Olaf Scholz, welche Fehler haben Sie gemacht
Christoph Amend, Jochen Wegner & Olaf Scholz
Olaf Scholz kommt am 30. Januar 2025 ins Studio — dem Tag, an dem erstmals in der Nachkriegsgeschichte ein Gesetz mit Stimmen der AfD zustande kam. Sichtlich bedrückt schildert er, wie Friedrich Merz sein öffentliches Versprechen gebrochen habe, genau das zu verhindern. Zwischen Akten lesen um 23 Uhr und dem Wahlkampf spricht Scholz über Volksparteien, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und warum er trotz allem kein Kulturpessimist ist.
„Es ist ja nicht immer schön, an einem historischen Moment teilzunehmen, vor allem, wenn er der Falsche ist.“
Erwähnte Medien (26)
Rede über Arbeit
Volker Gerhardt
🗣 Olaf Scholz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:12:33 „Und dann habe ich einen Freund von mir, den Philosophen Volker Gerdt, gebeten, eine Rede über Arbeit zu halten. Was er gemacht hat, ohne über mich zu sprechen. Und das ist eine tolle Rede gewesen, die sehr beeindruckend ist, weil das Thema Arbeit mich sehr umtreibt.“
Scholz erzählt von seinem 50. Geburtstag in der Altona-Fabrik, bei dem er ausdrücklich keine Reden auf sich selbst wollte. Stattdessen bat er den Philosophen Volker Gerhardt, eine Rede über das Thema Arbeit zu halten. Scholz bezeichnet den Text als unverändert lesenswert.
The Audacity of Hope
Barack Obama
🗣 Olaf Scholz referenziert bei ⏱ 00:18:43 „Ich erinnere mich noch sehr gut, dass ich in der einen Biografie von Obama oder einem der Bücher, die er geschrieben hat, die Audacity of Hope, was es ihnen gekostet hat, sich um einen Senatssitz im Staate Illinois zu bewerben. Ich glaube, das waren 4 Millionen Dollar allein für die innerparteiliche Vorwahlkampagne.“
Scholz spricht über den Einfluss von Geld in der US-Politik und vergleicht die Wahlkampfkosten in den USA mit Deutschland. Er erinnert sich an Obamas Schilderung der enormen Kosten für eine Senatskandidatur in Illinois, um zu illustrieren, wie anders das politische System in den USA funktioniert.
Obama-Biografie
Barack Obama
🗣 Olaf Scholz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:18:43 „Ich erinnere mich noch sehr gut, dass ich in der einen Biografie von Obama oder einem der Bücher, die er geschrieben hat, die Audacity of Hope, was es ihnen gekostet hat, sich um einen Senatssitz im Staate Illinois zu bewerben.“
Scholz erwähnt neben 'The Audacity of Hope' auch eine Biografie Obamas, ist sich aber nicht sicher, in welchem der beiden Bücher er die Passage über die Wahlkampfkosten gelesen hat. Die ungenaue Zuordnung deutet darauf hin, dass er mehrere Obama-Bücher gelesen hat.
Doku über Olaf Scholz bei Egon Krenz
Bayerischer Rundfunk
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:20:07 „Ich habe in einer Doku des Bayerischen Rundfunks Filmaufnahmen davon gefunden. Das ist großartig. Erstens, wie Sie da aussehen. Also wirklich, als wären sie so ein Grateful-Dead-Gitarrist oder sowas.“
Wegner erwähnt eine Dokumentation des Bayerischen Rundfunks, in der historische Filmaufnahmen von Olaf Scholz bei einem Treffen mit Egon Krenz in der DDR zu sehen sind. Er beschreibt amüsiert das damalige Erscheinungsbild von Scholz mit langen Haaren.
Zeitenwende-Rede
Olaf Scholz
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:35:25 „Oder auch die Zeitenwende-Rede und manche andere, die ich gehalten habe. Das wäre die zweite, die natürlich sich... Ich weiß, wo ich war, als sie diese Rede gehalten haben. Das passiert mir nicht so oft, wenn ich mal von mir sprechen darf.“
Jochen Wegner beschreibt die Wirkung von Scholz' Zeitenwende-Rede vom 27. Februar 2022 als einen jener seltenen Momente, bei denen man sich erinnert, wo man war, als man sie hörte. Scholz selbst nennt sie als Beispiel für eine großartige vorbereitete Rede, die er erfolgreich vortragen konnte.
Buch über Flucht und Migration
Olaf Scholz
🗣 Olaf Scholz referenziert bei ⏱ 00:37:12 „Flucht und Migration sind Themen, die uns immer wieder neu begegnen. Das wird auch nicht aufhören. Das ist eine Aufgabe, mit der man sich auseinandersetzen muss. Ich habe sogar ein Buch darüber geschrieben. Aber das ist auch entstanden aus einer Rede, die ich gehalten habe im Hamburger Thalia-Theater im Ergebnis.“
Scholz erwähnt, dass er ein Buch zum Thema Flucht und Migration verfasst hat, das aus seiner vielbeachteten Rede im Hamburger Thalia-Theater hervorgegangen sei. Den genauen Titel nennt er nicht. Es handelt sich vermutlich um eine Ausarbeitung seiner Position zur Asyl- und Zuwanderungspolitik, die er seit seiner Juso-Zeit konsistent vertritt.
Spiegel-Titelgeschichte zur Abschiebepolitik
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:43:30 „Sie haben doch im Spiegel vor, ich sage es aus dem Gedächtnis, vor anderthalb Jahren eine Titelgeschichte gehabt und Sie haben, ich sage es auch aus dem Gedächtnis, sinngemäß gesagt, wir werden massenhaft abschieben.“
Christoph Amend erinnert an ein Spiegel-Titelinterview mit Scholz, das etwa anderthalb Jahre zurückliegt. Darin kündigte Scholz verschärfte Abschiebungen an – eine Formulierung, die vom Spiegel zugespitzt auf dem Cover landete. Scholz wendet ein, er habe sich 'etwas klüger ausgedrückt', erkennt aber an, dass die Botschaft ankam und er das Angekündigte auch umgesetzt habe.
Ruck-Rede
Roman Herzog
🗣 Olaf Scholz referenziert bei ⏱ 00:44:21 „Aber dass es im Prinzip kein Allgemeinwissen ist, dass sich die schärfsten Regulierung im Bereich Bekämpfung irregulärer Migration in Deutschland durchgesetzt hat, die letzten 20 Jahre lang. Und zwar nicht wie bei Herrn Herzog, der eine Rede gehalten hat, von der man genau ein Wort kennt, es muss ein Ruck durch Deutschland gehen.“
Scholz beklagt, dass über Inhalte politischer Reden kaum berichtet werde. Er verweist auf Roman Herzogs berühmte Berliner Rede von 1997, von der die Öffentlichkeit nur den einen Satz 'Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen' behalten habe – als Beispiel dafür, wie politische Kommunikation auf Schlagworte reduziert wird.
Wir amüsieren uns zu Tode
Neil Postman
🗣 Olaf Scholz referenziert bei ⏱ 00:46:43 „Und es gibt ja, ich glaube, von Neil Postman so ein Buch, »Wir amüsieren uns zu Tode«, mit dem konnte ich nie was anfangen, weil unser Eins hat um das Jahr 1900 nicht lateinische Verse deklamiert und Hausmusik gemacht.“
Scholz grenzt sich von Kulturpessimismus ab. Er nutzt Postmans berühmte Medienkritik als Gegenbeispiel: Er teile nicht die Haltung, dass früher alles besser gewesen sei. Im Gegenteil – die Gesellschaft sei heute gebildeter und differenzierter als je zuvor, auch wenn die Fragmentierung der Öffentlichkeit neue Herausforderungen schaffe.
Why We're Polarized
Ezra Klein
🗣 Olaf Scholz referenziert bei ⏱ 01:53:07 „Ich habe mir ein Buch angeschaut und auch gelesen. Ezra Klein, glaube ich, We Are Polarized in den USA. Hervorragendes Buch. Ein hervorragendes Buch. Toller Kollege von den New York Times. Und ein betrübliches Buch.“
Im Gespräch über die Erosion der Volksparteien und die Gefahr gesellschaftlicher Polarisierung erwähnt Scholz Ezra Kleins Buch als warnendes Beispiel. Das Buch beschreibe, wie man in den USA irgendwann am Anzug erkennen könne, wen jemand wählt – eine Entwicklung, die Scholz für Deutschland unbedingt verhindern will. Christoph Amend lobt das Buch ebenfalls ausdrücklich.
Stellungnahme zur Abstimmung mit AfD-Stimmen
Angela Merkel
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:55:04 „Heute in ihrem Beitrag auf ihrer Webseite. Die Frau, die immer schweigt, hat jetzt einen Kommentar geschrieben dazu. Auf ihrer Webseite.“
Im Kontext der Debatte um Friedrich Merz' Entscheidung, Mehrheiten mithilfe der AfD im Bundestag zu suchen, verweist Wegner darauf, dass die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel – die sich sonst öffentlich kaum äußert – eigens einen Beitrag auf ihrer persönlichen Webseite veröffentlicht hat, in dem sie Merz' frühere Aussage wiederholt, keine AfD-Mehrheiten zuzulassen.
Schnelles Denken, langsames Denken
Daniel Kahneman
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:06:56 „Also haben Sie Kahnemann gelesen, schnelles und langsames Denken? Sie lesen ja so viel. Nee, das nicht. Wir wollen das schnelle Denken im Gehirn ansprechen, nicht den langsamen Modus, wo wir ausführlich darüber nachdenken, warum wir das jetzt machen.“
Jochen Wegner fragt Olaf Scholz im Rahmen des Schnellfragespiels, ob er Kahnemans Bestseller gelesen habe. Scholz verneint. Wegner nutzt die Referenz, um das Spielprinzip zu erklären: Es soll das intuitive, schnelle Denken (System 1) angesprochen werden, nicht das reflektierte Abwägen.
Wacht auf, Verdammte dieser Erde
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:10:11 „Wacht auf, verdammte dieser Erde, oder wann wir schreiten, seit an seit? Wann wir schreiten Seite an Seite.“
Im Schnellfragespiel stellt Jochen Wegner die Wahl zwischen zwei klassischen Arbeiterliedern: der Internationalen und dem SPD-nahen Lied 'Wann wir schreiten Seit' an Seit''. Scholz wählt das letztere – eine politisch aufschlussreiche Entscheidung, die seine sozialdemokratische Identität unterstreicht.
Wann wir schreiten Seit' an Seit'
🗣 Olaf Scholz erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:10:11 „Wacht auf, verdammte dieser Erde, oder wann wir schreiten, seit an seit? Wann wir schreiten Seite an Seite.“
Scholz entscheidet sich im Schnellfragespiel für das traditionelle sozialdemokratische Arbeiterlied 'Wann wir schreiten Seit' an Seit'' gegenüber der Internationalen. Die Wahl spiegelt seine pragmatisch-reformistische Haltung innerhalb der SPD wider.
Winnetou
Karl May
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:12:31 „Winnetou oder Old Shatterhand? Winnetou. Winnetou oder kein Winnetou? Winnetou. Karl May oder Mark Twain? Mark Twain.“
Im Schnellfragespiel werden Karl Mays Winnetou-Figuren als Begriffspaar angeboten. Scholz wählt Winnetou gegenüber Old Shatterhand und bekennt sich auch zu 'Winnetou' generell. Bei der Wahl Karl May oder Mark Twain entscheidet er sich allerdings für Twain.
Tom Sawyer
Mark Twain
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:12:39 „Karl May oder Mark Twain? Mark Twain. Tom Sawyer oder Huckleberry Finn? Huckleberry Finn.“
Im Schnellfragespiel wird Tom Sawyer als Alternative zu Huckleberry Finn angeboten. Scholz, der sich zuvor für Mark Twain gegenüber Karl May entschieden hat, wählt Huckleberry Finn – das gesellschaftskritischere der beiden Werke.
Huckleberry Finn
Mark Twain
🗣 Olaf Scholz erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:12:39 „Karl May oder Mark Twain? Mark Twain. Tom Sawyer oder Huckleberry Finn? Huckleberry Finn.“
Scholz wählt im Schnellfragespiel Huckleberry Finn gegenüber Tom Sawyer. Die Präferenz für Twain gegenüber Karl May und für Huck Finn gegenüber Tom Sawyer lässt auf literarischen Geschmack schließen, der gesellschaftskritische Werke bevorzugt.
Ditsche
Olli Dittrich
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:27:11 „Ich erinnere mich auch, Dietzsche, also Olli Dietrich, der damals diese fantastische, ganz lange diese fantastische Imbiss-Comedy-Serie hatte. Ditsche hat sie eingeladen in die Sendung. Sie kommen dann in den Imbiss rein und Ditsche schimpft dann noch so ein bisschen über den Olaf Scholz. Und dann kommen sie aber rein und Ditsche schmilzt dahin.“
Christoph Amend erinnert an Scholz' Auftritt in der Hamburger Comedy-Serie 'Ditsche' von Olli Dittrich, um zu illustrieren, wie beliebt Scholz als Hamburger Bürgermeister war. In der Szene schimpft Ditsche zunächst über Scholz, schmilzt dann aber dahin, als dieser den Imbiss betritt – ein Sinnbild für Scholz' damalige Popularität.
Interview mit Anne Broer-Hilka in der Augsburger Allgemeinen
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:32:02 „Ich habe jetzt in der Augsburger Allgemeinen, die ich manchmal für den Newsletter, den ich schreibe, lese, ein Interview gelesen mit der ehemaligen Chefermittlerin bei COMEX, Anne Broer-Hilka. Und die sagt, die Gedächtnis, ich zitiere jetzt mal, das Kanzlersein verheerend.“
Christoph Amend zitiert ein Interview der Augsburger Allgemeinen mit der ehemaligen Cum-Ex-Chefermittlerin Anne Broer-Hilka, um Scholz mit deren Kritik an seinen Erinnerungslücken zu konfrontieren. Broer-Hilka nennt seine Gedächtnisstrategie 'verheerend' und einen 'juristischen Winkelzug'.
Freiheit. Erinnerungen 1954–2021
Angela Merkel
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:38:26 „Haben Sie das Buch gelesen, die Autobiografie? Ich habe sie freundlicherweise zugeschickt bekommen. Ja, davon gehe ich doch aus. Sie kommen ja vor. Und ich habe mir vorgenommen, sie zu lesen.“
Im Gespräch über das Verhältnis zu Angela Merkel fragt Wegner, ob Scholz deren Autobiografie gelesen hat. Scholz gibt zu, das Buch zwar geschenkt bekommen, aber noch nicht gelesen zu haben. Amend hakt nach, ob Scholz wenigstens im Index nachgeschaut habe, ob er vorkommt.
Erinnerungen
Wolfgang Schäuble
🗣 Olaf Scholz erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:39:09 „Welches war das, wo Sie da reingeschaut haben, was Sie gelesen haben? Sag ich nicht. Gutes Buch, Schäuble? Da habe ich reingeguckt. Das will ich gerne dazu sagen. Das habe ich ja auch. Und da habe ich auch geguckt. Aber das ist ein Buch, das ich auch mir vorgenommen habe zu lesen, aber nicht in nächster Zeit.“
Im Kontext des Gesprächs über Politiker-Autobiografien erwähnt Scholz, dass er bei Schäubles Buch im Index nachgeschaut hat, ob er vorkommt. Er hat es sich vorgenommen zu lesen, aber nicht in nächster Zeit.
Hillbilly Elegy
J.D. Vance
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:39:44 „Eins habe ich mir gemerkt, weil ich es so interessant fand, Hillbilly Elegy. Das Buch von J.D. Vance, berühmt, verfilmt, eine wahnsinnig tolle Geschichte, die zu 80 Prozent so passiert sein dürfte. Wie blicken Sie heute, und Sie hat das auch sehr berührt, dafür gibt es Quellen, die das sagen, Sie hat das Buch auch sehr berührt, also die Lebensgeschichte eines Menschen aus, der muss man wirklich sagen, darf man das sagen, Unterschicht der USA, unter den Ärmsten der Armen aufgewachsen.“
Wegner spricht Scholz auf dessen Leseliste an und hebt Hillbilly Elegy hervor. Scholz empfiehlt das Buch ausdrücklich und sagt, er sei als Sozialdemokrat genau wegen Menschen wie dem jungen Vance in die Politik gegangen – weil Lebensumstände niemandem das Leben verbauen dürften. Er kritisiert zudem, dass ein deutscher Verlag das Buch aus politischen Gründen nicht mehr auflegen wolle.
The Rise of the Meritocracy
Michael Young
🗣 Olaf Scholz referenziert bei ⏱ 02:42:12 „Und er zitiert ein Buch, das ihn auf und in Wahrheit, das ist die große Wiedergabe, dieses Buches, was er da schreibt, das mich einmal sehr fasziniert hat. Meritocracy, eine Satire, 1958 in meinem Geburtsjahr geschrieben. England verändert sich zu einer meritokratischen Gesellschaft. Stück für Stück wird das auf die Spitze getrieben. Und es endet mit einem Aufstand im Jahre 2035.“
Scholz erzählt, dass Sandels Buch im Kern auf Michael Youngs satirischen Roman von 1958 zurückgeht. Die fiktive Geschichte beschreibt, wie England zur Meritokratie wird und dies 2035 in einem Aufstand endet. Scholz zeigt sich fasziniert von der prophetischen Qualität des Buches und leitet daraus seine politische Überzeugung ab, dass gleichwertiger Respekt vor unterschiedlichen Lebenswegen die zentrale gesellschaftliche Herausforderung sei.
The Tyranny of Merit
Michael Sandel
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:45:09 „Weil Sie gerade, da schließt sich ein Klemmerchen, mit Michael Sandel schon angefangen haben. Wenn ich mich recht entsinne, beschreibt er ja auch ein Problem der Sozialdemokratie. Also The Tyranny of Merit heißt, glaube ich, das Buch, das Sie meint.“
Wegner verknüpft Scholz' Überlegungen zu Meritokratie mit Michael Sandels Buch. Sandel beschreibt darin, wie der sozialdemokratische Aufstieg durch Bildung paradoxerweise die eigene Wählerbasis entfremdet. Scholz greift das auf und erklärt, sein Respekt-Wahlkampf sei seine persönliche Antwort auf genau dieses Problem gewesen.
Webseiten-Beitrag nach der Bundestags-Abstimmung
Angela Merkel
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:06:39 „Waren Sie eigentlich überrascht, als Sie da heute gehört haben, Angela Merkel hat auf ihrer Webseite einen Beitrag geschrieben nach dieser, man kann ja wohl sagen, historischen Abstimmung im Bundestag gestern?“
Christoph Amend spricht eine schriftliche Stellungnahme Angela Merkels an, die sie nach einer als historisch bezeichneten Bundestags-Abstimmung auf ihrer persönlichen Webseite veröffentlicht hat. Scholz kommentiert, der Beitrag sei authentisch und entspreche Merkels Weltsicht, wie er sie aus persönlichen Gesprächen kenne.
Buch des StepStone-Managers über Produktivität
🗣 Olaf Scholz referenziert bei ⏱ 03:21:05 „Ich habe mir auch ein tolles Buch durchgelesen von dem Manager von StepStone, also eine Arbeitsvermittlung, was mich sehr interessiert hat, an einem privaten Netz basiert. Die Produktivität ist in zwei Bereichen in Europa und auch in Deutschland schlechter als in den USA.“
Im Gespräch über die sinkende Produktivität in Deutschland erwähnt Scholz ein Buch des StepStone-Managers, das ihn in seiner Analyse bestärkt hat. Er nutzt die Erkenntnisse daraus, um zu argumentieren, dass das Produktivitätsproblem vor allem in Verwaltung und Dienstleistungen liegt – nicht in der Industrie. Der Autor ist vermutlich Sebastian Dettmers, langjähriger CEO von StepStone.