Episoden
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Thomas de Maizière, was ist heute konservativ
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Thomas de Maizière spricht aus seinem Bundestagsbüro über die Wiedervereinigung, innere Einheit und was heute konservativ ist. Er räumt mit dem Mythos der verpassten Chance 1990 auf, hält vom Gerede der inneren Einheit nichts und erklärt, warum Doppelreiher und Einstecktuch aus Philipp Amthor noch keinen Konservativen machen. Dazwischen das Geständnis, er hätte im Ernstfall den Abschussbefehl gegeben — und wäre danach wohl zurückgetreten.
Die Rache der Affen
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge geht es um einen Fall, der die Grenze zwischen Wissenschaft und Tierquälerei auslotet: Tierversuche am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen, die massive öffentliche Empörung auslösten. Moritz Aisslinger, Dossier-Redakteur der ZEIT, berichtet über seine Recherche aus dem Jahr 2017 — eine Geschichte, die extrem komplex und zwiespältig ist, weil am Ende niemand so richtig weiß, was man davon halten soll.
Der betrogene Bruder
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Isaak ist alt und blind geworden und will seinen Erstgeborenen Esau mit einem feierlichen Mahl segnen — doch Rebekka belauscht den Plan und schmiedet sofort eine Intrige zugunsten ihres Lieblingssohns Jakob. Die Folge erklärt den entscheidenden Unterschied zwischen dem bereits erschlichenen Erstgeburtsrecht und dem väterlichen Segen: das eine ist ein juristischer Anspruch auf das Erbe, das andere ein auf die Zukunft gerichteter, fast magischer Zuspruch über Wohlstand, Fruchtbarkeit und Glück.
Jakob, Mutters Liebling
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Bevor es um Jakob geht, wird zunächst Ismaels Schicksal aufgerollt: Der Halbbruder Isaaks zeugt zwölf Söhne, die allesamt Fürsten werden und als unbändige Beduinenvölker Nordarabien durchstreifen — frech, stark und niemandem untertan. Die rätselhafte Bibelformulierung, Ismael habe sich allen seinen Brüdern vors Gesicht gesetzt, entpuppt sich als Bild für nomadische Stämme, die sich vor den sesshaften Siedlungen breitmachten und ihnen auf der Nase herumtanzten.
Alice Hasters, was sollten weiße Menschen über Rassismus wissen
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Alice Hasters spricht drei Wochen vor dem Tod von George Floyd über Rassismus in Deutschland, weiße Vorherrschaft und die Frage, warum weiße Menschen sich selbst nicht als Gruppe begreifen. Sie erklärt, wie Fragen nach der Herkunft in Wahrheit auf ihr Schwarzsein zielen, und ordnet die plötzliche weiße Empörung als späte Reaktion ein — während Schwarze Menschen längst abgestumpft seien. Ein Gespräch, das die Hosts selbst als Lehrstunde in geduldiger Aufklärung erleben.
Das Böse hinter dem schönen Schein
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge stellen die Hosts ihr neues Magazin vor, dessen sechste Ausgabe am 9. Juni erscheint und gleich zwei packende Schwerpunkte bietet: eine Titelgeschichte über spurlos Verschwundene, recherchiert von Reporter Alexander Rupflin, sowie eine Reportage über Frauen, die sich in Schwerverbrecher verlieben — darunter eine Frau, die den dänischen U-Boot-Mörder Peter Madsen im Fernsehen sah und ihn daraufhin im Gefängnis heiratete.
Eine Frau sagt Ja
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Nach der unterbliebenen Opferung Isaaks und dem Tod der 127-jährigen Sarah beginnt die Suche nach einer Frau für Isaak — doch zunächst muss Abraham als Fremder unter den Hethitern ein Stück Land für Sarahs Grab erkaufen. Die Episode folgt dem Weg von Beersheba, das heute eine Städtepartnerschaft mit Wuppertal pflegt, über Hebron bis zur biblischen Brautwerbung, bei der eine junge Frau am Brunnen eine Entscheidung trifft, die Weltgeschichte schreibt.
Der Geruch des Todes
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Ursula März erzählt von einem Fall aus der Berliner Hosemannstraße, einem kleinbürgerlichen Viertel am Rand des Prenzlauer Bergs zwischen Spielhöllen und Kfz-Handlungen — weit entfernt von Latte-Macchiato-Klischees. Unter dem Titel Der Geruch des Todes geht es um einen seltsamen Nachbarn, eine unentdeckte Leiche und die Frage, was mit der Rente passiert, wenn niemand den Tod bemerkt.
Dunja Hayali, hält Streit die Gesellschaft zusammen
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Dunja Hayali spricht über ihre Haltung zu Hardcore-Rassisten und Neonazis: zuhören, ohne ernst zu nehmen, was sie sagen, aber die Person ernst nehmen. Sie erklärt, warum Alltagsrassismus für sie das größere Gift ist als die großen Anschläge, und warum sie die Grundrechtseinschränkungen in der Pandemie für legitim hält. Zwischendurch turnt ihre 13 Monate alte Golden-Retriever-Hündin Wilma durchs Bild.
Man kann doch nicht mit Wasserwerfern das Maskentragen erzwingen
Roman Pletter & Gäste
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellt sich kurz vor seinem 40. Geburtstag den Fragen von ZEIT-Journalisten — mitten im Corona-Ausnahmezustand. Trotz enormen Drucks wirkt er auffällig entspannt, spricht über Aluhut-Proteste, erlaubte Zweifel in der Politik und die Frage, ob er sich als Feminist sieht. Zum Erwachsenwerden mit 40 merkt er trocken an, dass er das bisher erfolgreich verdrängt habe.