Ungleichheitsforscherin Martyna Linartas – Warum ist Deutschland so ungleich
Matze Hielscher & Martyna Linartas
Martyna Linartas erklärt, warum Deutschland eines der ungleichsten Länder der Welt bei der Vermögensverteilung ist: Nur noch zwei Familien besitzen mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Bevölkerung, und über die Hälfte aller Vermögen stammt mittlerweile aus Erbschaften. Die frühere Kapitalistin beschreibt, wie sie erkannte, dass Ungleichheit das Querschnittsthema zu fast allen gesellschaftlichen Problemen ist.
„Nur noch zwei Familien besitzen mehr Vermögen als die gesamte ärmere Hälfte der deutschen Bevölkerung. Zwei Familien haben also mehr Vermögen als 42 Millionen Menschen.“
Erwähnte Medien (26)
Unverdiente Ungleichheit
Martyna Linartas
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:02:03 „Kürzlich erschienen ist ihr erstes Buch »Unverdiente Ungleichheit« und sie beschäftigt sich darin mit der ungerechten Vermögensverteilung in Deutschland. Das ist ein sehr, sehr, sehr erkenntnisreiches Buch. Ich habe ganz, ganz viel Neues daraus erfahren und wir haben das Ganze hier noch ein bisschen vertieft.“
Matze Hielscher stellt seine Gesprächspartnerin Martyna Linartas vor und empfiehlt ihr Debütbuch als besonders erkenntnisreich. Das Buch über die ungerechte Vermögensverteilung in Deutschland bildet die thematische Grundlage des gesamten Gesprächs.
Bleibefreiheit
Eva von Redecker
🗣 Matze Hielscher empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:20:28 „ich kenne sie, weil ich sie unbedingt hier sprechen will, weil sie auch dieses tolle Buch Bleibefreiheit geschrieben hat“
Matze Hielscher erwähnt ein weiteres Buch von Eva von Redeker, das er kennt und schätzt
Revolution für das Leben
Eva von Redeker
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:20:44 „Entscheidend war Eva von Radeckal Revolution für das Leben. Also wenn ich danach gefragt werde, auch von meinen Studierenden, welche Bücher soll ich lesen, dann ist das immer mit dabei. Eva von Redeka, Revolution für das Leben.“
Martyna Linartas beschreibt dieses Buch als den Kipppunkt, der sie vom sozialdemokratischen Kapitalismus hin zu einer postkapitalistischen Position gebracht hat. Ein Freund schob ihr das Buch hin, nachdem er ihre Verteidigung des Kapitalismus nicht mehr hören wollte — danach kam sie 'ganz klein angekrochen' und gab ihm recht. Sie empfiehlt es auch ihren Studierenden.
Haben oder Sein
Erich Fromm
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:21:34 „Zum Beispiel auch das Buch, das ich jetzt gerade wieder lese, »Haben oder Sein« von Erich Fromm, wo es um diese verschiedenen Existenzweisen eines Menschen geht. Entweder man lebt nach der Existenzweise des Habens oder nach der Existenzweise des Seins. Haben ist eine kapitalistische Existenzweise.“
Martyna Linartas erwähnt dieses Buch als eines, das sie bereits vor ihrem ideologischen Wandel gelesen hatte und das sie aktuell erneut liest. Es geht um zwei Existenzweisen — Haben vs. Sein — wobei sie die Haben-Orientierung als kapitalistisch einordnet. Das Buch war Teil ihres intellektuellen Weges weg vom Kapitalismus.
IPCC-Report
United Nations / IPCC
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:22:19 „Ich habe auch zu der Phase angefangen, mehr außerhalb der Politik und der Wirtschaftswissenschaften Texte zu lesen. Zum Beispiel ein IPCC-Report, also International Panel on Climate Change von den United Nations oder eben auch generell mehr Forschung zum Thema Ungleichheit und Klima.“
Martyna Linartas erwähnt den IPCC-Report als Beispiel für Lektüre, die sie außerhalb ihres wirtschafts- und politikwissenschaftlichen Feldes gelesen hat. Die Berichte bestärkten sie in der Erkenntnis, dass Wissenschaftler anderer Disziplinen die Grenzen des Kapitalismus bereits klarer sehen.
Capitalist Realism: Is There No Alternative?
Mark Fisher
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:22:49 „Es gibt ja auch diesen einen Ausspruch, dass es leichter ist, sich das Ende der Welt als das Ende des Kapitalismus vorzustellen. Und da war ich auch mal an diesem Punkt.“
Martyna Linartas zitiert den bekannten Ausspruch, der durch Mark Fishers 'Capitalist Realism' (2009) populär wurde (ursprünglich Fredric Jameson zugeschrieben). Sie nutzt ihn, um ihren eigenen Wandel von der Kapitalistin zur Kapitalismuskritikerin zu beschreiben.
Das Kapital im 21. Jahrhundert
Thomas Piketty
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:23:14 „Und ich weiß noch, dass ich damals Kapital im 21. Jahrhundert, habe ich verschlungen, habe ich auch meine Masterarbeit drüber geschrieben, war grandios.“
Martyna Linartas erwähnt Pikettys früheres Hauptwerk als Buch, das sie so begeistert hat, dass sie ihre Masterarbeit darüber schrieb. Sie ordnet es zeitlich vor 'Kapital und Ideologie' ein und nutzt es, um Pikettys eigene Entwicklung vom Kapitalisten zum Sozialismus-Befürworter nachzuzeichnen.
Kapital und Ideologie
Thomas Piketty
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:23:35 „Und ich glaube, dann war auch für mich noch ein weiteres entscheidendes Buch, war da Thomas Piketty Kapital und Ideologie. Da spricht er explizit von einem partizipativen Sozialismus und baut auch, gerade weil es in diesem Buch dann nicht mehr rein um Wirtschaftsfragen geht, sondern auch um Fragen der Ideologie und da geht er auch viel, viel weiter und viel, viel tiefer auch noch auch in andere Disziplinen rein.“
Martyna Linartas beschreibt dieses Buch als weiteren entscheidenden Baustein ihres Wandels. Sie sieht in Pikettys eigener Entwicklung — vom Kapitalisten 2014 zum Verfechter eines partizipativen Sozialismus 2020 — eine Parallele zu ihrem eigenen intellektuellen Weg und fühlte sich dadurch bestärkt.
Autobiografie eines Yogi
Paramahansa Yogananda
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:24:36 „Aber wenn wir schon bei Büchern sind, ich liebe Bücher. Ganz, ganz großes Kino ist definitiv auch Autobiografie eines Yogi von Paramahansa Yogananda. Das ist auch ganz, ganz groß und toll.“
Am Ende der Passage über ihre intellektuelle und spirituelle Entwicklung empfiehlt Martyna Linartas dieses Buch als 'ganz großes Kino'. Es passt zu ihrer Aussage, dass sie sich in den letzten Jahren auch als spiritueller Mensch entwickelt hat — neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit.
Braunes Erbe
David de Jong
🗣 Martyna Linartas empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:39:24 „Und darüber spricht man fast gar nicht. Und das gibt auch dazu ein ganz grandioses Buch, das heißt Braunes Erbe von David de Jong. Im Original heißt es Nazi-Billionärs, Nazi-Milliardäre. Finde ich ein bisschen treffender.“
Im Gespräch über die braune Vergangenheit großer deutscher Familienvermögen empfiehlt Martyna Linartas dieses Buch als herausragende Quelle. Sie merkt an, dass der englische Originaltitel 'Nazi Billionaires' treffender sei als die weichgespülte deutsche Übersetzung, und kritisiert, dass über die historischen Wurzeln deutscher Milliardenvermögen kaum gesprochen werde.
Die geheime Welt der Superreichen
Julia Friedrichs, Jochen Breyer
🗣 Martyna Linartas empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:41:11 „Und dann haben sich auch noch Julia Friedrichs und Jochen Breyer von ZDF auf dieses Thema draufgesetzt und eine richtig tolle Doku gemacht dazu, nämlich »Die geheime Welt der Superreichen«. Und da werden die erstmals so richtig genannt. Das war Ende November, Anfang Dezember 2023, dass diese Namen überhaupt mal in der Breite der Gesellschaft erstmals genannt wurden.“
Martyna Linartas erzählt, wie die Familie Böhringer und von Baumbach als eine der reichsten Deutschlands lange unbekannt blieb, weil sie juristisch gegen die Nennung in Reichenlisten vorging. Die ZDF-Dokumentation von Julia Friedrichs und Jochen Breyer habe diese Familie Ende 2023 erstmals einem breiten Publikum bekannt gemacht.
Die Abstiegsgesellschaft
Oliver Nachtwey
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:03:47 „Oliver Nachtwey, ganz toller Soziologe, nennt es das sozialdemokratische Akkumulationsdilemma.“
Martyna Linartas verweist auf den Soziologen Oliver Nachtwey und dessen Konzept des 'sozialdemokratischen Akkumulationsdilemmas', um zu erklären, warum die SPD trotz ihres sozialen Anspruchs neoliberale Politik betreibt. Das Konzept stammt aus Nachtweys Werk über die Abstiegsgesellschaft, wird aber nicht explizit mit einem Buchtitel benannt.
Godesberger Programm
SPD
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:04:45 „Wir wollen einfach, dass die Wirtschaft weiter wächst. Das ist in der SPD passiert mit dem Grudesberger Programm von 1958. Und seitdem hat sich das an der SPD auch so fortgesetzt.“
Martyna Linartas verweist auf das Godesberger Programm der SPD von 1959 (im Transkript als 1958 genannt) als historischen Wendepunkt, an dem die Sozialdemokraten sich vom Sozialismus abwandten und Wirtschaftswachstum zum Selbstzweck erklärten. Dies dient als Erklärung für die heutige wirtschaftspolitische Ausrichtung der SPD.
Der Weg zur Knechtschaft
Friedrich August von Hayek
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:15:07 „Da hat sie wohl in dieser Besprechung ein Buch auf den Tisch geklatscht von August von Hayek und hat gesagt, wir gehen keinen Mittelweg, das ist das, woran wir glauben.“
Margaret Thatcher soll ein Werk von Hayek demonstrativ auf den Tisch geschlagen haben, um die neoliberale Richtung der Konservativen zu bestimmen
Zwei Konzepte der Freiheit (Two Concepts of Liberty)
Isaiah Berlin
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:18:02 „Genau, das sind die beiden Möglichkeiten nach dem, ich glaube nach Berlin, also jetzt nicht der Stadt, sondern nach einem, ich weiß gar nicht, wer Philosoph ist, aber der hat gesagt, es gibt die Freiheit für und die Freiheit von etwas.“
Im Gespräch über Margaret Thatchers neoliberale Politik und deren Freiheitsbegriff verweist Linartas auf Isaiah Berlins berühmte Unterscheidung zwischen positiver Freiheit ('Freiheit zu') und negativer Freiheit ('Freiheit von'). Sie ordnet den Neoliberalismus der negativen Freiheit zu – Freiheit vom Staat –, im Gegensatz zur Freiheit, aktiv etwas zu gestalten.
The Road to Serfdom (Der Weg zur Knechtschaft)
Friedrich August von Hayek
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:18:39 „Da hat sie wohl in dieser Besprechung ein Buch auf den Tisch geklatscht von August von Hayek und hat gesagt, wir gehen keinen Mittelweg, das ist das, woran wir glauben. Und das war eben ein Werk von August von Hayek, wo er vom Neoliberalismus gesprochen hat.“
Linartas erzählt eine berühmte Anekdote über Margaret Thatcher: Als in ihrer Partei über einen politischen Mittelweg diskutiert wurde, knallte Thatcher ein Buch von Hayek auf den Tisch und erklärte, das sei die Leitlinie. Der genaue Titel wird nicht genannt, es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um 'The Road to Serfdom' oder 'The Constitution of Liberty' – Hayeks Hauptwerke zum Neoliberalismus.
The Constitution of Liberty
Friedrich August von Hayek
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:18:39 „Da hat sie wohl in dieser Besprechung ein Buch auf den Tisch geklatscht von August von Hayek und hat gesagt, wir gehen keinen Mittelweg, das ist das, woran wir glauben. Und das war eben ein Werk von August von Hayek, wo er vom Neoliberalismus gesprochen hat.“
Martyna Linartas erzählt die berühmte Anekdote, wie Margaret Thatcher Ende der 1970er Jahre in einer Parteisitzung ein Buch von Hayek auf den Tisch knallte. Historisch handelt es sich um 'The Constitution of Liberty' (1960), nicht um 'The Road to Serfdom', das bereits in der Liste erfasst ist.
Triggerpunkte
Steffen Mau
🗣 Martyna Linartas empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:31:53 „Auch in Deutschland ist es so, das zeigt wunderbar Steffen Mauer und andere zeigen das auch, auch Linus Westhäus ist einer der Autoren vom Buch Triggerpunkte. Und die haben sich mal angeschaut, wirklich auch statistisch, wie viele Menschen glauben in Deutschland eigentlich nach wie vor, dass jeder seines Glückes Schmied sei?“
Linartas verweist auf das Buch 'Triggerpunkte' von Steffen Mau und Linus Westhäuser als Beleg dafür, dass drei Viertel der Deutschen noch an die individuelle Leistungserzählung glauben – die neoliberale Vorstellung, dass Fleiß automatisch zu Erfolg führt. Sie sieht darin ein zentrales Problem, weil es strukturelle Ungleichheit unsichtbar macht.
The Tyranny of Merit
Michael Sandel
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:37:59 „Daniel Markowitz und Michael Sandel wunderbar herausgearbeitet haben. Also ein Professor von Yale und ein Professor von Harvard“
Sandels Arbeit wird herangezogen, um zu erklären, warum die Leistungsgesellschaft wie eine Tyrannei wirkt – Gewinner werden überheblich, Verlierer mit Scham behaftet
Citizenship and Social Class
Branko Milanovic
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:38:30 „Wie Branko Milanovic das nennt, das ist auch ein Ökonom, der zur Ungleichheit forscht, Premium Citizenship. Also allein die Tatsache, dass ich überhaupt in Europa geboren wurde, dass ich in Deutschland groß geworden bin, auch den Vergleich Polen-Deutschland, da hat es schon einen großen Unterschied gegeben.“
Linartas nutzt Milanovics Konzept der 'Premium Citizenship', um zu illustrieren, dass allein der Geburtsort ein enormer struktureller Vorteil ist. Sie bezieht das auf ihre eigene Biografie als polnischstämmige Frau in Deutschland und relativiert damit individuelle Erfolgserzählungen.
The Tyranny of Merit
Michael Sandel
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:40:40 „Die sagen, dass die Erzählung, diese Leistungserzählung Teil des Problems ist, wenn nicht sogar die Wurzel des Problems ist, auch im Neoliberalismus. Weil es geht ja nicht nur um Wirtschafts- und Finanzpolitik, sondern um die Individualisierung auch von Geschichten. Und Michael Sandel von der Harvard University zum Beispiel, der sagt, dass wir aufpassen müssen, denn eine Leistungsgesellschaft ist wie eine Tyrannei.“
Martyna Linartas diskutiert die problematische Seite der Leistungsgesellschaft. Sie zitiert Michael Sandel (Harvard), der argumentiert, dass Meritokratie eine Tyrannei sei: Die Gewinner werden überheblich, die Verlierer mit Scham behaftet, und die Solidarität in der Gesellschaft geht verloren.
The Meritocracy Trap
Daniel Markovits
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:40:40 „Weil auch Leistung, das ist etwas, was Daniel Markowitz und Michael Sandel wunderbar herausgearbeitet haben. Also ein Professor von Yale und ein Professor von Harvard, witzigerweise. Die sagen, dass die Erzählung, diese Leistungserzählung Teil des Problems ist, wenn nicht sogar die Wurzel des Problems ist, auch im Neoliberalismus.“
Neben Sandel erwähnt Linartas auch Daniel Markovits von Yale als jemanden, der die Leistungserzählung als Teil des Problems im Neoliberalismus herausgearbeitet hat. Beide Autoren haben unabhängig voneinander die Meritokratie kritisch analysiert.
Überreichtum
Martin Schürz
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:43:41 „Auch dazu gibt es ein ganz tolles Buch. Das Buch heißt Überreichtum von Martin Schürz.“
Auf die Frage, wo Überreichtum anfängt, empfiehlt Linartas direkt dieses Buch. Es liefert die begriffliche Grundlage für ihre Unterscheidung zwischen 'superreich' und 'überreich' – letzteres betone die schädliche Dimension exzessiven Reichtums für Demokratie und Klima.
Elitesoziologie
Michael Hartmann
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:46:51 „Und die Wirtschaftselite, da habe ich mich gehalten an die Definition vom Elitenforscher Nummer eins in Deutschland, nämlich Michael Hartmann. Und der definiert verschiedene Formen von Eliten. Es gibt zum Beispiel die politische, die bürokratische. Und dann gibt es eben auch die Wirtschaftselite.“
Linartas erklärt ihre methodische Grundlage: Sie hat für ihre Interviews Michael Hartmanns Eliten-Definition verwendet. Hartmann sei der führende Elitenforscher Deutschlands und unterscheide verschiedene Eliteformen, wobei die Wirtschaftselite die mächtigste aller Eliten sei.
Mythos Bildung
Aladin El-Mafaalani
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 02:03:35 „Das zeigt zum Beispiel der Soziologe Aladin Elme-Falani in Mythosbildung. Der spricht da ganz konkret von einem Bildungsparadox. Der sagt, wenn wir doppelt so viel, und wir hatten ja solche Bildungsoffensiven in Deutschland, wenn wir doppelt so viel in die Bildung investieren, dann investieren wir ja auch doppelt so viel in die jeweiligen Kinder.“
Martyna Linartas argumentiert, dass Bildung kein Allheilmittel gegen Ungleichheit ist. Sie verweist auf El-Mafaalanis Konzept des 'Bildungsparadoxes': Selbst wenn man doppelt so viel in Bildung investiert, profitieren alle Schichten gleichermaßen davon, sodass die Schere nicht kleiner wird. Das Buch dient ihr als wissenschaftliche Stütze gegen das vorherrschende Narrativ 'Bildung löst Ungleichheit'.
Jung & Naiv – Gespräch mit Martyna Linartas
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:15:05 „Ich habe dich gesehen bei Jung und Naiv und deswegen habe ich dich dann auch direkt gefragt, weil ich das Gespräch da auch super fand mit Hans.“
Matze Hielscher erzählt, dass er auf Martyna Linartas aufmerksam wurde, weil er ihren Auftritt beim Podcast 'Jung & Naiv' mit Moderator Tilo Jung (hier 'Hans' genannt) gesehen hat. Das Gespräch dort gefiel ihm so gut, dass er sie direkt für Hotel Matze einlud.