Essay

Suppenkasperfreiheit

Hedwig Richter

Noch gestern wollten alle Grün sein. Heute gilt die Partei als Symbol für den Hochmut, der vor dem Fall kommt. Die Grünen scheitern und dieses Scheitern ist ein Ausdruck für die Krise unserer Gesellschaft. Die Moral des gebildeten Bürgers hat abgewirtschaftet. Allzu oft tritt sein Egoismus hervor. Man ist für Migration und lebt in den teuren Vierteln der Stadt. Man predigt Flugscham und ist bereits um die ganze Welt geflogen.

Suppenkasperfreiheit

Erwähnungen (1)

ZEIT Bühne
🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 00:14:31
„Sie, Frau Richter, haben 2024 in der FAZ sich jene vorgenommen, vor allem in der Politik, die glauben, man könne den Menschen nicht allzu viel zumuten. Sie sprachen zum Beispiel von der, jetzt zitiere ich Sie, Suppenkasperfreiheit derer, die sich fürs Klima nicht einschränken wollen und lobten die Volksamkeit der Bevölkerung während der Corona-Zeit.“

Roman Pletter konfrontiert Hedwig Richter mit ihrem polemischen FAZ-Essay aus dem Jahr 2024, in dem sie den Begriff 'Suppenkasperfreiheit' prägte. Der Essay wird zum Streitpunkt der Diskussion: Thea Dorn und Nele Polaczak kritisieren, dass solche Polemik in der aktuellen Debatte unproduktiv sei und Andersdenkende eher verschrecke als überzeuge. Der Beitrag löste auch eine heftige Reaktion von FAZ-Mitherausgeber Jürgen Kaube aus.

Ähnliche Medien

Demokratie. Eine deutsche Affäre
Buch

Demokratie. Eine deutsche Affäre

Hedwig Richter

Dass alle Menschen – wirklich alle! – gleich sein sollen, galt die längste Zeit als absurd. Die Historikerin Hedwig Richter erzählt, wie diese revolutionäre Idee aufkam, allmählich Wurzeln schlug, auch in Deutschland, und gerade hier so radikal verworfen und so selbstverständlich wieder zur Norm wurde wie nirgends sonst. Politikverdrossenheit und geringe Wahlbeteiligungen lassen die Alarmglocken schrillen.

🛒 Amazon * 📕 Thalia 📚 Google Books
A Room of One's Own
Essay 10× erwähnt

A Room of One's Own

Virginia Woolf

"But, you may say, we asked you to speak about women and fiction—what has that got to do with a room of one's own? I will try to explain." So begins what is widely regarded as the foundation text of feminist literary criticism, Virginia Woolf's A Room of One's Own. Probably Woolf's most readable and entertaining book, it was based on papers delivered at Newnham and Girton Colleges—the two women's colleges at Cambridge University.

Zum Artikel bei Interestingliterature.com
Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation
Essay 8× erwähnt

Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation

Ernst-Wolfgang Böckenförde

Böckenfördes klassisches Werk zur Säkularisation des Staates analysiert die Paradoxie, dass der freiheitliche Rechtsstaat auf Werte angewiesen ist, die er selbst nicht erzwingen kann. Das berühmte Böckenförde-Diktum verdeutlicht, warum Demokratie auf kulturellen und moralischen Grundlagen beruht, die außerhalb ihrer eigenen institutionellen Reichweite liegen und daher besonders schutzbedürftig sind.

Zum Artikel bei Amazon.de
Zum ewigen Frieden
Essay 6× erwähnt

Zum ewigen Frieden

Immanuel Kant

Kant wendet seine Moralphilosophie auf die Politik an, um sich der Frage zu nähern, wie dauerhafter Frieden zwischen den Nationen möglich sein kann. Die Vernunft müsste als nicht-interessenbasierte Handlungsmaxime über allem stehen. Kant sieht im Frieden keinen natürlichen Zustand des Menschengeschlechts, folglich muss er immer wieder neu angestrebt und erhalten werden. Ein globales Interesse, welchem alle anderen Interessen nachzustehen haben. Gröls-Verlag (Edition Werke der Weltliteratur)

Zum Artikel bei Deutschlandfunkkultur.de