Tödliche Angeberei
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Am 1. Februar 2016 ereignet sich auf der Berliner Tauentzienstraße ein tödlicher Autounfall, der eine grundlegende juristische Debatte auslöst: Kann ein illegales Autorennen als Mord gewertet werden? Fritz Zimmermann rekonstruiert den Abend der beiden jungen Berliner Hamdi H. und Marvin N., die sich unabhängig voneinander in der Shisha-Bar-Szene bewegen, bevor sie in ihre hochmotorisierten Wagen steigen — Marvin in einen weißen Mercedes CLA45 AMG.
„Über zwei junge Männer, die eigentlich, auf den ersten Blick, eine Fahrlässigkeitstat begangen haben oder eine Tat, die bis dahin immer als Fahrlässigkeitstat bewertet worden war von der Strafjustiz, jetzt aber sehr schwer bestraft worden sind.“
Erwähnte Medien (4)
Ku'damm-Raser-Dossier (ZEIT Dossier)
Fritz Zimmermann
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:15:19 „Ihr habt ja damals auch das abgebildet. Auf der Aufschlagseite des Dossiers, da kann man das sehen. Das ist eine unvorstellbare Katastrophe. Mit einem umgekippten, rosa-pinken Wagen.“
Sabine Rückert bezieht sich auf Fritz Zimmermanns ausführlichen Dossier-Artikel in der ZEIT über den Ku'damm-Raser-Fall, der im Dezember 2016 erschien. Das Dossier enthielt Fotos des Trümmerfelds und eine umfangreiche soziologische Recherche rund um die beiden Fahrer und die Raser-Szene. Mehrfach zitiert Sabine direkt aus dem Text, etwa die Passage über Hamdis orangefarbenen Sportschuh.
Tod im Rückspiegel
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:20:36 „Du erinnerst dich, wir haben ja hier nicht das erste Mal Auto als Waffe sozusagen hier im Podcast. Ich erinnere mich an die Testfahrer. Genau, das heißt Tod im Rückspiegel, kann man sich nochmal anhören. Da geht es um den Testfahrer, der mit wahrscheinlich weit über 200 kmh auf der A5 unterwegs war.“
Sabine Rückert verweist auf eine frühere ZEIT-Verbrechen-Folge, in der es um einen Testfahrer ging, der auf der A5 mit extremer Geschwindigkeit eine junge Mutter mit Baby zum Ausweichen zwang und Fahrerflucht beging. Die Parallele zum aktuellen Fall dient als Beleg dafür, dass tödliche Raserei bisher regelmäßig nur als fahrlässige Tötung gewertet wurde.
Reportage über den Kudamm-Raser-Fall
Fritz Zimmermann
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:35:40 „Und du hast mir ja auch, als wir uns damals über diesen Artikel unterhalten haben, erzählt, dass das bei den Frauen unheimlich gut ankommt. Dass die also irre viele Freundinnen hätten und Verehrerinnen, die also auch auf diese Autos abfahren.“
Sabine Rückert bezieht sich auf einen früheren Artikel von Fritz Zimmermann über den Kudamm-Raser-Fall, über den sie sich bereits unterhalten hatten. Zimmermann hatte dafür umfangreiche Recherchen in Shisha-Bars, bei Mercedes-Händlern und im Gerichtssaal betrieben. Der genaue Titel wird nicht genannt.
Titelgeschichte über Angeber
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:37:25 „Weißt du, wir haben im letzten Jahr oder vor zwei Jahren mal einen Titel gehabt, vielleicht erinnerst du dich, über Angeber. Und da sind wir auch wissenschaftlich der Frage, was ist der Angeber, warum geben Menschen an, und warum geben vor allem Männer an, nachgegangen?“
Im Gespräch über die Angeberkultur rund um teure Autos verweist Sabine Rückert auf eine frühere ZEIT-Titelgeschichte zum Thema Angeben. Der Artikel habe sich wissenschaftlich mit der Frage befasst, warum Menschen – insbesondere Männer – angeben, und dabei Anthropologen und Psychologen zu Wort kommen lassen, die das Verhalten auch auf genetische Wurzeln zurückführen.