Kritik der zynischen Vernunft
Peter Sloterdijk · 1983
Sloterdijks Untersuchung des Zynismus als Überlebensstrategie der Moderne. Er analysiert die kynische Tradition des Widerstands – vom antiken Diogenes bis zur zeitgenössischen Kritik – und zeigt, wie akademische Philosophie selbst zur Provokation werden kann. Ein Werk über Kritik, Widerstand und die Frage nach Sinn ohne Gott.
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„Ich habe hier eine, ich glaube sogar Originalausgabe von Peter Sloterdijk Kritik der zynischen Vernunft. Herr Lindner hat mir schon den Band entrissen, Band 2, in dem eine großartige Sentenz auch da, wo der kleine Zettel drin ist.“
Die Kritik der zynischen Vernunft von Sloterdijk wird zum zentralen Gesprächsthema. Jochen Wegner hat eine Originalausgabe mitgebracht. Sowohl Lindner als auch Wegner haben das Buch als Teenager gelesen und waren davon beeindruckt. Lindner liest sogar eine Passage vor und erklärt, wie ihn der 'kynische Impuls' – der Widerstandsgeist des Diogenes – als Schüler fasziniert hat. Er bewundert, wie ein akademischer Philosoph über Ärsche philosophiert und damit die akademische Philosophie selbst herausfordert.
„Weißt du noch, als er Sloterdijk gelesen hat? Sloterdijk ist klug, aber ich finde es vergleichsweise anstrengend zu lesen.“
Jochen Wegner erinnert sich an eine frühere Podcast-Folge mit Christian Lindner, der aus diesem Buch vorgelesen hat.
„Aber auf der anderen Seite, in der Kritik der zynischen Vernunft, sagt das Lothar Deick, wir haben ja auch bei dem Hiob, wie gesagt, keine Theodizee-Frage. Und wenn wir keinen Gott mehr haben, welche Frage stellen wir dann eigentlich? Er nennt es eine Allgodizee-Frage.“
Johanna Haberer bringt Sloterdijks philosophisches Hauptwerk ins Gespräch, um die Hiob-Frage in die Moderne zu übersetzen. Wenn es keinen Gott mehr gibt, bleibt die Frage: Wie halten wir den Schmerz überhaupt aus? Sloterdijk nennt das eine 'Allgodizee-Frage' – eine Frage nach der Gerechtigkeit des Schmerzes ohne göttliche Adresse. Haberer spricht den Namen fälschlicherweise als 'Lothar Deick' aus, meint aber Peter Sloterdijk.
„Der Philosoph Sloterdijk hätte das die Kritik der zynischen Vernunft genannt. Also, dass es ein reiner Zynismus ist, wie wir leben, wo wir doch eigentlich wissen, dass es so nicht weitergeht.“
Johanna Haberer greift nach Sabine Rückerts Lesung des Dossiers 'Der verletzte Mensch' auf Sloterdijks philosophisches Hauptwerk zurück, um die beschriebene Haltung der Gesellschaft zu benennen: Wir wissen, dass unser Lebensstil zerstörerisch ist, handeln aber trotzdem nicht — das sei reiner Zynismus im Sloterdijkschen Sinne.
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