Computing Machinery and Intelligence
Alan Turing
Alan M. Turing war der Erste, der die Frage stellte, ob Maschinen denken können. Damit stieß er die Tür für das Zeitalter moderner Computer auf. Seine bahnbrechende Arbeit sollte jeder kennen, der an der Philosophie des Geistes und der Kognition, Psychologie oder allgemein an den Entwicklungen Künstlicher Intelligenz (KI) interessiert ist. Das für diese Neuauflage überarbeitete Nachwort diskutiert die Rolle moderner Chatbots.
Erwähnungen (4)
„Der hat den sogenannten Turing-Test aufgesetzt. Diese Frage nämlich, wann handelt es sich um vollgültige künstliche Intelligenz? Dann, wenn der Output eines Computers von dem Output eines Menschen nicht mehr unterscheidbar ist.“
Ijoma Mangold erläutert im Kontext der Debatte über künstliche Intelligenz und Bewusstsein das berühmte Gedankenexperiment von Alan Turing aus dessen Paper von 1950. Er beschreibt, wie der Turing-Test als Maßstab für KI dient und wie die Grenze zwischen Mensch und Maschine in den letzten Jahren rasend schnell kollabiert.
„Und das erinnert mich in verblüffender Weise natürlich an den Turing-Test. Weil ein Turing sagt ja auch, okay, wann können wir von künstlicher Intelligenz sprechen? Auch da wieder das Problem, dass wir auch heute, wenn wir über Artificial Intelligence sprechen, haben wir dasselbe Phänomen. Wir wissen überhaupt gar nicht, was Intelligence ist.“
Ijoma Mangold zieht eine Parallele zwischen der operationalen Definition von IQ ('Intelligenz ist das, was ein IQ-Test testet') und Alan Turings berühmtem Ansatz, künstliche Intelligenz nicht essentiell, sondern über ihre beobachtbaren Effekte zu definieren.
„Er hat wichtige Aufsätze geschrieben, unter anderem einen, der heißt Computing Machinery and Intelligence, wo er die Frage stellt, ob ein Computer intelligent sein kann.“
Markus Gabriel erklärt die Ursprünge der KI-Forschung und nennt Alan Turings berühmten Aufsatz als Grundlagentext. Turing stellt darin die Frage, ob Maschinen intelligent sein können, und argumentiert, dass etwas, das intelligent scheint, auch intelligent ist – eine These, die Gabriel lange belächelt hat, inzwischen aber ernster nimmt.
„Wenn die Wand Schachzüge projiziert, die besser sind als Kasparov, damals werden wir sagen, sie ist intelligent. Das war die Idee des Imitation Game von Alan Turing. Und mehr ist es nicht mit der Intelligenz.“
Gabriel verweist auf Turings Imitation Game als Grundidee der KI-Forschung: Wenn sich etwas so verhält, dass wir es bei einem Menschen intelligent nennen würden, dann ist es intelligent. Gabriel kontrastiert dieses Konzept mit dem 'Limitation Game' – dem Versuch der klassischen KI-Philosophie zu zeigen, dass es trotzdem keine echte Intelligenz ist.
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