Episoden
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Das Kartenhaus der Richterin
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Eine Richterin aus dem Sauerland landet selbst auf der Anklagebank — wegen Rechtsbeugung, einem Vorwurf, der es fast nie bis zur Anklage schafft. Reporterin Leonie Daumer begleitet den Prozess am Landgericht Hagen und schildert die surreale Atmosphäre im Sitzungssaal 247, wo sich Richter und Richterin gegenübersitzen und ein Jurist die andere über ihre Rechte belehrt.
Müssen wir unsere Wut wegatmen
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Anlass ist die Netflix-Miniserie «Beef», in der ein banaler Road-Rage-Vorfall eine Eskalationsspirale zwischen zwei Fremden auslöst — und die zum Ausgangspunkt einer größeren Frage wird: Ist Wut in einer durchtherapierten, achtsamkeitsgeschulten Gesellschaft noch erlaubt, oder längst ein Distinktionsmerkmal? Nebenbei liefert der Gegenwartscheck eine feine Beobachtung über Maskenträger an der frischen Luft und das postpandemische Rätselraten über deren Motive.
Ausgabe Neunzig
Markus Lanz & Richard David Precht
Im Mittelpunkt steht Jonas Kratzenberg, ein 22-Jähriger aus Aachen, der seinen fassungslosen Eltern — Ärztin und Polizist, pazifistischer Haushalt — eröffnete, er fahre in die Ukraine zum Kämpfen. Dort schloss er sich internationalen Brigaden an, einer bunt zusammengewürfelten Truppe aus Israelis, Kanadiern, Belarusen und sogar Russen, die für 500 Euro Sold und das Versprechen auf 3000 Euro Frontzulage kämpften — Geld, das wegen grassierender Korruption selten ankam.
Gerhart Baum, wie war Ihr Leben mit der FDP
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Gerhart Baum, Jahrgang 1932, blickt in diesem Marathon-Gespräch auf fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte zurück — von der Dresdner Kindheit über seine Zeit als Bundesinnenminister bis zu seinem unermüdlichen Einsatz für Menschenrechte und Verfassungsbeschwerden. Der 90-Jährige zeigt sich dabei als undogmatischer Freigeist, der sich weder einer Parteilinie noch einer Religion unterwirft, und wählt als Schlusswort ausgerechnet 'Meise' — nach einer morgendlichen Vogelbeobachtung.
Was ist ein heiliger Ort
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Anlass der Folge ist Johanna Haberers halbjähriger Aufenthalt in Jerusalem, wo sie auf dem Ölberg eine Pfarrstelle vertritt. Von dort aus entspinnt sich ein Gespräch über heilige Orte und warum bestimmte Plätze einen besonderen Zauber haben. Mit einem originellen Bild aus der Kreditwirtschaft erklärt Haberer das Konzept des Heiligen: Gott habe einen "Eigentumsvorbehalt" auf bestimmte Orte und auf jeden Menschen — die Seele als Gottesteilchen, das uns immer wieder selbst überraschen kann.
Ausgabe Neunundachtzig
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode dreht sich um Deutschlands schwindenden Arbeitsfleiß: In keinem anderen Industrieland arbeiten Erwerbstätige mittlerweile so wenig — nur 1.350 Stunden pro Jahr, während Amerikaner fast 1.800 schaffen. Über 80 Prozent der Deutschen wünschen sich die Viertagewoche, natürlich bei vollen Bezügen. Richard David Precht hält mit dem Pareto-Prinzip dagegen: 80 Prozent der Leistung entstünden in 20 Prozent der Zeit, und der Grad der Technisierung mache reine Stundenzählerei ohnehin fragwürdig.
Maddie und die Gespenster
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Eine 21-jährige Polin namens Julia W. behauptet auf Instagram, die 2007 in Portugal verschwundene Madeleine McCann zu sein — sie postet Vergleichsfotos, verweist auf angebliche Ähnlichkeiten bei Gesichtsform und einem Fleck auf der Iris. Kriminalreporterin Anne Kunze hat den Fall recherchiert, ihre Kollegin Sophie Rebmann reiste nach Polen und wurde als einzige Journalistin von Julia W. empfangen.
Solarpunks, Insektenmehl und ein falscher Glottisschlag
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Eine seltene Live-Ausgabe, bei der alle drei Hosts gemeinsam auf der Bühne stehen und eine Stunde lang Gegenwartscheck mit dem Publikum spielen — jenes Spiel, bei dem ein Phänomen erst dann zählt, wenn es nicht nur neu ist, sondern auch etwas über den Zeitgeist verrät. Von Solarpunks über Insektenmehl bis zum falschen Glottisschlag wird alles verhandelt, was die Gegenwart so gegenwärtig macht.
Ausgabe Achtundachtzig
Markus Lanz & Richard David Precht
Was als launiger Plausch über Amsterdam und die Kraft der Fantasie beginnt, kippt in eine verstörende Realität: Silke Müller, Schulleiterin aus Niedersachsen, schildert, wie sich Kinder im Schulbus sadistische Foltervideos per Airdrop schicken und 14-Jährige mit Todesdrohungen bombardiert werden. Ihr Buch *Wir verlieren unsere Kinder* liefert den Ausgangspunkt für eine Debatte über vorgefertigte digitale Welten, die Kindern die Fantasie rauben — und sie zugleich mit brutalsten Inhalten konfrontieren.
Große Verbrecher, Teil 3 – Blut und Schuhe
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In der dritten Folge der Trilogie über große Verbrecher widmen sich die Hosts gemeinsam mit dem Journalisten Erich Follath dem philippinischen Diktatorenpaar Ferdinand und Imelda Marcos, die rund zehn Milliarden Dollar in die eigenen Taschen wirtschafteten. Follath, der die beiden 1986 in ihrem hawaiianischen Exil besuchte, schildert ein einstiges Glamour-Paar, das im von der US-Regierung gestellten Bungalow Hof hielt und vor allem den Verlust von Macht und Weltbühne betrauerte.