Dirty Old Man - das TV-Duell in den USA
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode dreht sich um das TV-Duell zwischen Donald Trump und Kamala Harris, wobei besonders Trumps bizarrer Moment über Haustiere fressende Migranten in Springfield für Fassungslosigkeit sorgt. Precht ordnet die Katzen-Geschichte überraschend in deutsche Nachkriegsgeschichte ein, als aus Hunger tatsächlich Katzen gegessen wurden — und erinnert sich an Kindheitsgerüchte über alte Solinger.
„In Springfield. Essen Sie die Hunde, die Leute, die hierher gekommen sind. Sie essen die Katzen. Sie essen die Haustiere der Menschen, die dort leben. Zitat Ende. Man sitzt so vorm Fernseher und denkt, das haben die jetzt nicht wirklich besprochen.“
Erwähnte Medien (12)
Wand'rin' Star
Lee Marvin
🗣 Richard David Precht zitiert daraus bei ⏱ 00:02:14 „ich fühle mich eher wie Lee Marvin. I was born a wandering star.“
Precht vergleicht seine heisere Stimme scherzhaft mit der rauen Stimme von Lee Marvin und zitiert dessen bekannten Song aus dem Film Paint Your Wagon
I Was Born Under a Wandering Star
Lee Marvin
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:02:14 „Ich fühle mich eher wie Lee Marvin. I was born a wandering star.“
Precht scherzt über seine heisere Stimme durch die Erkältung und vergleicht sich mit Lee Marvin und dessen markanter, rauer Stimme. Er zitiert dabei den Song aus dem Western-Musical 'Paint Your Wagon'.
Zwei glorreiche Halunken
Sergio Leone
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:02:40 „Zum Thema zwei glorreiche Alunken“
Precht verwendet den Filmtitel scherzhaft als Anspielung auf die beiden Kandidaten im US-Wahlkampfduell Trump vs. Harris
Hillbilly Elegy
J.D. Vance
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:17:04 „Wir haben ja schon ein paar Mal über dieses Buch gesprochen, Hillbilly, Elegy und sein Aufwachsen, diese sehr harte Kindheit in Ohio und ich glaube Kentucky auch.“
Im Kontext des US-Wahlkampfs und der Vizepräsidentschaftskandidaten wird Vances autobiografisches Buch erwähnt, das seine Herkunft aus ärmlichsten Verhältnissen in den Appalachen beschreibt. Lanz nutzt es, um den Kontrast zwischen Trump und Vance zu verdeutlichen.
Hillbilly Elegy
J.D. Vance
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:17:25 „ich habe Hillbilly Elegy gelesen“
Precht bestätigt, das Buch gelesen zu haben, und leitet daraus seine Einschätzung ab, dass Trump und Vance seelisch nichts gemeinsam haben
Das gespaltene Haus
Manfred Berg
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:28:30 „Und ich habe dieser Tage in die Hand gekriegt ein interessantes Buch, Manfred Berg, ich weiß nicht, ob dir der was sagt, ein deutscher Historiker, der hat ein Buch gemacht mit dem Titel Das gespaltene Haus, in der sozusagen die Geschichte der Vereinigten Staaten von 1950 bis heute so ein bisschen nachzeichnet.“
Lanz empfiehlt ein Buch des deutschen Historikers Manfred Berg, das die extreme Polarisierung der USA seit 1950 nachzeichnet. Die zentrale These: Eisenhower war der letzte Präsident, der wirklich 'Vereinigte' Staaten regierte. Lanz verbindet das mit der aktuellen Kulturkampf-Debatte um Trump und Vance.
House Divided Speech
Abraham Lincoln
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:29:11 „Abraham Lincoln hat sich 1858 um einen Senatssitz in Illinois beworben und hat das getan mit einer Rede und da ist eine Stelle drin, das ist ein sehr berühmtes Bibelzitat aus dem Markus-Evangelium, wo es übersetzt heißt, wenn ein Haus mit sich selbst uneins wird, dann kann es nicht bestehen.“
Lanz referenziert Lincolns berühmte Rede von 1858, in der Lincoln mit dem Bibelzitat die drohende Spaltung der USA durch die Sklavenfrage beschrieb. Die Rede wird als historischer Vorläufer der heutigen Polarisierung eingeordnet.
The Emerging Democratic Majority
John B. Judis, Ruy Teixeira
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:32:41 „Anfang der Nullerjahre 2002 gab es ein Buch, The Emerging Democratic Majority, wo zwei Autoren genau diese These vertreten haben, so nach dem Motto, das, was da jetzt entsteht, diese schrumpfende, klassische, weiße, ländliche Minderheit und dann die vielen sozusagen Zuwanderer, die kommen und Minderheiten zwar bilden, aber insgesamt dann diese Idee, eigentlich eine große Lebenslüge, Migranten sind links und sie sind progressiv.“
Lanz beschreibt ein Buch von 2002, das die These vertrat, die Demokraten würden durch demografischen Wandel und Zuwanderung eine dauerhafte Mehrheit erlangen. Er nutzt es als Beleg dafür, dass diese progressive Hoffnung sich als Irrtum herausstellte – die Annahme, Migranten wählten automatisch links, erwies sich als falsch und ebnete letztlich Trumps Aufstieg.
Why Liberalism Failed
Patrick Deneen
🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:36:31 „Und dieser J.D. Vance hat 2017 ein Buch geschrieben, warum der Liberalismus zu Ende ist. Genau, warum der Liberalismus gescheitert ist. Und das ist natürlich interessant, wenn ein Rechter mir erzählt, der Liberalismus, der ja für viele Linke sozusagen Synonym für Kapitalismus auch ist, auf einmal von rechts eine Kultur- und Gesellschafts- und Wirtschaftskritik kommt, die ich bislang nur von links kannte.“
Precht stellt Patrick Deneens zentrales Werk vor, das er als kommenden Interviewgast vorbereitet. Die Kernthese: Der Liberalismus seit John Locke – das Primat des Individuums und seiner Freiheitsrechte – hat sich zu Tode gesiegt und fragmentierte, egoistische Gesellschaften hinterlassen. Precht findet besonders faszinierend, dass hier von rechts eine Kulturkritik kommt, die er bislang nur von linken Denkern wie Adorno und Marx kannte.
Regime Change
Patrick Deneen
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:46:24 „In dem Liberalismusbuch gibt es irgendwie nur ein, so zehn Seiten mit Antworten. Und dann hat er ein neues Buch geschrieben, Regime Change, ein hochprovokativer Titel. Nach dem Motto, die USA haben, das war der Auslöser, haben ja damals 2003 Dick Cheney lässt grüßen, den Irak überfallen, um da Hussein wegzumachen, Regime-Change zu machen.“
Precht beschreibt Deneens zweites Buch als Versuch, die im Liberalismus-Buch fehlenden Lösungsvorschläge nachzuliefern. Der provokante Titel spielt darauf an, dass die USA keinen Regime-Change im Ausland, sondern im eigenen Land bräuchten. Precht kritisiert Deneens Lösungen allerdings als 'Fantasy-Variante' – edle Führerpersönlichkeiten und eine Rückkehr zu kirchlichen Gemeinschaften.
Der Herr der Ringe
J.R.R. Tolkien
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:47:06 „Und dann kommen ganz merkwürdige Vorstellungen, wie friedliche Revolutionen funktionieren sollen. Und ich nenne das, damit will ich ihn auch konfrontieren, die Fantasy-Variante. Das erinnert mich an Tolkien, was er da so erzählt. Wir brauchen herausragende, edle Männer.“
Precht zieht Tolkiens Werk als ironischen Vergleich heran, um Deneens politische Vision zu karikieren. Die Vorstellung, dass 'edle Männer' – quasi Aragorns – die Gesellschaft aus der Krise führen, erinnert Precht an Fantasy-Literatur. Er nutzt die Tolkien-Referenz, um zu zeigen, wie realitätsfern Deneens Lösungsvorschläge sind.
Der Mann ohne Eigenschaften
Robert Musil · 1930
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:50:18 „Und das ist eben dieser von mir so gerne zitierte Satz von Robert Musil. In der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück. Das heißt, wir können aus der Krise der Moderne nur mit modernen Mitteln rauskommen.“
Precht argumentiert gegen die konservative Idee, man könne das Rad der Geschichte zurückdrehen. Er zitiert Robert Musil als Beleg dafür, dass es in der Menschheitsgeschichte kein freiwilliges Zurück gibt, und wendet dies auf Patrick Deneens Vorschläge an.