Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, was ist der Wert der Freiheit
Christoph Amend, Jochen Wegner & Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erzählt, wie sie innerhalb von 48 Stunden vom Hinterbänkler-Dasein zur Bundesjustizministerin aufstieg, warum sie 1996 wegen des Großen Lauschangriffs aus Überzeugung zurücktrat — und wie das Bundesverfassungsgericht sie acht Jahre später in vollem Umfang bestätigte. Zwischendurch schildert sie, wie sie die junge Angela Merkel nach einer demütigenden Kabinettssitzung durch Helmut Kohl auf der Toilette tröstete, und spricht über ihre Arbeit als Antisemitismusbeauftragte in Nordrhein-Westfalen.
„Die private Wohnung, nicht die Gewerberäume, sollte eine letzte Zuflucht sein, wo Menschen dann Tür zu machen und der Staat bleibt draußen.“
Erwähnte Medien (27)
Über die Demokratie in Amerika
Alexis de Tocqueville · 1835
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 00:09:35 „Und Sie haben mal Tocqueville. Ich glaube, so war es wie der Begründer der Politikwissenschaften kann man sagen und alles mögliche. Ein Volk, das von seiner Regierung nichts fordert als das Wahren der Ordnung, ist in seinem Innersten bereits Sklave.“
Jochen Wegner zitiert Tocqueville im Rahmen der Vorstellung von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, um ihre politische Haltung zu Freiheit und Bürgerrechten einzuordnen. Das Zitat stammt aus Tocquevilles Hauptwerk und beschreibt die Gefahr eines Volkes, das nur Ordnung statt Freiheit fordert. Wegner sagt, er habe über diesen Satz in den letzten Tagen länger nachgedacht.
De la démocratie en Amérique (Über die Demokratie in Amerika)
Alexis de Tocqueville
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 00:10:10 „Und Sie haben mal Tocqueville, ich glaube sowas wie der Begründer der Politikwissenschaften... Ein Volk, das von seiner Regierung nichts fordert als das Wahren der Ordnung, ist in seinem Innersten bereits Sklave.“
Jochen Wegner zitiert ein Tocqueville-Zitat, das Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in einer wichtigen Rede verwendet hat, um den Stellenwert von Freiheit zu unterstreichen
Enzensberger-Gedicht
Hans Magnus Enzensberger
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:15:21 „Also ich weiß noch, ich hatte Glück, in Deutsch, da war es ein Enzensberger-Gedicht, das mussten wir da in der Arbeit. Das wusste ich noch. Und das hat mir echt Freude gemacht. Da habe ich hinterher gedacht, jetzt lachst du komplett daneben. Das war aber wirklich mein Highlight.“
Leutheusser-Schnarrenberger erinnert sich an ihr Abitur 1970 in Minden. Im Fach Deutsch musste sie ein Gedicht von Hans Magnus Enzensberger interpretieren, was ihr besonders gut gelang und ihr in positiver Erinnerung geblieben ist. Der konkrete Titel des Gedichts wird nicht genannt.
Freiburger Thesen
FDP
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 00:27:10 „Und wenn man mal liest, so manche reden von ihm auf dem Parteitag auch zu den Freiburger Thesen, was er auf dem Parteitag für Reden gehalten hat, das waren eigentlich Vorlesungen grundlegender Art zu schwerwiegenden juristischen, gesellschaftspolitischen, rechtsstaatlichen Themen.“
Im Kontext ihrer Beschreibung von Werner Maihofer erwähnt Leutheusser-Schnarrenberger die Freiburger Thesen – das 1971 verabschiedete sozialliberale Grundsatzprogramm der FDP. Maihofers Reden auf dem Parteitag zu den Freiburger Thesen beschreibt sie als professorale Vorlesungen zu grundlegenden rechtsstaatlichen Fragen.
Artikel in der FAZ (Angela Merkels Abrechnung mit Kohl)
Angela Merkel
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:22:31 „Und das hat sie wirklich bravourös gemacht. Und dann so etwas, wirklich für sie ein wichtiges Vorhaben und dann mit diesem Begleitumstellen. Also ich denke, dass sie das auf keinen Fall vergessen hat. Ich will nicht sagen, dass das jetzt mit ein Grund war, dass sie nachher den Brief geschrieben hat und Artikel in der FAZ und so. Aber das hat, glaube ich, schon auch etwas mit ihr gemacht.“
Leutheusser-Schnarrenberger spricht über Angela Merkels Erfahrungen mit Helmut Kohl im Kabinett und die demütigenden Situationen, die Merkel dort erlebte. Sie stellt eine Verbindung her zwischen diesen Erlebnissen und Merkels späterem berühmten Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in dem sie sich von Kohl lossagte. Die Erwähnung bleibt vorsichtig – sie will nicht behaupten, dass es ein direkter Grund war, sieht aber einen Zusammenhang.
Artikel in der FAZ zur CDU-Spendenaffäre
Angela Merkel
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 01:22:44 „Ich will nicht sagen, dass das jetzt mit ein Grund war, dass sie nachher den Brief geschrieben hat und Artikel in der FAZ und so.“
Sabine verweist auf Angela Merkels berühmten FAZ-Artikel von 1999, in dem sie sich von Helmut Kohl distanzierte, und spekuliert über Merkels Erfahrungen mit Kohl als möglichen Hintergrund
Donald Duck (deutsche Übersetzung)
Erika Fuchs
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:30:48 „Übrigens zum ersten Mal in Donald Duck aufgetaucht, habe ich jetzt in der Vorbereitung. Das Wort Lauschangriff. Eine Erfindung von Erika Fuchs. Ist von Erika Fuchs irgendwann mal benutzt worden.“
Während der Diskussion über den sogenannten Großen Lauschangriff erwähnt Wegner als kurioses Detail aus seiner Vorbereitung, dass das Wort 'Lauschangriff' ursprünglich von Erika Fuchs geprägt wurde – der legendären Übersetzerin der deutschen Donald-Duck-Comics. Ein überraschendes sprachgeschichtliches Fundstück, das zeigt, wie ein Begriff aus einem Comic in die politische Debatte wanderte.
Gegengutachten zum Registermodernisierungsgesetz
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 02:31:04 „Das ist das Registermodernisierungsgesetz, das ja dann verabschiedet worden ist. Da haben wir in der Laumann Stiftung ein Gegengutachten gemacht, wie man das anders machen kann, um nicht mit dieser einen Registernummer da zu arbeiten, was natürlich aufwendiger ist. Das ist aber dann nicht Praxis geworden.“
Leutheusser-Schnarrenberger erläutert im Zusammenhang mit dem Volkszählungsurteil und der Zusammenführung personenbezogener Daten, dass ihre Stiftung ein Gegengutachten zum Registermodernisierungsgesetz erstellt hat. Darin wurde ein alternativer Ansatz vorgeschlagen, der ohne eine einzige Registernummer auskommt – der Vorschlag wurde jedoch nicht umgesetzt.
Porträt über Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Heinrich Wehfing
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:39:36 „Ich muss es einmal erwähnen, ich habe heute mit Heinrich Wehfing telefoniert. Jemand, der sie auch mal länger begleitet hat und sie porträtiert hat. Und wir holen uns ja immer mal Rat bei Menschen, die sich viel besser auskennen als wir.“
Jochen Wegner erwähnt, dass er sich zur Vorbereitung auf das Gespräch mit dem ZEIT-Politikchef Heinrich Wehfing ausgetauscht hat, der Leutheusser-Schnarrenberger einmal länger journalistisch begleitet und porträtiert hat. Es wird kein konkreter Titel genannt, weshalb unklar bleibt, ob es sich um ein Magazin-Porträt oder eine längere Reportage handelt.
Winnetou
Karl May
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:55:13 „Winnetou oder kein Winnetou? Winnetou.“
Im A-oder-B-Spiel fragt Jochen Wegner 'Winnetou oder kein Winnetou?' – eine Anspielung auf die Winnetou-Figur von Karl May und die damals aktuelle Debatte um dessen kulturelle Angemessenheit. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger entscheidet sich klar für Winnetou.
Star Wars
George Lucas
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:56:46 „Luke oder Han? Keine Ahnung. Weiter.“
Im Schnellfragerunde-Spiel 'A oder B' stellt Jochen Wegner die Frage 'Luke oder Han?' – eine Anspielung auf die Star-Wars-Figuren Luke Skywalker und Han Solo. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kennt die Referenz nicht und nutzt einen ihrer 'Weiter'-Joker.
Geheimplan gegen Deutschland
Correctiv
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 03:24:10 „Und das wird jetzt durch ein komisches Treffen da in Potsdam, was Korrektiv aufgedeckt hat, was eigentlich von Inhalten her kein überrassen kann, denn Herr Höcke hat schon vor Jahren von Remigration gesprochen, sein Think Tank und so, die reden davon, der hat das in Beiträgen gebraucht.“
Leutheusser-Schnarrenberger spricht über die rechtsextremistischen Tendenzen der AfD und verweist auf die Correctiv-Recherche zum konspirativen Treffen in Potsdam mit Martin Sellner. Sie betont, dass die Inhalte – insbesondere Remigrationspläne – nicht neu seien, aber das Treffen eine neue öffentliche Aufmerksamkeit und die großen Demonstrationen gegen Rechtsextremismus ausgelöst habe.
Buch über Bedrohung kommunaler Mandatsträger
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 03:34:54 „So einen Extrakt habe ich dann mal zusammengefasst, auch in einem Buch. Und das ist erschreckend, wenn man sieht, dass über 70 Prozent von Bürgermeistern und Landräten betroffen sind und von Frauen 90 Prozent.“
Sabine erwähnt ihr eigenes Buch über Hass und Hetze gegen kommunale Mandatsträger und die Bedrohungslage in der Kommunalpolitik
Buch über Hass und Hetze gegen Kommunalpolitiker
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 03:35:45 „Ich habe mich da intensiv mit beschäftigt, habe da auch mit vielen gesprochen. Da habe ich dann so einen Extrakt zusammengefasst, auch in einem Buch. Und das ist erschreckend, wenn man sieht, dass über 70 Prozent von Bürgermeistern und Landräten betroffen sind und von Frauen 90 Prozent.“
Leutheusser-Schnarrenberger spricht über die massive Bedrohungslage für Kommunalpolitiker durch Hass und Hetze. Sie hat ihre Recherchen und Gespräche mit Betroffenen in einem Buch zusammengefasst. Der genaue Titel wird nicht genannt, aber die Zahlen – über 70 Prozent betroffene Bürgermeister und 90 Prozent betroffene Frauen – unterstreichen die Dringlichkeit des Themas.
Zehn Geschwister (Buch über Landwirtschaft)
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:06:19 „Aber jetzt habe ich von Herrn Frieders Buch, der Münsteraner, das war ja auch häufig mal besprochen, aus der Landwirtschaft. Zehn Geschwister und einer vom alltäglichen Leben in der Landwirtschaft.“
Sabine erzählt von einem Buch eines Münsteraner Autors (im Transkript als 'Frieders' transkribiert) über das Aufwachsen mit zehn Geschwistern in der Landwirtschaft, das sie geschenkt bekommen hat
Alltag im Ausnahmezustand
Richard C. Schneider
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:07:11 „Im Moment lese ich von Richard Schneider über Israel. Er hat ja zu den fünf entscheidenden Themen, Komplexen, hat er mit seiner persönlichen Erfahrung sehr, sehr gut erklärt und beschrieben.“
Jochen Wegner fragt Leutheusser-Schnarrenberger nach ihrem Tagesablauf und ihren Lesegewohnheiten am Abend. Sie nennt das Buch von Richard C. Schneider über Israel als aktuelle Lektüre und lobt, wie er die fünf zentralen Themen-Komplexe aus persönlicher Erfahrung erklärt.
Judenhass
Michel Friedman
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 04:07:24 „Ich werde jetzt demnächst mit Sicherheit Judenhass von Michael Friedmann lesen, was jetzt ja gerade überall besprochen wird.“
Im Rahmen ihrer Leseempfehlungen kündigt Leutheusser-Schnarrenberger an, als nächstes Michel Friedmans Buch 'Judenhass' lesen zu wollen, das gerade breit diskutiert werde. Es steht im Kontext ihres Interesses an der Antisemitismus-Thematik, zu der sie auch beruflich als Antisemitismusbeauftragte arbeitet.
Zehn Geschwister
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:07:47 „Aber jetzt habe ich von Herrn Frieders Buch, der Münsteraner. Das war ja auch häufig mal besprochen. Aus der Landwirtschaft. Zehn Geschwister und einer vom alltäglichen Leben in der Landwirtschaft. Das habe ich geschenkt bekommen, als ich in Münster war, weil der Münsteraner ist.“
Leutheusser-Schnarrenberger erzählt von einem Buch eines Münsteraner Autors über das Aufwachsen mit zehn Geschwistern in der Landwirtschaft, das sie geschenkt bekommen hat. Sie ist neugierig darauf, weil sie sehr Unterschiedliches darüber gelesen habe.
Datensklaven
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 04:08:00 „Ich spreche Bücher von dem Herrn Kasper, der hatte zu den Datensklaven ein Buch geschrieben. Das habe ich besprochen in einer Zeitschrift. Das habe ich dann auch richtig gelesen. Nicht irgendwelche Buchdeckel und andere Texte dazu, sondern mir das zu Gemüte geführt.“
Leutheusser-Schnarrenberger erwähnt ein Buch zum Thema Datensklaven, das sie nicht nur für eine Zeitschriften-Rezension gelesen hat, sondern vollständig durchgearbeitet hat. Das Buch passt zu ihrem langjährigen Engagement für Datenschutz und Bürgerrechte.
Der Ring des Nibelungen
Richard Wagner
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 04:12:09 „Vorletztes Jahr hatte ich den gesamten Ring, vier Vorstellungen in einer Woche. Diesen Ring, das war eine echte Herausforderung, das war ja der meistkritisierte Ring, den es überhaupt jemals gab. Und ich hatte alle vier Vorstellungen, also das war hardcore.“
Leutheusser-Schnarrenberger berichtet von ihrem Besuch des kompletten Ring-Zyklus in Bayreuth, der als der meistkritisierte Ring aller Zeiten galt. Trotz der Kontroversen hat sie alle vier Vorstellungen in einer Woche besucht – eine Erfahrung, die sie als 'hardcore' bezeichnet.
Ausstellung über verfolgte Künstler in Bayreuth
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 04:14:41 „Es war ein ganz entscheidender Bruch, als die Ausstellung kam, über die verfolgten Künstler, nicht nur Sängerinnen und Sänger aus dem Chor oder aus dem Orchester, sondern auch unter den Mitarbeitenden dort. Und die wurde dann ja auch öffentlich gemacht, die steht heute noch da.“
Sabine beschreibt eine wegweisende Ausstellung bei den Bayreuther Festspielen über im Nationalsozialismus verfolgte Künstler, die Katharina Wagner vorangetrieben hat
Aida
Giuseppe Verdi
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 04:15:23 „Natürlich sah ich mir auch gerne AIDA in Verona in der Arena.“
Als Kontrapunkt zu ihrer Wagner-Begeisterung erwähnt Leutheusser-Schnarrenberger, dass sie auch gerne Verdis Aida in der Arena di Verona besucht. Zuvor hatte sie Wagners Einfluss auf Verdi erwähnt – der vor lauter Hochachtung fast verstummt sei.
The End of History and the Last Man
Francis Fukuyama
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:38:38 „Wie optimistisch darf man eigentlich sein, dass das die, man dachte ja mal vor 20, 30 Jahren wurden Bücher geschrieben über das Ende der Geschichte und alles läuft auf diese höchste Herrschaftsform zu und der Kapitalismus hat gewonnen und so weiter und dann erreichen wir einen Endzustand, alles ist gut. Das Gegenteil ist passiert. Exakt das Gegenteil.“
Wegner spricht über den Zustand der westlichen Demokratien und kontrastiert die optimistischen Prognosen der 1990er Jahre mit der heutigen Realität. Er verweist auf Fukuyamas These vom Ende der Geschichte, wonach sich liberale Demokratie und Kapitalismus als finale Herrschaftsform durchsetzen würden – und stellt fest, dass exakt das Gegenteil eingetreten ist.
Streitgespräch Leutheusser-Schnarrenberger vs. Maaßen
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:54:00 „Ja, aber das Streitgespräch ist wirklich lesenswert. Man kann das, glaube ich, ganz gut googeln. Bei Zitzero war das, genau.“
Am Ende des Gesprächsabschnitts kommt die Rede auf ein publiziertes Streitgespräch zwischen Leutheusser-Schnarrenberger und dem ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen, offenbar erschienen im Magazin Cicero. Wegner empfiehlt es ausdrücklich als lesenswert, nachdem Leutheusser-Schnarrenberger erzählt, dass Maaßens spätere politische Radikalisierung sich schon damals abgezeichnet habe.
Streitgespräch mit Hans-Georg Maaßen
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:54:00 „Ja, aber das Streitgespräch ist wirklich lesenswert. Man kann das, glaube ich, ganz gut googeln. Bei Zitzero war das, genau.“
Jochen Wegner empfiehlt ein veröffentlichtes Streitgespräch mit Hans-Georg Maaßen, das im Magazin Cicero erschienen ist. Er bezeichnet es als 'wirklich lesenswert'. Das Gespräch wird im Kontext von Maaßens rhetorischen Methoden und seiner Abspaltung von der CDU durch die Werteunion diskutiert.
Die Akte Rosenburg
Manfred Görtemaker, Christoph Safferling
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 05:03:53 „Ich habe ja dann die Studie in Auftrag gegeben in meiner zweiten Amtszeit, die sogenannte Rosenburg-Studie, Rosenburg, erstes Standort, Justizministerium 1949, Kontinuität zwischen Reichs- und Bundesjustizministerium und welche Auswirkungen das auf Gesetzgebung hatte.“
Leutheusser-Schnarrenberger berichtet, dass sie als Justizministerin die Rosenburg-Studie in Auftrag gab, die von den Historikern und Juristen Görtemaker und Safferling durchgeführt wurde. Die Studie untersuchte die personelle und inhaltliche Kontinuität zwischen Reichs- und Bundesjustizministerium nach 1949 und deckte auf, dass alle Abteilungsleiter NS-belastet waren und Gesetze zur Straflosstellung von Beihilfetätern eingebracht hatten. Sie mündete auch in einer Ausstellung und führte dazu, dass Antisemitismus und Nationalsozialismus in der Juristenausbildung verpflichtend wurden.
Bericht über Antisemitismus bei der Deutschen Welle
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Ahmad Mansour
🗣 Sabine Leutheusser-Schnarrenberger referenziert bei ⏱ 05:09:14 „Und wir haben das dann da untersucht, Achtmann, Mansour und ich. Wir haben 35 Gespräche geführt, fast alle digital. Weil die meisten ja dann in der Region sitzen und dann in Bonn auch viele.“
Leutheusser-Schnarrenberger berichtet über die unabhängige Untersuchung von Antisemitismus in der arabischen Redaktion der Deutschen Welle, die sie zusammen mit Ahmad Mansour und einer weiteren Person durchführte. Der Bericht wurde dem Rundfunkrat vorgestellt und enthielt Empfehlungen zur Verbesserung der journalistischen Standards, da einseitige Berichterstattung und antisemitische Tendenzen in Social-Media-Accounts von Mitarbeitenden festgestellt wurden.