war ein 19. Jahrhundertdenken.“
Cornelia Funke bezieht sich auf den Märchenforscher Jack Zipes (im Transkript als 'Jack Sipes' wiedergegeben), der analysiert hat, wie die Brüder Grimm ihre Märchen im Sinne bürgerlichen 19.-Jahrhundert-Denkens verändert haben – der Held geht immer nach Hause zurück und benimmt sich bürgerlich.
Artikel über die Brüder Grimm
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:46:02 „Ich habe vor kurzem, ich glaube im New Yorker war eine, aus welchen Gründen auch immer, eine Riesengeschichte, naja wie immer im New Yorker, über die Brüder Grimm und deren Leben.“
Christoph Amend erwähnt einen langen Artikel im New Yorker über das Leben der Brüder Grimm, der ihm verdeutlicht hat, dass die Grimms aus einer bürgerlichen Familie kamen, die ihr Vermögen verlor – ein dramatischer Einschnitt, der möglicherweise ihr späteres Märchensammeln beeinflusst hat.
The Great Derangement
Amitav Ghosh
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:46:57 „Ich habe gerade von Amitav Ghosh The Great Derangement gelesen, wo Ghosh analysiert, wie sich unsere Muster von westlichem Denken in unserer Literatur wieder spiegeln. Und wie er sagt, ihr erzählt immer noch dieselbe Geschichte, die ihr euch im 19. Jahrhundert ausgedacht habt.“
Cornelia Funke beschreibt, wie Ghosh in diesem Buch die westliche Literaturgeschichte auseinandernimmt und kritisiert, dass westliche Literatur seit Jane Austen nur noch das Innenleben der Menschen darstellt, während indische Schriftsteller für ihr episches, die äußere Welt einbeziehendes Erzählen kritisiert werden. Das Buch war für Funke ein Aha-Erlebnis.
Game of Thrones
David Benioff, D. B. Weiss / George R. R. Martin
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:48:20 „Und irgendwann mein wunderbarer indischer Kollege sagte, yeah, of course, look at them. Now they do the Game of Thrones and the White Queen with her white hair, teaching the wild tribes how to live. Und ich dachte nur, mein Herr, wie konnte ich denn das nicht sehen?“
Ein indischer Kollege auf einem Märchenpanel in Sydney macht Cornelia Funke darauf aufmerksam, wie Game of Thrones koloniale Erzählmuster reproduziert – die weiße Königin, die 'wilden Stämmen' das Leben beibringt. Für Funke war das ein erschütternder Moment der Selbsterkenntnis über westliche Erzähltraditionen.
Reckless
Cornelia Funke
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:49:23 „Ich habe zum Beispiel Reckless, habe ich jetzt als Hörbuch, übrigens das Hörbuch ist noch viel toller als der Text, weil er von einem herausragenden Schauspieler gelesen wird. Wirklich toll.“
Jochen Wegner spricht über Cornelia Funkes Reckless-Reihe und die Brutalität der darin erzählten Geschichten. Er lobt besonders das Hörbuch, gelesen von Rainer Strecker, als noch eindrucksvoller als den gedruckten Text. Funke selbst empfiehlt das Buch erst ab 16 Jahren.
Die Brücke hinter den Sternen
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:51:08 „Also zum Beispiel, es gibt von mir ja das Bilderbuch, die Brücke hinter den Sternen, über den Tod. Und das wird in Hospiz, Kinderhospizen gelesen. Und mir wird auch gesagt, es wird danach ein bisschen näher.“
Cornelia Funke erwähnt ihr Bilderbuch über den Tod, das in Kinderhospizen eingesetzt wird und sterbenden Kindern Trost spendet. Es ist ein Beispiel dafür, wie ihre Bücher auch in extremen Lebenssituationen 'standhalten'.
Tintenherz
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:52:11 „Ich würde immer sagen, Tintenherz können ganz tapfere Achtjährige angehen. Meine Tochter wollte es erst mit 13.“
Im Gespräch über altersgerechtes Erzählen und die Brutalität in Kinderbüchern ordnet Cornelia Funke ihre Tintenwelt-Reihe ein. Tintenherz zeichne sich durch die zentrale Vater-Tochter-Beziehung aus, die vielen Kindern ein Zuhause-Gefühl gebe, obwohl die Geschichte auch gruselige Elemente enthalte.
Drachenreiter
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 00:55:37 „Also das muss ich wirklich sagen, ich hätte den Schneider nicht vorkommen lassen in Tintenherz. Aber auch nicht in Drachenreiter.“
Cornelia Funke erklärt, wie sie die Brutalität in ihren Büchern je nach Zielgruppe dosiert. Den brutalen Schneider aus Reckless hätte sie in Drachenreiter, das sich an ein jüngeres Publikum richtet, nicht vorkommen lassen.
Guillermo del Toros Buch
Guillermo del Toro
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:56:44 „Ich habe ja auch Guillermo de Torres Buch auf Englisch geschrieben und auch Drachenreiter, sagte, there it is, your voice in English. She can do it.“
Cornelia Funke erwähnt beiläufig, dass sie Guillermo del Toros Buch auf Englisch geschrieben hat — vermutlich die Romanadaption von Pan's Labyrinth. Sie nutzt dies als Kontext, um zu erklären, dass ihr Verleger ihre englische Stimme bereits kannte.
Studien über den autoritären Charakter
Theodor W. Adorno
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:59:32 „Adorno und die Erziehung zum autoritären Charakter. Ich habe es jetzt nochmal gelesen, weil wegen dir. Darüber hast du gearbeitet.“
Jochen Wegner spricht Cornelia Funkes Diplomarbeit an, die sich mit Adornos Werk über den autoritären Charakter befasste. Funke erzählt, dass sie verstehen wollte, wie Menschen zu Faschisten gemacht werden, und sich deshalb intensiv mit der Frankfurter Schule beschäftigte.
Herr der Diebe
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 01:15:54 „Ich hätte nie den Herr der Diebe geschrieben. Ohne diese Kinder. Ich hätte nie die wilden Hühner geschrieben. Ohne diese Kinder.“
Cornelia Funke erklärt, wie ihre Arbeit als Sozialarbeiterin auf einem Bauspielplatz sie mit Kindern aus schwierigen Verhältnissen zusammenbrachte. Diese Begegnungen mit Armut und prekären Familiensituationen waren die direkte Inspiration für den Herr der Diebe.
Die Wilden Hühner
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 01:15:54 „Ich hätte nie den Herr der Diebe geschrieben. Ohne diese Kinder. Ich hätte nie die wilden Hühner geschrieben. Ohne diese Kinder.“
Zusammen mit dem Herr der Diebe nennt Funke die wilden Hühner als Werk, das ohne ihre Erfahrungen mit Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen auf dem Bauspielplatz nicht hätte entstehen können.
Tintentod
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 01:17:15 „Ich habe hier ein Mädchen, die liest nur Tententod. Kannst du deren signiertes Buch schicken?“
Cornelia Funke erzählt von einem Lehrer aus Sandy Hook, der über ihre Website Kontakt aufnahm. Ein Mädchen, das das Massaker überlebt hatte, las immer wieder Tintentod — das Buch wurde für das Kind offenbar zu einem Zufluchtsort nach dem traumatischen Erlebnis.
Gespensterjäger
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 01:22:58 „Wenn ich heute höre von Lehrern, oh, ich habe gerade Gespensterjäger in der Klasse gelesen. Weißt du was, die Jungs, die das nicht cool finden, Bücher zu lesen, die stehlen mir das immer vom Pult und lesen das heimlich hinter einem Busch auf dem Schulhof.“
Cornelia Funke erzählt stolz von Lehrern, die berichten, dass gerade lesefaule Jungs von Gespensterjäger begeistert sind. Das Buch wird als Beispiel dafür genannt, dass Funke bewusst auch für Kinder schreibt, die normalerweise kein Buch anfassen würden.
Die große Drachensuche
Cornelia Funke
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:27:26 „Die große Drachensuche oder Ben und Lisa fliegen auf das Dach der Welt?“
Jochen Wegner fragt nach dem genauen ersten Buch von Cornelia Funke und nennt zwei mögliche Titel. Die große Drachensuche war Funkes erstes selbst geschriebenes Buch, entstanden aus Frustration als Illustratorin, die endlich Drachen zeichnen wollte und dafür ihre eigene Geschichte schrieb.
Ben und Lisa fliegen auf das Dach der Welt
Cornelia Funke
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:27:26 „Die große Drachensuche oder Ben und Lisa fliegen auf das Dach der Welt?“
Jochen Wegner nennt diesen Titel als mögliches erstes Werk von Cornelia Funke neben der Großen Drachensuche, um zeitlich einzuordnen, wann Funke ihre Illustrationskarriere begonnen hat.
Die unendliche Geschichte
Michael Ende
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:27:57 „Also Michael Ende, der die unendliche Geschichte geschrieben hatte. Ja, der in der ganzen Welt eine Legende wurde, aber in Deutschland belächelt.“
Cornelia Funke und Christoph Amend sprechen über die Geringschätzung fantastischen Erzählens in Deutschland. Michael Ende und sein Hauptwerk Die unendliche Geschichte dienen als Beispiel dafür, wie ein weltweit gefeierter Autor in der deutschen Literaturkritik, insbesondere von Marcel Reich-Ranicki, regelmäßig gedemütigt wurde.
Die Farbe der Rache
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 01:32:40 „Auch bei den großen Lesungen, die ich für die Farbe der Rache in Deutschland gemacht habe, dass mir da so eine unglaubliche Sehnsucht entgegenschlug, einfach mal auf dem Kaffee zusammenzusitzen.“
Cornelia Funke erwähnt ihre Lesereise für Die Farbe der Rache in Deutschland, bei der sie die große Sehnsucht ihrer Leser nach persönlichem Kontakt gespürt hat. Diese Erfahrung war ein Auslöser für die Idee, ein zweites Anwesen als Begegnungsort für Leser und Künstler zu schaffen.
Germany: Memories of a Nation
Neil McGregor
🗣 Cornelia Funke empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:56:30 „Ich finde immer noch das genialste Buch über Deutschland ist Memories of a Nation von Neil McGregor. Mir hat nie jemand Deutschland so erklärt.“
Cornelia Funke empfiehlt das Buch als das beste über Deutschland. McGregor habe ihr Dinge erklärt, die sie als Deutsche nie so klar formuliert gesehen hatte – etwa warum sich ein Norddeutscher in Stockholm mehr zu Hause fühlt als in München, bedingt durch die historischen Handelsbeziehungen der verschiedenen Königreiche.
The German Genius
Peter Watson
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 01:57:12 „Die andere Sache kommt auch von einem Engländer, von Peter Watson, der das Buch »The German Genius« geschrieben hat. Wo er sagt, ich muss euch jetzt mal erklären, warum nur Deutsche einen anderen Kulturbegriff haben als der Rest Europas.“
Funke zitiert Watsons These, dass der deutsche Sonderbegriff von Hochkultur aus der Kleinstaaterei entstanden sei: Intellektuelle konnten bei Zensurdruck ins nächste Fürstentum fliehen, was einen Widerspruch zwischen Kultur und Politik erzeugte, den es in zentralistischen Staaten wie Frankreich oder England nicht gab. Funke findet diese Erklärung 'fantastisch' und 'erleuchtend'.
Dantons Tod
Georg Büchner
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:03:07 „Also damit nicht jemand eine Mail schreibt, der Büchner hat auch politische Pamphlete geschrieben. Und dann ist er gestorben und war halb so alt wie ich. Ja und er hat Dampftonstod geschrieben. Sehr früh.“
Jochen Wegner erwähnt Dantons Tod im Kontext der Würdigung Büchners als Autor, der trotz seines frühen Todes politische Pamphlete und bedeutende Theaterstücke geschrieben hat. Die Transkription gibt den Titel als 'Dampftonstod' wieder, gemeint ist 'Dantons Tod'.
Deutschland. Ein Wintermärchen
Heinrich Heine
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:03:51 „Und als ich zur deutschen Grenze kam, verspürte ich ein seltsames Klopfen in der Brust. Sie sang das alte Entsagungslied, das Eierpopeia vom Himmel. Womit man einlullt, wenn es kreint, das Volk den dummen Lümmel.“
Cornelia Funke trägt mehrere Strophen aus Heines 'Deutschland. Ein Wintermärchen' auswendig vor, nachdem Heinrich Heine als weiterer 'großer Held' der deutschen Sprachkunst neben Büchner genannt wird. Christoph Amend kommentiert beeindruckt: 'Heinrich Heine, gelesen und auswendig vorgetragen von Cornelia Funke.'
Winterreise
Franz Schubert
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:04:34 „Als ich am Festival von Edinburgh war und ein englischer Tenor, eigentlich soll das ja ein Bariton singen, aber ein englischer Tenor die Winterreise sang von Schubert. Und ich saß da und verstand jedes Wort von diesem wahnwitzigen Liebesschmerz und dachte, ist das schick, Deutsch zu können.“
Funke erzählt von einem Erlebnis beim Edinburgh Festival, wo ein englischer Tenor Schuberts Winterreise aufführte. Während die Engländer im Publikum die Übersetzung in kleinen Büchlein mitlasen, verstand sie als Deutsche jedes Wort und empfand dabei großen Stolz auf ihre Sprache.
La Legge di Lidia Poët
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:09:23 „Die italienische Cornelia hat gerade als Lieblingsserien zwei italienische Fernsehserien auf Netflix, nämlich La Legge di Lydia Poet, was ich denke ist überhaupt die beste Fernsehserie, die je gemacht wurde und La Storia della Mia Familia.“
Funke beschreibt ihre verschiedenen kulturellen Identitäten und kommt auf die 'italienische Cornelia' zu sprechen. Diese schwärmt von der Netflix-Serie 'La Legge di Lidia Poët', die sie für die beste Fernsehserie überhaupt hält – ein Ausdruck ihrer neu entdeckten Begeisterung für die italienische Kultur.
La storia della mia famiglia
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:09:23 „Die italienische Cornelia hat gerade als Lieblingsserien zwei italienische Fernsehserien auf Netflix, nämlich La Legge di Lydia Poet, was ich denke ist überhaupt die beste Fernsehserie, die je gemacht wurde und La Storia della Mia Familia.“
Neben 'La Legge di Lidia Poët' nennt Funke diese italienische Netflix-Serie als eine ihrer aktuellen Lieblingsserien. Beide Serien stehen für ihre Begeisterung für die italienische Kultur, in die sie nach ihrem Wegzug aus den USA eingetaucht ist.
This Land Is Your Land
Woody Guthrie
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:10:50 „Es gibt einen amerikanischen Filter, der allen Ernstes Woody Guthrie's Song, This Land is My Land, immer noch als Hymne der arbeitenden Bevölkerung feiern kann, ohne zu sagen, no, this land is not your land. Dieser Gedanke kommt nicht.“
Cornelia Funke kritisiert die amerikanische Kultur für ihre blinden Flecken bezüglich der eigenen kolonialen Geschichte. Woody Guthries Song dient ihr als Beispiel dafür, wie Amerika seinen Kolonialismus nicht reflektiert – der Song werde als Arbeiterhymne gefeiert, ohne die indigene Perspektive mitzudenken.
The Seeds of Life
🗣 Cornelia Funke empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:28:05 „Ich lese gerade ein Buch von einem Wissenschaftler, der auf einer kleinen Insel, den San Juan Islands, oben an der Westküste von Amerika lebt, die ich auch gut kenne. Und dort über Samen schreibt. Seeds. Verschiedene Arten von Saat.“
Funke erzählt von ihrer morgendlichen Leseroutine und dem Sachbuch, das sie gerade liest – ein Wissenschaftler auf den San Juan Islands schreibt darüber, wie Pflanzen Tiere und Menschen manipulieren, um ihre Samen zu verbreiten. Sie nutzt das Beispiel, um ihre Liebe zum Reisen durch Bücher zu illustrieren.
Tintenherz (spanische Ausgabe)
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:29:23 „Ich habe durch meine Agenten in Guillermo drei spanische Bücher von Tentner zu kommen lassen. Aber da war es schon verfilmt. Also nicht, um ihn irgendwie anzubaggern, dass er das verfilmt. Sondern für seine Kinder.“
Funke erzählt, wie sie den Erstkontakt zu Guillermo del Toro herstellte: Sie schickte ihm drei spanische Ausgaben ihrer Tintenwelt-Bücher als Geschenk für seine Kinder, als Dankeschön für Pan's Labyrinth. Daraus entwickelte sich ihre kreative Zusammenarbeit.
Trollhunters
Guillermo del Toro
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:31:57 „Cornelia, I have two questions. One, would you write a blurb for Trollhunters? Also schreibt sie so eine kleine. Ich sage gerne, natürlich, jederzeit.“
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Guillermo del Toro wurde Funke gebeten, einen Klappentext für Trollhunters zu schreiben. Diese Anfrage kam im selben Telefonat wie die Bitte, Pan's Labyrinth in ein Buch zu verwandeln.
Criterion Collection: Pan's Labyrinth
Guillermo del Toro
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:33:39 „Und dann hat er mich gebeten, mit ihm ein Video zu drehen für die Criterion Collection. Das ist meiner Meinung nach die beste Filmsammlung der Welt. Als Extra für Pence Labyrinth.“
Funke wurde von del Toro eingeladen, ein Interview über Märchen für die Criterion-Collection-Ausgabe von Pan's Labyrinth zu drehen. Sie beschreibt die Criterion Collection als die beste Filmsammlung der Welt.
Hellboy
Guillermo del Toro
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:37:55 „Weil ich glaube, dass das eine seiner typischen Helden ist. Ein ganz sanfter Mann, der überhaupt nicht gewalttätig ist, im Gegensatz jetzt zu Hellboy oder anderen Helden.“
Funke kontrastiert den stillen, gewaltlosen Doktor aus Pan's Labyrinth mit del Toros Hellboy, um zu zeigen, dass del Toro verschiedene Arten von Heldentum darstellen kann. Der Doktor verkörpert für sie den stillen Widerstand.
Kagemusha
Akira Kurosawa
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:42:17 „Ich bin ein großer Fan von Kurosawa. Und Kagemusha endet nicht gut. Und ich würde nie sagen, das sollte es. Und ich liebe den Film sehr.“
Im Gespräch über gute und schlechte Enden in Geschichten nennt Funke Kurosawas Kagemusha als Beispiel für einen Film, der nicht gut endet und es auch nicht muss. Sie nutzt ihn als Gegenbeispiel zur westlichen Erwartung des Happy Ends.
Pinocchio
Guillermo del Toro
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:42:41 „Und ich fand zum Beispiel sein Pinocchio einfach nur großartig als Interpretation einer so alten, tuscanischen Geschichte.“
Funke lobt del Toros Pinocchio-Verfilmung als großartige Neuinterpretation einer alten toskanischen Geschichte, im Kontext einer Diskussion darüber, wie del Toro Horror- und Fantasy-Elemente sinnvoll einsetzt.
Pinocchio (Original)
Carlo Collodi
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:42:41 „Und ich fand zum Beispiel sein Pinocchio einfach nur großartig als Interpretation einer so alten, tuscanischen Geschichte.“
Cornelia Funke lobt Guillermo del Toros Pinocchio-Film und verweist dabei explizit auf die ursprüngliche toskanische Erzählung von Carlo Collodi als eigenständiges Werk, das del Toro neu interpretiert hat.
Hellraiser
Clive Barker
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:42:57 „Aber ich könnte nicht Clive Barkers Hellraiser angucken.“
Funke grenzt ihre Toleranz für dunkle Geschichten ab: Filme wie del Toros Devil's Backbone kann sie sehen, aber reinen Horror wie Clive Barkers Hellraiser nicht. Sie nutzt den Film als Beispiel für Horror, der ihr zu weit geht.
The Lord of the Rings (Filmtrilogie)
Peter Jackson
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:43:58 „Ich glaube, dass er den dritten Teil in den Sand gesetzt hat und ich glaube, dass er Schlachten viel zu gerne dreht. Peter Jackson war so erfolgreich mit dem Ersten, dass er den Zweiten und Dritten nur durfte machen, was er wollte. Besessen von Schlachten.“
Funke äußert sich differenziert zur Herr-der-Ringe-Trilogie: Der erste Film sei der beste gewesen, weil das Studio noch mitreden konnte. Teil 2 und 3 seien durch Jacksons Schlachten-Besessenheit und die Dominanz von Gollum aus dem Ruder gelaufen. Ein New-Line-Produzent bestätigte ihr diese Einschätzung.
The Return of the King
Peter Jackson
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:45:20 „Viggo Mortensen hat so schön über The Return of the King gesagt, yes, it's called The Return of the King, but the king never returns.“
Funke zitiert Viggo Mortensens Kritik am dritten Herr-der-Ringe-Film, dass der König im Film nie wirklich zurückkehrt. Sie nutzt das Zitat, um ihre These zu untermauern, dass der Film durch die Dominanz von Schlachten und Gollum seine eigentlichen Motive vernachlässigt.
Hände weg von Mississippi
Detlef Buck
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:46:12 „Detlef Buck hat die beste gemacht mit Hände weg von Mississippi. Absolut beste Verfilmung.“
Auf die Frage nach Verfilmungen ihrer Bücher nennt Funke Detlef Bucks 'Hände weg von Mississippi' als die mit Abstand beste deutsche Verfilmung. Buck habe genau verstanden, worum es ihr in der Geschichte ging, und dieselbe Zärtlichkeit mit den Figuren gehabt.
Essay über Lieblingsschriftsteller
Robert Louis Stevenson
🗣 Cornelia Funke zitiert daraus bei ⏱ 02:46:47 „Es gibt dieses wunderbare Essay von Robert Louis Stevenson, wo er sagt, na wollen wir doch mal ehrlich sein. Man liest uns nicht für unsere Plots. Die vergessen die meisten schon nach zwei Tagen. Man liest uns für die Augen, die wir ihnen geben. Die Art, wie wir die Welt sehen.“
Funke zitiert ein Essay von Robert Louis Stevenson über das Wesen des Lesens: Menschen wählen ihre Lieblingsautoren nicht nach Plots, sondern nach deren Weltsicht. Sie nutzt dieses Zitat, um zu erklären, warum die Werte eines Filmemachers bei einer Buchverfilmung entscheidend sind.
Ice Age
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:49:15 „Ich habe erst zu spät erfahren, dass die als Anweisung gegeben hatten, dass das sowas wie Ice Age werden sollte.“
Funke erwähnt Ice Age als das falsche Vorbild, das Konstantin Film für die Drachenreiter-Verfilmung gewählt hatte. Die Tonalität von Ice Age habe nicht zur Geschichte gepasst.
The Lion King
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:49:23 „Während man jetzt sagen könnte, eigentlich geht Drachenreiter eher Richtung Lion King. Das heißt von Anfang an König der Löwen.“
Funke nennt König der Löwen als den Film, in dessen Richtung Drachenreiter eigentlich hätte gehen sollen – statt des von Konstantin gewählten Ice-Age-Ansatzes.
Der Herr der Ringe
J.R.R. Tolkien
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:51:47 „Du hast wirklich den kompletten Herr der Ringe mal vorgelesen, oder? Ja, mehrmals. Dazu möchte ich eine Erfahrung teilen. Ich bin mal mit meinen damals kleinen Kindern an den Gardasee gefahren und wir haben dann den Herr der Ringe als Hörbuch angefangen zu spielen, während wir losfuhren. Und als wir ankamen, war das immer noch beim Vor-Vor-Vorwort, bevor überhaupt die Geschichte losgeht.“
Wegner erzählt von seinem gescheiterten Versuch, das Herr-der-Ringe-Hörbuch auf einer langen Autofahrt mit seinen Kindern zu hören. Nach acht bis zehn Stunden Fahrt war die Erzählung noch nicht einmal bei der eigentlichen Geschichte angekommen. Er kritisiert die Qualität der Hörbuchfassung als 'fürchterlich'.
Das Silmarillion
J.R.R. Tolkien
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 02:51:58 „Aber das klingt eher nach einem Silmarillen.“
Als Wegner beschreibt, wie das Herr-der-Ringe-Hörbuch nach Stunden immer noch bei den Vorgeschichten und Völkerbeschreibungen war, wirft Funke ein, dass sich das eher nach dem Silmarillion anhöre – Tolkiens noch ausführlicherem mythologischem Werk.
Der Hobbit
J. R. R. Tolkien
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:52:12 „Also wenn man wirklich das große Werk liest, nicht den Hobbit, das ist ja schon sehr episch.“
Wegner grenzt den Hobbit als zugänglicheres, kürzeres Werk vom umfangreicheren Herr der Ringe ab, um die epische Länge des Hauptwerks zu betonen.
2001: A Space Odyssey
Stanley Kubrick
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:53:54 „Und ich hatte noch nie sowas wie den Naderin gelesen. Das gab es damals nur bei 2001 und irgendwie das war ganz obskur.“
Hier wird nicht der Film gemeint, sondern der Versandhandel '2001' – ein Buchversand, der günstige Restauflagen verkaufte und wo Funke als junge Leserin Fantasy-Literatur fand, die damals als verpönt galt. Die Sprecher erklären gemeinsam, was '2001' war.
There is a Voice Inside of You
Shel Silverstein
🗣 Cornelia Funke zitiert daraus bei ⏱ 03:00:11 „Es gibt so ein schönes Gedicht von Charles Silverstein. There is a voice inside of you that whispers every day. Das ist genau das. Die wir wollen ja oft nicht hören.“
Funke zitiert ein Gedicht von Shel Silverstein (im Transkript als 'Charles Silverstein' transkribiert) über die innere Stimme, die täglich flüstert. Sie nutzt es, um ihre These zu illustrieren, dass Menschen oft nicht auf ihre eigene innere Stimme hören und manchmal Fremde brauchen, die ihnen eine Wahrheit aussprechen.
Harry Potter (Filme)
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:03:05 „Nämlich meinem britischen Freund Lionel Wickram, der unter anderem die Harry Potter Filme produziert hat. Und die Sherlock Holmes Filme mit Robert Downey.“
Funke erwähnt die Harry-Potter-Filme, um die Qualifikation ihres Freundes und Reckless-Mitentwicklers Lionel Wigram zu erklären. Wigram war Produzent der Harry-Potter-Filme und ehemaliger Vizepräsident von Warner Brothers.
Sherlock Holmes (Filme)
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:03:05 „Nämlich meinem britischen Freund Lionel Wickram, der unter anderem die Harry Potter Filme produziert hat. Und die Sherlock Holmes Filme mit Robert Downey.“
Funke erwähnt die Sherlock-Holmes-Filme mit Robert Downey Jr. als weiteres Beispiel für Lionel Wigrams Filmproduktionen, um seine Erfahrung als filmischer Erzähler zu unterstreichen.
The Last Emperor
Bernardo Bertolucci
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:04:32 „Nicola Pecorini, der Kameramann von The Last Emperor und Bertolucci und Terry Gilliam, der inzwischen nur noch Olivenfarmer und Lavendelfarmer ist.“
Funke erwähnt den Film 'The Last Emperor' beiläufig, als sie den Kameramann Nicola Pecorini vorstellt, der jetzt ihr Nachbar in Italien ist. Es geht um den europäischen Freundeskreis, in dem sie Lionel Wigram kennenlernte.
Der Nussknacker
E.T.A. Hoffmann
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 03:05:21 „Gut, mit dem habe ich also irgendwann, wo fragte der mich bei einem Mittagessen, ob ich Lust hätte, mit ihm ein Drehbuch zum Nutcracker, zum Nussknacker von E.T. Hoffmann zu entwickeln. Und aus dieser ersten Fassung ist später Reckless entstanden. Hat also im Grunde E.T. Hoffmann ursprünglich.“
Funke erzählt, dass Lionel Wigram sie bat, ein Drehbuch zum Nussknacker von E.T.A. Hoffmann zu entwickeln. Dieses Drehbuch-Projekt wurde zwar von Warner Brothers abgelehnt, aber aus der Zusammenarbeit und der entwickelten Welt entstand später ihr Roman Reckless.
James Taylor (Noten/Musik)
James Taylor
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 03:13:10 „Hier in deiner Bibliothek steht ja ein Notenständer mit Noten von James Taylor. Das stimmt. Das ist noch von meinem Mann. Der hat Gitarre ab und zu gespielt und dieses, das habe ich von ihm noch, da hatte er immer von James Taylor die Noten.“
Cornelia Funke zeigt auf einen Notenständer in ihrer Bibliothek, auf dem Noten von James Taylor stehen – ein Andenken an ihren verstorbenen Mann Rolf, der Gitarre spielte.
Die drei Musketiere
Alexandre Dumas
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 03:31:22 „Die drei Muskettiere mit den großen Helden.“
Im Gespräch über französische Literatur und Funkes Affinität zu Frankreich werden Dumas' Drei Musketiere als weiteres Beispiel für die große französische Erzähltradition erwähnt.
Bel-Ami
Guy de Maupassant
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 03:31:43 „Also ich habe seine Kurzgeschichte, Bon Ami, habe ich mit meinem Mann als Hörer. Bellami haben wir gehört immer, als Lesung im Radio, das weiß ich noch.“
Funke erzählt von ihrer Liebe zur französischen Literatur, insbesondere zu Maupassant. Sie und ihr verstorbener Mann haben Bel-Ami als Radiolesung gemeinsam gehört – eine persönliche Erinnerung, die ihre Verbindung zur französischen Kultur zeigt.
Drachenreiter – Die Flucht der Aurelia
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 03:40:31 „Das heißt, das habe ich dann so in Drachenreiter der Flucht der Aurelia ausgelebt. Da bin ich dann plötzlich unter Wasser gewesen.“
Funke erzählt von ihrer Angst vor tiefem Wasser und wie sie diese Angst literarisch verarbeitet hat, indem sie in diesem Drachenreiter-Band Unterwasserwelten erschuf.
Ein Buch, das in der Kathedrale von Salisbury spielt
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:42:55 „Ich habe dann im Kontrastprogramm in Salisbury in der Kathedrale, wo ich ja ein Buch geschrieben habe, das dort spielt und die Kathedrale das zelebriert, stand der Bischof mal mit mir da in der Kathedrale.“
Funke erzählt eine Anekdote über den Kontrast zwischen dem Kölner Dom, der sie wegen ihres Heidentums zensierte, und der Kathedrale von Salisbury, wo sie ein Buch geschrieben hat, das dort spielt, und der Bischof sie herzlich empfing.
Die Entdeckung der Langsamkeit
Sten Nadolny
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 03:44:55 „Das letzte Buch, was ich damals auf Deutsch liebte, war Sven Adolny's Entdeckung der Langsamkeit.“
Funke erklärt, warum sie englischen Journalisten lange keine deutschen Erzähler empfehlen konnte – das fantastische Erzählen hatte in Deutschland keine Tradition. Nadolnys Roman war das letzte deutschsprachige Buch, das sie damals wirklich liebte, und das liegt schon rund 40 Jahre zurück.
Memento
Christopher Nolan
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:47:05 „So, wie in Memento. Wenn wir es jetzt nochmal eben unsere Gedanken wiederfinden. Auch ein grandioser Film übrigens. Wir machen heute so eine kleine Filmografie.“
Als Cornelia Funke rät, sich Ideen notfalls auf die Haut zu schreiben, zieht Christoph Amend den Vergleich zu Christopher Nolans Film Memento, in dem der Protagonist sich Notizen auf den Körper tätowiert, und lobt den Film als grandios.
Rotkäppchen
Brüder Grimm
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:59:08 „Schneewittchen oder Rotkäppchen? Schneewittchen. Das ist mir irgendwie Märchen in Erinnerung. Rotkäppchen, aber nur in der alten Version.“
Im A-oder-B-Spiel wird Cornelia Funke nach Schneewittchen oder Rotkäppchen gefragt und betont, dass sie Rotkäppchen nur in der alten, unzensierten Version schätzt.
Daktari
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:59:22 „Daktari oder Raumschiff Enterprise? Raumschiff Enterprise, obwohl ich Daktari sehr mochte.“
Im Schnellratespiel wird Cornelia Funke zwischen den Kindheitsserien Daktari und Raumschiff Enterprise wählen gelassen. Sie wählt Enterprise, betont aber ihre Zuneigung zu Daktari.
Die Schatzinsel
Robert Louis Stevenson
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 04:01:42 „Schatzinsel oder Dschungelbuch? Schatzinsel.“
Im Schnellratespiel wählt Cornelia Funke die Schatzinsel gegenüber dem Dschungelbuch. Die Wahl spiegelt ihr Faible für Abenteuergeschichten wider.
Das Dschungelbuch
Rudyard Kipling
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:01:42 „Schatzinsel oder Dschungelbuch? Schatzinsel.“
Im Schnellratespiel wird das Dschungelbuch als Alternative zur Schatzinsel angeboten. Cornelia Funke entscheidet sich gegen das Dschungelbuch.
Die Chroniken von Narnia
C. S. Lewis
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:01:47 „Narnia oder Herr der Ringe? Herr der Ringe.“
Im Schnellratespiel wird Narnia als Alternative zu Herr der Ringe angeboten. Cornelia Funke entscheidet sich gegen Narnia und für Tolkiens Werk.
Braiding Sweetgrass
Robin Wall Kimmerer
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:01:50 „Braiding Sweetgrass oder Sandtalk? Sandtalk.“
Im Schnellratespiel stellt Jochen Wegner die Wahl zwischen zwei Büchern über indigenes Wissen: 'Braiding Sweetgrass' von Robin Wall Kimmerer und 'Sandtalk' von Tyson Yunkaporta. Cornelia Funke entscheidet sich für Sandtalk.
Schnelles Denken, langsames Denken
Daniel Kahneman
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 04:04:34 „Völlig harmlos. Es ist nur Hirnforschung. Es basiert auf Daniel Kahnemann. Haben wir ja auch hinterher zuerst so erklärt.“
Christoph Amend erklärt das A-oder-B-Schnellratespiel des Podcasts und verweist darauf, dass es auf den Erkenntnissen von Daniel Kahneman basiert – gemeint ist dessen Forschung zu schnellem vs. langsamem Denken, die im Buch 'Schnelles Denken, langsames Denken' populär wurde.
Sandinista!
The Clash
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:11:29 „Aber Sandinista ist auch so ein bisschen aus deiner jungen Jugendzeit, oder?“
Als Cornelia Funke erzählt, dass ihr Weinhändler Massimo Scali sie 'Seuna Sandinista' nennt, weil sie abenteuerliche Weine mag, spielt Christoph Amend auf das Album 'Sandinista!' von The Clash an und fragt, ob das aus ihrer Jugendzeit stammt. Die Assoziation liegt nahe, bleibt aber implizit.
Hinter verzauberten Fenstern
Cornelia Funke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 04:13:15 „Ich habe die angefangen, weil ich gerade mit meiner Tochter an der englischen Fassung von Hinterverzauberten Fenstern arbeite. Das ist eine Weihnachtsgeschichte von mir, die in Deutschland ein ziemlicher Klassiker ist. Das heißt, ganz viele Familien lesen das jedes Jahr ihren Kindern vor.“
Cornelia Funke erzählt, dass sie gemeinsam mit ihrer Tochter Anna an einer englischen Neubearbeitung ihres Weihnachtsklassikers arbeitet. Das Buch geht in Deutschland bereits in die 60. Auflage. Mutter und Tochter haben beschlossen, die englische Version stark zu verändern – neue Figuren, neue Hintergrundgeschichten – weil die deutsche Originalfassung als Legende gilt und nicht verändert werden kann.
Die neun Namen Gottes
Arthur C. Clarke
🗣 Cornelia Funke empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:24:13 „Die geht über ein tibetisches Kloster, soweit ich weiß, mich erinnere, lange her. Ein tibetisches Kloster, in dem jemand einen Computer aufstellt, der alle möglichen Kombinationen der Buchstaben durchgeht, um den Namen Gottes zu finden. Denn der Glaube im Tibetischen, soweit ich mich erinnere, ist der, dass in dem Moment, wo jemand den Namen Gottes sagt, die Welt sich ins Nichts auflöst, weil die Illusion verschwindet.“
Im Gespräch über die Macht von Namen und ihre Bedeutung für das Geschichtenerzählen erinnert Cornelia Funke an Arthur C. Clarkes berühmte Kurzgeschichte über ein tibetisches Kloster, in dem ein Computer alle Buchstabenkombinationen durchgeht, um den Namen Gottes zu finden – am Ende löst sich die Welt auf.
2001: Odyssee im Weltraum
Arthur C. Clarke
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 04:24:28 „Also fängt dieser Computer an, die Buchstaben zu kombinieren. Und soweit ich mich erinnere, es ist eine Kurzgeschichte, endet es damit, dass einer der Mönche aus dem Kloster geht, um es zu verlassen. Und hinter ihm löst sich die Welt auf. Das fand ich immer so ein, ja Clark, 2001 Odyssee im Weltraum, hat er ja auch geschrieben.“
Cornelia Funke ordnet Arthur C. Clarke ein, indem sie auf sein bekanntestes Werk verweist. Sie erwähnt 2001 beiläufig als Referenzpunkt, um Clarke als Autor zu identifizieren, nachdem sie ausführlich seine Kurzgeschichte über den Namen Gottes nacherzählt hat.
Momo
Michael Ende
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 04:39:50 „Aber zum Beispiel bei Momo fand ich das noch, dass es eins war, obwohl es da ja auch schon sehr dominant ist. Aber da fand ich es sehr, dass die Geschichte eigentlich die Ideen auf ideale Weise verkörperte.“
Im Gegensatz zur Unendlichen Geschichte lobt Cornelia Funke Momo als gelungeneres Werk, bei dem Endes philosophische Ideen und die Geschichte noch eine harmonische Einheit bildeten – die Ideen wurden durch die Erzählung ideal verkörpert, statt sie zu dominieren.
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer
Michael Ende · 1960
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:39:54 „wobei ich immer noch den Knopf liebe, trotz all der furchtbaren Dinge, die auch darin sind.“
Beiläufig erwähnt Cornelia Funke ihre Liebe zu Jim Knopf, trotz der problematischen Elemente darin. Die Erwähnung fällt im Kontext ihrer Diskussion über Michael Endes Gesamtwerk und die Balance zwischen Philosophie und Geschichte.
Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein
Arkadi und Boris Strugazki
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:42:54 „Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein. Und doch ist es so.“
Jochen Wegner zitiert den Titel des Strugazki-Romans als augenzwinkernde Anspielung auf Cornelia Funkes Situation – ihre Verehrung durch Fans und die Schwierigkeit, damit umzugehen. Funke reagiert begeistert und nennt es ihr Lieblingsbuch der Strugazkis.
A Tale of Two Cities
Charles Dickens
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 04:55:25 „Ich glaube ja sehr an Leute, die gute Anfänge schreiben. Also einer der größten Meister wahrscheinlich für Alze ist Dickens. Der kann das auf so unglaubliche Weise. It was the best of the world.“
Im Gespräch darüber, wie man erkennt, ob ein Roman gut ist, nennt Cornelia Funke Charles Dickens als Meister der Romananfänge. Sie zitiert den berühmten Eröffnungssatz von 'A Tale of Two Cities' ('It was the best of times') als Beispiel für einen packenden Einstieg.
Butch Cassidy and the Sundance Kid
William Goldman
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 04:56:15 „Es gibt doch dieses wunderbare Buch, The Princess Bride von William Goldman, der auch Butch Cassidy in The Sundance Kid geschrieben hat.“
Cornelia Funke erwähnt das Drehbuch zu 'Butch Cassidy and the Sundance Kid' beiläufig, um William Goldman als Autor einzuordnen, bevor sie über sein Buch 'The Princess Bride' spricht.
The Princess Bride
William Goldman
🗣 Cornelia Funke empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:56:31 „Es gibt doch dieses wunderbare Buch, The Princess Bride von William Goldman, der auch Butch Cassidy in The Sundance Kid geschrieben hat. Für mich eins meiner zwei Lieblingsbücher. Der sagt, das Buch The Princess Bride ist eigentlich nur ein Zusammenschreiben der Favourite Parts von seinem Lieblingsbuch, was ein SS-Morgenstern geschrieben hat und er hat die langweiligen Teile weggelassen.“
Im Gespräch über Romanstruktur und wie man langweilige Passagen handhabt, nennt Cornelia Funke 'The Princess Bride' als eines ihrer zwei Lieblingsbücher. Sie bewundert das narrative Konzept: Goldman gibt vor, nur die spannenden Teile eines fiktiven Originalwerks zusammenzufassen und die langweiligen Stellen wegzulassen.
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Thomas Mann
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 04:57:15 „Daniel Kehlmann war auch schon zu Gast in diesem Podcast und der hat doch von dem Vergnügen erzählt, wie er die Verfilmung von Felix Krull endlich seinem Lieblingsautor Thomas Mann mal so richtig kürzen konnte. Also da, wo Felix Krull wirklich langweilig ist und der unwichtige Teil da hinten, den habe ich einfach dann weggenommen.“
Christoph Amend greift das Thema des Kürzens auf und erinnert an einen früheren Podcast-Gast Daniel Kehlmann, der bei der Verfilmung von Thomas Manns 'Felix Krull' die Freiheit genoss, langweilige Passagen des Romans wegzulassen.
Löwenzahn
Peter Lustig
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:14:10 „Also man denkt natürlich an Löwenzahn.“
Jochen Wegner erwähnt die TV-Serie Löwenzahn als assoziatives Klischee-Bild für den Bauspielplatz bzw. die Bauwagensiedlung, in der Cornelia Funke als Sozialarbeiterin tätig war. Eine beiläufige kulturelle Referenz.
After the Gold Rush
Neil Young
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:16:09 „Topanga ist der Canyon, wo früher die ganzen Orgien stattfanden, die Hollywood-Schauspieler und dann die Hippies. Ja, Janis Joplin, die ganzen, die haben alle. Neil Young hat da eins seiner berühmtesten Alben geschrieben.“
Funke beschreibt Topanga Canyon als legendären Ort der Gegenkultur und erwähnt, dass Neil Young dort eines seiner berühmtesten Alben geschrieben hat. Der konkrete Albumtitel wird nicht genannt, aber es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um 'After the Gold Rush', das 1970 in Topanga Canyon entstand.
Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch
Francis Fukuyama
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:39:42 „Damals erschienen Bücher, die sagten, das Ende der Geschichte ist erreicht, die Demokratie, die liberale Demokratie setzt sich durch, der Ostblock ist zusammengebrochen. Das war eine ganz seltsame Stimmung von jetzt ist doch alles erreicht.“
Im Gespräch über den weltweiten Rechtsruck und die Frage, warum Menschen Faschisten werden, verweist Wegner auf die optimistische Stimmung der 1990er-Jahre. Er beschreibt die damalige Überzeugung, dass sich liberale Demokratie global durchsetzen werde, und kontrastiert sie mit der heutigen Ernüchterung – die Versprechen von Wohlstand für alle hätten sich als Illusion erwiesen.
Star Trek
Gene Roddenberry
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 05:43:08 „Wir müssen Menschheit neu erfinden. Wie das in Star Trek dann angeblich gefeiert wird. Hurra! Die Menschheit hat das alles überwunden. Das gibt es alles nicht mehr. Wir sind jetzt alle friedlich und wir unterhalten uns sogar mit Klingonen.“
Funke nutzt Star Trek als Beispiel für eine utopische Vision, in der die Menschheit Kolonialismus, soziale Ungerechtigkeit und Konflikte überwunden hat. Sie stellt die rhetorische Frage, wie man von der heutigen Realität – mit wachsender Ungleichheit und Rechtsruck – zu einer solchen friedlichen Zukunft gelangen könnte.
Anekdote über das Bahnabteil
Hans Magnus Enzensberger
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 05:44:02 „Statt dass die Linke sagt, wie Magnus Enzenberger das mal so wunderbar in seiner Anekdote über das Bahnabteil beschrieben hat, wir sind alle Rassisten. Wir sind alle fremdenfeindlich. Wir sind alle voller Angst vor dem, was wir nicht kennen.“
Cornelia Funke spricht über die politische Debatte um Migration und Fremdenfeindlichkeit. Sie zitiert Enzensbergers Text als Beispiel dafür, wie die Linke ehrlicher mit dem Thema Rassismus umgehen könnte – indem man anerkennt, dass Fremdenangst universell ist, statt das Thema der Rechten zu überlassen.
The White Lotus
Mike White
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 05:53:30 „Schaust du The White Lotus? Nee, das konnte ich nicht. Das war mir zu kalifornisch. Das konnte ich nicht aushalten.“
Im Kontext des Gesprächs über Kalifornien und privilegierte Lebensstile fragt Christoph Amend, ob Funke die Serie schaut. Funke verneint – die Serie sei ihr zu nah an ihrem eigenen kalifornischen Erleben gewesen, sie kenne jeden Satz. Ihre Mitarbeiterinnen hätten die Serie aber bei ihr im Zimmer geschaut.
Des Kaisers Nachtigall
Hans Christian Andersen
🗣 Cornelia Funke empfiehlt aktiv bei ⏱ 06:05:14 „Und weißt du, was mir eingefallen ist? Das Märchen von Andersson über die Nachtigall. Kennt ihr das mit der künstlichen Nachtigall, die dem Kaiser geschenkt wird? Das ist, finde ich, eines der schönsten Märchen von Andersson.“
Cornelia Funke erzählt, wie sie zum ersten Mal eine Nachtigall in der Toskana singen hörte, und ihr sofort Andersens Märchen einfiel. Sie erzählt die Handlung ausführlich nach – der Kaiser, der eine mechanische Nachtigall bauen lässt, die ihn aber nicht vor dem Tod retten kann. Für Funke ist es eines der schönsten Märchen überhaupt.
Sand Talk: How Indigenous Thinking Can Save the World
Tyson Yunkaporta
🗣 Cornelia Funke empfiehlt aktiv bei ⏱ 06:08:26 „Ich würde Sandtalk da rein machen, von Junker Porter.“
Auf Jochen Wegners Frage nach fünf Büchern, die möglichst viele Menschen lesen sollten, nennt Cornelia Funke Sand Talk als erstes. Der Autor heißt Tyson Yunkaporta (im Transkript als 'Junker Porter' wiedergegeben). Das Buch passt zu Funkes Interesse an indigenem Wissen und alternativen Weltanschauungen.
Underland
Robert Macfarlane
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 06:08:33 „Ich finde auch, und da kommen wir auch zum Glücklichsein und auch gleichzeitig zur Anregung, es sollte eins von Robert McFarlane dabei sein, vielleicht Underland, über all das, was so unter der Erde passiert und von Menschen gemacht wird. Und gleichzeitig ist er meiner Meinung nach im Moment einer der größten Naturschriftsteller.“
Als zweite Empfehlung in ihrer Fünfer-Liste nennt Funke Robert Macfarlanes Underland. Sie bewundert Macfarlane als einen der größten lebenden Naturschriftsteller und empfiehlt das Buch sowohl als Quelle des Glücks als auch der intellektuellen Anregung.
The Forest Unseen
David George Haskell
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 06:08:55 „Immer noch ganz fantastisch und aufregend fand ich David Haskells The Forest Unseen, der unsichtbare Welt, wo er sich einfach jeden Tag auf den Bauch gelegt hat und ein kleines Stück in einem nahen Wald angeguckt hat und anhand dessen eigentlich die ganze Welt entschlüsselt. Von all dem, was er da so findet, fand ich ganz aufregend. Ist auch wirklich ein Freudebuch.“
Als drittes Buch ihrer Empfehlungsliste wählt Funke Haskells The Forest Unseen. Sie beschreibt begeistert die Methode des Autors – sich täglich auf ein kleines Waldstück zu konzentrieren und daraus die ganze Welt zu entschlüsseln. Sie bezeichnet es als 'Freudebuch'.
Regenesis
George Monbiot
🗣 Cornelia Funke referenziert bei ⏱ 06:09:57 „Ein Buch, was dem ich nicht in allem zustimme und was mich auch sehr geärgert hat, weil er das als Journalist natürlich tut, ist von George Monbiot und heißt Regenesis. Um unsere Landwirtschaft. Und ich finde da einiges fragwürdig dran, aber trotzdem habe ich noch selten einen so klaren und unbestechlichen Blick auf die Situation der modernen Landwirtschaft gesehen.“
Als fünftes und letztes Buch empfiehlt Funke Monbiots Regenesis – obwohl sie ihm nicht in allem zustimmt und ihn als zu polemisch und dogmatisch empfindet. Dennoch lobt sie den klaren, unbestechlichen Blick auf die moderne Landwirtschaft. Die ambivalente Empfehlung macht die Nennung besonders ehrlich.
What You Can't Live Without
🗣 Cornelia Funke erwähnt beiläufig bei ⏱ 06:12:47 „Ich habe vor kurzem einen interessanten englischen Podcast gemacht, der heißt What You Can't Live Without. Und die wollten, dass du ein Ding benennst, ohne dass du nicht leben kannst.“
Funke erwähnt einen englischen Podcast, bei dem sie zu Gast war und ein Ding nennen musste, ohne das sie nicht leben kann. Ihre Antwort war ein japanischer Tintenstift zum Zeichnen und Schreiben. Die Erwähnung zeigt ihre Medienpräsenz auch im englischsprachigen Raum.
Tsundoku-Artikel
Ulrich Stock
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 06:14:33 „Ich habe gerade in der Zeit beim Kollegen Ulrich Stock gelesen, in Japan gibt es ja für einen Begriff, ich versuche es aus dem Gedächtnis zu zitieren, Zundoku. Heißt eben so viel wie, man kauft Bücher, die man nicht liest.“
Im Gespräch über ungelesene Bücher erwähnt Christoph Amend einen Artikel von Ulrich Stock in der ZEIT, der das japanische Konzept 'Tsundoku' beschreibt – das Phänomen, Bücher zu kaufen, die man nie liest. Cornelia Funke und Amend tauschen sich darüber aus, dass ihnen das selbst passiert.
Buried in Books
🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 06:14:50 „Es gibt da ein englisches Buch darüber, das heißt Buried in Books. Obwohl sie sagt, den größten Schreck kriegt sie immer, wenn sie eins gekauft hat, was sie schon hat.“
Im Anschluss an den Tsundoku-Artikel nennt die Sprecherin ein englisches Buch namens 'Buried in Books', das sich ebenfalls mit dem Phänomen des übermäßigen Bücherkaufens beschäftigt. Sie teilt die darin beschriebene Erfahrung, versehentlich Bücher doppelt zu kaufen.
Aishas Pinsel
Cornelia Funke
🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 06:16:45 „Das Buch über Kunstanschriften heißt Aisha's Pinsel und das geht um Krieg und Kunst und das illustriert gerade die Pauline Pott-Peté und ich glaube, das wird ganz schön.“
Cornelia Funke erzählt von einem Bilderbuch, an dem sie gerade arbeitet: 'Aishas Pinsel' behandelt das Thema Krieg und Kunst und wird von Pauline Pott-Peté illustriert. Es entsteht in Zusammenarbeit mit dem Verlag Kunst und Stifter, inspiriert auch durch ukrainische Bücher, die Oksana ihr geschenkt hat.