Das Imperium schlägt zurück
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
An einem Herbsttag 2015 zeichnet eine Überwachungskamera in Pattaya eine scheinbar harmlose Szene auf: Ein Mann kommt vom Einkaufen, übergibt einem Begleiter seine Gemüsetüten — und wird entführt. Stefan Willeke, Chefreporter der ZEIT, rekonstruiert den Fall des schwedisch-chinesischen Buchverlegers Gui Minhai, den Chinas Sicherheitsapparat aus seinem thailändischen Ferienappartement verschwinden ließ.
„Was man da sieht, ist eine Entführung. Da wird ein Mann entführt, der in Pattaya an der thailändischen Küste ein Ferienapartment hat.“
Erwähnte Medien (6)
Aus Liebe – Wenn Leidenschaft in Hass umschlägt
Daniel Müller
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:00:54 „Vorher wollte ich noch unser neues Magazin vorstellen, das heute am 9. August erscheint. Es hat den Titel Aus Liebe, wenn Leidenschaft in Hass umschlägt und erzählt eine Menge über das enge Zusammenleben und die große Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft, die irgendwann enttäuscht wird.“
Sabine Rückert stellt das neue ZEIT-Verbrechen-Magazin vor, das am 9. August erscheint. Es enthält unter anderem eine Titelgeschichte über einen Mann, dessen Frau wegen Mordes an seinen Eltern im Gefängnis sitzt, obwohl er sie für unschuldig hält. Das Magazin wurde von Daniel Müller als Chefredakteur verantwortet.
Tatortreiniger
Arne Feldhusen
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:02:03 „Und von ihm war auch die Idee, die beiden Szenebildnerinnen der erfolgreichen Serie Tatortreiniger zu bitten, mal für uns Tatorte anzurichten. Das haben die auch getan und das ist eine sehr eindrucksvolle Fotostrecke, die ihr hier bewundern könnt.“
Im Rahmen der Vorstellung des ZEIT-Verbrechen-Magazins erwähnt Rückert, dass die Szenebildnerinnen der TV-Serie Tatortreiniger eine Fotostrecke mit nachgestellten Tatorten für das Magazin gestaltet haben. Die Serie dient hier als Referenz für die Expertise der Fotografinnen.
Feudalismus in der marxistischen Historiografie Chinas
Gui Minhai
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:11:54 „Und er hat sein Masterstudium mit der Abschlussarbeit Feudalismus in der marxistischen Historiografie Chinas.“
Im Rahmen der Biografie Gui Minhais wird seine akademische Laufbahn in Schweden beschrieben. Die Masterarbeit an der Universität Göteborg unter Doktorvater Tommy Svensson zeigt, dass Gui Minhai ein ambitionierter Akademiker war, bevor er zum Buchverleger wurde.
Dossier über Gui Minhai
Stefan Willeke
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:14:06 „Wir haben sie ja damals im Dossier, in deinem Dossier abgebildet auf der Seite 1. Also eine echte Erscheinung.“
Sabine Rückert verweist auf ein zuvor in der ZEIT erschienenes Dossier von Stefan Willeke über den Fall Gui Minhai, in dem auch ein Foto der Tochter Angela abgebildet war. Das Dossier war offenbar die ursprüngliche Recherche-Veröffentlichung des Falls in der ZEIT.
Die Mätressen des Xi Jinping
Gui Minhai
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:20:57 „Ja, das war seine geplante Neuerscheinung, die Mätressen des Xi Jinping, des chinesischen Präsidenten. Darüber wollte er ein ganzes Buch machen, voller Schmuddelgeschichten, wo es hieß, dass der chinesische Staatschef von einer seiner Geliebten gefragt wurde, ob er Medikamente nimmt vor dem Sex.“
Das geplante Buch von Gui Minhai über angebliche Liebschaften des chinesischen Staatschefs Xi Jinping wird als zentrales Motiv für seine Entführung diskutiert. Willeke erklärt, dass das Buch zwar inhaltlich eher trivial gewesen sei, aber dennoch das Unantastbare angetastet habe – was letztlich zur Entführung des Verlegers führte.
Gui Minhais Texte
Martin Kaunitz (Hrsg.) / Gui Minhai
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:36:41 „Du hast mit einem schwedischen Verleger namens Martin Kaunitz gesprochen. Der hat ein Buch mit Guimin Heis Texten veröffentlicht und hat etwas sehr Interessantes gesagt zu dir.“
Sabine Rückert leitet ein Gespräch über den schwedischen Verleger Martin Kaunitz ein, der Texte des inhaftierten Gui Minhai als Buch herausgegeben hat. Kaunitz wird als einer der wenigen schwedischen Unterstützer vorgestellt, der den Fall öffentlich hält. Sein zentrales Zitat – hätte Gui Minhai blond und blauäugig ausgesehen, wäre er längst frei – wird zum Aufhänger für die Rassismus-Diskussion in der Episode.