Episoden
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Mathias Döpfner – Welchen Preis hat deine Macht
Matze Hielscher & Gäste
Mathias Döpfner, CEO von Axel Springer, spricht über die Kluft zwischen seinem öffentlichen Image als mächtiger Medienmanager und der Person, die er wirklich ist. Er reflektiert über die Reichelt-Affäre als schlimmstes Kapitel seiner Karriere und verteidigt seinen Führungsstil: Er habe lange daran gearbeitet, dass bei Springer nicht alle schreiben, was er für richtig hält — auch wenn am Ende einer entscheiden muss.
Das Gute in Friedrich Merz
Jan Böhmermann & Olli Schulz
Olli ist auf Clubtour und sendet aus Koblenz, während Jan aus dem Studio in Köln-Bickendorf berichtet, wo gerade ein riesiges Kraftklub-Banner über dem Gewerbepark schwebt. Jan zieht einen herrlichen Vergleich zwischen dem eigenen Studiostandort zwischen Schrottplätzen und Abfallbetrieben und dem vermeintlich tristen Chemnitz — und kommt zu dem Schluss, dass Bickendorf mehr Chemnitz ist als Chemnitz selbst. Außerdem bedanken sich beide bei Gringo Meier für ein neues Intro in Kurpfälzer Mundart, das Jan beim letzten Maifeld-Derby persönlich entgegengenommen hat.
Verlustangst - Populisten sind gute Verlustunternehmer
Markus Lanz & Richard David Precht
Anlässlich des Treffens zwischen Friedrich Merz und Donald Trump diskutieren die beiden, welches Europa da eigentlich auf welches Amerika trifft. Precht analysiert, wie Merz als Vertreter des liberal-demokratischen Kerneuropas mit einer zunehmend brüchigen Allianz nach Washington reist — während Orbán, die Wahl in Rumänien und die gespaltene polnische Politik zeigen, dass dieses Kerneuropa bald ein Resteuropa sein könnte. Inspiriert von Ivan Krastev ziehen sie die Parallele zu 1989: So wie damals die Sowjetunion aufhörte, ein kommunistischer Staat zu sein, höre Amerika heute auf, eine liberale Supermacht zu sein.
Soziologe Andreas Kemper – Was will die AfD
Matze Hielscher & Gäste
Andreas Kemper, Soziologe und erster Buchautor über die AfD, analysiert schonungslos ihre Geschichte als Partei, die von Anfang an rassistisch war und den Sozialstaat abschaffen wollte. Er beschreibt seinen inneren Zwiespalt zwischen dem distanzierten Rechercheur, für den die Lage Paradies und Hölle zugleich ist, und der Privatperson, die selbst angegriffen wird und Gerichtstermine wahrnehmen muss. Sein zentraler Hebel: Existenzängste um Wohnung, Job und gesellschaftliche Isolation treiben Menschen in die Arme der Rechten — doch er hält es für realistisch, die AfD wieder auf einstellige Werte zu drücken.
Hipster gegen Nerds, Wokeness gegen Deutschrap
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Anlass der Folge ist eine ZEIT-Sonderausgabe über die besten kulturellen Einfälle des 21. Jahrhunderts, an der Lars Weisbrod hauptverantwortlich beteiligt war. Von dort aus spannen die beiden einen großen Bogen über 25 Jahre Gegenwartskultur — strukturiert anhand von Gegenpaaren wie Hipster vs. Nerds und Wokeness vs. Deutschrap, die das kulturelle Klima der Nullerjahre bis heute geprägt haben.
Berliner und anderes Liebeslieben
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Das monatliche Zitat lautet: 'Kommunisten sind die einzigen Menschen auf der Welt, denen Literatur wichtig ist' — und der Satz entfaltet eine überraschende Diskussion. Adam Soboczynski konzediert die quasi-religiöse Lesewut linker Zirkel, hält aber dagegen, dass echte Kommunisten Literatur meist nur als Abbild gesellschaftlicher Strukturen lesen, nicht um der Schönheit eines Satzes willen. Iris Radisch ergänzt, was DDR-Schriftsteller nach der Wende schmerzhaft lernten: Plötzlich rief kein Staatsmann mehr an.
Hausdurchsuchung wegen Firestick
Jan Böhmermann & Olli Schulz
Zum Sommerstart Anfang Juni philosophieren die beiden über KI-generierte Podcast-Folgen, die sie theoretisch bis weit nach ihrem Tod ersetzen könnten — ohne dass es jemand merken würde. Zwischendurch klagt Jan über Allergien und das miese Wetter in Westdeutschland, während Olli von Proben für seinen Auftritt beim MyFatDerby berichtet.
Das Pfingstwunder
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Nach den vier Evangelien und dem Thomasevangelium wenden sich die Pfarrerstöchter der Apostelgeschichte zu — dem Sequel des Lukasevangeliums, in dem derselbe Autor schildert, wie die Urgemeinde entstand und die Apostel ihre Mission in alle Welt trugen. Johanna Haberer erklärt, dass Lukas dabei nicht nur die Missionsreisen des Paulus und des Petrus beschreibt, sondern auch, wie sich die frühen Christen stritten, Entscheidungen fällten und Geld sammelten — Parallelen zur heutigen Kirche inklusive. Die Episode läuft auf das Pfingstwunder zu: Jesu letzte Weisung, in Jerusalem zu warten, bis der Heilige Geist sie tauft.
Afrika - Der vergessene Kontinent
Markus Lanz & Richard David Precht
Frisch zurück aus dem Senegal, wo sie für eine Migrations-Reportage recherchiert haben, widmen sich die beiden den Klischees und Zerrbildern, die Europa von Afrika hat. Lanz erzählt, wie ihn die Gesichter der Menschen in Dakar und zuvor in Syrien bis tief in die Nacht am Bildschirm nicht loslassen — und wie der Moloch Dakar mit seinen Millionen, von denen viele nirgendwo registriert sind, einen regelrecht umhaut. Dabei wird schnell klar: Afrika ist kein ferner Kontinent, sondern ein Ort, an dem sich gerade Europas eigene Zukunft entscheidet.
Monika Helfer und Michael Köhlmeier – Was ist Liebe
Matze Hielscher & Gäste
Monika Helfer und Michael Köhlmeier, seit über 40 Jahren verheiratet und beide Schriftsteller, sprechen über ihre Liebe, ihre Unterschiede und die Vorsicht, die es braucht, damit etwas Kostbares hält. Köhlmeier erzählt freimütig von seiner anfänglichen Überwältigung durch Monikas Schönheit und dem Neid, den er in den Blicken anderer Männer las — während Helfer verrät, dass Frühstück mit ihm wie eine kleine Vorlesung ist, der sie still mit Kaffee lauscht.