Episoden
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Er ist zu liquidieren
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Am 13. Februar 2017 wird Kim Jong-nam, der Halbbruder des nordkoreanischen Diktators, mitten im Trubel des Flughafens von Kuala Lumpur mit dem geächteten Nervengift VX ermordet — ausgeführt von zwei jungen Frauen, die glaubten, bei einer harmlosen Prank-Show mitzumachen. Erich Follath hat den Fall recherchiert, der wie ein Plot von John le Carré klingt, aber brutale Realität eines staatlich orchestrierten Attentats ist.
Tal der Ahnungslosen
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Das Silicon Valley — einst Ort großer Utopien, längst Chiffre für Dystopien — steht zur Debatte: Ist es kulturell tot oder gerade deshalb noch relevant? Ijoma besteht darauf, das Milieu als soziologisches Phänomen ernst zu nehmen, Lars posiert als der, der schon weiß, dass es vorbei ist. Im Gegenwartscheck bringt Ijoma dann das Wort 'Hatchler' ins Spiel — ein angeblich fränkisches Kompositum aus 'Heteroschlampe', das Frauen auf Frauen anwenden, die ihre Weiblichkeit strategisch einsetzen.
Die Träume des Pharao
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Josef sitzt im Gefängnis des Pharao, wo er als eine Art Obergefangener fungiert und auf den königlichen Mundschenk sowie den Hofbäcker trifft — zwei gestürzte Palastgrößen, deren Vergehen die Bibel verschweigt. Die Episode zeichnet Josefs erstaunliche Fähigkeit zur Traumdeutung nach, die ihm auch hinter Gittern wieder zum Aufstieg verhilft, und beleuchtet die Bedeutung von Träumen im Alten Testament.
Alice Schwarzer, wie wird man eine Frau
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Alice Schwarzer kommt mit einer langen Liste an Labels im Gepäck — Amazone, Männerschreck, meistgehasste Chefredakteurin Deutschlands — und macht von Anfang an klar, dass sie sich von keinem davon definieren lässt. Sie spricht über ihren ungewöhnlichen Aufwuchs mit einem Mann als „sozialer Mutter
Im braunen Sumpf
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Jana Simon erzählt die Geschichte zweier Ermittler, Thomas Matzak von der Kriminalinspektion Jena und Mario Melzer vom LKA Erfurt, die beide nach der Enttarnung des NSU am 4. November 2011 mit dem Gefühl zurückblieben, die zehn Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds hätten verhindert werden können. Simon, die den Fall in mehreren Zeit-Artikeln und ihrem Buch Unter Druck aufgearbeitet hat, zeichnet nach, wie das Versagen der Behörden zwei Polizisten zu finsteren Erkenntnissen über den Staat führte, in dem sie leben.
Cancelt uns endlich!
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Zum ersten Mal sitzen Ijoma und Lars nicht getrennt vor Laptops, sondern gemeinsam in der ZEIT-Redaktion in Hamburg — und streiten sich prompt über Cancel Culture. Lars bekennt sich als Leugner des Phänomens, was sofort eine sprachlogische Falle aufdeckt: Wer sich selbst Leugner nennt, widerspricht sich. Ijoma dagegen träumt laut davon, gecancelt zu werden — als ultimativer Aufmerksamkeitsboost für den Podcast.
Ein Verführungsversuch
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Geschichte Josefs in Ägypten nimmt Fahrt auf: Als Sklave an den Hofbeamten Potiphar verkauft, steigt der junge Hebräer vom Tellerwäscher zum Hausverwalter auf — alles, was er anfasst, wird zu Gold. Doch sein Glück und sein gutes Aussehen ziehen nicht nur Segen an, sondern auch die gefährliche Aufmerksamkeit von Potiphars Frau, deren Verführungsversuch Josef in eine ausweglose Lage bringt.
Der Tag, an dem Maike verschwand
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Im Juli 1997 verschwand die 17-jährige, hochschwangere Maike T. nach einem Vorsorgetermin in Hennigsdorf spurlos — keine Leiche, kein Tatort, keine Spur. Erst 17 Jahre später wurden ihr Ex-Freund Michael S. und dessen Mutter Christine S. wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, gestützt vor allem auf die Aussagen zweier Ex-Freundinnen, deren Glaubwürdigkeit durch psychische Probleme, Drogenkonsum und wechselnde Erinnerungen schwer erschüttert war. Simon Kerbusk, der beide Verurteilten im Gefängnis besuchte, zeichnet einen Fall nach, in dem bis heute die zentrale Frage unbeantwortet bleibt: Mord — wirklich?
Ólafur Elíasson, kann Kunst die Welt retten
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Ólafur Elíasson beschreibt sich als Compilation verschiedener Identitäten, die in Deutschland ein Land finden, das von Erwachsenen geleitet wird. Er erinnert sich an den Mauerfall zwei Wochen nach seinem Studienbeginn in Kopenhagen, als tausende Trabis an ihm vorbeifuhren, und reflektiert darüber, wie Wahrnehmung nur vorübergehende Wahrheiten zeigt. Seine raumfüllenden Installationen mit Wasserfällen und Strom seien schlecht zu verkaufen — dafür aber möglichst vielen Menschen in öffentlichen Räumen zugänglich.
Arbeit nervt!
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Lars und Nina nehmen sich die Arbeitsmüdigkeit ihrer Generation vor: Warum wollen Millennials keine sinnlosen Jobs mehr? Als Aufhänger dienen David Graebers 'Bullshit Jobs' und Florian Wagners 'Rente mit 40'. Davor absolvieren die beiden ihren obligatorischen Gegenwartscheck, in dem Lars das frisch geprägte Netz-Wort 'Zoomer' seziert — ein Wortspiel aus Boomer und Generation Z, das die kollektive Faszination für Generationenerzählungen auf die Schippe nimmt.