Buch

Faust

Johann Wolfgang von Goethe

Goethes »Faust. Der Tragödie erster Teil« mit 200 Wort- und Sacherklärungen für ein besseres Textverständnis Goethes »Faust« ist schlichtweg das Menschheitsdrama. Es ist das Drama des nach Erkenntnis strebenden Menschen, der an seine eigenen Grenzen stößt. In seinem Existenzhunger überschreitet Faust diese Grenze und geht einen Pakt mit dem Teufel ein. Goethes Faust-Dichtung ist eines der wort- und motivgewaltigsten Dramen der deutschen Literatur.

Faust

Erwähnungen (33)

Alles gesagt?
🗣 Herbert Grönemeyer referenziert bei ⏱ 01:03:14
„Und mein Vater stand schon morgens auf und ging dann in den Garten, in der Turnhose an den Wochenenden und zitierte dann irgendwie Rilke oder Heine oder sagte den Faust auf. Der fand das Leben herrlich. Der hat irgendwie das Leben irre genossen.“

Grönemeyer beschreibt seinen Vater als lebensfrohen, unglaublich belesenen Mann, der trotz seiner Kriegstraumatisierung das Leben genoss. Morgens im Garten rezitierte der Vater Rilke, Heine oder den Faust – ein Bild für seine Bildung und Lebensfreude.

Alles gesagt?
🗣 Uli Wickert referenziert bei ⏱ 04:10:05
„da hat Peter Stein, glaube ich, Faust vollständig für, weiß ich nicht was... zehn Stunden lang inszeniert mit... mit Bruno Gans.“

Wickert baute Faust-Zitate in jede seiner Tagesthemen-Moderationen ein, als Peter Steins Inszenierung auf der Expo 2000 lief

Alles gesagt?
🗣 Uli Wickert referenziert bei ⏱ 04:08:13
„Und während ich dann in diesem Faust blättere, merke ich plötzlich, zu allen Stücken, die ich heute moderiere, finde ich ein Zitat. Und dann habe ich gesagt, das werde ich jetzt so machen. Ich werde in jede Moderation ein Zitat aus dem Faust einbauen, aber so, dass es eingebaut ist.“

Anlässlich der Expo 2000, bei der Peter Stein den Faust mit Bruno Ganz inszenierte, kam Wickert auf die Idee, in jede Tagesthemen-Moderation des Abends ein Faust-Zitat einzubauen – unauffällig in den Text integriert, ohne es als Zitat zu kennzeichnen. Er beschreibt dies als Beispiel für seinen spielerischen Umgang mit Literatur in Nachrichtensendungen.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:00:56
„Wie hältst du es mit der Religion, Lars? Die Gretchenfrage.“

Ijoma Mangold leitet das Hauptthema der Folge – Religion – mit der berühmten Gretchenfrage ein, die aus Goethes Faust stammt. Er verwendet sie als geflügeltes Wort, um die zentrale Frage der Episode zu formulieren: Welche Rolle spielt Religion im Leben der beiden Hosts?

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:17:33
„Das haben wir in unseren Opferrieten in der letzten Sendung auch schon gehabt, dass Blut ein ganz besonderer Saft ist. Und das haben die Alten eigentlich immer gedacht, dass Blut ein ganz besonderer Saft ist.“

Johanna Haberer greift die bekannte Formulierung aus Goethes Faust auf ('Blut ist ein ganz besonderer Saft' – Mephistopheles), als sie über die Experimente mit Blutplasma-Transfusionen zwischen jungen und alten Mäusen spricht. Die Formulierung wird als allgemeines altes Wissen präsentiert, ist aber ein erkennbares Faust-Zitat.

Alles gesagt?
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 04:42:11
„Also es ist doch Faust, Gretchen bringt ihr Kind um.“

Sabine nennt Goethes Faust als Beispiel für Verbrechen in der großen Literatur

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:52
„Natürlich ist es auch ein ganz berühmtes Topos, dass jemand die Seele verliert, verspielt, verkauft, möglichst an den Satan, um einen kurzfristigen Vorteil in der stofflichen Welt zu erreichen.“

Sabine Rückert beschreibt das klassische Motiv des Seelenverkaufs an den Teufel im Tausch gegen weltliche Vorteile – das zentrale Handlungsmotiv von Goethes Faust. Sie nennt es ein 'ganz berühmtes Topos', ohne den Titel explizit zu nennen.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:13:52
„ob Faust in der Osternacht den kathartischen Zauber der Musik beschwört, O, tönet fort, ihr süßen Himmelslieder, die Träne quillt, die Erde hat mich wieder“

Innerhalb des Walter-Jens-Textes wird Goethes Faust als Beispiel für die heilende Kraft der Musik zitiert – die Osterszene, in der Faust durch Gesang vom Suizid abgehalten wird.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold zitiert daraus bei ⏱ 00:52:41
„Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Dann sagt Faust, was ist mit diesem Rätselwort gemeint?“

Mephistos berühmtes Zitat aus Faust wird herangezogen, um das Prinzip des Zweifels als potenziell verführerische und destruktive Kraft zu illustrieren

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:32:51
„Auch das ist natürlich ein ganz traditionelles Argument. Letztlich ein Vertrag mit einem Teufel. Ja, es ist eine Mephisto-Situation hier. Sie schließt mit der Frau einen Vertrag.“

Lars Weisbrod vergleicht Ariels Pakt mit der Meereshexe Ursula explizit mit der Mephisto-Situation aus Goethes Faust – ein Vertrag mit dem Teufel, bei dem die Seele auf dem Spiel steht.

Lanz & Precht
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:43:52
„Der Faust, das ist jetzt natürlich erst was für Fortgeschrittene. Da ist alles drin. Da geht es um den Kapitalismus, da geht es auf wirklich geistreiche Art und Weise um Religion. Da geht es um Liebe, da geht es um Macht, da geht es um Gut und Böse.“

Precht spricht über projektbezogenes Lernen in Schulen und nennt ein 'Projekt Goethezeit' als Beispiel. Er zeigt am Faust, wie fächerübergreifend man damit arbeiten könnte – von Kapitalismus über Religion bis zu Gut und Böse. Mephisto deutet er als das personifizierte Geld und verknüpft das Werk mit Adam Smiths Kapitalismustheorie.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:23:11
„Man ist angekommen. Verweile doch, du bist so schön. Und das schreibt er dann auch. Das Paradies ist auf schwer erträgliche Weise vollkommen.“

Sabine Rückert zitiert Goethes Faust-Formel beiläufig, als sie über Thomas Morus' Utopia spricht und die Gefahr beschreibt, dass ein vermeintlich perfekter Ort erstarrt, sobald man ihn für vollendet erklärt.

Alles gesagt?
🗣 Armin Maiwald referenziert bei ⏱ 00:54:50
„Haben Sie das gelesen? Die Leiden des jungen Werthers? Oder was weiß ich? Faust, haben Sie das schon gemacht?“

Goethes Faust wird neben Werther als Teil der umfangreichen Leseliste genannt, die Dr. Richard Müller den Schülern aufgibt. Für Maiwald und seine Mitschüler war die gesamte Liste ein Schock – sie hatten in den Jahren zuvor nichts davon gelesen.

Alles gesagt?
🗣 Dagmar Berghoff zitiert daraus bei ⏱ 01:11:49
„Und dann machst du das Gretchen und voller Innenbrunst. Ach neige, du schmerzensreiche.“

Dagmar Berghoff beschreibt ihre Vorsprechszenen an Theatern, bei denen sie die Gretchen-Szene aus Goethes Faust vortrug

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:10:10
„Er kommt bei Goethes Faust, der Prolog im Himmel vor, wie der Teufel mit Gott eine Wette auf den Faust macht.“

Goethes Faust wird als literarische Parallele zur Himmelswette im Buch Hiob herangezogen

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:52:05
„Kennen wir alle von der Faustgeschichte. Ja, da fängt er doch an, was zu dichten. Am Anfang war die Kraft, sagt er dann. Er überlegt sich, was das Logos heißen könnte.“

Goethes Faust wird als Vergleich herangezogen, weil Faust im Studierzimmer über die Übersetzung von Logos nachdenkt, ähnlich wie der Johannes-Prolog

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:52:10
„Im Anfang war das Wort, also der Logos. Da wird der Jesus oder die Geburt des Jesus Christus wird mit dem himmlischen Logos, dem himmlischen Verstand, der himmlischen Erleuchtung übersetzt. Das kennen wir alle von der Faustgeschichte.“

Im Gespräch über den Johannesprolog und die Übersetzung des griechischen Begriffs ‚Logos' ziehen die Schwestern eine Parallele zu Goethes Faust. Dort überlegt Faust bekanntlich, wie er ‚Im Anfang war das Wort' übersetzen soll, und probiert Alternativen wie ‚Kraft', ‚Sinn' und ‚Tat' durch – genau die Bedeutungsvielfalt, die auch Johanna Haberer am griechischen Logos hervorhebt.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:26:44
„Bei Goethe heißt es, bei Faust ist der Geist stets verneint. Also das ist der sozusagen, du sagst ja und er sagt nein.“

Sabine Rückert zitiert Mephistopheles' Selbstbeschreibung aus Goethes Faust, um die Idee des Teufels als eigenständige Figur zu illustrieren. Das Zitat dient als literarischer Beleg in der Debatte darüber, ob das Böse eine abgespaltene Kraft oder Teil des Menschen selbst ist.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold zitiert daraus bei ⏱ 01:13:56
„du Erde warst auch heute beständig, heißt es am Anfang von Goethe's Pause 2“

Zitat aus Faust II als Beleg für die Bedeutung von Beständigkeit und Ordnung im Zusammenhang mit dem Dreikörperproblem

Alles gesagt?
🗣 Herfried Münkler referenziert bei ⏱ 04:09:31
„Also meine Frau hat mir neulich erzählt, sie hat jetzt wieder ein Seminar über Faust gemacht, die ist ja Literaturwissenschaftlerin, und zwar jetzt nicht unbedingt Goethe, sondern vor Goethe. Und das hat sie vor zehn Jahren an der TUD schon mal gemacht und hat sich nochmal die Protokolle angeguckt, die sie damals hat fertigen lassen und worum es ging, kam zum Ergebnis, das können die heute nicht mehr.“

Münkler schildert den Leistungsverfall an Universitäten am Beispiel seiner Frau, einer Literaturwissenschaftlerin. Ein Faust-Seminar, das sie vor zehn Jahren noch problemlos durchführen konnte, überfordere heutige Studierende – sie könnten keine langen zusammenhängenden Texte mehr analytisch lesen. Münkler führt das auf die veränderte mediale Rezeption ('Lesen von Fetzen') zurück.

Lanz & Precht
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:19:33
„Naja, also man konnte den Faust schreiben, ohne eine normierte Rechtschreibung zu haben. Das ist kein Widerspruch in sich.“

Precht relativiert die Bedeutung normierter Rechtschreibung, indem er darauf hinweist, dass Goethe sein Hauptwerk ohne einheitliche Rechtschreibregeln verfasste. Das Argument dient als historisches Gegenbeispiel zur Sorge, sinkende Rechtschreibkompetenz bedeute automatisch kulturellen Niedergang.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:37:00
„Und wenn man dann das wiederhört, dann hat dieses Wiederhören eine ganz andere Bedeutung, als wenn ich erneut wiederhören. Den Faust lese oder Werther lese, wo ich dann denke, ja, wie konnte ich denn diese schwachsinnige Geschichte mal interessant finden.“

Nina Pauer kontrastiert das Wiederhören von Popmusik mit dem Wiederlesen literarischer Klassiker. Beim Wiederlesen von Faust oder Werther könne sich die eigene Bewertung fundamental ändern, während beim Wiederhören eines Songs die psychophysische Erinnerung dominiert.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:03:49
„Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Hier gilt es jetzt nun umgekehrt. Die Wissenschaft will natürlich stets das Gute schaffen, aber manchmal geht es halt ins Auge und bringt dann das Böse oder das Schlechte oder das Gefährliche hervor.“

Mangold dreht Mephistopheles' berühmtes Selbstporträt aus dem Faust um, um die Dialektik der Gain-of-Function-Forschung zu beschreiben: Die Wissenschaft will das Gute – nämlich Pandemievorsorge –, erschafft aber möglicherweise genau die Katastrophe, die sie verhindern wollte. Nina Pauer fordert ihn auf, korrekt zu zitieren, woraufhin er die vollständige Passage nachliefert.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:29:40
„Goethe, kein Atheist, erhob gleich zwei Gottesherausforderer zu seinen Helden. Prometheus, der sich dem Göttervater Zeus widersetzt, und Mephistopheles, den Geist, der stets verneint. An Mephistopheles fasziniert dessen illusionsloses Bild vom Menschen, sein teuflischer Realismus, mit dem er am Ende unterliegt, weil er das Gute unterschätzt.“

Mephistopheles aus Goethes Faust wird im Evelyn-Finger-Artikel als zweiter großer Gottesherausforderer Goethes genannt. Seine Figur steht für den illusionslosen Realismus, der am Ende scheitert, weil er das Gute im Menschen unterschätzt – ein Argument für die produktive Kraft der Religionskritik.

Was liest du gerade?
🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 00:40:04
„Und wir wissen aus dem Faust, Mephisto ist ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Und das wird hier sehr, sehr wörtlich genommen.“

Goethes Faust wird als literarische Referenz herangezogen, um die Rolle des Teufels Woland in Meister und Margarita zu erklären. Das berühmte Mephisto-Zitat dient als Schlüssel zum Verständnis, warum der Teufel bei Bulgakov durch sein böses Wirken letztlich Gutes schafft und die Liebenden aus ihrer Knechtschaft erlöst.

Alles gesagt?
🗣 Heidi Reichinnek referenziert bei ⏱ 02:46:23
„Ansonsten, ich war großer Fan von Goethes Faust, aber damals schon in der Schule. Da kommt wieder diese Strebersache. Also fand ich richtig klasse.“

Heidi Reichinnek nennt Goethes Faust als Werk, das sie schon in der Schulzeit begeistert hat — und beschreibt sich selbst schmunzelnd als Streberin, weil diese Begeisterung unter Mitschülern ungewöhnlich war.

Alles gesagt?
🗣 Christiane Nüsslein-Volhard zitiert daraus bei ⏱ 00:09:40
„Ich bin des trockenen Tons nun satt, muss wieder recht den Teufel spielen.“

Christiane Nüsslein-Volhard wählt als ihr Schlusswort für den Podcast ein Zitat aus Goethes Faust. Der Satz stammt von Mephistopheles und passt zu Nüsslein-Volhards spielerisch-provokanter Art, die im Gespräch immer wieder durchscheint.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold zitiert daraus bei ⏱ 00:53:49
„Wo ist das aus dem Faust? Es ist Schluss vom Faust. Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis. Das Unzulängliche hier wird's Ereignis. Das Blablabla, hier ist's getan. Das ewig Weibliche zieht uns hinan.“

Im Gespräch über Elon Musks Science-Fiction-Lektüre kontert Ijoma Mangold scherzhaft mit Goethe. Lars Weisbrod hatte argumentiert, Musk würde kritisiert, weil er nur Asimov lese statt 'den guten Goethe'. Mangold zitiert daraufhin spontan den Schluss von Faust II auswendig – als ironischen Gegenentwurf zur technofuturistischen Weltsicht.

Alles gesagt?
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:16:18
„Mephisto oder Faust? Faust.“

Im A-oder-B-Spiel werden die literarischen Figuren Mephisto und Faust gegenübergestellt – beide aus Goethes Hauptwerk, das einen besonderen Leipzig-Bezug hat (Auerbachs Keller). Christoph Amend entscheidet sich für Faust.

Fest & Flauschig
🗣 Olli Schulz referenziert bei ⏱ 00:26:03
„Hat den Brocken und auch Blocksberg in Faust. Da gibt es glaube ich auch das Brockengespinst.“

Im Gespräch über das Brockengespenst – einen optischen Effekt auf dem Brocken – erwähnt Olli Schulz, dass Goethe den Brocken in seinem Faust verarbeitet hat. Der Brocken wird auch Blocksberg genannt und spielt in der Walpurgisnacht-Szene eine zentrale Rolle. Böhmermann ergänzt, dass Goethe den Brocken dreimal bestiegen und dabei von seinem eigenen Brockengespenst erschreckt wurde.

Hotel Matze
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:20:33
„Ich weiß, dass du dich mit Faust beschäftigt hast und der Mensch ist ja zu beiden fähig, zum Großartigsten und zum Negativsten.“

Am Ende des Abschnitts lenkt Matze Hielscher das Gespräch auf eine philosophischere Ebene. Er verweist auf Goethes Faust und Wagenknechts Beschäftigung damit, um den Widerspruch menschlichen Handelns zu thematisieren: Selbst privilegierte Menschen treffen Entscheidungen, die nicht in ihrem besten Interesse sind. Wagenknecht stimmt zu, dass dieser Widerspruch grundlegend sei.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:34:22
„Also so eine Art moderner Faust. Er ist ein Faust. Genau das ist er. Er ist ein Faustus. Und man merkt auch daran, dass der Teufel ihn zu nichts zwingt. Der Teufel macht ihm nur Angebote, die er alle annimmt.“

Beim Beschreiben von Knausgårds 'Die Schule der Nacht' zieht Sabine Rückert den Vergleich zu Goethes Faust: Der Protagonist sei ein moderner Faustus, dem der Teufel Angebote macht, die er freiwillig annimmt, bis er zum Knecht und Opfer wird.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:30:01
„Also dann braucht man eigentlich den Goethe-Faust jetzt nicht mehr. Nein, nein. Ich würde bei meiner Aussage bleiben.“

Lars Weisbrod spitzt Ijoma Mangolds These polemisch zu: Wenn KI als Large Language Model dieselbe Spiegelungskraft habe wie klassische Literatur, brauche man Goethes Faust nicht mehr. Später nennt er ihn erneut als Beispiel für die unersetzliche Erfahrung, sich einem Klassiker wirklich lesend auszusetzen, statt sich mit Wikipedia-Zusammenfassungen via Chatbot zu begnügen.

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