Was liest du gerade? – Endlich wird es Frühling!
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Endlich wird es Frühling!

Was liest du gerade? / 22. März 2025 / 10 Medien

Iris Radisch, Adam Soboczynski

In der Sachbuchausgabe diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann drei Neuerscheinungen: Dieter Thomäs sprachphilosophischen Essay "Post – Nachruf auf eine Vorsilbe", Patricia und Hertha Luegers "Bardame gesucht, Zimmer vorhanden" sowie den wiederentdeckten Naturklassiker "Stunden auf dem Land" von Susan Fenimore Cooper. Zum Einstieg sezieren sie Douglas Rushkoffs "Survival of the Richest" – ein Buch von 2022, das angesichts von Elon Musks Regierungseinfluss geradezu prophetisch wirkt.

„Jene, die es mit fragwürdigen Methoden an die Spitze geschafft haben, wollen nicht zurückblicken und sehen, welche Verwüstung sie hinterlassen haben. Sie brauchen eine Exit-Strategie und ziehen es möglicherweise vor, sich eine Zukunft auszumalen, in der sie gezwungen sind, sich von denen abzuschotten, die sie ausgebeutet haben.“
🗣 Douglas Rushkoff

Erwähnte Medien (10)

Post. Nachruf auf eine Vorsilbe
Buch

Post. Nachruf auf eine Vorsilbe

Dieter Thomé

🗣 Iris Radisch empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:00:42 „Einmal sprechen wir über Dieter Thome, der hat ein Buch geschrieben mit dem schönen Titel Post, Nachruf auf eine Vorsilbe, erschienen im Surkamm Verlag.“

Eines der beiden Hauptbücher der Episode. Thomé, Philosoph und ehemaliger Professor in St. Gallen, untersucht systematisch die Vorsilbe 'Post' als erfolgreichste Erfindung der Geistes- und Sozialwissenschaften seit 1945. Er widmet sich vor allem Posthistoire, Postmoderne und Postkolonialismus und kritisiert, dass Post-Begriffe eine zu starke Rückwärtsgewandtheit ausdrücken, statt die Gegenwart als gestaltbares Abenteuer zu begreifen.

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Stunden auf dem Land
Buch

Stunden auf dem Land

Susan Fenimore Cooper

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:01:04 „Und unser Klassiker stammt heute von Susan Fenimore Cooper, Stunden auf dem Land, erschienen ebenfalls bei Mattes & Seitz.“

Das Buch wird als Klassiker der Episode angekündigt, der am Ende besprochen werden soll. Es erscheint bei Mattes & Seitz. Die inhaltliche Besprechung erfolgt vermutlich im zweiten Teil des Transkripts.

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Survival of the Richest – Warum wir vor den Tech-Milliardären noch nicht einmal auf dem Mars sicher sind
Buch

Survival of the Richest – Warum wir vor den Tech-Milliardären noch nicht einmal auf dem Mars sicher sind

Douglas Rushkoff

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:01:16 „Und der stammt diesmal von Douglas Rushkoff aus dem Buch Survival of the Richest – Warum wir vor den Tech-Milliardären noch nicht einmal auf dem Mars sicher sind. Erschienen bei Surkamp.“

Das Buch wird in der Rubrik 'Der erste Satz' vorgestellt. Rushkoff, Medientheoretiker an der New York University, beschreibt darin das Mindset der Tech-Milliardäre, die sich Exit-Strategien für globale Katastrophen zurechtlegen. Die Sprecher betonen die prophetische Qualität des 2022 erschienenen Buchs angesichts der aktuellen politischen Lage in Washington unter Trump und Musk.

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Vom Glück der Moderne
Buch

Vom Glück der Moderne

Dieter Thomé

🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 00:10:21 „Und er hat eine Reihe Bücher geschrieben, die, ich will eigentlich nicht sagen lebensnah, sondern mehr so lebensanalytisch sind vielleicht. Also vom Glück der Moderne hieß eins, welches Glücksversprechen steckt noch in der Moderne oder kann da noch eingelöst werden.“

Wird als eines der früheren Bücher von Dieter Thomé genannt, um sein Werk und seinen Stil einzuordnen. Es geht um die Frage, welche Glücksversprechen die Moderne noch einlösen kann.

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Erzähle dich selbst. Lebensgeschichte als philosophisches Problem
Buch

Erzähle dich selbst. Lebensgeschichte als philosophisches Problem

Dieter Thomé

🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 00:10:36 „Erzähle dich selbst, Lebensgeschichte als philosophisches Problem hieß ein anderes Buch. Welche Rolle spielt das Erzählen im Leben?“

Wird als weiteres Werk Thomés erwähnt, um seine thematische Bandbreite zu illustrieren. Es behandelt die philosophische Frage, welche Rolle das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte spielt.

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Puer Robustus. Eine Philosophie des Störenfrieds
Buch

Puer Robustus. Eine Philosophie des Störenfrieds

Dieter Thomé

🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 00:10:44 „Und Puer Robustus, eine Philosophie des Störenfrieds, war, glaube ich, das letzte 2016 auch eine ganz lustige Geschichte sozusagen des Querdenkers, vielleicht bevor der Begriff anders besetzt wurde während der Pandemie.“

Das letzte Buch Thomés vor 'Post', erschienen 2016. Der Sprecher ordnet es als unterhaltsame philosophische Geschichte des Querdenkers ein und merkt an, dass der Begriff 'Querdenker' damals noch unbelastet war.

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Manifest der Kommunistischen Partei
Buch

Manifest der Kommunistischen Partei

Karl Marx / Friedrich Engels · 1848

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:13:30 „Oder Marx und Engels waren wahrscheinlich klug genug, nicht das Manifest der postkapitalistischen Partei zu schreiben.“

Im Gespräch über Dieter Thomés Buch 'Post' wird das Kommunistische Manifest als rhetorisches Gegenbeispiel herangezogen, um zu zeigen, dass historische Umbrüche früher mit eigenen, positiven Begriffen benannt wurden statt mit der Vorsilbe 'Post'. Thomé argumentiert damit, dass die inflationäre Verwendung von Post-Begriffen ein Zeichen mangelnder Zukunftssicherheit sei.

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The Coming of Post-Industrial Society
Essay

The Coming of Post-Industrial Society

Daniel Bell

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:19:45 „Unter anderem, was ich auch lustig fand, er nennt ja einen von Daniel Bell, dem großen Soziologen, der schon 1971 einen sehr lustigen Aufsatz darüber geschrieben hat über Soziologie. Die Vorsilbe Post, die auftauchen würde und jetzt wohl überall eine Renaissance erleben würde, was vorher der Begriff Jenseits, Beyond gehabt hätte.“

Im Kontext der Besprechung von Thomés 'Post' wird ein Aufsatz des Soziologen Daniel Bell von 1971 erwähnt, in dem Bell bereits beobachtete, dass die Vorsilbe 'Post' die zuvor populäre Vorsilbe 'Beyond/Jenseits' ablöste. Die Sprecherin findet es charmant, dass auch die Kritik am Post-Denken ihre eigene Vorgeschichte hat.

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Bardame gesucht, Zimmer vorhanden
Buch

Bardame gesucht, Zimmer vorhanden

Patricia Lueger, Hertha Lueger

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:21:03 „Ja, jetzt kommen wir zu einem nächsten und sehr anders gelagerten Buch. Das haben Patricia und Hertha Lueger geschrieben. Der Titel ist Bardame gesucht, Zimmer vorhanden, erschienen bei Mattes & Seitz.“

Das zweite Hauptbuch der Episode. Hertha Lueger, 1947 im Burgenland geboren, erzählt zusammen mit ihrer Tochter Patricia ihre Lebensgeschichte: vom ländlichen Österreich über eine frühe Scheidung nach München, wo sie zur erfolgreichen Domina und Clubbetreiberin wird. Die Sprecher betonen, dass das Buch weder romantisiert noch moralisiert, sondern den Moralwandel der Gesellschaft und eine ungewöhnliche Emanzipationsgeschichte zeigt.

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Walden
Buch

Walden

Henry David Thoreau

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:40:48 „Wir haben ja Thoreau, haben wir auch hier schon besprochen, voller Begeisterung. Aber jedenfalls, ich hätte auch den Eindruck, dass dieses seltsame, dieses existenzialistische Moment da bei Thoreau, also so leicht heroisch, ich alleine und die Natur und so weiter, dieses Moment ist hier ja gewechselt zu einer tatsächlichen Aneignung, Beschreibung.“

Thoreau wird als Vergleichsfigur zu Susan Fenimore Cooper herangezogen. Iris Radisch kontrastiert sein existenzialistisch-heroisches Naturerlebnis mit Coopers empathischer, wissenschaftlich fundierter Naturbeobachtung. Der Titel 'Walden' wird nicht explizit genannt, aber aus dem Kontext des Nature Writing und der vorherigen Besprechung im Podcast eindeutig referenziert.

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