Essay

The Trolley Problem

Judith Jarvis Thomson

Ein unscheinbarer Aufsatz mit dem Titel "The Trolley Problem" aus dem Jahr 1985 beschäftigt uns bis heute: Angenommen, ein Mensch muss sich entscheiden, ob er eine Straßenbahn ("Trolley") geradeaus fahren lässt, so dass sie fünf Gleisarbeiter tötet, oder ob er sie auf einen anderen Arbeiter umlenkt. Welche Entscheidung wäre zulässig, und weshalb? Die Frage deutet auf ethische Grundprobleme hin, die im Zeitalter der Maschinenethik – etwa beim autonomen Fahren – ganz neue Aktualität gewinnen.

The Trolley Problem

Erwähnungen (1)

Lanz & Precht
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:37:35
„Es gibt ja dieses berühmte Beispiel aus der Philosophie, schon aus den 60er Jahren, von Judith Jarvis Thompson. Eine Geschichte, die viele Hörer dieses Podcasts bestimmt kennen. Das ist so eine moralische Dilemma-Frage.“

Precht nutzt Thomsons berühmtes Trolley-Problem, um die sinnlich-affektive Tötungshemmung des Menschen zu erklären: Die meisten Menschen würden einen Weichenhebel umlegen, um fünf statt einem zu retten, aber kaum jemand würde einen Menschen eigenhändig von einer Brücke stoßen. Er überträgt diesen Unterschied auf den Drohnenkrieg – das Töten per Knopfdruck gleicht dem abstrakten Hebel, nicht dem direkten Kontakt.

Ähnliche Medien

A Room of One's Own
Essay 10× erwähnt

A Room of One's Own

Virginia Woolf

"But, you may say, we asked you to speak about women and fiction—what has that got to do with a room of one's own? I will try to explain." So begins what is widely regarded as the foundation text of feminist literary criticism, Virginia Woolf's A Room of One's Own. Probably Woolf's most readable and entertaining book, it was based on papers delivered at Newnham and Girton Colleges—the two women's colleges at Cambridge University.

Zum Artikel bei Interestingliterature.com
Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation
Essay 8× erwähnt

Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation

Ernst-Wolfgang Böckenförde

Böckenfördes klassisches Werk zur Säkularisation des Staates analysiert die Paradoxie, dass der freiheitliche Rechtsstaat auf Werte angewiesen ist, die er selbst nicht erzwingen kann. Das berühmte Böckenförde-Diktum verdeutlicht, warum Demokratie auf kulturellen und moralischen Grundlagen beruht, die außerhalb ihrer eigenen institutionellen Reichweite liegen und daher besonders schutzbedürftig sind.

Zum Artikel bei Amazon.de
Zum ewigen Frieden
Essay 6× erwähnt

Zum ewigen Frieden

Immanuel Kant

Kant wendet seine Moralphilosophie auf die Politik an, um sich der Frage zu nähern, wie dauerhafter Frieden zwischen den Nationen möglich sein kann. Die Vernunft müsste als nicht-interessenbasierte Handlungsmaxime über allem stehen. Kant sieht im Frieden keinen natürlichen Zustand des Menschengeschlechts, folglich muss er immer wieder neu angestrebt und erhalten werden. Ein globales Interesse, welchem alle anderen Interessen nachzustehen haben. Gröls-Verlag (Edition Werke der Weltliteratur)

Zum Artikel bei Deutschlandfunkkultur.de
Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn
Essay 5× erwähnt

Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn

Friedrich Nietzsche

"In irgend einem abgelegenen Winkel des Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der "Weltgeschichte": aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Tiere mußten sterben.

Zum Artikel bei Textlog.de