Der Mann mit der Kamera
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Der preisgekrönte Kinderfotograf Achim Lippoth soll zwischen 1999 und 2021 mehrere Jungen unter 13 Jahren sexuell missbraucht haben — er bestreitet alle Vorwürfe. Bereits 2017 wandte sich ein ehemaliger Praktikant mit einem erschütternden Verdacht an die Redaktion, doch ohne laufende Ermittlungen und ohne aussagebereite Betroffene musste die Recherche zunächst auf Eis gelegt werden. Erst Jahre später gelang es Daniel Müller und Lena Niethammer, das System hinter dem Fotografen offenzulegen — eine Recherche in zwei Teilen.
„Es gab keine Ermittlungen und man kam auch nicht so richtig weiter. Ich habe wirklich viel versucht, aber es ließ sich niemand so richtig darauf ein, mir Informationen zu geben.“
Erwähnte Medien (5)
Rebecca Reusch (Podcast)
Lena Nithammer
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:00:48 „Du verfolgst lange und aufwendige Recherchen, darunter auch häufig Kriminalrecherchen. Zum Beispiel hast du zu dem Fall Rebecca Reusch auch einen ganzen mehrteiligen Podcast gemacht.“
Sabine Rückert stellt die Rechercheurin Lena Nithammer vor und verweist auf deren früheren mehrteiligen Podcast zum Vermisstenfall Rebecca Reusch als Beleg für ihre Erfahrung mit aufwendigen Kriminalrecherchen.
Vogue Bambini
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:14:33 „Das sollte so ein bisschen das deutsche Pendant zur Vogue Bambini, das soll die größte Modezeitschrift für Kinder damals sein.“
Vogue Bambini wird als Vergleichsmaßstab für Lipperts Kindermodemagazin Kidswear herangezogen. Es wird als die damals größte Modezeitschrift für Kinder beschrieben, an deren Vorbild sich Kidswear orientierte.
Fotobuch von Will McBride
Will McBride
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:28:26 „Es lag zu einem Großteil auch daran, dass diese Fotos, und das konnten dann Lippert und sein Verteidiger relativ schnell glaubwürdig belegen, nicht etwa illegal erlangt waren oder von ihm selbst angefertigt, sondern die waren Abzüge eines Fotobuches des Fotografen Will McBride, der in den, ich glaube, 70er Jahren ziemlich für Aufsehen gesorgt hat damit, aber für sehr negatives Aufsehen.“
Andreas Sentker erklärt, warum die Ermittlungen gegen Lippert eingestellt wurden: Die in der Kiste gefundenen Fotos von nackten Kindern waren Abzüge aus einem Fotobuch von Will McBride aus den 70er Jahren. Obwohl die Bücher in einigen US-Bundesstaaten verboten sind, war der Besitz in Deutschland nicht illegal – was Lippert und sein Verteidiger erfolgreich als Verteidigungslinie nutzten.
Spiegel-TV-Dokumentation über Sebastian Edathy
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:32:09 „Und irgendwann schaut er dann, weil er dann halt total in diesem Thema drin war, so eine Spiegel-TV-Doku über den ehemaligen SPD-Politiker Sebastian Edati, der, wie du dich vielleicht erinnerst, ein paar Jahre vorher einen Kinderpornografie-Skandal hatte, dann zurückgetreten ist.“
Andreas Sentker schildert, wie Max Valentin bei seinen privaten Recherchen zu Achim Lippert auf eine Spiegel-TV-Dokumentation über den Edathy-Skandal stieß. Diese Doku wurde zum entscheidenden Bindeglied: Darin tauchte der Verlag Poikart auf, über den Valentin dann eine Verbindung zu Lippert herstellen konnte.
Kinder vor der Kamera
Achim Lippert
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:33:03 „Und dieses Buch hieß Kinder vor der Kamera und der Autor, und das war das, was ihm halt so ins Auge sprang, hieß A.Lippot. Und wieder dachte Valentin, jetzt habe ich ihn, also das muss doch wenigstens illegal sein. Und dann hat er das Buch der Polizei beschrieben, weil er hat es direkt gekauft.“
Max Valentin stieß bei seiner Recherche über den Poikart-Verlag auf eBay auf ein Buch mit dem Titel 'Kinder vor der Kamera', in dem Jungen auf einem Bett ohne Kleidung posierten. Der Autor war mit 'A. Lippot' angegeben – Valentin erkannte sofort die Verbindung zu Achim Lippert und kaufte das Buch als Beweis, doch die Polizei zeigte erneut kein Interesse.