Dr. Giulia Enders – Was will dir dein Körper sagen
Matze Hielscher & Dr. Giulia Enders
Dr. Giulia Enders spricht darüber, wie wir unseren eigenen Körper oft unhöflicher behandeln als andere Menschen — unangenehme Gefühle werden mit dem Handy übertönt, statt ihnen zuzuhören. Sie erklärt, warum Dopamin unsere Belohnungszellen abstumpfen lässt und plädiert dafür, morgens zu fragen, welches Gefühl man heute gerne hätte, statt sich von oben Ziele zu befehlen wie ein schlechter Chef.
„Wenn wir so mit anderen umgehen würden, wie wir mit uns selbst umgehen, das wäre einfach unhöflich.“
Erwähnte Medien (9)
Darm mit Charme
Giulia Enders · 2014
»Sie [Giulia Enders] hat medizinisches Wissen, das sonst nur Eingeweihten bekannt wird, für die breite Bevölkerung didaktisch exzellent aufbereitet.« Frankfurter Allgemeine Zeitung Giulia Enders ist Ärztin für Gastroenterologie und entführt uns in die Welt des Darms: Humorvoll, informativ und spannend! Unser Darm ist ein fabelhaftes Wesen voller Sensibilität, Verantwortung und Leistungsbereitschaft. Wenn man ihn gut behandelt, bedankt er sich dafür.
🗣 Hielscher referenziert bei ⏱ 00:00:20 „bekannt wurde sie vor 11 Jahren durch ihr Buch Darm mit Charme, das weltweit über 8 Millionen Mal verkauft wurde“
Matze stellt Giulia Enders als Autorin des Weltbestsellers 'Darm mit Charme' vor, der über 8 Millionen Mal verkauft wurde.
Organisch
Julia Enders · 2025
Nach dem Millionenbestseller "Darm mit Charme": Faszinierende Antworten aus dem Innersten unseres Körpers Manchmal braucht es den Blick nach innen, um das Leben draußen besser zu verstehen. Tief in unserem Inneren wirken Kräfte, die uns Tag für Tag schützen, heilen und am Leben halten – meist, ohne dass wir es bemerken. Giulia Enders nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise zu den unsichtbaren Helden unseres Körpers.
🗣 Hielscher empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:00:20 „Dieses Jahr ist ihr zweites Buch erschienen: Organisch. Darin will Giulia uns ein tieferes, fühlbareres Verständnis von unserem Körper und seinen Funktionen vermitteln.“
Giulia Enders' zweites Buch, in dem sie ein fühlbares Verständnis des eigenen Körpers und seiner Funktionen vermitteln will. Zentrales Thema des Gesprächs.
Seinfeld
Larry David, Jerry Seinfeld · 1989
Oft löst ein kleines Ereignis das größte Chaos aus. Jerry Seinfeld und seine drei Freunde Elaine, Kramer und George sind eine Chaotenclique: Ein Kampf um einen Sitzplatz im Restaurant, ein illegaler Kabelanschluss, die Frage nach der richtigen Höhe des Trinkgeldes oder auch nur eine falsche Bemerkung auf dem Anrufbeantworter der neuen Flamme...
🗣 Dr. Giulia Enders erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:16:05 „Eine Person kommt, hat schlechte Laune, muffelt einen an, dann ist der irgendwie und dann muffelt der den Nächsten an. Ich glaube bei Seinfeld hieß die Folge so Chain of Screaming, aber quasi dieses ja pandemieartige Verbreitungsmuster.“
Giulia Enders spricht über Studien zur Verbreitung schlechter Laune in Unternehmen und vergleicht das Phänomen mit einer Serienfolge, die sie 'Chain of Screaming' nennt und Seinfeld zuordnet. Sie nutzt die Referenz, um zu illustrieren, wie sich negative Emotionen kettenartig von Person zu Person übertragen – unabhängig von Hierarchie oder Position.
Der Herr der Ringe
J. R. R. Tolkien
Ein ungewöhnlicher Held. Eine Reise voller Gefahren. Das größte Abenteuer aller Zeiten. In einem ruhigen Dorf im Auenland bekommt der junge Frodo ein Geschenk, das sein Leben für immer verändern wird – den Einen Ring, der seit Jahrhunderten als verschollen galt. Ein mächtiges und furchterregendes Ding, mit dem der Dunkle Herrscher einst Mittelerde versklavte.
🗣 Dr. Giulia Enders erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:25:12 „Wir lesen heutzutage, glaube ich, so viele Worte oder überfliegen die in Online-Handy und E-Mails zu so einem Drittel von einem Herr-der-Ringe-Band pro Tag. Also da ist einfach extrem viel Konkurrenz zu den Informationen von innen.“
Giulia Enders nutzt den Umfang eines Herr-der-Ringe-Bandes als anschauliche Maßeinheit, um zu verdeutlichen, wie viel Text wir täglich durch Handy, E-Mails und Online-Medien konsumieren. Sie argumentiert, dass diese Informationsflut von außen in Konkurrenz zu den körpereigenen Signalen steht und es deshalb umso wichtiger sei, auch dem inneren Wissen wieder Raum zu geben.
Yellow
Coldplay
Yellow (englisch für „Gelb“) ist ein Lied der britischen Rockband Coldplay, das im Juni 2000 erschien.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:50:12 „Gibt es irgendwas bei den Musikern, das ist oft eine zerbrochene Liebe, die dann sagt und jetzt schreibe ich Yellow und dann ist es Yellow. Gab es sowas bei dir?“
Matze Hielscher fragt Giulia Enders nach dem Ursprung ihrer Leidenschaft, Wissen fühlbar zu machen. Als Vergleich zieht er Musiker heran, bei denen oft eine zerbrochene Liebe der kreative Auslöser sei – und nennt Coldplays 'Yellow' als Beispiel für ein Werk, das aus einem solchen Moment entstanden sei.
Wissenschaftsmagazin-Artikel über die Kosten eines künstlichen Auges
Wissenschaftsartikel über die Kosten eines künstlichen Auges (ca. 3 Millionen Euro). Der in einer Wissenschaftszeitschrift veröffentlichte Artikel diente Giulia Enders als Ausgangspunkt für ihre Recherche zum Gesamtwert des menschlichen Körpers.
🗣 Dr. Giulia Enders referenziert bei ⏱ 01:37:35 „Es ging im Grunde darum, dass ich ein paar Jahre davor, bevor ich das geschrieben habe, mal irgendwo gelesen habe, dass ein Auge nachzubauen etwa drei Millionen Euro kosten würde. Das war, glaube ich, wirklich so in so einer Wissenschaftszeitung beim Zahnarzt.“
Giulia Enders erzählt, wie sie beim Zahnarzt in einer Wissenschaftszeitschrift las, dass ein künstliches Auge etwa drei Millionen Euro kosten würde. Diese beiläufige Lektüre war der Auslöser für ihre Recherche zum Gesamtwert des menschlichen Körpers, die zu einem der eindrücklichsten Kapitel ihres neuen Buchs wurde.
Mona Lisa
Leonardo da Vinci
Ölmalerei von Leonardo da Vinci aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das berühmte Porträt zeigt eine Frau und folgt den stilisierten Schönheitsidealen der Renaissance mit charakteristischen Merkmalen wie dünnen Augenbrauen und feinen Gesichtszügen. Das Werk exemplifiziert die porträtistische Konvention seiner Epoche, in der viele Frauenporträts einem standardisierten Schönheitskanon folgten. Es zählt zu den weltweit bekanntesten Kunstwerken der Malerei.
🗣 Dr. Giulia Enders erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:39:21 „New York gelandet oder auch alle Kunstwerke, die es auf der Welt gibt. Alle Kunstwerke von der Mona Lisa im Louvre bis irgendwie Campbell Soup, Bilder, aber quasi alles zusammen.“
Giulia Enders rechnet vor, was es kosten würde, einen menschlichen Körper nachzubauen – Billionen Euro, vergleichbar mit dem Wert aller Immobilien von London oder New York. Als weiteren Vergleich nennt sie den Gesamtwert aller Kunstwerke der Welt, von der Mona Lisa bis zu Warhols Campbell's Soup. Die Pointe: Ein einzelner Mensch ist mehr wert als all das zusammen.
Campbell's Soup Cans
Andy Warhol
Der Artikel bezieht sich auf Andy Warhols ikonisches Kunstwerk „Campbell's Soup Cans" aus dem Jahr 1962, eine Pop-Art-Klassiker, die Verbraucherkultur und Massenproduktion thematisiert. Im Podcast wird das Werk als Beispiel für den kombinierten Wert aller Kunstwerke der Welt herangezogen, um Giulia Enders' provokante These zu unterstreichen: Der ökonomische Wert eines einzelnen menschlichen Körpers übersteigt den Gesamtwert aller jemals geschaffenen Kunstwerke. Die Erwähnung verdeutlicht eine Perspektivverschiebung vom künstlerischen zum biologischen Wert.
🗣 Dr. Giulia Enders erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:39:21 „Alle Kunstwerke von der Mona Lisa im Louvre bis irgendwie Campbell Soup, Bilder, aber quasi alles zusammen. Und das ist ja einfach, glaube ich, ein Wert, den wir schon fast, also das checken wir ja gar nicht.“
Im Kontext ihrer Berechnung des Werts eines menschlichen Körpers nennt Giulia Enders Warhols Campbell's Soup Cans als zweites Beispiel neben der Mona Lisa für den Gesamtwert aller Kunstwerke weltweit. Die Botschaft: Selbst alle Kunstwerke zusammen erreichen nicht den Wert eines einzigen menschlichen Körpers.
Perfect Days
Wim Wenders · 2023
Hirayama scheint mit seinem einfachen Leben als Toilettenreiniger in Tokio vollauf zufrieden zu sein. Außerhalb seines sehr strukturierten Alltags genießt er seine Leidenschaft für Musik und für Bücher. Und er liebt Bäume und fotografiert sie. Eine Reihe unerwarteter Begegnungen enthüllt nach und nach mehr über seine Vergangenheit.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:03:15 „Ich kann dir da einen Film empfehlen, der heißt Perfect Days. Der ist von Wim Wenders. Das ist ein Spielfilm und der hat einen Toilettenputzer in Tokio. Das ist der Hauptcharakter. Und das ist fast schon so ein Idealbild von Mensch, finde ich, wie er da so jeden Tag so verrichtet und wahnsinnig begeistert, oder nicht begeistert unbedingt, sondern einfach seinen Job macht und dann wieder nach Hause fährt, ein Buch liest und wenn er es fertig gelesen hat, wieder in der Bibliothek abgibt.“
Im Gespräch über Langsamkeit und Achtsamkeit empfiehlt Matze Hielscher den Film als Idealbild eines Menschen, der in völliger Hingabe seinen einfachen Alltag als Toilettenputzer in Tokio lebt. Der Film wird zum zentralen Referenzpunkt des restlichen Gesprächs – beide diskutieren, wie Hingabe an kleine Tätigkeiten zu innerem Frieden führen kann. Matze erzählt zudem, dass er sich in Tokio die Toiletten aus dem Film angesehen hat.