Blick in die Sterne
Markus Lanz, Richard David Precht
Zum Jahresauftakt 2025 sprechen die beiden über das Älterwerden, die Dankbarkeit, die sich mit den Jahren einstellt, und die leise Melancholie der eigenen Endlichkeit. Von dort aus weitet sich der Blick ins Kosmische: Eine Nacht unter dem überwältigenden Sternenhimmel im Bryce Canyon in Utah wird zum Sinnbild dafür, wie klein und zugleich aufgehoben man sich als Teil des Universums fühlen kann.
„Der ganze Himmel war hell und es waren Millionen und Abermillionen sichtbarer Sterne.“
Erwähnte Medien (16)
Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn
Friedrich Nietzsche
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:09:15 „Und was diese menschliche Selbstüberschätzung anbelangt, der berühmte Text von Friedrich Nietzsche über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn, der fängt eben damit an, dass kluge Tiere irgendwo im Weltall das Denken erfanden und dass das die hochmütigste und verlogenste Sekunde in der Naturgeschichte war.“
Precht zitiert Nietzsches Essay, um die menschliche Selbstüberschätzung zu illustrieren. Im Gespräch über die eigene Kleinheit angesichts des Universums greift er auf Nietzsches poetischen Anfang zurück, der beschreibt, wie unbedeutend und aufgespreizt die Menschheit im kosmischen Maßstab ist.
Kritik der praktischen Vernunft
Immanuel Kant · 1788
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:13:33 „Aber wenn man überlegt, also für unsere Kulturgeschichte, welche enorme Bedeutung der Himmel hat, bis hin zu Kants berühmten Ausspruch vom moralischen Gesetz in mir und dem bestürmten Himmel über mir.“
Precht verweist auf Kants berühmten Schlusssatz der Kritik der praktischen Vernunft, um die kulturgeschichtliche Bedeutung des Sternenhimmels zu unterstreichen. Er argumentiert, dass die Kolonialisierung des Weltraums dieses spirituelle Erbe zerstört.
Raumpatrouille Orion
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:17:23 „Also Raumschiff Enterprise. Für Raumpatrouille Orion bist du ein bisschen zu jung. Aber Star Wars. Raumschiff Enterprise war mein Thema.“
Precht erwähnt die deutsche Science-Fiction-Serie Raumpatrouille Orion beiläufig als Generationsmarker – Lanz sei dafür zu jung. Die Serie dient als Aufzählung von Weltraum-Fernsehen, das die Jugend der beiden geprägt hat.
Star Wars
George Lucas
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:17:23 „Also Raumschiff Enterprise. Für Raumpatrouille Orion bist du ein bisschen zu jung. Aber Star Wars. Raumschiff Enterprise war mein Thema.“
Star Wars wird von Precht kurz als weiteres Beispiel für Weltraum-Unterhaltung erwähnt, die in der Jugend faszinierte. Es wird nur aufgezählt, ohne dass weiter darauf eingegangen wird.
Die Feder und die Klamotten
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:17:45 „Das Feder der Klamotten-Trauma. Ja, der Klamotten ging ja, weil das Einzige, was erlaubt ist, weil es ja subversiv war.“
Lanz erwähnt beiläufig die DDR-Kinderserie im Kontext von Prechts Kindheitserinnerungen, als dieser erzählt, dass US-amerikanische Serien bei ihm zu Hause nicht erlaubt waren. Die Serie wird als subversive Ausnahme unter den erlaubten Sendungen beschrieben.
Raumschiff Enterprise (Star Trek)
Gene Roddenberry
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:18:05 „Und ich habe einen sehr, sehr großen Respekt vor Star Trek, weil die Autoren zum Teil wirklich damals schon in den 60er Jahren und so philosophische Themen auf grandiose Art und Weise behandelt haben.“
Im Gespräch über Weltraum-Faszination und die Frage, ob man wirklich im All leben wollen würde, diskutieren Lanz und Precht über Star Trek. Precht durfte die Serie als Kind nicht schauen, da seine Eltern sie als amerikanischen Imperialismus betrachteten, lobt aber rückblickend die philosophische Tiefe der Serie – merkt jedoch an, dass das sterile Leben auf einem Raumschiff wenig erstrebenswert erscheint.
Raumschiff Enterprise (Star Trek)
Gene Roddenberry
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:19:03 „Also Raumschiff Enterprise. Für Raumpatrouille Orion bist du ein bisschen zu jung. Aber Star Wars. Raumschiff Enterprise war mein Thema.“
Precht diskutiert seine Faszination für die Serie und lobt die philosophischen Themen, die die Autoren bereits in den 60er Jahren behandelt haben
Star Wars
George Lucas
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:19:03 „Aber Star Wars.“
Wird kurz neben Raumschiff Enterprise und Raumpatrouille Orion als Science-Fiction-Franchise erwähnt
Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
Richard David Precht
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:19:03 „Und ich habe es sogar aufgenommen, in Wer bin ich und wen ja wie viele, da gibt es ein Kapitel, das mit Mr. Spock anfängt“
Precht erwähnt sein eigenes Buch, in dem er eine Star-Trek-Episode als philosophischen Einstieg verwendet
Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens
Richard David Precht
🗣 Richard David Precht zitiert daraus bei ⏱ 00:20:14 „Weil ich habe in meinem Buch über künstliche Intelligenz geschrieben, der Weltraum des Menschen ist die Erde.“
Precht zitiert aus seinem eigenen Buch über KI, um zu argumentieren, dass die Erde die einzige artgerechte Umgebung des Menschen ist
Address at Rice University on the Nation's Space Effort
John F. Kennedy
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:22:59 „Kennedy, der nach dem großen Fail, dass man nicht der Erste war, der dann einen Menschen im All hatte. Die Russen waren ja schneller. Und dann ansagt, wir machen das jetzt. Und zwar nicht, weil es leicht ist, sondern weil es so schwer ist.“
Markus Lanz zieht eine Parallele zwischen dem historischen Wettlauf ins All und der heutigen Situation mit Trump und Elon Musk. Er verweist auf Kennedys berühmte Mondrede von 1962, in der dieser die Vision formulierte, bis Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu bringen.
Die Macht der Geographie
Tim Marshall
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:32:43 „Und im Grunde argumentierst du ein bisschen wie Tim Marshall, mit dem wir beide hier schon öfter gesprochen haben. Macht der Geografie. Das fand ich halt so spannend, wann immer wir als Menschheit ein neues Gebiet betreten, dann bringen wir den Krieg mit.“
Lanz zieht eine Parallele zwischen Prechts Argumentation und Tim Marshalls zentraler These: Geografie bestimmt Konflikte. Marshall wird als Autor herangezogen, dessen Buch erklärt, warum die Menschheit jedes neue Territorium – von den Meeren über die Luft bis zum Weltraum – zum Schlachtfeld macht. Lanz nutzt das Buch auch, um die russische Bedrohungswahrnehmung über die nordeuropäische Tiefebene zu erklären.
Astropolitik / Weltraumstrategie-Buch
Tim Marshall
🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:33:45 „Und er sagt, das Schlachtfeld nimmt schon Gestalte an. Genau das, was wir gerade sehen.“
Lanz zitiert Tim Marshalls These, dass die Menschheit in jedes neue Gebiet den Krieg mitbringt – vom Schiffsbau über Flugzeuge bis zum Weltraum
Die Kosmonauten
Richard David Precht
🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:37:25 „Ja, ich habe ein Buch gemacht, keinen Sachbuch, sondern einen Roman. Und der heißt Die Kosmonauten und er erzählt zwei Geschichten. Die Hauptgeschichte beschreibt Berlin unmittelbar nach dem Mauerfall wie einen neuen Planeten.“
Precht erzählt ausführlich von seinem eigenen Roman, der zwei Handlungsstränge verwebt: das Berlin der Nachwendezeit als Abenteuerspielplatz und die wahre Geschichte des letzten sowjetischen Kosmonauten Sergej Krikaljow, der nach dem Zerfall der Sowjetunion nicht mehr von der Raumstation Mir zurückgeholt wurde. Das Buch verbindet Pioniergeist auf der Erde mit der Einsamkeit im All.
Die Erde ist blau wie eine Orange
Paul Éluard
🗣 Richard David Precht zitiert daraus bei ⏱ 00:40:29 „Und wie er dann so gelegentlich noch Kontakt dann hatte da mit seiner Raumkontrollbehörde und da so schöne Sätze gesagt hat wie, die Erde ist blau wie eine Orange. Es ist ein berühmtes Zitat aus dem Surrealismus.“
Precht erzählt, dass der gestrandete Kosmonaut Krikaljow in seiner Isolation den berühmten surrealistischen Vers von Paul Éluard zitierte. Precht merkt an, dass unklar sei, ob die Moskauer Bodenkontrolle das literarische Zitat erkannte oder dachte, der Kosmonaut sei verrückt geworden.
Major Tom (völlig losgelöst)
Peter Schilling
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:40:54 „Genau, das ist die Geschichte von Major Tom, Peter Schilling. Doch Major Tom macht einen Scherz. Wahnsinn.“
Lanz zieht spontan eine Parallele zwischen der wahren Geschichte des gestrandeten Kosmonauten Krikaljow und Peter Schillings Hit über Major Tom, der allein im All kreist. Die Popkultur-Referenz unterstreicht die Dramatik der realen Geschichte – ein Kosmonaut, der nicht weiß, ob er je zurückgeholt wird.