Hotel Matze – Monika Helfer und Michael Köhlmeier – Was ist Liebe
#458

Monika Helfer und Michael Köhlmeier – Was ist Liebe

Hotel Matze / 30. Mai 2025 / 13 Medien

Matze Hielscher & Monika Helfer, Michael Köhlmeier

Monika Helfer und Michael Köhlmeier, seit über 40 Jahren verheiratet und beide Schriftsteller, sprechen über ihre Liebe, ihre Unterschiede und die Vorsicht, die es braucht, damit etwas Kostbares hält. Köhlmeier erzählt freimütig von seiner anfänglichen Überwältigung durch Monikas Schönheit und dem Neid, den er in den Blicken anderer Männer las — während Helfer verrät, dass Frühstück mit ihm wie eine kleine Vorlesung ist, der sie still mit Kaffee lauscht.

„Vorsicht, dass nichts kaputt geht, würde ich sagen.“
🗣 Monika Helfer

Erwähnte Medien (13)

Falsches Spiel mit Roger Rabbit
Film

Falsches Spiel mit Roger Rabbit

Robert Zemeckis

🗣 Michael Köhlmeier referenziert bei ⏱ 00:05:16 „wie heißt das, Wer hat Angst vor Roger Rabbit? Wo so halb Trickfilm, halb so, sagt der Roger Rabbit genau das Gleiche. Weil man ihn fragt, warum hast du diese Sexbombe als Frau gekriegt? Oder man fragt die Frau und sie sagt darauf, weil er mich immer zum Lachen gebracht hat.“

Michael Köhlmeier vergleicht die Geschichte seines Onkels mit einer Szene aus dem Film, in der Roger Rabbit erklärt, warum er seine attraktive Frau bekommen hat – weil er sie zum Lachen bringt.

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Falscher Hase (Who Framed Roger Rabbit)
Film

Falscher Hase (Who Framed Roger Rabbit)

Robert Zemeckis

🗣 Michael Köhlmeier referenziert bei ⏱ 00:07:14 „Ich habe jetzt gehofft, du sagst was anderes. Weil man ihn fragt, warum hast du diese Sexbombe als Frau gekriegt? Oder man fragt die Frau und sie sagt darauf, weil er mich immer zum Lachen gebracht hat.“

Michael Köhlmeier erzählt von seinem Onkel Gerhard und dessen schöner Frau Vera, die sagte, sie habe ihn geheiratet, weil er sie zum Lachen brachte. Köhlmeier erinnert sich, dass in 'Falscher Hase' (Who Framed Roger Rabbit) genau derselbe Satz fällt – die attraktive Filmfrau liebt Roger Rabbit, weil er sie zum Lachen bringt. Die Parallele unterstreicht sein Argument, dass Humor das Fundament einer Beziehung ist.

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Letztes Buch von Michael Köhlmeier
Buch

Letztes Buch von Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier

🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:16:19 „Es gibt eine Frage in deinem letzten Buch. Was darf Liebe, fragte ich als Säler.“

Matze Hielscher zitiert eine Passage aus Köhlmeiers jüngstem Buch, in der eine Figur die Frage stellt 'Was darf Liebe?'. Er nutzt das Zitat, um die Frage an das Ehepaar weiterzugeben und eine persönliche Reflexion über die Grenzen der Liebe auszulösen. Der genaue Buchtitel wird nicht genannt.

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Replik auf Werther
Buch

Replik auf Werther

Heinrich von Kleist

🗣 Michael Köhlmeier referenziert bei ⏱ 00:16:38 „Jetzt habe ich vor kurzem die Replik vom Kleist zum Werther gelesen, weil es eine sehr böse Satire ist. Er verliebt sich in diese Frau, die schon verheiratet ist. Und dann aus lauter Verzweiflung legt er sich in das Ehebett dieser Leute und er schießt sich in die Brust, überlebt es aber.“

Michael Köhlmeier erzählt von Kleists satirischer Antwort auf Goethes Werther, in der die romantische Selbstmordidee ins Absurde gewendet wird.

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Die Leiden des jungen Werther
Buch

Die Leiden des jungen Werther

Johann Wolfgang von Goethe

🗣 Michael Köhlmeier referenziert bei ⏱ 00:17:00 „Eine Liebe, die nicht den Tod enthält, ist keine wahre Liebe. Das ist natürlich etwas, was einen jungen Menschen unglaublich toll empfindet. Seit Werther ist das etwas ganz Edles.“

Im Gespräch über die Frage 'Was darf Liebe?' reflektiert Köhlmeier über das romantische Ideal der todesmutigen Liebe, das seit Goethes 'Werther' als etwas Edles gilt. Er nutzt das Werk als kulturellen Referenzpunkt für eine jugendliche, übersteigerte Liebesvorstellung, die er aus heutiger Sicht differenzierter sieht.

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Replik auf den Werther
Buch

Replik auf den Werther

Heinrich von Kleist

🗣 Michael Köhlmeier empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:17:24 „Ich habe vor kurzem die Replik vom Kleist zum Werther gelesen, weil es eine sehr böse Satire ist. Er verliebt sich in diese Frau, die schon verheiratet ist. Und dann aus lauter Verzweiflung legt er sich in das Ehebett dieser Leute und er schießt sich in die Brust, überlebt es aber.“

Köhlmeier kontrastiert die romantische Werther-Verklärung mit Kleists bösartiger Satire, in der der verliebte Held überlebt, der Ehemann vor Schrecken stirbt und das Paar am Ende 15 Kinder bekommt. Er nutzt diesen Text als humorvolles Gegengewicht zur pathetischen Liebesidee und schweift selbst amüsiert ab, weil ihm die eigentliche Frage zu intim ist.

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Stendhal-Schreibregel (Wenn du sagen willst, dass es regnet)
Buch

Stendhal-Schreibregel (Wenn du sagen willst, dass es regnet)

Stendhal

🗣 Michael Köhlmeier zitiert daraus bei ⏱ 00:28:44 „Diesen schönen Satz von Stendal. Wenn du sagen willst, dass es regnet, dann sag es regnet. Also schmück es nicht aus, sag einfach, es regnet.“

Michael Köhlmeier erzählt, dass Monika diesen Stendhal-Satz an die Wand gepinnt hat. Er beschreibt seine eigene Schwäche, Unsicherheit mit besonders schönen Sätzen zu überspielen – was Monika mit Stendhals Maxime korrigiert.

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Die Bagage
Buch

Die Bagage

Monika Helfer

🗣 Michael Köhlmeier referenziert bei ⏱ 00:30:19 „Nachdem die Monika die Bagage geschrieben hat, war man beim Steuerberater und die Monika hat in dem Jahr exakt doppelt so viel verdient wie ich. Da kann ich aber mit bestem Gewissen sagen, dass das mich in keiner Weise...“

Köhlmeier spricht über den Umgang des Paares mit unterschiedlichem beruflichem Erfolg. 'Die Bagage' war Monika Helfers großer Durchbruch, nach dem sie deutlich mehr verdiente als er. Er betont, dass dieser Erfolg niemals ein Problem zwischen ihnen war – weder bei ihm noch umgekehrt, als er zuvor mehr verkaufte.

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Die Verdorbenen
Buch

Die Verdorbenen

Michael Köhlmeier

🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:34:54 „Monika, wenn du die Verdorbenen liest und es um die Frage geht am Anfang oder beziehungsweise den Wunsch geht, dass der Ich-Erzähler mal einen Mann töten möchte.“

Matze spricht Monika auf Michaels Roman 'Die Verdorbenen' an, in dem der Ich-Erzähler als Sechsjähriger den Wunsch äußert, einen Mann zu töten. Es entwickelt sich ein intensives Gespräch darüber, wie Monika auf diese verstörende Passage reagiert hat – sie empfand Angst und wollte Michael das Schreiben dieser Stelle ausreden, während Michael erklärt, dass er selbst erst drei Zeilen vorher nicht wusste, was die Figur sagen würde.

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Abendland
Buch

Abendland

Michael Köhlmeier

🗣 Michael Köhlmeier referenziert bei ⏱ 00:53:12 „Als ich den Roman Abendland geschrieben habe, der 800 Seiten, und da war ich dann so in dieser Figur des Erzählers, dass ich dann noch einen zweiten und einen dritten und sogar einen vierten Roman geschrieben habe, wo der Erzähler drin vorkommt.“

Michael erzählt, wie ihn manche Romanfiguren nach dem Abschluss eines Buchs nicht loslassen. Bei 'Abendland', seinem 800-Seiten-Roman, war er so tief in der Erzählerfigur, dass daraus drei weitere Romane mit derselben Figur entstanden. Er nutzt das als Beispiel dafür, dass Figuren ein Eigenleben entwickeln.

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Löwenherz
Buch

Löwenherz

Monika Helfer

🗣 Michael Köhlmeier referenziert bei ⏱ 00:54:06 „Der dritte Band von Monikas Trilogie, der heißt Löwenherz und ist über ihren Bruder. Und im Löwenherz, in dem dritten Band, war ich die Gewehrsperson, weil ich den Bruder von Monika, Richard, sehr gut gekannt habe.“

Michael beschreibt den dritten Band von Monikas autobiografischer Trilogie, in dem es um ihren Bruder Richard geht. Er erklärt, dass er selbst als 'Gewährsperson' fungierte – also als Quelle für Erinnerungen –, weil er Richard sehr gut kannte, möglicherweise sogar besser als Monika selbst. Das illustriert die literarische Symbiose des Paares.

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Zitat über Kinder als Geiseln
Buch

Zitat über Kinder als Geiseln

Martin Walser

🗣 Michael Köhlmeier zitiert daraus bei ⏱ 01:03:24 „Martin Walzer hat einmal gesagt, Kinder machen uns zu Geiseln in der Welt. Das stimmt. Die Sorge.“

Im Gespräch über die Angst um die eigenen Kinder nach dem Verlust ihrer Tochter Paula zitiert Michael Köhlmeier Martin Walser. Das Zitat fasst die permanente elterliche Sorge zusammen, die nach Paulas Tod nie mehr nachließ.

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Philemon und Baucis (Metamorphosen)
Buch

Philemon und Baucis (Metamorphosen)

Ovid

🗣 Michael Köhlmeier referenziert bei ⏱ 01:16:45 „Ich hätte gerne Zeus, Apoll und Hermes kämen, wie zu Philemon und Baukis. Und sie würden fragen, was wünschst du dir? Und da würde ich sagen, dass wir im selben Augenblick den Hut nehmen.“

Auf die Frage, was er am anderen ändern würde, greift Michael Köhlmeier zur antiken Mythologie. Er wünscht sich wie Philemon und Baukis, gleichzeitig mit Monika zu sterben – ein zutiefst berührender Moment im Gespräch.

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