Jenseits von Schuld und Sühne
Jean Améry
Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuche eines Überwältigten ist eine autobiographische Essaysammlung des österreichischen Schriftstellers und Auschwitz-Überlebenden Jean Améry. Das Werk gehört zu den zentralen Texten der deutschsprachigen Holocaustliteratur und ist gekennzeichnet durch eine radikale Selbstbefragung des Autors, welche auf eine „Wesensbeschreibung der Opfer-Existenz“ zielt.
Erwähnungen (1)
„Der österreichische Schriftsteller, Widerstandskämpfer Jean Amary ist 1943 in Belgien Mitglied einer Widerstandsgruppe. Und die drucken dort in einer konspirativen Wohnung offensichtlich Flugblätter. Und dann beschreibt er diesen irren Moment, wie dieser SS-Mann, sein Todfeind, der steht vor ihm, staucht ihn zusammen, aber er spricht mit österreichischem Akzent. Und er hat plötzlich das Gefühl, das ist ein Freund von mir.“
Lanz erzählt eine Episode aus Jean Amérys Werk, die er über Harald Welzers Buch kennt: Ein Widerstandskämpfer erkennt im österreichischen Dialekt eines SS-Manns ein Heimatgefühl und empfindet plötzlich Verbundenheit mit seinem Todfeind. Die Geschichte dient als eindringliches Beispiel dafür, wie tief Sprache und Dialekt als Heimatmarker wirken — selbst in lebensbedrohlichen Situationen.
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