Eine betrogene Frau
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Die Folge beginnt mit einer Richtigstellung: Das umstrittene bayerische Unterbringungsgesetz wurde nicht am Heiligabend 2001 durchgewunken, sondern bereits am 12. Dezember vom Landtag beschlossen — der 24. Dezember war lediglich das Datum, an dem Ministerpräsident Stoiber das später vom Bundesverfassungsgericht kassierte Gesetz unterzeichnete. Anschließend stellt Moritz Eislinger eine Geschichte aus der Serie *Sternstunden der Menschheit* vor, die als 14-teilige Reihe in der ZEIT erschien und im September als Buch im Beck Verlag herauskommen wird.
„Der ist also vor der Christmette nochmal kurz ins Büro und hat seine Unterschrift unter das Gesetz gesetzt.“
Erwähnte Medien (7)
Sternstunden der Menschheit (ZEIT-Serie / Buch im Beck Verlag)
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:03:46 „Und haben wir gedacht, was Stefan Zweig kann, das können wir auch und haben eine ebenfalls 14-teilige Serie ersonnen, die wir dann in der Zeit Woche für Woche abgearbeitet haben, Sternstunden der Menschheit. Und eine dieser Folgen, übrigens wird da ein Buch draus entstehen, also es wird im September ein Buch erscheinen im Beck Verlag. Mit allen 14 Folgen.“
Sabine Rückert kündigt an, dass aus der 14-teiligen ZEIT-Serie 'Sternstunden der Menschheit' im September ein Buch im Beck Verlag erscheinen wird. Die heutige Podcast-Folge basiert auf einer der Geschichten aus dieser Serie, verfasst von Moritz Aisslinger.
Ulysses
James Joyce
🗣 Andreas Sentker erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:15:55 „Also sie hat wahnsinnig viele Talente, sie beherrscht mehrere Sprachen, sie liest sehr gerne. Wir werden nachher noch einen Freund von ihr kennenlernen, mit dem sie über den Ulysses von James Joyce lange diskutiert hat. Also eine faszinierende Frau.“
Andreas Sentker beschreibt Rosalind Franklins vielseitige Begabungen und Interessen jenseits der Naturwissenschaften. Der Ulysses wird als Beleg dafür angeführt, dass Franklin nicht nur brillante Wissenschaftlerin war, sondern auch literarisch bewandert und intellektuell breit interessiert.
Erstes Buch Mose (Genesis)
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:21:32 „Das weiß man sogar schon im Alten Testament. Also es gibt im ersten Buch Mose schon Überlegungen, wie sich Böcke und Schafe zusammentun und welche Farben da hervortreten. Das sind fast 5000 Jahre alte Geschichten.“
Sabine Rückert ordnet die Geschichte der Vererbungslehre ein und verweist auf das erste Buch Mose als frühestes Zeugnis für die Beobachtung von Vererbungsphänomenen. Die alten Israeliten hätten an ihren Schafherden gesehen, dass sich Merkmale fortpflanzen, dies aber noch mit magischem Denken erklärt.
Autobiografie von Maurice Wilkins
Maurice Wilkins
🗣 Moritz Aisslinger referenziert bei ⏱ 00:29:49 „Es gibt eine lustige Anekdote, die Maurice Wilkins später in seiner Autobiografie schildert. Und zwar hat er seinem Analytiker immer wieder erzählt vom Stress, den er mit Rosalind Franklin hatte.“
Moritz Aisslinger zitiert aus der Autobiografie von Maurice Wilkins eine Anekdote über dessen gescheitertes Verhältnis zu Rosalind Franklin. Die Episode – Wilkins geht auf Rat seines Therapeuten zu Franklin, um sie zum Essen einzuladen, dreht aber an der Labortür wieder um – illustriert die dysfunktionale Arbeitsbeziehung zwischen den beiden.
Die Doppelhelix
James Watson
🗣 Moritz Aisslinger referenziert bei ⏱ 00:33:25 „Und später wird er in seinem Bestsellerbuch »Die Doppelhelix« diesen Tag, diesen Vortrag beschreiben. Und aus seiner Beschreibung sieht man, was er von Rosalind Franklin hält, was er von Frauen generell hält.“
Das Buch ist ein zentrales Beweisstück in der Erzählung über den Diebstahl von Rosalind Franklins Forschungsdaten. Moritz Aisslinger zitiert ausführlich daraus, um Watsons frauenverachtende Haltung und sein offenes Eingeständnis des Betrugs zu belegen. Watson beschreibt darin ungeniert, wie er Franklins Daten und das berühmte Foto 51 unrechtmäßig erlangte.
Foto 51
Rosalind Franklin
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:39:44 „Das ist das, was Andreas vorhin erwähnt hat, das Foto 51.“
Die berühmte Röntgenbeugungsaufnahme der DNA, die Rosalind Franklin am 2. Mai 1952 anfertigte, ist das zentrale Beweisstück der Episode. Das Foto wurde ohne Franklins Wissen von Maurice Wilkins an James Watson weitergegeben und ermöglichte Watson und Crick den entscheidenden Durchbruch bei der Entschlüsselung der DNA-Struktur.
Molecular Structure of Nucleic Acids: A Structure for Deoxyribose Nucleic Acid
James Watson, Francis Crick
🗣 Moritz Aisslinger referenziert bei ⏱ 00:49:39 „Im April 1953 wird dann in der Fachzeitschrift Nature der Artikel publiziert von Watson und Crick, der mittlerweile legendär geworden ist, in dem sie eben beschreiben, dass die Struktur der DNA eine Doppelhelix ist.“
Aisslinger beschreibt die Veröffentlichung des legendären Nature-Artikels von Watson und Crick im April 1953 als Höhepunkt des wissenschaftlichen Betrugs. In derselben Ausgabe publizierte auch Rosalind Franklin ihre Daten, doch Watson und Crick behaupteten darin fälschlich, keine Kenntnis von Franklins Forschungsergebnissen gehabt zu haben.