Armin Laschet, wie wären Sie heute als Kanzler
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Armin Laschet spricht offen über seine gescheiterte Kanzlerkandidatur, das verhängnisvolle Lachfoto im Flutgebiet und seine Überzeugung, dass die Öffentlichkeit bei ihm mit zweierlei Maß misst — er glaubt, dieselben Entscheidungen wie Olaf Scholz würden bei ihm ganz andere Reaktionen auslösen. Daneben geht es um den Ukraine-Krieg und die unbequeme Frage, was ein ukrainischer Sieg eigentlich bedeuten würde, sowie um seine schwarz-grüne Seele, die im Wahlkampf nie sichtbar wurde.
„Mich hat überrascht, dass ich mich dazu eigne, Feindbild zu sein.“
Erwähnte Medien (22)
Tartine
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:01:57 „Und für alle, die immer noch nach dem Kochbuch fragen, das Olga Grassenjoffer empfohlen hat, es heißt Tartin.“
Jochen Wegner erinnert an ein Kochbuch, das eine frühere Gästin des Podcasts empfohlen hatte und nach dem Hörer immer noch fragen
Anmerkungen zu Hitler
Sebastian Haffner
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 00:27:22 „es gibt von Sebastian Hafner das Buch, die sieben Erfolge und die sieben Todsünden Hitlers. Einer der wichtigsten Biografen von Hitler.“
Laschet erklärt die Methode, die Jenninger in seiner Rede anwandte – nämlich zu erklären, wie Millionen Hitler folgen konnten – und verweist auf Haffners analytischen Ansatz als Vorbild
Die sieben Todsünden des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg / Anmerkungen zu Hitler
Sebastian Haffner
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 00:28:41 „Und er hat versucht, nach der Methode Sebastian Hafner, es gibt von Sebastian Hafner das Buch, die sieben Erfolge und die sieben Todsünden Hitlers. Einer der wichtigsten Biografen von Hitler. Wo er versucht zu erklären, wie konnte es eigentlich dazu kommen, dass Millionen dem einfach gefolgt sind.“
Laschet beschreibt die Jenninger-Rede zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht 1988. Jenninger habe versucht, nach der Methode Sebastian Haffners zu erklären, warum Millionen Deutsche Hitler folgten. Laschet nennt Haffner einen der wichtigsten Hitler-Biografen und verweist auf dessen analytischen Ansatz, Erfolge und Verbrechen Hitlers nebeneinander zu stellen.
Die Jenninger-Rede und die Reaktionen – eine Dokumentation
Armin Laschet
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 00:31:25 „Ich habe über diese Story nachher ein Buch gemacht, weil ich die 10.000 Briefe, die er da gekriegt hat, ausgewertet habe. Ich habe ein Buch, da war ich 27, ich habe einfach diese 10.000 Briefe ausgewertet und die Presse Kommentare und auch den Umschwung, den es dann gab.“
Laschet erzählt, dass er als 27-Jähriger ein Buch über den Fall Jenninger geschrieben hat. Er wertete die rund 10.000 Briefe aus, die Jenninger nach seiner umstrittenen Rede zum Gedenken an die Reichspogromnacht erhielt, sowie die Pressekommentare und den späteren Stimmungsumschwung – auch international, etwa in Italien.
Report München
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:37:06 „Und dazu dann beim Bayerischen Fernsehen als fester Freier bei Report München und der aktuellen Redaktion. Report München war damals eine wirklich umstrittene Sendung.“
Im Gespräch über Laschets journalistische Karriere wird die politische TV-Sendung Report München als eine seiner Arbeitsstationen erwähnt
ZDF-Magazin
Gerhard Löwenthal
🗣 Armin Laschet erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:37:48 „im ZDF gab es das ZDF-Magazin. Das belebt gerade Böhmermann wieder mit der Grundidee.“
Laschet verweist auf das historische ZDF-Magazin als konservativen Sendeplatz im Kontext der damaligen politischen Medienlandschaft
ZDF Magazin Royale
Jan Böhmermann
🗣 Armin Laschet erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:37:48 „Das belebt gerade Böhmermann wieder mit der Grundidee. Auf eine ganz andere Art.“
Laschet vergleicht Böhmermanns aktuelle Sendung mit dem historischen ZDF-Magazin und betont den grundlegend anderen Ansatz
Report München
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:37:53 „Report München war damals eine wirklich umstrittene Sendung, wenn man es mal vorsichtig sagt. Es gab ja die linken Nachrichtmagazine in der ARD. Es gab Report Mainz und Report München.“
Im Gespräch über Laschets journalistische Karriere wird Report München als politisch umstrittenes ARD-Nachrichtenmagazin beschrieben. Es galt als unionsnäher im Vergleich zu Report Mainz. Laschet arbeitete dort als fester Freier beim Bayerischen Fernsehen.
ZDF-Magazin / ZDF Magazin Royale
Jan Böhmermann
🗣 Armin Laschet erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:38:35 „Und gut, im ZDF gab es das ZDF-Magazin. Das belebt gerade Böhmermann wieder mit der Grundidee. Auf eine ganz andere Art.“
Laschet zieht eine Verbindung zwischen dem historischen ZDF-Magazin, das als konservativer Sendeplatz galt, und Jan Böhmermanns ZDF Magazin Royale, das die Grundidee des Formats auf ganz andere Art wiederbelebt. Der Vergleich entsteht im Kontext einer Diskussion über die politische Ausrichtung verschiedener ARD- und ZDF-Magazine.
Kennzeichen D
Joachim Jauer
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 00:38:47 „In der ARD, ich glaube Kennzeichen D, war das Gegenmodell zu Löwenthal im ZDF, glaube ich, bin ich ganz sicher.“
Laschet erwähnt Kennzeichen D als ARD-Sendung, die als Gegenmodell zur ZDF-Sendung von Karl-Eduard von Löwenthal galt, zeigt sich aber selbst unsicher über die genaue Zuordnung.
Ildikó von Kürthy
Ildikó von Kürthy
🗣 Armin Laschet erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:05:21 „können Sie bei Il Digo von Kürthi nachlesen, behauptet, von Karl im Großen abzustimmen.“
Laschet verweist darauf, dass man bei der Autorin nachlesen könne, dass jeder Aachener behauptet, von Karl dem Großen abzustammen
Unbekanntes Werk von Ildikó von Kürthy
Ildikó von Kürthy
🗣 Armin Laschet erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:06:00 „Jeder Aachener, können Sie bei Il Digo von Kürthi nachlesen, behauptet, von Karl im Großen abzustimmen.“
Laschet erzählt amüsiert über die Aachener Tradition, sich als Nachfahre Karls des Großen zu sehen, und verweist auf einen Text von Ildikó von Kürthy, in dem dieses Phänomen beschrieben werde. Der genaue Titel ist aus dem Transkript nicht erkennbar, die Autorin wird nur namentlich als Quelle genannt.
Jetzt: Wie wir unser Land erneuern
Annalena Baerbock
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 01:17:11 „Ich habe die ganzen Dinge da mit ihrem Buch und dem Plagiat, das habe ich überhaupt nicht genutzt. Das war bei mir gar kein Thema. Das war nicht allzu geschickt, jetzt das Buch so knapp vor der Wahl zu schreiben und dann das da drin zu haben.“
Laschet spricht über den Bundestagswahlkampf 2021 und erklärt, warum er auf Negativ-Campaigning gegen Annalena Baerbock verzichtet hat. Er erwähnt ihr Buch und die Plagiatsvorwürfe, betont aber, dass er das bewusst nicht zum Thema gemacht habe, weil er es für banal hielt und ihre politische Qualität davon unberührt sah.
Entscheidung – Das Porträt über Olaf Scholz
Stefan Lamby
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 01:18:03 „Es gibt das Porträt von Stefan Lambi über ihn, wo er minutenlang herumdruckst, aber das vorher gewusst hat.“
Im Gespräch über die umstrittene Matroschka-Videokampagne der SPD gegen Laschet verweist dieser auf ein Filmporträt des Dokumentarfilmers Stefan Lamby über Olaf Scholz. Darin sei zu sehen, wie Scholz lange herumdruckse, obwohl er von der Kampagne vorher gewusst habe. Laschet nutzt die Dokumentation als Beleg dafür, dass Scholz' schnelle Distanzierung von der Kampagne nicht aufrichtig war.
FAZ-Interview des FDP-Generalsekretärs
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 01:26:40 „Der FDP-Generalsekretär, der jetzige, hat in einem FAZ-Interview vor ein paar Tagen gesagt, ich bin am Montag nach der Wahl nach Berlin geflogen mit dem Willen des Armin Laschet-Kanzlerwertes. Tag nach der Wahl.“
Laschet argumentiert, dass nach der Bundestagswahl 2021 eine Jamaika-Koalition eine reale Option war und nicht nur Wunschdenken. Als Beleg zitiert er ein aktuelles FAZ-Interview des FDP-Generalsekretärs, der bestätigt, dass er am Montag nach der Wahl mit dem Ziel nach Berlin geflogen sei, Laschet zum Kanzler zu machen.
Handyalarm (Rubrik in der Bild-Zeitung)
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 01:28:08 „Aber wenn aus jeder Präsidiumssitzung, wenn die Bild-Zeitung eine Rubrik erfindet, Handyalarm, Oh, hier schellt das Telefon wieder, da ruft mich ein CDU-Präsidiumsmitglied an. Der liest dann vor, was in der SMS steht.“
Laschet beklagt die mangelnde Vertraulichkeit in der CDU-Führung während der Jamaika-Sondierungen. Er beschreibt die Bild-Rubrik 'Handyalarm', in der CDU-Präsidiumsmitglieder live aus vertraulichen Sitzungen an die Zeitung durchstachen. Dieses Durchstechen habe die Jamaika-Partner FDP und Grüne letztlich abgeschreckt.
Europahymne (Ode an die Freude)
Ludwig van Beethoven
🗣 Armin Laschet erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:49:08 „Indem wir ein bisschen auf die zugehen, so der Makro macht das glatte Gegenteil, bekämpft die, ist pro-europäisch, spielt am Wahlabend die Europahymne, hängt unter den Arkt Triumph die Europafahne am Feiertag.“
Laschet lobt Emmanuel Macrons klare pro-europäische Haltung gegenüber Le Pen. Statt euroskeptische Töne anzuschlagen, habe Macron am Wahlabend demonstrativ die Europahymne spielen lassen und die Europafahne unter dem Arc de Triomphe gehisst – als Symbol dafür, dass klare Überzeugung am Ende belohnt werde.
Bücher über Merkels Grenzöffnung 2015
🗣 Armin Laschet erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:50:30 „Es beginnt ja schon mit dem Framing, was selbst Buchtitel zum Thema hatten, dass sie die Grenzen geöffnet hat. Wenn die Grenze ist, seitdem die Grenzen offen sind, in Schengen-Raum war sie immer offen. Sie hat sie nicht geschlossen.“
Laschet kritisiert das verbreitete Narrativ, Angela Merkel habe 2015 'die Grenzen geöffnet'. Er verweist darauf, dass sogar Buchtitel dieses Framing übernommen hätten, obwohl die Grenzen im Schengen-Raum nie geschlossen waren. Merkel habe lediglich entschieden, sie nicht zu schließen – ein wichtiger Unterschied.
Es fährt ein Zug nach nirgendwo
Christian Anders
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:13:52 „Peter oder Leslie? Weiter. Eins. Es fährt ein Zug nach nirgendwo oder Theo, wir fahren nach Lodz. Theo, wir fahren nach Lodz.“
Im Rahmen des 'A oder B'-Spiels stellt Jochen Wegner Armin Laschet die Wahl zwischen zwei bekannten deutschen Schlagertiteln. Laschet entscheidet sich für den anderen Song, was zu seiner späteren Aussage passt, dass er zwar kein Schlager-Fan sei, aber fast alle Schlager der 70er Jahre auswendig kenne.
Theo, wir fahr'n nach Lodz
Vicky Leandros
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 02:13:52 „Es fährt ein Zug nach nirgendwo oder Theo, wir fahren nach Lodz. Theo, wir fahren nach Lodz.“
In der schnellen 'A oder B'-Runde wählt Laschet diesen Schlagerklassiker gegenüber 'Es fährt ein Zug nach nirgendwo'. Die Schlager-Fragen leiten über zu einem späteren Gesprächsteil, in dem Laschet zugibt, fast alle Schlager der 70er Jahre auswendig zu können.
3 nach 9
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 02:26:01 „Ich habe letztlich bei 3 nach 9 gesungen und das reicht. Da war ich schon Richtung Hamburg und noch Deutschland.“
Am Ende des Gesprächsabschnitts über Schlager und Peter Maffay erwähnt Laschet beiläufig, dass er in der ARD-Talkshow '3 nach 9' bereits gesungen habe – offenbar ein Erlebnis, das ihm genug war und das er nicht wiederholen möchte.
Er gehört zu mir
Marianne Rosenberg
🗣 Armin Laschet referenziert bei ⏱ 02:26:22 „Die, die man heute auch immer wieder hat. Er gehört zu mir. Marianne Rosenberg? Kultcharakter von der ganzen Szene auch nachher geworden. In der schwulen Szene ein riesen Identifikationshit.“
Auf die Frage nach seinem Lieblingsschlager nennt Armin Laschet spontan Marianne Rosenbergs Hit. Er hebt hervor, dass der Song über die Jahre Kultstatus erlangt hat, besonders in der schwulen Szene – was ursprünglich gar nicht so angelegt gewesen sei.