In der U-Bahn raucht man nicht!
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Live-Folge stellt Daniel Müller die neue Ausgabe des ZEIT Verbrechen-Magazins vor, deren Titelthema Drogen ist: Autor Jörg Böckheim erzählt darin schonungslos von seiner eigenen Heroinsucht, die ihn als Spiegel-Redakteur bis zur Beschaffungskriminalität trieb — und eine Recherche verfolgt die blutige Spur des Kokains von Südamerika über Afrika bis nach Berlin. Außerdem wird die Krimiautorin Andrea Schenkel als neue Kolumnistin vorgestellt, die aus den USA über amerikanische Verbrechen berichten wird, und ein Porträt eines Kinderarztes erzählt, wie er Gewalt an Kindern aufdeckte, die selbst nicht sprechen konnten.
„Die können nichts sagen, da muss der Arzt erkennen an den Spuren, was passiert ist.“
Erwähnte Medien (7)
Tannöd
Andrea Schenkel
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:11 „Tannöd hat die geschrieben.“
Andreas Sentker stellt die Kriminalschriftstellerin Andrea Schenkel als neue Autorin für das ZEIT Verbrechen Magazin vor. Sabine Rückert wirft ein, dass Schenkel den berühmten Krimi 'Tannöd' geschrieben hat, um dem Publikum einzuordnen, wer diese Autorin ist.
Interview mit dem Opfer (Spiegel Online)
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:05:17 „Ich lese mal vor, was das Opfer, über das wir gleich reden werden, selbst zu Protokoll gegeben hat. Und zwar nicht bei uns, sondern bei den Kollegen von Spiegel Online. Die haben mit ihm offenbar ein Interview gemacht.“
Andreas Sentker liest aus einem Spiegel-Online-Interview mit dem 76-jährigen Opfer des U-Bahn-Überfalls vor, in dem dieser den Abend der Weihnachtsfeier und die Umstände vor dem Angriff schildert. Das Interview dient als Einstieg in die Fallerzählung.
Viel zu viele kriminelle junge Ausländer
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:11:11 „Viel zu viele kriminelle, das war die Schlagzeile der Bild-Zeitung. Am 28. Dezember.“
Sabine Rückert beschreibt die Bild-Zeitung-Schlagzeile vom 28. Dezember 2007, in der Roland Koch mit seinen Forderungen zu kriminellen jungen Ausländern groß gefeatured wurde. Der Artikel diente als Vehikel für Kochs Wahlkampfstrategie in Hessen.
Internet-Videokolumne zum U-Bahn-Überfall
Jens Jessen
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:21:55 „Es gab einen zweiten großen Aufschrei. Das war ein Video vom Feuilleton-Chef der Zeit, Jens Jessen. Ich kann dir mal vorlesen, was die Bild-Zeitung geschrieben hat über Jens Jessen.“
Sabine Rückert beschreibt eine kontroverse Videokolumne von ZEIT-Feuilletonchef Jens Jessen, in der dieser den verprügelten Rentner als Spießer bezeichnete und die These aufstellte, Deutschland habe eher ein Problem mit einheimischer Intoleranz als mit ausländischer Kriminalität. Das Video löste einen Shitstorm, Morddrohungen und eine breite Mediendebatte aus.
Der feine Kulturschef der Zeit verhöhnt den verprügelten Rentner
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:22:06 „Die Bild-Zeitung hat geschrieben... Der feine Kulturschef der Zeit verhöhnt den verprügelten Rentner. Vom 15. Januar 2008.“
Sabine Rückert zitiert einen Bild-Zeitungsartikel vom 15. Januar 2008, der sich empört über eine Videokolumne des ZEIT-Feuilletonchefs Jens Jessen äußerte, in der dieser dem verprügelten Rentner eine Mitschuld zuschrieb und von 'einheimischer Intoleranz' sprach.
Die drei Musketiere
Alexandre Dumas
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:45:49 „Und dann sagte der Staatsanwalt Lafleur, ein 33-jähriger, sehr engagierter, sehr ehrgeiziger Staatsanwalt, der so ein bisschen aussah wie einer von den drei Musketieren, so ein Mustasch im Gesicht.“
Sabine Rückert beschreibt das Auftreten des Staatsanwalts Laurent Lafleur im Prozess um den U-Bahn-Angriff. Sie vergleicht sein Erscheinungsbild – insbesondere seinen Schnurrbart – mit einer Figur aus Dumas' Roman. Der Vergleich unterstreicht die theatralische Inszenierung, die sie dem Staatsanwalt vorwirft.
Big Brother
John de Mol
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:54:36 „Und heute sitzt ja Ronald Schill, sitzt ja im Big Brother Container und lässt sich da bespaßen. Gnadenlos. Gnadenlos. So ist es gekommen und genau da gehört er hin.“
Im Gespräch über populistische Justizpolitik kommt Sabine Rückert auf den ehemaligen Hamburger Innensenator Ronald Schill zu sprechen, der als 'Richter Gnadenlos' bekannt war. Sie merkt süffisant an, dass er inzwischen als Teilnehmer der Reality-TV-Show Big Brother gelandet ist – für sie ein passender Kommentar zu seinem politischen Niedergang.