Armin Maiwald, wie kam es zur Sendung mit der Maus
Christoph Amend, Jochen Wegner & Armin Maiwald
Armin Maiwald erzählt vor 800 Zuschauern beim Zeit-Online-Podcast-Festival, wie er durch Zufall zum Erzähler der Sachgeschichten wurde, warum das Orange der Maus und das Blau des Elefanten auf Goethes Farbkreis exakt gegenüberliegen — und wie selbst Familien mit totalem Fernsehverbot eine Ausnahme machten, sobald die Sendung mit der Maus ins Spiel kam.
„Kommt gar nicht in Frage, bei uns herrscht totales Fernsehverbot. Da habe ich gesagt, schade, wir wollten das für die Sendung mit der Maus machen. Ach, für die Sendung mit der Maus. Wann wollen Sie denn kommen?“
Erwähnte Medien (47)
Die Sendung mit der Maus
Armin Maiwald, Gerd Müntefering, Friedrich Streich
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 00:01:12 „wir wollten das für die Sendung mit der Maus machen“
Die Sendung wird durchgehend besprochen, da Armin Maiwald einer der Erfinder und Macher ist
Alles gesagt? – Das Buch
Jochen Wegner, Christoph Amend
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:07:31 „es wird ein Buch geben, das nicht unendlich dick ist, aber doch ziemlich dick mit Auszügen aus vielen Podcasts“
Jochen Wegner kündigt an, dass ein Buch zum Podcast erscheinen wird
Die Sendung mit der Maus
Armin Maiwald, Gerd Müntefering, Friedrich Streich
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:12:17 „Er hat zum Beispiel die Sendung mit der Maus erfunden, die schon sehr lange im Fernsehen kommt. Fernsehen ist wie YouTube, nur ohne Abspielknopf.“
Die Sendung mit der Maus ist das zentrale Thema der gesamten Episode. Jochen Wegner stellt Armin Maiwald als Erfinder der Sendung vor und würdigt ihn als den Menschen, der das Denken der Nachkriegsgeneration in Deutschland am stärksten geprägt hat – durch eine Sendung, die Kindern Aufklärung, Wahrheit und Wissen vermittelt.
Film über Armin Maiwalds Kindheit in Uffing
Armin Maiwald
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:21:43 „Sie haben schon gesagt, es gibt auch einen Film darüber, dass Sie in Uffingen eine Weile waren. Also sehr zu empfehlen, wir geben ja auch immer Medienempfehlungen. Leute, guckt den Film, den gibt es noch im Internet“
Jochen Wegner empfiehlt einen Film, in dem Armin Maiwald nach Uffing zurückkehrt und seine Kindheitserinnerungen ausgräbt
Die Dreigroschenoper
Bertolt Brecht
🗣 Armin Maiwald zitiert daraus bei ⏱ 00:37:36 „Ich glaube, Bert Brecht ist, Mensch macht dir einen Plan, so ein gar schlauer Wicht macht dir einen zweiten Plan, gehen tun sie beide nicht. Das sagt eigentlich was über das Leben, dass man also, wie viele Leute planen ihr Leben, mit 30 will ich Millionär sein, mit 40 will ich Milliardär sein.“
Maiwald spricht über seine Lebensphilosophie und warum er Lebenspläne für sinnlos hält. Er zitiert Brechts berühmtes 'Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens' aus der Dreigroschenoper, um seine pragmatische Haltung zu untermauern: Das Leben komme ohnehin anders als geplant, wie sein eigener ungeplanter Karriereweg zeige.
Die Leiden des jungen Werther
Johann Wolfgang von Goethe
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 00:54:50 „Was kennen Sie da von Goethe? Was haben Sie von Lessing gelesen? Was kennen Sie von Schiller? Haben Sie das gelesen? Die Leiden des jungen Werthers? Oder was weiß ich? Faust, haben Sie das schon gemacht?“
Der neue Klassenlehrer Dr. Richard Müller konfrontiert die Schüler bei seinem Antritt mit einer Bestandsaufnahme ihrer literarischen Bildung. Die Leiden des jungen Werthers wird als eines der Werke genannt, die zum Pflichtprogramm gehören – die Schüler hatten davon noch nie etwas gehört.
Faust
Johann Wolfgang von Goethe
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 00:54:50 „Haben Sie das gelesen? Die Leiden des jungen Werthers? Oder was weiß ich? Faust, haben Sie das schon gemacht?“
Goethes Faust wird neben Werther als Teil der umfangreichen Leseliste genannt, die Dr. Richard Müller den Schülern aufgibt. Für Maiwald und seine Mitschüler war die gesamte Liste ein Schock – sie hatten in den Jahren zuvor nichts davon gelesen.
Die Feuerzangenbowle
Helmut Weiss
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 00:55:19 „In der Klasse davor, das waren eigentlich eher so Lehrer in der Vorstellung von Feuerzangenbohlenlehrern. Also so nach dem Motto unserer damaligen, also in den unteren Klassen, Erdkundelehrer sagte, Berlin zerfällt in vier Hälften. Das waren eben Feuerzangenbowle-Typen.“
Maiwald beschreibt den Kontrast zwischen seinen früheren Lehrern und dem prägenden Dr. Richard Müller. Die alten Lehrer vergleicht er mit den kauzigen Lehrertypen aus dem Filmklassiker Die Feuerzangenbowle – skurril und etwas weltfremd.
Nathan der Weise
Gotthold Ephraim Lessing
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 00:56:24 „Wir haben dann also uns zusammengesetzt mit fünf, sechs Jungs und haben gesagt, Du machst von Shakespeare, was weiß ich, was ihr wollt. Und du machst von Lessing Nath an der Weise. Und du machst, was weiß ich, von Goethe, bla bla bla.“
Um die riesige Leseliste ihres neuen Lehrers zu bewältigen, teilten Maiwald und seine Freunde die Werke untereinander auf. Nathan der Weise von Lessing wurde einem der Jungs zugewiesen, der dann den anderen davon berichtete – eine pragmatische Überlebensstrategie.
Carmen
Georges Bizet
🗣 Armin Maiwald erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:01:49 „Ich habe dann da als Statist, ich weiß nicht in wie viel Opern, bei R.I. da hundertmal mit dem Bratsch bis immer wieder hinten rum, neuen Hut drauf oder bei Carmen oder so.“
Maiwald erzählt, wie er als Jugendlicher für vier Mark pro Abend als Statist am Kölner Opernhaus arbeitete. Carmen wird als eine der Opern genannt, in denen er als Statist über die Bühne lief – diese Erfahrung weckte seine Faszination für Theater und Bühnentechnik.
Aida
Giuseppe Verdi
🗣 Armin Maiwald erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:01:49 „Ich habe dann da als Statist, ich weiß nicht in wie viel Opern, bei R.I. da hundertmal mit dem Bratsch bis immer wieder hinten rum, neuen Hut drauf oder bei Carmen oder so.“
Neben Carmen erwähnt Maiwald eine weitere Oper aus seiner Zeit als Statist am Kölner Opernhaus. Die Transkription gibt 'R.I.' wieder, was sehr wahrscheinlich eine fehlerhafte Verschriftlichung von 'Aida' ist – eine der statistenreichsten Opern überhaupt.
Sportschau
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 01:12:53 „Hans-Joachim Friedrichs habe ich im Studio erlebt und Bernd Huberti in der Sportschau und Wördemann und so.“
Maiwald zählt berühmte Fernsehmoderatoren auf, die er als junger Kabelhilfe beim WDR im Studio erlebte. Die Sportschau wird als eine der Sendungen genannt, bei denen er als Kabelträger im Hintergrund arbeitete.
Der Brief
Karl Fruchtmann
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 01:14:46 „Karl Fruchtmann, das war damals der Regisseur, hat ein Fernsehspiel gemacht, Der Brief, das war glaube ich ein Adaption von Ibsen, irgendeine Geschichte. Und der hatte sich vorgestellt, dieses ganze Fernsehspiel mit einer einzigen Kamerafahrt zu machen.“
Maiwald erzählt von seiner Zeit als Kabelhilfe beim WDR und schildert eine denkwürdige Panne bei der Aufzeichnung dieses Fernsehspiels. Die Kamera raste bei einer schwierigen Schussfahrt in eine Kulisse, woraufhin einer der ersten MAZ-Schnitte beim WDR durchgeführt werden musste – ein technischer Meilenstein, den Maiwald hautnah miterlebte.
Der Brief (Fernsehspiel nach Ibsen)
Karl Fruchtmann
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 01:15:10 „Karl Fruchtmann, das war damals der Regisseur, hat ein Fernsehspiel gemacht, Der Brief, das war glaube ich ein Adaption von Ibsen“
Armin Maiwald erzählt von einem frühen Fernsehspiel, bei dem er als Kabelhilfe den ersten MAZ-Schnitt beim WDR miterlebte
Tim Thaler
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 01:38:59 „Bei der Ei habe ich genommen aus dem Film Tim Thaler, morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung, was ich also für ganz kontraproduktiv oder kontrastmäßig war, weil für die Hühner war morgens um sieben, noch abends um sieben die Welt in Ordnung.“
Maiwald beschreibt die Musikauswahl für die ersten Sachgeschichten. Für den Film über das Ei wählte er bewusst kontrastierend das Lied 'Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung' aus dem Film Tim Thaler – weil für die Batteriehühner die Welt zu keiner Tageszeit in Ordnung war.
Die vier Jahreszeiten – Der Frühling
Antonio Vivaldi
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 01:39:23 „Und für die Milch habe ich dann, von Vivaldi den Frühling genommen. Das war der einzige und heftige Streit zwischen Gerd Müntefering und mir, weil er gesagt hat, das ist doch Klassik, das kannst du doch nicht nehmen.“
Maiwald erzählt, wie er für den Milch-Erklärfilm Vivaldis Frühling auswählte und sich damit gegen den Widerstand von Gerd Müntefering durchsetzte, der keine klassische Musik in einer Kindersendung haben wollte. Maiwald argumentierte, Klassik sei letztlich nur Auftragsmusik gewesen.
Der Frühling (aus Die vier Jahreszeiten)
Antonio Vivaldi
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 01:40:17 „Und für die Milch habe ich dann, von Vivaldi den Frühling genommen“
Armin Maiwald wählte Vivaldis Frühling als Musik für die Milch-Sachgeschichte, was zu einem Streit mit Gerd Müntefering über den Einsatz klassischer Musik im Kinderfernsehen führte
Die Maus im Laden
Ursula Wölfel
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 01:49:03 „Die Ursula Wölfel hat Geschichten geschrieben, wo alle möglichen Viecher drin auftauchen. Eine von den Geschichten war eben auch die Geschichte vom Fotografen und vom Nilpferd. Und eine Geschichte war die Maus im Laden. Das ist dann die Maus geworden.“
Maiwald erklärt den Ursprung der berühmten Maus-Figur. Sie stammt aus einer Bildergeschichte von Ursula Wölfel – die Geschichte einer Maus, die nachts im Laden eingesperrt wird, sich zwischen Kuchen, Wurst und Fisch nicht entscheiden kann und am Morgen noch genauso hungrig ist wie zuvor.
Die Maus im Laden (Bilderbuchgeschichte)
Ursula Wölfel (Text) / Isolde Schmitt-Menzel (Illustration)
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 01:50:34 „Die Ursula Wölfel hat Geschichten geschrieben, wo alle möglichen Viecher drin auftauchen. Eine von den Geschichten war eben auch die Geschichte vom Fotografen und vom Nilpferd. Und eine Geschichte war die Maus im Laden. Das ist dann die Maus geworden.“
Armin Maiwald erklärt den Ursprung der Maus-Figur als Bilderbuchgeschichte von Ursula Wölfel, illustriert von Isolde Schmitt-Menzel
Die Schlafwandler
Christopher Clark
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 02:05:11 „Da gibt es einen Australier, einen sehr, sehr guten Mann, Name fällt mir jetzt im Moment nicht ein, der das auseinandergesetzt hat. Also Sie als Zeitungsleute müssten das natürlich im Archiv haben. Sie meinen das Buch »Die Schlafwandler«? »Die Schlafwandler«, genau.“
Im Gespräch über sein Scheitern am Thema 'Wie entsteht Krieg?' verweist Maiwald auf ein Buch eines 'Australiers', das die Entstehung des Ersten Weltkriegs analysiert. Christoph Amend hilft mit dem Titel 'Die Schlafwandler' aus. Maiwald nutzt das Buch als Beleg dafür, wie Staaten sehenden Auges in eine Katastrophe stolperten, die keiner wollte.
Geheimnisse der Severinstraße
Armin Maiwald
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 02:25:30 „Ich habe mal eine ganze Serie gedreht, Geheimnisse der Severinstraße, über elf Folgen oder so was. Das waren alles zusammen dann hinterher 120, so und so viele Minuten, wo wir nichts wussten, als wir anfingen mit der Geschichte.“
Maiwald erzählt von seiner Serie als Beispiel für sein Prinzip, ohne Vorbereitung und Vorgespräche zu drehen. Bei 'Geheimnisse der Severinstraße' wussten er und sein Team bei Drehbeginn nicht, was sie erwartet – die einzige Information war, um Punkt 10 Uhr vor einer Kirche in Köln zu stehen. Aus 25 Umschlägen mit Rätselaufgaben entstanden elf Folgen.
Hallo Spencer
Winfried Debertin
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:27:36 „Also, dass Sie keine Angst vor solchen Aufgaben haben, zeigt sich auch daran, dass Sie die Regie übernommen haben einer meiner Lieblingskindersendereien, nämlich Hallo Spencer. Und von Ihnen kommt auch der Satz, den Hallo Spencer immer gesagt hat, ganz am Anfang.“
Christoph Amend bringt Hallo Spencer als eine seiner Lieblingskindersendungen ins Gespräch. Armin Maiwald erzählt daraufhin ausführlich die Entstehungsgeschichte: Wie er an einem Wochenende als Notfall-Regisseur einsprang, das Drehbuch komplett umschrieb und den Puppenspieler-Betrieb in einem Lokalzeitstudio in Hannover organisierte. Er prägte auch den ikonischen Begrüßungssatz der Serie.
Muppet Show
Jim Henson
🗣 Armin Maiwald erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:45:25 „Das hat ja später dann, ist ja bei Jim Henson auch, bei Muppet Show und sowas, wo die dann auch tatsächlich Schauspieler und sowas“
Armin Maiwald erwähnt die Muppet Show im Zusammenhang mit der Kombination von Puppen und realen Schauspielern
Löwenzahn
Peter Lustig
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 02:50:48 „Was ich ja nicht wusste, das habe ich erst in der Vorbereitung auf heute Abend irgendwo gelesen, dass Peter Lustig Löwenzahn seine ersten Auftritte in der Sendung mit der Maus hatte“
Es wird erzählt, dass Peter Lustig ursprünglich als Toningenieur beim SFB/RIAS arbeitete und seine ersten TV-Auftritte in der Sendung mit der Maus hatte, bevor er Löwenzahn machte
Die Nachkriegsmaus
Armin Maiwald
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:26:09 „Die Nachkriegsmaus hat ja auch Preise gewonnen. Das ist eine besondere... Ein besonderer Teil einer Reihe innerhalb der Sendung mit der Maus.“
Im Gespräch über die Beschreibbarkeit von Kriegserlebnissen erwähnt Christoph Amend die preisgekrönte Nachkriegsmaus-Reihe, in der Armin Maiwald seine Kindheitserinnerungen an die Nachkriegszeit in der Sendung mit der Maus verarbeitet hat. Maiwald selbst räumt ein, dass er dabei immer nur ‚ein bisschen an der Oberfläche bleiben' konnte.
Katharina (Maus-Sondersendung)
Armin Maiwald
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:28:22 „Katharina, ein Film über ein Mädchen, das gestorben ist, ich glaube, am 25. Jubiläum der Maus“
Jochen Wegner beschreibt den Film als einen, den er nicht sehen kann, ohne außer sich zu sein; Armin Maiwald erzählt ausführlich die Entstehungsgeschichte
Die Geschichte von Katharina
Armin Maiwald
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 03:32:45 „Wie kann man einen Film machen über jemanden, den man nie gesehen hat, den man nie gekannt hat, von dem man nichts weiß, außer dass er tot ist? Habe ich auch hin und her überlegt und habe etwas getan, was ich weder vorher noch nachher jemals wieder getan habe. Ich habe einen Film gemacht, Nolens, Wohlens, der nur aus Interviews besteht.“
Maiwald erzählt ausführlich die Entstehungsgeschichte eines seiner emotional aufwändigsten Filme für die Sendung mit der Maus: die Geschichte eines schwerbehinderten Mädchens namens Katharina, das am 25. Maus-Geburtstag starb. Der Film besteht ausschließlich aus Interviews mit Eltern, Ärzten, Lehrern und Freundinnen und wurde zweimal komplett neu geschnitten, weil die erste Version zu sehr auf die Tränendrüse drückte statt das lebensfrohe Wesen des Mädchens abzubilden.
Völkischer Beobachter
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 04:06:00 „Es gab auch mehr oder weniger nur eine Zeitung und das war der Völkische Beobachter. War auch eine Propagandaschleuder.“
Maiwald erzählt von seiner Kindheit im Nationalsozialismus und der Medienlandschaft der NS-Zeit. Er beschreibt, wie neben der Reichsrundfunkanstalt auch die Presse gleichgeschaltet war, um die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als demokratische Errungenschaft der Nachkriegszeit zu unterstreichen.
Loriot
Loriot (Vicco von Bülow)
🗣 Armin Maiwald erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:15:31 „Radio Bremen zum Beispiel mit drei Prozent, haben aber mit diesen drei Prozent immerhin Loriot produziert. Und H.P. Kerkeling entdeckt.“
Im Gespräch über die Qualität kleiner Sendeanstalten im öffentlich-rechtlichen System nennt Maiwald Radio Bremen als Beispiel: Trotz nur drei Prozent Sendeanteil habe der Sender herausragende Produktionen hervorgebracht, darunter Loriots legendäre TV-Sketche.
Beat-Club
🗣 Armin Maiwald erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:15:31 „Radio Bremen zum Beispiel mit drei Prozent, haben aber mit diesen drei Prozent immerhin Loriot produziert. Und H.P. Kerkeling und auch der Beatbox und solche Sachen.“
Maiwald zählt Erfolgsproduktionen von Radio Bremen auf, um zu zeigen, dass auch kleine Sender Qualität liefern können. Mit 'Beatbox' ist vermutlich der legendäre 'Beat-Club' gemeint, die einflussreiche Musiksendung von Radio Bremen aus den 1960er/70er Jahren.
Loriot (Sendungen bei Radio Bremen)
Loriot (Vicco von Bülow)
🗣 Armin Maiwald erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:16:10 „Radio Bremen zum Beispiel mit 3% haben aber mit diesen 3% immerhin Loriot produziert“
Armin Maiwald führt Loriot als Beispiel dafür an, dass auch kleine Sendeanstalten große Qualität produzieren können
Tagesschau
🗣 Armin Maiwald erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:46:38 „Es ist nicht das Hochglanz-Dings, was man also so von Fernsehens gewohnt ist, die wohlformulierten Texte, wie bei Kontraste oder bei Tagesschau oder sonst irgendwie, wo die Jungs natürlich alle mit ihren Zetteln rumlaufen.“
Armin Maiwald erklärt, warum er seine Maus-Texte frei spricht statt sie vorher aufzuschreiben. Er kontrastiert seinen spontanen Erzählstil mit dem durchformulierten Sprechstil klassischer Nachrichtensendungen wie der Tagesschau, bei denen Sprecher immer mit vorgeschriebenen Texten arbeiten.
Feuerrotes Spielmobil
🗣 Armin Maiwald erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:23:44 „Löwenzahn, Rappelkiste, das feuerrote Spielmobil, jede Menge“
Armin Maiwald zählt Kindersendungen auf, die in den frühen 70er Jahren entstanden sind
Rappelkiste
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 05:24:26 „Löwenzahn, Rappelkiste, das feuerrote Spielmobil, jede Menge.“
Armin Maiwald ergänzt die Liste der Kinderformate aus den 70er Jahren. Rappelkiste war eine ZDF-Kindersendung, die er später als eines der Formate nennt, die den Kinderkanal nicht überlebt haben.
Das feuerrote Spielmobil
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 05:24:26 „Löwenzahn, Rappelkiste, das feuerrote Spielmobil, jede Menge.“
Armin Maiwald zählt Das feuerrote Spielmobil zu den sozialkritischen Kinderformaten der 70er Jahre, die mit wissenschaftlichen Beiräten und Lernzielkatalogen arbeiteten – ein Ansatz, den er selbst stets abgelehnt hat. Er merkt an, dass auch dieses Format nicht überlebt hat.
Zur Farbenlehre
Johann Wolfgang von Goethe
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 05:39:52 „Das Orange der Maus und das Blau des Elefanten, oder dieses angebliche Blau des Elefanten, das ist ja Mischfarbe, ist auf dem götischen Farbkreis, also da kommt die Klassik rein, genau die entgegengesetzte Farbe.“
Armin Maiwald erklärt die Farbwahl der Zeichentrickfiguren und verweist dabei auf Goethes Farbkreis als gestalterische Grundlage: Orange und Blau sind Komplementärfarben. Die Referenz zeigt, wie durchdacht das visuelle Konzept der Sendung von Anfang an war.
Tom & Jerry
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 05:42:33 „Ich nehme ein anderes Beispiel. Bei Tom & Jerry, da wird Tom oder Jerry von der Dampfwalze überfahren und schüttelt sich danach, steht wieder auf und macht weiter. Katastrophe.“
Armin Maiwald nutzt Tom & Jerry als Beispiel für die eigene Logik von Zeichentrickfiguren: In dieser Welt kann eine Figur von einer Dampfwalze überfahren werden und weitermachen. Er verteidigt damit die Freiheit der Zeichentricklogik gegen Kritiker, die anatomische Korrektheit von Cartoon-Figuren einfordern.
Hase Cäsar – Schlager für Schlappohren
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 05:54:09 „Welche Kindersendung hätten Sie gerne erfunden, die Sie nicht erfunden haben? Ich glaube, die beste war der Hase-Caesar, Schlager für Schlappohren.“
Auf die Publikumsfrage, welche Kindersendung er gerne selbst erfunden hätte, nennt Maiwald spontan 'Hase Cäsar – Schlager für Schlappohren' als die beste Kindersendung, die nicht von ihm stammt. Es ist das einzige fremde Format, das er im gesamten Gespräch als wirklich gelungen hervorhebt.
Fernsehgarten
ZDF
🗣 Armin Maiwald erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:55:51 „Dann kam das ZDF mit dem Fernsehgarten und unsere Altvorderen, also die hüterige Chefsleitung hat dann gesagt, ja, da wandern aber alle zum Fernsehgarten ab. Jetzt müssen wir da auch was machen.“
Maiwald schildert die Geschichte der Sendezeitverschiebungen der Maus-Sendung. Der ZDF-Fernsehgarten wird als Konkurrenzformat erwähnt, das die ARD-Verantwortlichen dazu brachte, ein eigenes Sonntagvormittags-Unterhaltungsformat zu starten und die Maus auf einen früheren Sendeplatz zu verschieben.
Immer wieder sonntags
🗣 Armin Maiwald erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:56:03 „Dann sind sie damit gekommen, immer wieder sonntags, also auch so eine sonntagsvormittags bekloppten Show zu machen. Gut. Wer es mag, darf das ja schauen. Aber wir mussten dann weiter nach vorne.“
Im Zusammenhang mit den Sendezeitverschiebungen der Maus erwähnt Maiwald die ARD-Show 'Immer wieder sonntags' als das Format, das als Reaktion auf den ZDF-Fernsehgarten geschaffen wurde und die Maus-Sendung von ihrem besten Sendeplatz verdrängte.
Hänsel und Gretel
Brüder Grimm
🗣 Armin Maiwald empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:58:31 „Welches Kinderbuch haben Sie Ihren Kindern gerne vorgelesen? Ein Hit bei meiner Tochter zum Beispiel war Hänsel und Gretel“
Armin Maiwald erzählt, dass er seiner Tochter Hänsel und Gretel immer mit eingebauten Fehlern vorlesen musste
Hänsel und Gretel
Brüder Grimm
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 05:58:35 „Ein Hit bei meiner Tochter zum Beispiel war Hänsel und Gretel. Ich wollte die immer wieder vorgelesen haben, aber Papa, mit Fehlern. Ich musste jeden Tag mir neue Fehler ausdenken.“
Auf die Frage nach seinem liebsten Kinderbuch erzählt Maiwald von einem liebevollen Vorlese-Ritual mit seiner Tochter: Er musste das Märchen Hänsel und Gretel jeden Abend mit neuen, eingebauten Fehlern vorlesen, die seine Tochter dann begeistert korrigierte. Die Anekdote zeigt Maiwalds spielerischen Umgang mit Geschichten auch im Privaten.
Die Römer kommen
Armin Maiwald
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 05:59:37 „Weil ich mich sehr stark mit den Römern beschäftigen musste. Einmal mit der Frage, was ist das Jahr Null und mit dem Kaiser Augustus und bla bla bla. Habe ich sogar einen Roman geschrieben, die Römer kommen. Wie man sich vorstellt, dass es gewesen sein könnte.“
Im Gespräch über selbst erfundene Geschichten erwähnt Maiwald beiläufig, dass er neben seiner Filmarbeit auch einen historischen Roman geschrieben hat. 'Die Römer kommen' ist eine fiktive Geschichte, die aus seiner intensiven Beschäftigung mit den Römern für die Sendung mit der Maus entstand.
Mensch, mach doch einen Plan (Gedicht/Lied)
Bertolt Brecht
🗣 Armin Maiwald zitiert daraus bei ⏱ 06:02:02 „ich glaube, Bert Brecht ist, Mensch, macht der einen Plan, so ein gar schlauer Wicht, macht der einen zweiten Plan, gehen tun sie beide nicht“
Armin Maiwald zitiert Bertolt Brecht, um seine Lebensphilosophie zu illustrieren, dass Pläne ohnehin scheitern
Bibliothek der Sachgeschichten
Armin Maiwald
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 06:07:04 „Dann haben wir gesagt, okay, dann machen wir eine so eine Kompilation von verschiedenen Geschichten bunt durcheinander. Und das nennen wir Bibliothek der Sachgeschichten. Das gab es zunächst auf VHS. Ich musste meine eigenen Rechte zurückkaufen.“
Maiwald erzählt die komplizierte Rechtegeschichte seiner Filme. Die 'Bibliothek der Sachgeschichten' entstand in den 90ern als Kompilation seiner Sachgeschichten, zunächst auf VHS, später auf YouTube. Er musste seine eigenen Rechte zurückkaufen und für jede Veröffentlichung dem Sender eine Lizenz zahlen — eine bittere Ironie, die aus den ursprünglichen Verträgen resultiert.
Frag doch mal die Maus
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 06:08:22 „Frag doch mal die Maus, das ist die Samstagabendsendung“
Armin Maiwald bezeichnet die Unterhaltungsshow als geschäftsschädigend, weil sie wenig vom Spirit der Sendung mit der Maus transportiere
Frag doch mal die Maus
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 06:09:50 „Ich halte das für geschäftsschädigend. Es ist eine Unterhaltungsshow, bei der es wichtiger ist, was die sogenannten Promis an Geschichten erzählen, als dass von dem Spirit der Sendung mit der Maus da irgendwas drin ist.“
Wegner fragt Maiwald nach seiner ehrlichen Meinung zur Samstagabend-Quizshow 'Frag doch mal die Maus'. Maiwald äußert sich überraschend scharf: Er hält die Sendung für 'geschäftsschädigend', weil sie die Marke der Maus auf eine Unterhaltungsshow draufklatsche, ohne deren Geist zu transportieren. Er sei 'zwangsverdonnert', dort aufzutreten.