ZEIT Verbrechen – Das böse Haus
#325

Das böse Haus

ZEIT Verbrechen / 25. November 2025 / 6 Medien

Anne Kunze, Daniel Müller

Ein Neffe erbt das Haus seines Onkels, eines katholischen Priesters im Saarland — und findet dort hunderte Kisten mit tausenden pornografischen Bildern, darunter Nacktaufnahmen des Onkels mit Jugendlichen und Messdienern. Britta Stuff, die die Geschichte gemeinsam mit Katja Bernadi und Johannes Dudziak recherchiert hat, erzählt, wie dieser Fund das Leben des Neffen von einer Sekunde auf die andere verändert und wie er ins Zentrum eines der größten deutschen Missbrauchsskandale führt.

„Ich sitze da an diesem Schreibtisch wie vom Donner gerührt und ab da ist sein Leben wirklich ein anderes Leben.“
🗣 Britta Stuff

Erwähnte Medien (6)

Deutsche Geister
Podcast

Deutsche Geister

Britta Stuff, Stefan Lebert

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:00:16 „Britta, du bist ja unseren Hörerinnen und Hörern hier im Podcast schon gut bekannt durch den Podcast Deutsche Geister, den du mit Stefan Lebert gemeinsam gemacht hast und in dem es auch um ein großes deutsches Verbrechen geht“

Der Podcast wird als frühere Arbeit der Gästin Britta Stuff vorgestellt, um ihre Expertise im Bereich investigativer Recherchen zu unterstreichen

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Studie

Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Frankreich (CIASE-Bericht)

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:06:23 „In Frankreich gab es so eine unabhängige Untersuchungskommission und die hat festgestellt, dass in Frankreich seit 1950 über 330.000 minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester und Laien in der katholischen Kirche es gegeben haben könnte. Das wird dort als Massenverbrechen bezeichnet.“

Anne Kunze vergleicht die deutschen Zahlen mit den französischen Ergebnissen, um die Dimension des Missbrauchs einzuordnen. Sie argumentiert, dass die offiziellen deutschen Zahlen nur die Spitze des Eisbergs seien und verweist auf die französische Kommission, die über 330.000 Opfer ermittelte.

🎓 Google Scholar 📄 Original
Spotlight
Film

Spotlight

Tom McCarthy

🗣 Daniel Müller referenziert bei ⏱ 00:21:02 „Ich muss die ganze Zeit an einen Film denken. Ich weiß nicht, ob ihr den kennt. Der heißt Spotlight und der basiert auf einer wahren journalistischen Recherche vom Investigativteam des Boston Globe. Und in diesem Film wird gezeigt, wie gesagt wahrhaft, dass die Journalisten einen jahrzehntelangen Skandal innerhalb der katholischen Kirche aufgedeckt haben.“

Daniel Müller zieht eine direkte Parallele zwischen dem besprochenen Fall im Bistum Trier und dem Film Spotlight, der die Aufdeckung systematischen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Boston durch Journalisten zeigt. Er betont die Gemeinsamkeiten: systematische Vertuschung, Versetzung von Tätern und die Machtlosigkeit der Opfer gegenüber der Institution.

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Recherche der Rhein-Zeitung zum Missbrauchsfall im Saarland
Artikel

Recherche der Rhein-Zeitung zum Missbrauchsfall im Saarland

🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 00:29:14 „Er hat noch im Auto den Chefredakteur der Rheinzeitung angerufen. Die Rheinzeitung ist die erste Zeitung, die darüber berichtet hat, die auch in dem Haus war. Die haben eine Geschichte gemacht, es hat einen Riesensturm der Entrüstung ausgesucht“

Die Berichterstattung der Rhein-Zeitung wird als erste Veröffentlichung des Falls erwähnt, die letztlich die Strafverfolgungsbehörden auf den Plan rief

Zum Artikel bei Katholisch.de
Bericht über den Fall Dillinger
Artikel

Bericht über den Fall Dillinger

🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:29:17 „Er hat noch im Auto den Chefredakteur der Rheinzeitung angerufen. Die Rheinzeitung ist die erste Zeitung, die darüber berichtet hat, die auch in dem Haus war. Die haben eine Geschichte gemacht, es hat einen Riesensturm der Entrüstung ausgesucht und das hat die Strafverfolgungsbehörden dann ins Spiel gebracht.“

Anne Kunze schildert den Wendepunkt des Falls: Nachdem der Neffe Steffen Dillinger von der kirchlichen Aufarbeitungskommission enttäuscht wurde, rief er noch auf der Heimfahrt den Chefredakteur der Rheinzeitung an. Die daraus entstandene Berichterstattung löste einen öffentlichen Aufschrei aus und brachte die Strafverfolgungsbehörden dazu, das Haus zu durchsuchen.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Der Exorzist
Film

Der Exorzist

William Friedkin

🗣 Anne Kunze erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:47:31 „Als ich das letzte Mal da war, es ist jetzt schon eine Weile her, bin ich übrigens hingefahren und er hat ein Filmplakat, gut sichtbar, in eine der Scheiben geklebt vom Exorzisten. Also der Neffe ist eine ganz eindrucksvolle Figur und hat auch einen dunklen Humor, möchte ich mal sagen.“

Anne Kunze erzählt, was der Neffe Steffen Dillinger mit dem Haus des verstorbenen Onkels gemacht hat. Beim Leerräumen hat er ein Filmplakat von 'Der Exorzist' gut sichtbar in eine Fensterscheibe geklebt – ein Ausdruck seines dunklen Humors angesichts des Grauens, das in dem Haus stattgefunden hat.

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