ZEIT Verbrechen – Der Fall Kachelmann, Teil 1 – der Verdacht
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Der Fall Kachelmann, Teil 1 – der Verdacht

ZEIT Verbrechen / 27. Juli 2021 / 7 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Auftakt einer mehrteiligen Serie über den Fall Jörg Kachelmann — einen der meistdiskutierten deutschen Justizfälle der letzten Jahrzehnte. Die Episode zeichnet nach, wie der bekannte Wettermoderator 2010 wegen Vergewaltigung angeklagt und schließlich freigesprochen wurde, doch die Vorverurteilung durch Öffentlichkeit und Medien bis heute nachwirkt. Im Kern geht es um die Frage, warum eine einmal in die Welt gesetzte Lüge so schwer wieder aus der Welt zu schaffen ist.

„Es ist einfach so, dass das Leben, wie es dieser Mann führte, das gehörte sich einfach nicht. Und darum, glaube ich, war dieser Mann schon vorverurteilt, bevor überhaupt ein Urteil über ihn gefällt wurde.“
🗣 Andreas Sentker

Erwähnte Medien (7)

Homo Ludens
Buch

Homo Ludens

Johan Huizinga

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:01:46 „Wir reden über einen Mann, der ein Spieler ist, Homo Ludens. Dieses Wort wird eine Rolle spielen in einem Gutachten über ihn, das können wir schon vorweg schicken.“

Andreas Sentker charakterisiert Kachelmann als 'Homo Ludens' – den spielenden Menschen – und kündigt an, dass dieser Begriff aus einem forensischen Gutachten über Kachelmann stammt. Der Ausdruck geht auf Johan Huizingas gleichnamiges kulturphilosophisches Werk zurück und wird hier verwendet, um Kachelmanns Umgang mit seinen zahlreichen Beziehungen als eine Art Spiel zu beschreiben.

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Tagesschau
Serie

Tagesschau

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:03:15 „Er hat nicht nur das Wetter in der ARD moderiert bei den Tagesschau und Tagesthemen oder was, sondern er war auch in allen möglichen Unterhaltungssendungen dabei.“

Sabine Rückert beschreibt die Fernsehkarriere von Jörg Kachelmann und nennt die Nachrichtensendungen, in denen er regelmäßig den Wetterbericht präsentierte. Die Erwähnung dient dazu, Kachelmanns hohen Bekanntheitsgrad beim Publikum zu unterstreichen.

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Riverboat
Serie

Riverboat

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:03:22 „Er war auch in allen möglichen Unterhaltungssendungen dabei, hat die auch betrieben, hatte eine eigene Sendung im MDR, also im Mitteldeutschen Rundfunk, die hieß Riverboat und so weiter.“

Sabine Rückert zählt Kachelmanns TV-Präsenz auf und nennt Riverboat als seine eigene Talkshow beim MDR. Dies unterstreicht, dass Kachelmann weit über den Wetterbericht hinaus eine prominente Medienpersönlichkeit war.

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Schuldig auf Verdacht
Artikel

Schuldig auf Verdacht

Sabine Rückert

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:12:40 „Und dann habe ich den ersten großen Artikel geschrieben, der hieß Schuldig auf Verdacht, war ein Dossier, das am 24. Juni 2010 erschienen ist. Und als ich das gelesen hatte, was in den Akten stand, habe ich diesen Artikel geschrieben und da war ich mir dann auch ziemlich sicher, dass an der Sache jedenfalls nichts beweisbar ist.“

Sabine Rückert erzählt, wie sie über eine überraschende, unabhängige Quelle an die Akten des Falls Kachelmann gelangte – nachdem sie die Zusammenarbeit mit dem Verteidiger Birkenstock zuvor abgelehnt hatte. Nach Studium der Akten schrieb sie das ZEIT-Dossier 'Schuldig auf Verdacht', das ihre Überzeugung widerspiegelte, dass die Vorwürfe nicht beweisbar seien.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Warum lügen sie?
Podcast

Warum lügen sie?

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:56:09 „Wir haben ja schon häufiger hier über falsche Zeugen gesprochen und wir haben auch eine extra Sendung dazu gemacht, darauf können wir auch unsere Hörer und Hörerinnen hinweisen. Das ist die zweite Sendung überhaupt, die wir gemacht haben, Warum lügen sie?“

Im Zusammenhang mit der manipulativen Aussagestrategie der Anzeigerstatterin Claudia D. verweist Sabine Rückert auf eine frühere ZEIT-Verbrechen-Folge über falsche Zeugenaussagen. Sie empfiehlt die Episode explizit den Hörern, weil das Thema Falschbeschuldigungen direkt relevant für den Kachelmann-Fall ist.

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Falschmeldung über Fingerabdrücke auf dem Messer
Artikel

Falschmeldung über Fingerabdrücke auf dem Messer

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 01:06:29 „Und jetzt kommt noch eine Falschmeldung ins Spiel, die auch zu einer Vorverurteilung führt. Nämlich, du hast gerade gesagt, dieser Gutachter, der sich das Messer angeguckt hat, hat keinerlei Spuren gefunden. Aber die Süddeutsche Zeitung verbreitet die Falschmeldung, es habe Fingerabdrücke von Jörg Kachelmann auf dem Messer gegeben.“

Im Gespräch über die öffentliche Vorverurteilung Kachelmanns erwähnt Andreas Sentker eine Falschmeldung der Süddeutschen Zeitung, wonach Fingerabdrücke Kachelmanns auf dem Messer gefunden worden seien. Sabine Rückert vermutet, dass die Staatsanwaltschaft die Quelle dieser Fehlinformation war, und ordnet dies in eine systematisch verzerrte Öffentlichkeitsarbeit der Staatsanwaltschaft Mannheim ein.

Zum Artikel bei Süddeutsche Zeitung
ZEIT-Dossier über den Fall Kachelmann
Artikel

ZEIT-Dossier über den Fall Kachelmann

Sabine Rückert

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 01:08:11 „Jetzt zitiere ich deine Stelle aus dem Dossier über Reinhard Birkenstock. Zu Opferzeugen und Staatsanwaltschaft gesellt sich für Kachelmann aber noch ein drittes Problem. Reinhard Birkenstock, sein eigener Verteidiger.“

Andreas Sentker liest ausführlich aus Sabine Rückerts damaligem ZEIT-Dossier zum Fall Kachelmann vor. Der zitierte Abschnitt analysiert die Verteidigungsstrategie von Anwalt Reinhard Birkenstock und kritisiert dessen mangelnde Durchsetzungskraft gegenüber der Staatsanwaltschaft Mannheim. Es werden mehrere Passagen wörtlich vorgelesen, darunter auch ein Brief Birkenstocks an die Staatsanwälte.

Zum Artikel bei ZEIT Online