Auf dem Pulverfass
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Anne Kunze und Daniel Müller rollen den Fall Daniel H. auf, dessen Messertod im August 2018 in Chemnitz eine politische Erschütterung auslöste — vom erzwungenen Abgang des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen bis zu bürgerkriegsähnlichen Szenen auf den Straßen. Daniel Müller zeichnet den Weg vom euphorischen Willkommen am Münchner Hauptbahnhof 2015 bis zur feindseligen Polarisierung einer Gesellschaft nach, die sich über die Migrationsfrage in zwei unversöhnliche Lager gespalten hat.
„In Chemnitz standen sich beide Seiten dann wirklich literally gegenüber wie Bürgerkriegsparteien, beide vollkommen überzeugt von ihrer Art, diese Migration zu begreifen.“
Erwähnte Medien (4)
Interview mit Hans-Georg Maaßen zu den Chemnitzer Ausschreitungen
Bild-Zeitung
🗣 Daniel Müller referenziert „Dass der dem rechten Flügel der CDU nahe Hans-Georg Maaßen, damals Verfassungsschutzpräsident war, quasi in einem Bild-Zeitungsinterview sagte, das habe es nicht gegeben, es gäbe überhaupt keine Beweise für Hetzjagden.“
Müller beschreibt, wie der damalige Verfassungsschutzpräsident Maaßen gezielt die Bild-Zeitung als Kanal wählte, um Hetzjagden in Chemnitz zu bestreiten. Müller deutet das als bewusste politische Agenda, da Maaßen wusste, dass seine eigenen Mitarbeiter die Lage anders einschätzten.
Interview mit Barbara Ludwig zur Chemnitz-Verurteilung
🗣 Daniel Müller referenziert bei ⏱ 00:25:50 „Die ansonsten politisch unauffällige SPD-Bürgermeisterin, damalige Bürgermeisterin Barbara Ludwig, hat damals in einem Gespräch mit der TAZ kurz vor Prozessbeginn gesagt, sie wünsche sich natürlich eine rechtsstaatliche Aufklärung, aber noch mehr würde sie sich eine Verurteilung wünschen.“
Daniel Müller schildert, wie politische Akteure den Prozess um den Tod von Daniel H. in Chemnitz beeinflussten. Er zitiert ein konkretes Interview der damaligen Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig mit der TAZ, in dem sie sich öffentlich eine Verurteilung wünschte – für Müller ein Beleg dafür, dass rechtsstaatliche Prinzipien zugunsten politischer Beruhigung aufgegeben wurden.
Recherchen zu den Hetzjagden in Chemnitz
Süddeutsche Zeitung
🗣 Daniel Müller referenziert bei ⏱ 00:39:17 „Da hat sich die Süddeutsche Zeitung sehr verdient gemacht mit einigen Recherchen, die auch Videos ausgegraben haben, die das bewiesen.“
Daniel Müller spricht über den Streit um den Begriff 'Hetzjagd' nach den Chemnitzer Ausschreitungen 2018. Er verweist auf Recherchen der Süddeutschen Zeitung, die durch ausgegrabene Videos belegten, dass es tatsächlich Jagden auf Menschen gegeben hatte — entgegen der Behauptung von Verfassungsschutzpräsident Maaßen.
Ich will nicht nach Berlin
Kraftklub
🗣 Daniel Müller erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:42:46 „Wie große Künstler aus Chemnitz, Kraftklub, die daherkommen, die ja auch gesungen haben, wir wollen nicht nach Berlin, die stolz auf ihre Stadt sind, die vor Ort auch was bewirken wollen gegen die rechten Kräfte.“
Im Kontext des 'Wir sind mehr'-Konzerts in Chemnitz 2018 erwähnt Müller die Band Kraftklub und ihren Song als Ausdruck von Lokalpatriotismus. Die Band stammt aus Chemnitz und engagiert sich gegen rechte Kräfte in ihrer Heimatstadt — der Song steht symbolisch für ihren Stolz auf die Stadt.