Der Panther
Rainer Maria Rilke
"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht. Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf -.
Erwähnungen (4)
„Das ist der Panther. Ja, genau. Die Welt nur aus Stäben besteht. Also die sind malade im Kopf.“
Im Gespräch über Eisbären im Zoo, die durch ihren Wandertrieb zwanghaft hin- und herlaufen und sich über die eigene Achse drehen, zieht Markus Lanz den Vergleich zu Rilkes berühmtem Gedicht 'Der Panther', in dem ein eingesperrtes Tier die Welt nur noch als Gitterstäbe wahrnimmt. Precht greift das Zitat auf und bekräftigt, dass diese Tiere psychisch krank werden.
„Es geht ja auch um das Rilke-Zitat über den tausend Stäbe und dahinter keine Welt“
Das Rilke-Gedicht wird als Namensgeber und wiederkehrendes Motiv des Films besprochen, die Figur Johnny zitiert es mehrfach
„Oder auch dieses Panther-Gedicht, das mochte ich immer gerne. Und ich lese es immer noch, obwohl es so verbraucht ist. Ich finde es einfach ungeheuer hübsch. Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe so müde geworden, dass er nichts mehr hält und so weiter und so fort.“
Der Sprecher gesteht eine persönliche Zuneigung zum ‚Panther'-Gedicht und zitiert die berühmte Anfangszeile. Obwohl das Gedicht seiner Meinung nach ‚verbraucht' sei, findet er es weiterhin schön – ein Moment persönlicher Leidenschaft für Rilkes Lyrik.
„Dann gibt es eine andere Referenz, die natürlich noch eine Rolle spielt und das ist an mehreren Stellen, glaube ich, Rilke. Der Panther natürlich.“
Im Kontext von Poschmanns 'Die Winterschwimmerin' wird Rilkes berühmtes Gedicht als zentrale literarische Referenz besprochen. Iris Radisch zitiert die 'tausend Stäbe' und erklärt den Gegenentwurf: Während Rilkes Panther im Jardin des Plantes eingesperrt bleibt und müde wird, sprengt der Tiger bei Poschmann den Käfig und vereinigt sich mit der Protagonistin – ein Symbol für das Ungezähmte und den Zivilisationsbruch.
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