Große Verbrecher, Teil 1 – Gottes Hass
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Der Journalist und Politologe Erich Follath berichtet von seinen persönlichen Begegnungen mit dem israelischen Friedensnobelpreisträger Yitzhak Rabin, der einem politischen Attentat zum Opfer fiel. Follath zeichnet das Bild eines schroffen, arroganten Spitzenpolitikers aus europäischer Elite, der Journalisten verachtete und dennoch als Verteidigungsminister das Vertrauen der Israelis gewann — bevor er ermordet wurde.
„Er konnte nicht mit Journalisten umgehen, er hat wenig von den Kollegen gehalten und einigermaßen konsequent wurde er dann auch abgewählt.“
Erwähnte Medien (7)
ZEIT Verbrechen (Fernsehserie/Verfilmung)
Paramount+
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:12 „Ihr wisst ja schon, dass Zeitverbrechen verfilmt wird und zwar vom neuen Streamingdienst Paramount+. Produziert werden im Moment vier Filme, die auf vier Geschichten basieren oder von ihnen erheblich inspiriert sind.“
Sabine Rückert kündigt an, dass vier Geschichten aus dem Podcast von Paramount+ verfilmt werden. Eine der Folgen wird von Helene Hegemann inszeniert, Dreharbeiten finden Ende Mai/Anfang Juni in Berlin statt. Es handelt sich um eine Ankündigung im Rahmen des Podcasts.
Hymne des Friedens (Shir LaShalom)
🗣 Erich Follath referenziert bei ⏱ 00:10:52 „Dann war neben ihm ein Sänger, ein friedensbewegter Sänger und gemeinsam wurde die Hymne des Friedens gesungen. Das war eine sehr aufbauende, sehr friedliche, sehr schöne Stimmung.“
Erich Follath schildert die Friedenskundgebung am 4. November 1995 in Tel Aviv, bei der Rabin kurz vor seiner Ermordung gemeinsam mit einem Sänger die berühmte israelische Friedenshymne 'Shir LaShalom' sang. Das Lied wurde zum Symbol dieses historischen Abends.
Die Bibel
Martin Luther (Übersetzung)
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:33 „Tief in der Bibel, in der Geschichte und im Mythos. Also der Historiker Yuval Noah Harari hat ja auch gesagt, wir in Israel lesen zu viel in alten Schriften und wenn man hier deine Texte liest, lieber Erich, dann kann man ihm nur zustimmen.“
Sabine Rückert analysiert ausführlich die biblischen Bezüge der handelnden Personen — Yitzhak (Isaak), Yigal (Held König Davids und Kundschafter des Mose), Haggai (einer der kleinen Propheten). Sie zeigt, wie tief der israelisch-palästinensische Konflikt in biblischen Narrativen verwurzelt ist und wie die Bibel als Legitimationsgrundlage für territoriale Ansprüche dient.
21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
Yuval Noah Harari · 2018
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:33 „Also der Historiker Yuval Noah Harari hat ja auch gesagt, wir in Israel lesen zu viel in alten Schriften und wenn man hier deine Texte liest, lieber Erich, dann kann man ihm nur zustimmen.“
Im Gespräch über die tiefe Verankerung des israelisch-palästinensischen Konflikts in biblischen Texten und religiösen Ansprüchen auf das Land zitiert Sabine Rückert den israelischen Historiker Yuval Noah Harari mit seiner Kritik an der übermäßigen Orientierung an alten Schriften in Israel.
Grabrede für Yitzhak Rabin
Noa Ben Artzi-Pelossof
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:24:56 „Großpapa, du warst das Feuer an unserem Lager und jetzt sind wir alle ohne Fackel in der Finsternis. Uns ist es kalt. Größere als ich haben dich gerühmt, aber keinem von ihnen war, so wie mir, das Glück beschieden, deine zärtlichen Umarmungen zu spüren.“
Sabine Rückert zitiert ausführlich die weltberühmte Grabrede der 18-jährigen Enkelin Rabins. Die Rede wird als weltbewegend beschrieben und auch von Erich Follath als der bewegendste Moment der Trauerfeier hervorgehoben — noch vor den Auftritten des US-Präsidenten Clinton und des jordanischen Königs.
Fernsehserie von Noa Ben Artzi-Pelossof
Noa Ben Artzi-Pelossof
🗣 Erich Follath erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:27:09 „Sie hat dann ihre eigene Karriere gemacht, sie wurde Juristin, Staatsanwältin, hat dann Filme gedreht, sehr gute übrigens, sie hat eine Fernsehserie gedreht für das israelische Fernsehen.“
Erich Follath erzählt vom weiteren Lebensweg der Rabin-Enkelin Noa. Neben ihrer juristischen Karriere hat sie auch Filme und eine Fernsehserie für das israelische Fernsehen produziert, bevor sie versuchte, in die Politik zu gehen. Der genaue Titel wird nicht genannt.
Thora
🗣 Erich Follath referenziert bei ⏱ 00:35:18 „Er hat sich immer als Intellektuellen gesehen und er hat sich als einen Bibelversteher gesehen, als einen Thora-Leser, Thora-Exegeten und er hat deshalb eigentlich immer darauf gewartet, ob es nicht einen interessanten Brief, eine interessante Mitteilung gibt.“
Erich Follath beschreibt das Selbstbild des Rabin-Attentäters Jigal Amir im Gefängnis. Amir sah sich als religiösen Intellektuellen und Thora-Gelehrten, was erklärt, warum er die meiste Fanpost ignorierte und erst auf Larissas intellektuellen Brief reagierte.