Ein Opfer für die Göttin
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Bevor es zur Live-Aufnahme vom Zeit-Podcast-Festival in Berlin geht, liefern die Hosts ein Update zum Fall der Richterin K.: Der Bundesgerichtshof hat ihr Urteil wegen Rechtsbeugung und Verwahrungsbruch aufgehoben und an das Landgericht Hagen zurückverwiesen — Unterlassen wiege juristisch weniger schwer als aktives Handeln, die Strafe von drei Jahren und zehn Monaten sei zu hoch bemessen. Sabine Rückert rechnet mit einer Bewährungsstrafe, denn allein der berufliche Absturz — kein Richteramt, keine Staatsanwaltschaft, nicht einmal die Anwaltszulassung — sei existenzvernichtend genug.
„Sie ist von großer Höhe abgestürzt und muss sich jetzt völlig neu orientieren in ihrem Leben.“
Erwähnte Medien (4)
Die Richterin und ihr Kartenhaus
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:00:52 „Ja, es geht um das Urteil gegen die Richterin und ihr Kartenhaus. Man kann das nochmal nachhören. Die Richterin K., Frau K., wurde ja wegen Prokrastination, also wegen Verschleppung ihrer Fälle, wegen Rechtsbeugung unter anderem verurteilt vom Landgericht Hagen.“
Sabine Rückert verweist auf eine frühere Folge des eigenen Podcasts ZEIT Verbrechen, in der der Fall der Richterin K. behandelt wurde. Sie aktualisiert den Fall, weil der Bundesgerichtshof das Urteil inzwischen aufgehoben und an das Landgericht Hagen zurückverwiesen hat.
Immer wieder aufstehen
Monica Seles
🗣 Andreas Sentker zitiert daraus bei ⏱ 00:25:23 „Ich habe aus diesem Buch, aus Ihrer Autobiografie, die auf Deutsch unter dem Titel immer wieder aufstehen erschienen, ist eine kurze Passage mitgebracht, die das, glaube ich, ganz gut schildert. Ich wurde niedergestochen auf dem Platz vor 10.000 Zuschauern.“
Andreas Sentker liest eine längere Passage aus Monica Seles' Autobiografie vor, in der sie den Moment des Messerangriffs und den anschließenden Schockzustand beschreibt. Das Buch wird herangezogen, um zu zeigen, wie tiefgreifend das Trauma für Seles war – trotz der physisch relativ harmlosen Verletzung zerbrach ihre Welt und sie fand sportlich nie wieder zu alter Stärke zurück.
Showdown der Star-Anwälte
🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:43:32 „Und darüber hat die Hamburger Morgenpost damals berichtet, hier Showdown der Star-Anwälte. Und dem habe ich dann entnommen, dass die beiden Freunde waren und seit der dann nicht mehr.“
Anne Kunze zitiert ausführlich aus einem Artikel der Hamburger Morgenpost über den Prozess. Der Artikel beschreibt das Duell der befreundeten Star-Anwälte Strate und Kuri, die im Berufungsverfahren als Gegner aufeinandertrafen, und schildert, wie Kuri dem Nebenklagevertreter Strate die Zeugen systematisch zerlegte.
Bericht über den Attentäter von Rudi Dutschke
Gerhard Mautz
🗣 Ursula März zitiert daraus bei ⏱ 00:54:39 „Gerhard Mautz, der legendäre frühere Gerichtsreporter des Spiegel, der schrieb über den Attentäter von Rudi Dutschke, als er ihn im Gerichtssaal zum ersten Mal gesehen hat. Ein Nichts schrieb er und er schrieb den wichtigen Satz, er gehört zu denen, die niemand auf der Rechnung hat.“
Ursula März zieht eine Parallele zwischen ihrem eigenen Eindruck von Günter Parche im Gerichtssaal und dem, was der legendäre Spiegel-Gerichtsreporter Gerhard Mautz über den Dutschke-Attentäter schrieb. Beide Täter wirkten als unscheinbare Nichtse, die niemand auf der Rechnung hatte – was sie laut März gerade so gefährlich und unkalkulierbar machte.