Episoden
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Die Hexe von En-Dor
Sabine Rückert & Johanna Haberer
David läuft mit 600 Mann zu den Philistern über — wie ein antiker Snowden, der bei Putin Zuflucht sucht — und spielt dort ein doppeltes Spiel: Er täuscht Raubzüge gegen Israel vor, massakriert aber andere Völker und beseitigt alle Zeugen. Währenddessen lässt der verzweifelte Saul durch die Hexe von En-Dor den toten Propheten Samuel beschwören, der ihm nur seinen Untergang bestätigt. Die Episode endet mit Sauls Freitod auf dem Schlachtfeld, dem Tod Jonathans und Davids berühmter Totenklage: "Deine Liebe ist mir wundersamer gewesen, als Frauenliebe ist."
Ausgabe Dreissig
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode beginnt mit einem Blick in Prechts bücherüberflutete Kammer und der ehrlichen Frage, wie viele Bücher man wirklich von der ersten bis zur letzten Seite liest. Von dort schlägt Lanz den Bogen zur Weltlage: Er liest eine eindringliche Passage aus Karl Schlögels Entscheidung in Kiew vor, die bereits 2015 beschrieb, wie das saturierte Europa aus seinem posthistorischen Dornröschenschlaf gerissen wird.
Die lebende Tote
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Ein Mädchen namens Marleen wächst in einer niederländischen Familie auf, die zeitweise nach Kalifornien auswandert — doch hinter der bürgerlichen Fassade verbirgt sich ein Kind, das wegen einer unerkannten Hörbeeinträchtigung zunehmend verstummt und sich von seiner Umwelt abkapselt. Alexander Rupflin hat für das ZEIT-Kriminalmagazin die Geschichte dieser Frau recherchiert, die eines Tages verschwand und lange für tot gehalten wurde — bis sich herausstellte, dass sie noch lebte.
Ist Achtsamkeit egoistisch
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Ausgangspunkt ist Emmanuel Carrères Roman «Yoga», den Ijoma Mangold als Werk eines seiner absoluten Lieblingsschriftsteller vorstellt und in Paris mit dem Autor besprochen hat. Bevor das Buch entfaltet wird, fällt im Gegenwartscheck auf, wie rasant das Wort «Resilienz» von der Achtsamkeitsszene ins militärische Sicherheitsdenken gewandert ist — ein Begriffswandel, der die Zeitenwende im Kleinen spiegelt.
Ausgabe Neunundzwanzig
Markus Lanz & Richard David Precht
Ausgangspunkt ist das frisch erschienene Buch *Freiheit für alle*, doch die Diskussion kippt schnell ins Grundsätzliche: Der Krieg in der Ukraine zwingt dazu, über Freiheit nicht mehr als Zukunftsversprechen der Digitalisierung nachzudenken, sondern als etwas, das gerade mit Waffengewalt verteidigt werden muss. Die zentrale Frage, inspiriert von Ex-CIA-Chef Leon Panetta, lautet: Gewinnt am Ende die Autokratie oder die Demokratie?
Kevin Kühnert, wie groß ist diese Zeitenwende
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Wiederholung eines Gesprächs vom März 2022, anlässlich Kevin Kühnerts Rücktritt als SPD-Generalsekretär im Oktober 2024. Kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine spricht der damalige SPD-Hoffnungsträger über Putin als Diktator, den Umgang mit Gerhard Schröder und die unbequeme Einsicht, dass manches Gräuel nur mit Gewalt zu beenden ist. Persönlich wird es, wenn Kühnert erzählt, wie er sich durch beschissene politische Jahre am Gedanken an den Sommer-Wanderurlaub festhält.
Wie die atemberaubende Abigail den David für sich gewinnt
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Im Zentrum steht die Geschichte von Abigail, der klugen Frau des reichen Tölpels Nabal, die David mit 200 Broten, Wein und Rosinenkuchen davon abhält, ein Blutbad anzurichten — und sich dabei elegant einen neuen Ehemann sichert. Sabine Rückert liest ausführlich aus Stefan Heyms Roman „Der König David Bericht
Ausgabe Achtundzwanzig
Markus Lanz & Richard David Precht
In ihrer dritten Folge zum Ukraine-Krieg registrieren die beiden, wie sich der Konflikt verändert: Die ersten verstörenden Bilder von bombardierten Zivilisten und fliehenden Familien erreichen die Öffentlichkeit, und in ihrem Umfeld wächst erstmals reale Angst vor einem Atomschlag. Während Markus Lanz Parallelen zu Christopher Clarks Schlafwandlern und dem Hineinschlittern in den Ersten Weltkrieg zieht, sieht Richard David Precht eher Parallelen zum Vietnamkrieg — ein Konflikt, der sich Schritt für Schritt zur Katastrophe auswuchs.
Mir bricht diese Diskussion das Herz
Roman Pletter & Gäste
Vor über 1000 Zuschauern im Hamburger Schauspielhaus diskutieren die Russland-Korrespondentin Alice Bota, die Politikwissenschaftlerin Sabine Fischer, der belarussische Autor Viktor Martinowitsch und der ukrainische Autor Jurij Andruchowytsch über den russischen Angriffskrieg — über das Morden, die Ohnmacht und die größte Fluchtbewegung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.
Die drei Schwestern
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Am 27. Juli 2018 töten drei Schwestern in Moskau ihren Vater Michail Chatschaturjan — einen Mann, der sie jahrelang mit Pfefferspray, Beschimpfungen und Gewalt tyrannisierte. Die ehemalige Russland-Korrespondentin Alice Bota zeichnet nach, wie Christina, Angelina und Maria zu Täterinnen wurden, nachdem ihr Vater selbst am Tag nach einem Aufenthalt in einer Nervenklinik wieder außer Kontrolle geriet, und warum dieser Fall bis heute ganz Russland beschäftigt.