Abishag
Rainer Maria Rilke
Gestalterinnen hatten einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung der Moderne im Wien der Zwischenkriegszeit. Die Publikation präsentiert neue Forschungen zu Designerinnen, Keramikerinnen, Modeschöpferinnen, Grafikerinnen, Gartenarchitektinnen, Fotografinnen, Kunsthistorikerinnen und Mäzeninnen. An ihrem Beispiel wird gezeigt, wie angestammte Rollenbilder in der Zwischenkriegszeit aufgebrochen wurden und welch eminente Bedeutung diese Frauen für die Wiener Moderne hatten.
Erwähnungen (1)
„Und es gibt dazu ein Gedicht von Rainer Maria Rilke, wusstest du das? Dass Rainer Maria Rilke der armen Abishak ein Gedicht gewidmet hat.“
Im Gespräch über die biblische Figur Abishag, die dem alten König David als Pflegerin und Bettwärmerin zugeführt wird, trägt Sabine Rückert das zweiteilige Rilke-Gedicht vollständig vor. Es stammt aus dem Jahr 1905 und schildert einfühlsam die Perspektive der jungen Frau, die neben dem erkaltenden König liegt. Rilke wird als literarischer Zeuge herangezogen, der die menschliche Tragik dieser biblischen Szene verdichtet.
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Rainer Maria Rilke · 1910
Ich sehe seit einer Weile ein, daß ich Menschen, die in der Entwicklung ihres Wesens zart und suchend sind, streng davor warnen muß, in den Aufzeichnungen Analogien fur das zu finden, was sie durchmachen; wer der Verlockung nachgibt und diesem Buch parallel geht, muß notwendig abwarts kommen; erfreulich wird es wesentlich nur denen werden, die es gewissermaßen gegen den Strom zu lesen unternehmen.
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"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht. Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf -.