ZEIT Verbrechen – Iwans Geheimnis
#059

Iwans Geheimnis

ZEIT Verbrechen / 14. Juli 2020 / 5 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Heinrich Wefing, Autor und Kopf des Politik-Ressorts der ZEIT, erzählt vom Fall John Demjanjuk — einem ukrainischen Bauernsohn, der als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor an der Ermordung von mindestens 28.060 Menschen beteiligt gewesen sein soll. Ein einzelner Dienstausweis aus dem besetzten Polen, der sogenannte Trawniki-Ausweis, wurde zum vielleicht meistgeprüften Dokument der Rechtsgeschichte und zum Schlüsselbeweis in Prozessen auf drei Kontinenten.

„Alle Spuren wurden vernichtet auf Anweisung von Himmler und ein Birkenwäldchen oder ein Kiefernwäldchen wurde auf den Überresten des Lagers gepflanzt.“
🗣 Heinrich Wefing

Erwähnte Medien (5)

Der Fall Demjanjuk
Buch

Der Fall Demjanjuk

Heinrich Wefing

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:01:11 „Das jedenfalls, Heinrich, hast du im Vorfeld zu unserem Gespräch hier mal eben so behauptet. Was ist das für ein Dokument? Ich habe es auch geschrieben in seinem Buch. Ah ja, dann muss es ja stimmen.“

Andreas Sentker verweist auf Heinrich Wefings Buch über den Fall Demjanjuk, in dem dieser den Trawniki-Ausweis als das meistgeprüfte Dokument der Rechtsgeschichte bezeichnet. Das Buch dient im Gespräch als Beleg für Wefings Expertise zum Thema. Der genaue Titel wird in diesem Abschnitt nicht explizit genannt, es handelt sich um Wefings Sachbuch zum Demjanjuk-Prozess.

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The Devil Next Door
Doku

The Devil Next Door

🗣 Heinrich Wefing empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:34:30 „Es gibt Filmaufnahmen darüber in der sehr guten Netflix-Dokumentation The Devil Next Door sieht man diese Szenen aus dem israelischen Gerichtssaal. Da kommen dir die Tränen.“

Wefing schildert die hochdramatischen Szenen im israelischen Gerichtssaal, in dem Holocaust-Überlebende Demjanjuk als 'Ivan den Schrecklichen' identifizierten. Er verweist auf die Netflix-Dokumentation als Quelle, in der man diese emotional aufwühlenden Originalaufnahmen sehen kann, und bewertet sie explizit als 'sehr gut'.

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Kriegsfilm (Ronald Reagan)
Film

Kriegsfilm (Ronald Reagan)

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:40:28 „Es gibt diese berühmte Geschichte des US-Präsidenten Ronald Reagan, der einen sehr emotionalen Kriegsfilm im Kino gesehen hat. Da geht es um eine Flugzeugbesatzung in Gefahr. Und Reagan baut diese Szene in sein eigenes Leben ein. Er erzählt sie als sein eigenes Erlebnis.“

Sentker greift die Frage auf, wie zuverlässig Erinnerungen sind – insbesondere wenn sie mit extremen Emotionen verknüpft sind. Er nutzt die bekannte Anekdote über Reagan, der Szenen aus einem Kriegsfilm als eigene Erlebnisse ausgab, als Beispiel dafür, dass hoch emotionalisierte Situationen Erinnerungen verfälschen können. Damit stützt er die These, dass auch die Holocaust-Überlebenden sich bei der Identifikation Demjanjuks geirrt haben könnten.

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Furchtbare Juristen
Buch

Furchtbare Juristen

Ingo Müller

🗣 Heinrich Wefing referenziert bei ⏱ 01:04:41 „In der Zeit, als ich studiert habe, erschien auch ein Buch, das hieß Furchtbare Juristen von Ingo Müller und das schildert, wie auch die Juristen verstrickt waren in den Holocausten.“

Heinrich Wefing erzählt, wie er als Jura-Student erstmals mit der Verstrickung der deutschen Nachkriegsjustiz in den Holocaust konfrontiert wurde. Das Buch von Ingo Müller dokumentiert sowohl die Beteiligung deutscher Juristen am Holocaust als auch das Fehlen einer juristischen Aufarbeitung — ein Skandal, der Wefings Blick auf den Demjanjuk-Prozess nachhaltig geprägt hat.

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Die zweite Schuld
Buch

Die zweite Schuld

Ralph Giordano

🗣 Heinrich Wefing referenziert bei ⏱ 01:04:41 „Es gibt ja das Wort von der zweiten Schuld. In der Zeit, als ich studiert habe, erschien auch ein Buch, das hieß Furchtbare Juristen von Ingo Müller und das schildert, wie auch die Juristen verstrickt waren in den Holocaust.“

Heinrich Wefing beschreibt seine eigene Prägung als Jurastudent und seine Empörung über die mangelnde Aufarbeitung der NS-Verbrechen durch die deutsche Nachkriegsjustiz. Er verwendet den Begriff 'die zweite Schuld', der auf Ralph Giordanos gleichnamiges Buch (1987) zurückgeht, das die Verdrängung der NS-Vergangenheit in der Bundesrepublik thematisiert.

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