Buch

Johannesevangelium

unbekannt (traditionell Johannes zugeschrieben)

Das Johannesevangelium ist eines der vier Evangelien des Neuen Testaments und zeichnet sich durch seinen philosophischen und poetischen Charakter aus. Es wurde gezielt für den griechischen Kulturraum konzipiert und ist durchdrungen von platonischen Elementen, um Anschlussfähigkeit an die bestehende griechische Philosophie zu schaffen. Der berühmte Anfang "Im Anfang war der Logos" zeigt diese Verbindung zwischen christlicher Botschaft und griechischem Gedankengut, wobei "Logos" weniger als "Wort" denn als "Geist der Vernunft" verstanden werden sollte. Das Werk stellt damit einen wichtigen Missionstext dar, der die Evangeliumsbotschaft für die antike griechische Welt zugänglich machte.

Johannesevangelium

Erwähnungen (18)

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:50:44
„Stimmt, ich habe es schon lange vergessen, weil es so ein abgetanes Kapitel meiner Vergangenheit war. Ich hatte mal in meinen 20ern nach einer starken, schlimmen Lebenskrise eine sehr religiöse Phase, so von zwei Jahren. Und dann fällt ihm ein, dass er damals jeden Tag aus dem Johannesevangelium ein Vers kommentiert hat in so einer Kladde.“

Im Kontext von Emmanuel Carrères 'Das Reich Gottes' erzählt Mangold, wie Carrère in einer religiösen Phase seiner Zwanziger täglich einen Vers aus dem Johannesevangelium kommentierte. Diese Kladden entdeckt Carrère Jahre später wieder und erkennt sich selbst nicht mehr.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:40:43
„Und sie erinnert mich an den Anfang des Johannesevangeliums. Jetzt fangen wir das dritte Evangelium an in diesem Podcast.“

Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen Cormac McCarthys 'Die Straße' und dem Prolog des Johannesevangeliums. Der berühmte Anfang 'Im Anfang war das Wort' wird vorgelesen und als Licht-Finsternis-Metapher besprochen.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:36:07
„Wie wir im Neuen Testament werden wir dann sehen und das Wort war Fleisch. Also diese Fixierung auf Recht. Das Geschriebene oder das Gehörte, auf jeden Fall das Gesagte und nicht das Anfassbare.“

Johanna Haberer zieht eine Verbindung zwischen dem alttestamentlichen Bilderverbot und der Offenbarung Gottes durch Worte statt Bilder. Sie verweist auf den Prolog des Johannesevangeliums (Joh 1,14), um zu zeigen, wie sich diese Tradition im Neuen Testament fortsetzt.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:31:45
„Denn im Johannesevangelium, da heißt es, schau zum Kreuz, die Erhebung des Menschensohns am Kreuz, wenn du dort aufblickst, zu dem Kreuz. Das ist wie die Schlange auf der Standarte.“

Johanna Haberer stellt eine theologische Verbindung zwischen der ehernen Schlange in Numeri und der Kreuzestheologie des Johannesevangeliums her. Wer zur Schlange auf der Standarte aufblickt, wird geheilt — ebenso soll der Blick auf das Kreuz ein Gegenmittel gegen den Tod sein. Sie zeigt damit, wie das Neue Testament alttestamentliche Motive aufgreift und umdeutet.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:14:56
„Den Prolog des Johannes, Johannes 1, 1 geht es los“

Das Johannesevangelium und insbesondere der Prolog (Johannes 1,1) ist der zentrale Text, der in dieser Episode besprochen und vorgelesen wird

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:17:01
„Dieses Johannesevangelium ist bekannt, vor allem für die Leute, die auch mal die Johannespassion gehört haben, dass da massiv anti-jüdische und antisemitische Passagen drin sind.“

Das Johannesevangelium ist der zentrale Text dieser Episode. Johanna Haberer analysiert den Prolog (Johannes 1,1) als intellektuellen, abstrakten Versuch, Weihnachten jenseits der klassischen Krippengeschichte zu erklären. Sie ordnet es als Werk eines hochgebildeten syrischen Judenchristen ein, entstanden um 100-110 n. Chr.

Lanz & Precht
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:27:25
„Wir haben zum Beispiel das Johannesevangelium, das für den griechischen Sprachraum konzipiert worden ist. Das anfängt mit, am Anfang war der Logos. Das ist schlecht übersetzt. Eigentlich heißt es ja sowas wie der Geist der Vernunft.“

Precht hebt das Johannesevangelium als besonders poetisches und philosophisch anspruchsvolles Werk hervor, das gezielt für den griechischen Kulturraum geschrieben wurde. Er erklärt, dass es von Platonismus durchtränkt sei und damit anschlussfähig an die bestehende griechische Philosophie war — ein strategischer Schachzug der frühen Missionierung.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:50:05
„du bist hier im Johannesevangelium 30, 40 Jahre später“

Die vierte Version der Taufgeschichte wird aus dem Johannesevangelium besprochen, die sich deutlich von den anderen unterscheidet

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer zitiert daraus bei ⏱ 00:29:36
„Und das ist die Geschichte von der Maria Magdalena oder Maria aus Magdala, die ans Grab geht. Das ist jetzt im Johannesevangelium. Das ist im Johannesevangelium, im 20. Kapitel.“

Johanna liest die Geschichte von Maria Magdalena am Grab aus dem Johannesevangelium Kapitel 20 vor, die sie als Liebesgeschichte interpretiert

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:03:25
„Und zwar nach der Geschichte im Johannesevangelium, wo sie dem Jesus am Grab als Auferstandenen begegnet. Und wo er sagt, rühr mich nicht an.“

Johanna Haberer erklärt die zentrale Rolle der Maria Magdalena in der christlichen Tradition und verweist auf die Auferstehungsszene im Johannesevangelium (Johannes 20), in der Maria Magdalena dem auferstandenen Jesus begegnet und den Auftrag erhält, den Jüngern davon zu berichten.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:28
„Johannes ist das jüngste Evangelium und auch eines, das wir relativ selten hier behandeln. Das ist mir auch aufgefallen, das müssen wir auch mal ändern.“

Das Johannesevangelium ist die Hauptquelle der besprochenen Bibelstelle über Jesus und die Ehebrecherin (Joh 7,53–8,11). Es wird als das jüngste und sprachlich abgehobenste Evangelium eingeordnet, in dem die Geschichte als spätere Hinzufügung gilt.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:27
„Ich habe mich jetzt für Johannes entschieden. Ja, ist die ausführlichste. Ja, ist die ausführlichste und auch die schönste Schilderung. Außerdem ist der Johannes immer so ein bisschen stiefmütterlich bei uns.“

Das Johannesevangelium ist der zentrale Bibeltext dieser Episode. Sabine Rückert hat es bewusst als Quelle für die Brotvermehrungsgeschichte gewählt, weil es die ausführlichste und schönste Schilderung biete. Johanna Haberer ergänzt, dass Johannes als besonders spiritueller Evangelist gelte und seine Theologie um Zeichen und die verborgene Herrlichkeit kreise.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:23
„Aber die Geschichte von Martha und Maria, die steht woanders. Die steht nicht im Johannesevangelium. Und um zu erfahren, wer Lazarus ist, muss man erst mal wissen, wer Martha und Maria sind.“

Das Johannesevangelium ist neben dem bereits erfassten Lukas-Evangelium die zweite zentrale Quellenschrift dieser Folge. Die Hauptgeschichte um Lazarus, Martha und Maria wird aus dem Johannesevangelium erzählt, während die Vorgeschichte im Lukas-Evangelium steht.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:06:05
„Ein Gleichnis ist es nicht, aber es ist ein bisschen so wie Johannes. Bei Johannes kommen solche Gleichnisse vor. Also so Gleichnissätze. Ich bin das Licht der Welt, ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

Beim Vergleich des koranischen Lichtverses mit biblischen Texten verweist Sabine Rückert auf das Johannesevangelium, das ähnliche Bildworte und metaphorische Selbstaussagen Jesu enthält. Johanna Haberer ergänzt die bekannten Ich-bin-Worte als Beispiele für diese poetische Redeform.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:18:22
„Aber was auch interessant ist, was wir jetzt hier nicht vorlesen und auch nicht durchnehmen, aber was im Johannesevangelium dann vorkommt, an derselben Stelle ist doch ein junger Mann, der… Dann verschwindet.“

Sabine Rückert vergleicht die Passionserzählung im Matthäusevangelium mit der Parallelstelle im Johannesevangelium, wo ein junger Mann in weißem Gewand flieht. Sie spekuliert, dass Johannes sich dort selbst verewigt haben könnte – ähnlich wie Hitchcock in seinen Filmen.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:17:56
„Im gesamten Evangelium des Johannes, das wir hier leider nicht verfolgen, sondern wir haben ja das Matthäusevangelium, bis zur Gefangennahme folgt auf eine kurze Schilderung gewöhnlich eine lange, rhetorisch überladene Interpretation.“

Das Johannesevangelium wird sowohl von Sabine Rückert (im Kontext des Jack-Miles-Zitats) als auch von Johanna Haberer als Vergleichstext herangezogen. Miles analysiert darin die Konfrontation zwischen Jesus und Pilatus als Wiederholung des Exodus-Motivs. Johanna Haberer beschreibt es als das Evangelium mit der schärfsten antijüdischen Tendenz.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:08:48
„Also ich bin jetzt wieder ins Johannesevangelium gewechselt. Da geht es nämlich noch ein bisschen weiter. Das Matthäusevangelium ist schon zu Ende, aber das Johannesevangelium hat noch so einen kleinen Nachschlag.“

Sabine Rückert wechselt für die Thomas-Geschichte ins Johannesevangelium, da dieses im Gegensatz zum Matthäusevangelium noch weitergeht und die Episode des ungläubigen Thomas enthält. Es ist die zentrale Textgrundlage dieser Podcast-Folge.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold zitiert daraus bei ⏱ 00:30:37
„Und deswegen so ein zentraler Satz, den Jesus im Johannesevangelium sagt, ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich. Hier wird die Wahrheit ganz stark gemacht.“

Mangold zitiert das Johannesevangelium im Rahmen seiner Darstellung der Augustinus-Bekehrungsgeschichte. Er argumentiert, dass das Christentum als Antwort auf den sophistischen Wahrheitsrelativismus der Antike zu verstehen sei und der Wahrheitsbegriff dort zentral gestärkt wird.

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