Herbst
Rainer Maria Rilke
»Es geht so ein nachdenklicher, welker Duft umher wie von Blumen, die die Sonne getrocknet und die der Wind gepreßt hat, und es ist Herbst.« Rainer Maria Rilke war ein genauer Beobachter der ihn umgebenden Natur. Und der Herbst ist die Jahreszeit, die er liebt und feiert wie keine andere. Immer wieder zelebriert er in seinen Werken und Briefen den kraftvollen Sturm, die schillernden Farben und die mystisch nebelverhangenen Felder. Wer den Herbst liebt, wird sich bei Rilke festlesen.
Erwähnungen (1)
„Das letzte Gedicht ist von Rainer Maria Rilke. Herbst heißt es, 1875 bis 1926 hat er gelebt. Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten.“
Als Abschluss der Gedicht- und Gebetssammlung liest Sabine Rückert Rilkes Gedicht 'Herbst' vor. Das Gedicht beschreibt das universelle Fallen aller Dinge, das jedoch von einer göttlichen Hand sanft aufgefangen wird. Beide Sprecherinnen empfinden es als schönen Abschluss.
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Rainer Maria Rilke · 1910
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