Die Bluthochzeit
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Gast Daniel Müller erzählt die Geschichte der 21-jährigen Jesidin Shilan, die 2016 auf einer Hochzeit mit 700 Gästen in Hannover von ihrem eigenen Cousin vor aller Augen erschossen wurde — ein sogenannter Ehrenmord, ausgelöst durch gefälschte Nacktfotos und eine gescheiterte Zwangsverlobung. Shilans Vater Ghazi Hassan hatte seiner Familie ein modernes Leben in Deutschland aufgebaut, doch seine älteren Brüder übertrugen das patriarchalische Ehrkonzept ihrer Heimat nach Niedersachsen, bis der Konflikt in einer minutiös geplanten Tat eskalierte, bei der Glasflaschen als Ablenkung dienten und ein Fluchtauto bereitstand.
„Am Ende wird ein 21-jähriges Mädchen tot sein, getötet vor den Augen von mehreren hundert Besuchern einer Hochzeit. Und der Täter ist ihr Cousin.“
Erwähnte Medien (2)
Dossier-Reportage über den Fall Shilan
Daniel Müller
🗣 Daniel Müller referenziert bei ⏱ 00:04:49 „Also ich habe sie ja tatsächlich, als ich sie im Dossier der Zeit vor einigen Jahren erzählt habe, genau dort angefangen, wo du sie gerade auch begonnen hast, nämlich mit diesem Bild, diesem Blitzlicht, 22.21 Uhr am 13. März 2016.“
Daniel Müller verweist auf seine eigene, zuvor veröffentlichte Dossier-Reportage in der ZEIT, in der er den Fall Shilan erstmals ausführlich erzählt hat. Diese Reportage bildet die journalistische Grundlage für die Podcast-Episode und wird als Referenz für die Erzählstruktur herangezogen.
Altes Testament
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:59:41 „Ja, ein Blick ins alte Testament. Mach's gut, schön, dass du da warst.“
Sabine Rückert zieht am Ende der Episode einen Vergleich zwischen der geschilderten Ehrenmordsituation – Blutrache, Familienjustiz, archaische Ehrvorstellungen – und den Erzählungen des Alten Testaments. Es ist ein rhetorischer Kommentar, der die Brutalität und das alttestamentarische Vergeltungsdenken der beschriebenen Tat einordnet.