ZEIT Verbrechen – Große Verbrecher, Teil zwei – Despot im Operettengewand
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Große Verbrecher, Teil zwei – Despot im Operettengewand

ZEIT Verbrechen / 06. Mai 2023 / 3 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Journalist Erich Follath berichtet von seiner abenteuerlichen Reise nach Libyen 1990, um den Despoten Muammar al-Gaddafi zu interviewen — einen Mann, der 42 Jahre lang an der Macht war und sich mit einer Leibgarde aus Frauen umgab. Mit einem Sieben-Tage-Visum ausgestattet, saß Follath tagelang in einem Hotel in Tripolis fest, wurde immer wieder vertröstet und musste rund um die Uhr erreichbar bleiben, weil Gaddafi als Nachtmensch berüchtigt dafür war, Gäste um drei Uhr morgens einzubestellen.

„Gaddafi ist kein ganz leichter Interviewpartner, wenn man ihn mal hat. Aber auch, um an ihn heranzukommen, ist es nicht so ganz einfach.“
🗣 Erich Follath

Erwähnte Medien (3)

Das Grüne Buch
Buch

Das Grüne Buch

Muammar al-Gaddafi

🗣 Erich Follath referenziert bei ⏱ 00:25:00 „Er hatte vor sich sein grünes Buch, das er geschrieben hatte, das er mir nachher unterschrieben hat und in die Hand gedrückt hat.“

Erich Follath beschreibt seine nächtliche Begegnung mit Gaddafi im Militärzelt. Das Grüne Buch lag demonstrativ vor dem Diktator und wurde Follath signiert überreicht. Im weiteren Gespräch wird der Inhalt des Buches ausführlich besprochen — seine kruden Theorien zur Volksherrschaft, zum Sozialismus und zur 'dritten Universaltheorie', die international mit Kopfschütteln aufgenommen wurden.

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📖
Buch

Erta Mao-Bibel (Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung)

Mao Zedong

🗣 Andreas Sentker erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:25:00 „Er hatte vor sich sein grünes Buch, das er geschrieben hatte, das er mir nachher unterschrieben hat und in die Hand gedrückt hat. Das ist eine Mao-Bibel. Sozusagen, ja.“

Andreas Sentker zieht den Vergleich zwischen Gaddafis Grünem Buch und Maos Rotem Buch, um die ideologische Funktion des Werks einzuordnen — ein dünnes, programmatisches Büchlein, das als quasi-religiöse Pflichtlektüre weltweit verteilt wurde.

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The Back Channel
Buch

The Back Channel

William Burns

🗣 Erich Follath referenziert bei ⏱ 00:41:33 „Ich habe in dem Buch von dem amerikanischen Ex-Botschafter in Moskau, der später CIA-Chef wurde, William Burns heißt er, der hat ein Buch geschrieben, also ein gut vernetzter Mann, der schreibt in seinem Buch, er hätte Belege dafür, dass Putin sich diese Szenen der Ermordung von Gaddafi angeschaut hätte und immer wieder angeschaut hätte.“

Follath zitiert das Buch des ehemaligen US-Botschafters in Moskau und späteren CIA-Chefs William Burns als Beleg für eine brisante These: Putin habe die im Netz kursierenden Videos von Gaddafis grausamer Ermordung wiederholt angeschaut. Dieses Trauma erkläre Putins Angst vor einem ähnlichen Ende und damit sein Klammern an die Macht. Das Buch dient als Quelle für die psychologische Verbindung zwischen Gaddafis Sturz und Putins Verhalten.

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