ZEIT Verbrechen – Der Enkel des Massenmörders
#081

Der Enkel des Massenmörders

ZEIT Verbrechen / 18. Mai 2021 / 14 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

In der Einleitung stellt Sabine Rückert das zehnte Heft von ZEIT Verbrechen vor — mit Titelgeschichten über Stalking, einer Fotostrecke vergifteter Speisen und einem Interview mit Babylon-Berlin-Autor Volker Kutscher. Als Gast ist Chefreporter Stefan Willeke geladen, der über den Enkel eines Massenmörders berichtet.

„Das Verbrechen ist einfach überall. Immer und überall.“
🗣 Andreas Sentker

Erwähnte Medien (14)

Babylon Berlin
Serie

Babylon Berlin

Tom Tykwer / X-Filme · 2017

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:15 „Das ist der Kriminalautor, der die Reihe geschrieben hat, auf der Babylon Berlin, die Verfilmung Babylon Berlin basiert. Das sind ja alles Volker Kutscher Kriminalromane, die da in Serien umgesetzt worden sind.“

Sabine Rückert stellt das neue Heft von ZEIT Verbrechen vor und erwähnt ein Interview mit Volker Kutscher. Sie erklärt, dass dessen Kriminalromane die Vorlage für die Serie Babylon Berlin bilden.

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Volker-Kutscher-Kriminalromanreihe
Buch

Volker-Kutscher-Kriminalromanreihe

Volker Kutscher

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:03:15 „Das ist der Kriminalautor, der die Reihe geschrieben hat, auf der Babylon Berlin, die Verfilmung Babylon Berlin basiert. Das sind ja alles Volker Kutscher Kriminalromane, die da in Serien umgesetzt worden sind.“

Im Rahmen der Heftvorstellung erwähnt Sabine Rückert ein Interview mit Volker Kutscher und verweist auf seine Kriminalromanreihe, die als Vorlage für die Serie Babylon Berlin dient.

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Schweizer Magazin-Artikel über Rainer Höss
Artikel

Schweizer Magazin-Artikel über Rainer Höss

🗣 Stefan Willeke referenziert bei ⏱ 00:07:15 „Also ich hatte in einem Schweizer Magazin, das damals erschienen war, damals heißt im Januar letzten Jahres, im Januar 2020, zu einer Zeit, als auch Corona in Europa noch kein Thema war, habe ich dieses Stück gelesen und dachte, Mensch, das ist ein hochinteressanter Mann, dieser Rainer Höss.“

Stefan Willeke erzählt, wie er erstmals auf Rainer Höss aufmerksam wurde: durch einen Artikel in einem nicht näher benannten Schweizer Magazin vom Januar 2020. Dieser Artikel war der Auslöser für seine eigene Recherche.

Zum Artikel bei Reporter-forum.ch
🎬
Film

Der Enkel

🗣 Stefan Willeke referenziert bei ⏱ 00:10:39 „Es kam auch zufällig, das wusste ich gar nicht in diesen Tagen, ein Film heraus, den ein serbischer Regisseur gemacht hatte, über ihn, der Enkliß dieser Film. Und der wurde gerade in einem der kommunalen Kinos in der Umgebung gerade gezeigt, hatte Premiere.“

Stefan Willeke erzählt, dass zeitgleich zu seinen Recherchen über Rainer Höss ein Dokumentarfilm eines serbischen Regisseurs über den Auschwitz-Enkel Premiere hatte. Aus heutiger Sicht bezeichnet Willeke den Film als typische Rainer-Höss-Propaganda, die dessen Lügengeschichte unreflektiert weitererzählt.

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Artikel

Der Enkel des Teufels besucht die Hölle

Eldad Beck

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:18:13 „Du hast dann weiter recherchiert und bist auf einen Artikel gestoßen, der zeigt, der Rainer Höss war schon mal in Auschwitz mit einem Journalisten, und zwar mit dem israelischen Journalisten Eldad Beck. Der Titel des Artikels lautet »Der Enkel des Teufels besucht die Hölle«.“

Andreas Sentker erwähnt einen früheren Artikel des israelischen Journalisten Eldad Beck, der bereits mit Rainer Höss nach Auschwitz gereist war. Der Artikel dient als Warnsignal, dass die Geschichte klischeehaft und möglicherweise inszeniert ist.

Zum Artikel bei Gelsenzentrum.de
Stonk
Film

Stonk

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:19:20 „Und darüber ist der Stern schwer beschädigt worden und der Gruner und Jaffa-Lag auch. Es waren ja nicht nur viel Geld verloren, sondern das Renommee war ja wirklich schwer angeschlagen, kann man sich heute noch in dem Film stonk anfühlen.“

Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen der Rainer-Höss-Geschichte und dem Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher beim Stern. Sie verweist auf den Film 'Schtonk!', der diese Fälschungsaffäre satirisch verarbeitet hat, als Beispiel dafür, wie Journalisten auf Betrüger hereinfallen können.

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Rainer Höss' Buch über seine Familiengeschichte
Buch

Rainer Höss' Buch über seine Familiengeschichte

Rainer Höss

🗣 Stefan Willeke referenziert bei ⏱ 00:24:51 „Und in seinen Worten, auch in dem Buch, was er geschrieben hat, ist der Vater gezwungen. Ein brutaler Mann, der letztlich das Auschwitz-Gen in sich getragen hat.“

Stefan Willeke erwähnt ein Buch, das Rainer Höss über seine Familiengeschichte geschrieben hat, in dem er seinen Vater als brutalen Mann darstellt, der das 'Auschwitz-Gen' in sich getragen habe. Im Kontext der Recherche stellt sich heraus, dass vieles in Höss' Darstellungen erfunden ist.

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Bücher über die Familie Frank
Buch

Bücher über die Familie Frank

Niklas Frank

🗣 Unbekannt erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:39:56 „Und Niklas Frank hat ja auch viele Bücher über dieses Thema geschrieben, sein Vater, seine Mutter und so weiter. Da waren natürlich plötzlich Parallelen da und die beiden sind ein paar Mal öffentlich aufgetreten und fanden einander auch, glaube ich, ganz sympathisch.“

Niklas Frank, Sohn des NS-Kriegsverbrechers Hans Frank ('Schlächter von Polen'), wird als Autor mehrerer Bücher über seine Familiengeschichte erwähnt. Die gemeinsamen Auftritte von Frank und Rainer Höss basierten auf der Parallele, dass beide Nachkommen von NS-Tätern sind. Frank durchschaute Höss jedoch und brach den Kontakt ab, als dieser von einem angeblichen Millionenvermögen in den USA erzählte.

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Buch über Rainer Höss
Buch

Buch über Rainer Höss

🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 00:43:10 „Er hat dann aber später andere Redakteure gefunden, die mit ihm dieses Buch gemacht haben und da geht es dann tatsächlich nur um ihn. Und da ist er dann ans Ziel gekommen, aber mit der Journalistin Schönfeld, da biss er auf Granit.“

Nachdem die Stern-Reporterin Gerda-Marie Schönfeld von einem geplanten Buch über die Familie Höss Abstand genommen hatte – weil Rainer Höss nur über sich reden wollte und sich respektlos gegenüber Holocaust-Überlebenden verhielt –, fand Höss andere Redakteure, die ein Buch mit ihm realisierten. Dieses Buch handelte dann ausschließlich von ihm selbst, nicht von der Familiengeschichte.

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Günther Jauch
Serie

Günther Jauch

🗣 Andreas Sentker erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:43:32 „Dann gibt es einen sehr, sehr überraschenden Auftritt einer Holocaust-Überlebenden, nämlich Eva Khor. Ich glaube bei Günther Jauch in der Talkshow. Und Khor kündigt an oder sagt da, sie möchte den Tätern gern verzeihen. Und das ist für Rainer Höss ein Anstoß, denn er nimmt jetzt Kontakt mit Eva Khor auf.“

Die Talkshow von Günther Jauch wird als der Ort erwähnt, an dem die Holocaust-Überlebende Eva Khor öffentlich ankündigte, NS-Tätern verzeihen zu wollen. Dieser Fernsehauftritt war der Auslöser dafür, dass Rainer Höss Kontakt zu Eva Khor aufnahm – er erkannte die mediale Chance, sich mit einer Überlebenden zu verbinden.

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Markus Lanz
Serie

Markus Lanz

Markus Lanz

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:46:44 „Und bei Markus Lanz waren die beiden auch, ne?“

Die ZDF-Talkshow Markus Lanz wird als eine von mehreren Sendungen erwähnt, in denen Rainer Höss und Eva Khor gemeinsam auftraten. Die beiden wurden 'rumgereicht' in verschiedenen Talkshows, da ihre Geschichte – Enkel eines KZ-Kommandanten und Holocaust-Überlebende, die ihm symbolisch verzieh – eine medienwirksame Erzählung bot.

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Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939–1948
Buch

Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939–1948

Binjamin Wilkomirski · 1995

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:52:04 „Das zweite, an was ich erinnern wollte, ist die Folge Nummer zwei, warum lügen sie? Da haben wir, glaube ich, soweit ich mich erinnere, den Fall Wilko Mirski erzählt, wo sich ein Mann als NS-Opfer ausgibt, als Auschwitz-Opfer, glaube ich auch, als kleines Kind in Auschwitz und der da auch herumrennt und seine Geschichte erzählt und hinterher wird er enttarnt von einem israelischen Journalisten.“

Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen Rainer Höss und dem berühmten Identitätsbetrugsfall Binjamin Wilkomirski, der in seinem Buch 'Bruchstücke' eine erfundene Holocaust-Kindheit schilderte. Stefan Willeke bestätigt den Vergleich und nennt das nach ihm benannte 'Wilkomirsky-Syndrom' für Identitätsbetrug.

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Das Erbe des Kommandanten
Buch

Das Erbe des Kommandanten

Rainer Höss

🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 01:03:46 „All das, was Rainer über ihn erzählt und nicht nur erzählt, sondern auch in seinem Buch schreibt, das seien Lügen. Und mit einem solchen Menschen möchte er keinen Kontakt mehr haben.“

Der Gast Stefan berichtet über seine Recherche zu Rainer Höss, dem Enkel des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höss. Der Vater Hans-Jürgen Höss widerspricht zahlreichen Darstellungen in Rainers Buch – etwa der Behauptung, er sei per Kaiserschnitt am Tag einer Hitler-Rede geboren worden. Das Buch wird als zentrale Quelle für Rainer Höss' öffentliche Inszenierung als 'Enkelopfer' diskutiert und in weiten Teilen als unwahr eingestuft.

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Verbrechen-Artikel über Asylbetrug in Norwegen
Artikel

Verbrechen-Artikel über Asylbetrug in Norwegen

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:08:38 „Und auf unserer Seite Verbrechen schildern wir auch eine interessante Geschichte von einem Puppen, der sich in Polen verfolgt fühlt und deswegen bittet er in Norwegen um Asyl und bekommt es auch. Und dann stellt sich heraus, er ist gar kein Verfolgter, sondern ein Mensch mit finsteren Absichten.“

Am Ende der Episode kündigt Sabine Rückert einen Artikel auf der ZEIT-Verbrechenseite an, der am Donnerstag erscheinen soll. Es geht um einen Mann, der sich in Polen verfolgt fühlt, in Norwegen Asyl erhält, sich dann aber als Person mit finsteren Absichten entpuppt.

Zum Artikel bei ZEIT Online