Richard III.
William Shakespeare
Shakespeares Tragödie über die Machtergreifung des englischen Königs Richard III. während der Rosenkriege. Das Stück dient häufig als Spiegel für zeitgenössische politische Verhältnisse, wie eine israelische Inszenierung bei den Wiener Festwochen zeigte, die das Klassische nutzte, um subtil über gegenwärtige Konflikte zu reflektieren.
Erwähnungen (7)
„Richard III. mit Lars Eidinger war jetzt hervorragend. Den Hamlet habe ich auch gesehen, der ist auch gut, auch mit Lars Eidinger. Schaubühne zweimal.“
Auf die Frage nach Theater-Empfehlungen nennt Grönemeyer als erstes die Inszenierung von Richard III. mit Lars Eidinger an der Berliner Schaubühne, die er als hervorragend bezeichnet.
„Ein Reklamheft bekam ich in die Hand und der Rüdiger, der vorgesprochen hat aus dem letzten Semester, hat gesagt, gib mir die Stichworte. Richard III. war es.“
Brandauer erzählt die Geschichte, wie er sein erstes Engagement am Landestheater Tübingen bekam. Bei einem Vorsprechen gab er einem Kommilitonen die Stichworte für Richard III. – doch der Intendant wählte überraschend nicht den vorsprechenden Rüdiger, sondern den jungen Brandauer.
„Und hat auch, wenn man sich die Theaterkritiken von damals durchliest, insgesamt einen sehr guten Job gemacht. Nicht jede seiner Inszenierungen war gut, es gab wohl eine fürchterlich schlechte Inszenierung mit dem Hollywood-Regisseur Sam Altman. Aber er hat wohl auch einige sehr gute Produktionen gemacht, zum Teil auch selber mitgespielt, zum Beispiel in Richard III., Shakespeare-Produktion.“
Anne Kunze schildert Kevin Spaceys Zeit als künstlerischer Leiter am Old Vic Theater in London (2003–2015). Richard III. wird als Beispiel für eine gelungene Produktion genannt, in der Spacey selbst mitspielte. Die Theaterarbeit war Spaceys 'erste Liebe' und brachte ihm sogar zwei britische Ritterorden ein.
„Sie müssen einmal Lars Eidinger schauen als Richard III. Das ist so hinreichend. Also Richard III., er spielt das ja praktisch komplett nackt mit einer völlig grotesken Maske.“
Von Schirach empfiehlt eindringlich die Schaubühnen-Inszenierung von Richard III. mit Lars Eidinger und beschreibt dessen überwältigende Bühnenpräsenz
„Das stimmt, aber dafür ist es ja wirklich, ich meine, jeder, der in der Schaubühne war und den da mal gesehen hat, ich weiß nicht, ob du es mal gesehen hast, der ist ja wirklich beeindruckt von der Performance, Richard III. und was der so macht, habe ich ja alles gesehen.“
Im Gespräch über Lars Eidinger und seine Polarisationskraft erwähnt Olli Schulz dessen Theaterarbeit an der Berliner Schaubühne. Er nennt Richard III. als Beispiel für Eidingers beeindruckende Bühnenperformance, die er selbst gesehen hat.
„Und wenn das stimmt, was die Theaterschaffler sagen, auch durchaus Texte vom anderen sich angeeignet haben für ihre Vorstellung und da reingeschrieben haben und dem geile Szenen geklaut haben. Also zum Beispiel diese berühmte Szene in Richard III. mit Lady Anne wird gesagt, das gibt es ja gar nicht, das war ja gar nicht Shakespeare, das hat jemand anders geschrieben, das hat er geklaut.“
Im Gespräch über den kompetitiven Aspekt des Theaters vergleicht Ostermeier die heutige West-End-Szene mit der elisabethanischen Ära. Er erzählt, dass Shakespeare und Marlowe sich gegenseitig beäugt und voneinander gestohlen haben sollen – als Beispiel nennt er die berühmte Szene mit Lady Anne in Richard III., die angeblich gar nicht von Shakespeare selbst stammt.
„Ich habe jetzt bei den Wiener Festwochen eine Aufführung aus Tel Aviv gesehen von Richard III., von Shakespeare, von einer israelischen Truppe. Und die haben eindeutig ein Stück über Netanyahu daraus gemacht, ohne das zu sagen.“
Caroline Peters berichtet von einer israelischen Inszenierung von Shakespeares Richard III. bei den Wiener Festwochen. Sie war beeindruckt davon, wie die Truppe das klassische Stück nutzte, um ohne es explizit zu benennen über Netanyahu und die aktuelle politische Lage in Israel zu reflektieren – ein Beispiel dafür, wie altes Theater Gegenwart sichtbar machen kann.
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