ZEIT Verbrechen – Der Unsichtbare
#095

Der Unsichtbare

ZEIT Verbrechen / 16. November 2021 / 4 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Kriegsreporter Wolfgang Bauer berichtet von seiner wochenlangen Recherche entlang der Wolga, wo ein Serienmörder mindestens 31 alleinstehende alte Frauen in sowjetischen Plattenbauten erdrosselte — mit Küchenschürzen, Bügeleisenknebeln und Plastikstreifen aus Besen. Was als Kriminalgeschichte begann, wurde zur Reise durch das Leben russischer Mütter: eine demenzerkrankte Witwe, deren Nachbarn kaum vom Fernseher aufblickten; eine unbarmherzige Geldverleiherin, die ihrer Tochter noch aus dem Jenseits Befehle erteilte; eine winzige 1,47-Meter-Frau, deren Sohn den Angreifer in letzter Sekunde überwältigte. Gefasst wurde der Täter erst Jahre später durch einen bizarren Zufall: Seine eigene Mutter erstattete eine Vermisstenanzeige, die DNA-Probe führte zum Treffer.

„Für uns war das mehr eine Reise durch die Landschaft der russischen Mütter als eine Kriminalgeschichte am Ende.“
🗣 Wolfgang Bauer

Erwähnte Medien (4)

Serienmörder an der Wolga (Reportage im ZEIT Magazin, 7. August 2014)
Artikel

Serienmörder an der Wolga (Reportage im ZEIT Magazin, 7. August 2014)

Wolfgang Bauer

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:04:48 „Diesmal ist er da, weil es wirklich um einen einzelnen Mörder geht, einen Serienmörder, der in Russland sein Unwesen getrieben hat und er hat eine große, lange Geschichte darüber geschrieben. Im August 2014 im Zeitmagazin.“

Die gesamte Podcast-Folge dreht sich um Wolfgang Bauers große Reportage im ZEIT Magazin über einen Serienmörder in Zentralrussland, der mindestens 31 alte Frauen ermordet hat. Bauer berichtet von seiner wochenlangen Recherche vor Ort, den Gesprächen mit Ermittlern und Hinterbliebenen, und beschreibt den Fall als Forschungssonde in die russische Provinzgesellschaft.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Meldung über Serienmörder in Zentralrussland
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Meldung über Serienmörder in Zentralrussland

🗣 Wolfgang Bauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:08:57 „Und ich muss zugeben, auf die Geschichte bin ich gekommen durch die Bild-Zeitung. Da war eine kleine Meldung in dieser Zeitung, dass da ein Serienmörder in Zentralrussland sein Unwesen treibt und der es ausgerechnet auf alte Frauen abgesehen hat.“

Wolfgang Bauer schildert, wie er überhaupt auf den Fall aufmerksam wurde: Eine kurze Meldung in der Bild-Zeitung über einen Serienmörder in Zentralrussland, der es auf alte Frauen abgesehen hat, weckte sein Interesse. Das ungewöhnliche Opferschema – ausschließlich betagte Frauen – machte ihn neugierig genug, um eine wochenlange Recherchereise zu unternehmen.

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Schuld und Sühne
Buch

Schuld und Sühne

Fjodor Dostojewski

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:23:25 „So ein bisschen wie bei Schuld und Sühne von Dostoevsky. Da wird ja eigentlich so ein Mord auch ziemlich genau beschrieben.“

Als Wolfgang Bauer vom zweiten Mordfall erzählt – einer 90-jährigen Frau, die als Geldverleiherin mit Wucherzinsen ihren Lebensunterhalt aufbesserte – zieht Sabine Rückert spontan die Parallele zu Dostojewskis Roman, in dem Raskolnikow eine alte Pfandleiherin ermordet. Die Analogie zwischen dem realen Fall und dem literarischen Klassiker drängt sich auf.

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Reportage über den russischen Serienmörder "Maniak" (ZEIT Magazin, 7. August 2014)
Artikel

Reportage über den russischen Serienmörder "Maniak" (ZEIT Magazin, 7. August 2014)

Wolfgang Bauer

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:47:19 „Dein Text vom 7. August 2014 endet mit einer Szene, in der du diese 65-jährige Tochter der sehr harten Geldverleiher Mutter zitierst. Die Mutter taucht nochmal im Traum der Tochter auf.“

Der gesamte Podcast dreht sich um Wolfgang Bauers Magazin-Reportage über eine Mordserie an alten Frauen in der russischen Wolga-Region. Der Artikel wird mehrfach konkret referenziert – mit Datum, Zitaten und Bildbeschreibungen. Sabine Rückert und Andreas Sentker befragen Bauer zu Details seiner Recherche vor Ort, den Ermittlungen und der Verhaftung des Täters Ende 2024.

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