Lanz & Precht – Ausgabe Sechsundvierzig
#046

Ausgabe Sechsundvierzig

Lanz & Precht / 15. Juli 2022 / 8 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Richard David Precht berichtet, dass er gemeinsam mit Harald Welzer ein Buch über die Mechanismen der deutschen Medienlandschaft schreibt — und sich bereits vor Erscheinen vernichtende Kritik einhandelt. Journalisten wie Miriam Holstein von T-Online und Joachim Huber vom Tagesspiegel haben das noch ungeschriebene Werk schon rezensiert, was Precht als unfreiwillige Kabaretteinlage und zugleich als besorgniserregendes Symptom des Journalismus empfindet.

„Normalerweise machen Rezensenten das so: Sie tun so, als hätten sie ein Buch gelesen und rezensieren es. Und hier ist es so, dass ja jeder weiß, dass sie es noch gar nicht gelesen haben — und es trotzdem rezensieren.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (8)

Die vierte Gewalt
Buch

Die vierte Gewalt

Richard David Precht, Harald Welzer · 2022

🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:01:01 „Und jetzt habe ich ja vor drei Wochen zusammen mit Harald Welzer angefangen, ein Buch zu schreiben aus aktuellem Anlass. Und das Buch analysiert bestimmte Mechanismen, wie unsere Medien funktionieren.“

Precht spricht über sein aktuelles Buchprojekt mit Harald Welzer, das die Selbstangleichung der Medien analysiert. Das Buch untersucht, wie ohne Absprachen eine veröffentlichte Meinung entsteht, die von der öffentlichen Meinung stark abweicht – etwa bei der Ukraine-Berichterstattung. Das Buch ist zentrales Thema der gesamten Episode und wird kontrovers diskutiert, da es bereits vor Erscheinen von Journalisten kritisiert wurde.

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Artikel

Ankündigung im Buchreport

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:01:51 „Und zwar auf eine kleine Ankündigung im Buchreport hin. Das heißt, da wird angekündigt, Welser und Precht schreiben ein Buch über die Medien. Und dann wird schon vernichtend geurteilt.“

Precht erwähnt eine kurze Verlagsankündigung im Branchenmagazin Buchreport, die den Anlass für die Vorab-Kritik an seinem Buch lieferte. Obwohl es nur eine knappe Ankündigung war, hätten Journalisten daraufhin bereits vernichtende Urteile gefällt.

Zum Artikel bei Literaturcafe.de
Artikel von Miriam Holstein über Precht und Welzer
Artikel

Artikel von Miriam Holstein über Precht und Welzer

Miriam Holstein

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:02:30 „Da gibt es eine Frau, die heißt Miriam Holstein. Von T-Online. Die hat mir schon nahegelegt, ich wäre im Schwurblerlager, ohne eine Zeile gelesen zu haben.“

Precht beschwert sich über Journalisten, die sein noch unveröffentlichtes Buch bereits rezensiert haben. Holstein von T-Online habe ihn als Schwurbler eingeordnet, obwohl das Buch noch gar nicht erschienen war – für Precht ein Beispiel für die Probleme im Journalismus, die er in seinem Buch beschreibt.

Zum Artikel bei T-online.de
Artikel über Precht/Welzer-Buchankündigung im Tagesspiegel
Artikel

Artikel über Precht/Welzer-Buchankündigung im Tagesspiegel

Joachim Huber

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:05:40 „Ich habe gelesen das Stück von Joachim Huber im Tagesspiegel. [...] Ich habe nur die Überschrift gelesen, Buchautoren üben scharfe Kritik. Und dann kommt der entscheidende Satz. Er sagt sogar, die schreiben ein Klagebuch über die vierte Gewalt.“

Lanz und Precht diskutieren über bereits erschienene Vorab-Kritiken an ihrem noch unveröffentlichten Buch 'Die Vierte Gewalt'. Lanz hat den Tagesspiegel-Artikel von Joachim Huber gelesen und zitiert daraus, während Precht sich über die Vorverurteilung ohne Lektüre des Buches beschwert.

Zum Artikel bei Tagesspiegel
Essay

Essay von Jürgen Habermas in der Süddeutschen Zeitung

Jürgen Habermas

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:10:12 „Es hat Kommentare von Habermas gegeben in der Süddeutschen Zeitung mit einem langen doppelseitigen Essay. Von Ilya Trojanow und so weiter.“

Precht argumentiert, dass zwar vereinzelt kritische Stimmen wie Habermas oder Trojanow in Gastbeiträgen zu Wort kamen, aber die festangestellten Chefredakteure und politischen Redakteure nahezu geschlossen eine andere Linie vertraten. Der Habermas-Essay dient als Beleg dafür, dass abweichende Positionen nur über externe Gastkommentare Eingang in Leitmedien fanden.

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Citizen Kane
Film

Citizen Kane

Orson Welles

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:20:13 „Also der berühmteste Zeitungsverleger aller Zeiten international ist Hearst. Den kennen viele, weil er das Vorbild war für den Orson Welles Film Citizen Kane.“

Precht erzählt von historischen Beispielen mächtiger Medienmogule und deren Missbrauch. Er erwähnt den Zeitungsverleger William Randolph Hearst, der den Spanisch-Amerikanischen Krieg um Kuba aus Geschäftsinteressen befeuert habe, und verweist auf den berühmten Film als kulturelle Referenz für diese Geschichte.

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Offener Brief gegen schwere Waffenlieferungen an die Ukraine
Artikel

Offener Brief gegen schwere Waffenlieferungen an die Ukraine

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:32:19 „Eigentlich ist der Anlass beispielsweise, um jetzt bei Reinhard Merkel zu bleiben mit dem offenen Brief, gegen diese schweren Waffenlieferungen. Dann ist dieser Brief, dann gibt es diese These, wir nehmen wahr und das ist halt auch genau wiederum das, was sozusagen auf der Haben-Seite der Medien steht.“

Lanz schildert, wie ein offener Brief gegen schwere Waffenlieferungen an die Ukraine – mitunterzeichnet von Reinhard Merkel – zum Anlass für eine Sendungsbesetzung wurde. Der Brief dient im Gespräch als konkretes Beispiel dafür, wie Redaktionen auf gesellschaftliche Debatten reagieren und Gäste nach Positionen auswählen.

Zum Artikel bei Spiegel
Hart aber fair
Serie

Hart aber fair

Louis Klamroth

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:43:49 „Die größte mediale Entgleisung war die Talkshow Hart aber fair, in dem vier Befürworter der Impfpflicht gegen Svenja Flasspöhler in dem Fall standen, die Zweifel an der Impfpflicht hatte und auch nicht eine kollektive Denunziation aller Ungeimpften hinnehmen wollte, die einschließlich eines parteiischen Moderators da an den Pranger gestellt wurde in einem Ausmaß.“

Precht nennt eine konkrete Hart-aber-fair-Folge als Beispiel für mediale Entgleisungen während der Corona-Pandemie. In dieser Sendung stand Svenja Flasspöhler als einzige Kritikerin der Impfpflicht vier Befürwortern gegenüber, obwohl sie lediglich die geltende Rechtslage verteidigte. Precht nutzt die Episode als Beleg für asymmetrische Talkshow-Besetzungen.

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