Eine Stadt sucht einen Mörder
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Der Fall des kleinen Mitya, der im Februar 2007 in Leipzig aus einer Ferienkita verschwand, versetzte eine ganze Stadt in Aufruhr — und erinnert an Fritz Langs Filmklassiker *M – Eine Stadt sucht einen Mörder*. Die Episode taucht ein in die Geschichte eines Verbrechens an einem Kind aus einer achtköpfigen Familie, das damals ganz Deutschland aufwühlte.
„Er hat nicht nur die Bestie gezeigt, er hat auch einen von dieser Bestie beherrschten Charakter gezeigt und hat den Täter selbst sprechen lassen.“
Erwähnte Medien (6)
Der lange Weg in den Abgrund
Sabine Rückert
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:01:19 „Der lange Weg in den Abgrund heißt der Text, den du dann über diesen Fall in der Zeit geschrieben hast. Und das ist wirklich ein langer Weg und es ist ein tiefer Abgrund, in den wir hineinsteigen werden.“
Andreas Sentker verweist auf Sabine Rückerts Gerichtsreportage in der ZEIT über den Fall Uwe K. Der Artikel bildet die Grundlage für das gesamte Gespräch und wird im Verlauf der Folge immer wieder als Quelle herangezogen.
M – Eine Stadt sucht einen Mörder
Fritz Lang
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:55 „Ja, aus dem Jahr 1931, soweit ich mich entsinne. Den Film kennt man eigentlich und vor allem die Seniasten kennen ihn. Der Film hieß M. Eine Stadt sucht einen Mörder. Und da geht es um einen Mörder, der ein kleines Kind, ein kleines Mädchen von der Schule weg entführt, vergewaltigt und umbringt und eine ganze Stadt, Berlin nämlich, sucht ihn dann.“
Sabine Rückert zieht eine ausführliche Parallele zwischen dem Leipziger Mordfall an dem kleinen Mitya und Fritz Langs Filmklassiker. Wie im Film sucht eine ganze Stadt einen Kindermörder. Sie hebt besonders hervor, dass der Film bahnbrechend war, weil er nicht nur die Bestie zeigte, sondern auch die gequälte Seele des Suchttäters – und genau diesen Blick auf den Täter will sie auch in dieser Podcast-Folge einnehmen.
König Alkohol
Jack London
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:17:08 „Ich weiß nicht, ob du das Buch von Jack London kennst, König Alkohol. Jack London ist selber schwerer Alkoholiker gewesen, der berühmte Schriftsteller Jack London, der Wolfsblut geschrieben hat und Seewolf, weltberühmter Schriftsteller, großartiger Schriftsteller, ich liebe seine Bücher. Und er hat auch ein Buch geschrieben, das heißt König Alkohol und da geht es nur um seine Alkoholsucht.“
Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen der Alkoholsucht des Täters Uwe K. und Jack Londons autobiographischem Buch über Alkoholismus. Sie beschreibt, wie London als Kind von Verwandten zum Trinken gezwungen wurde und seinen ersten Vollrausch mit acht Jahren hatte – ähnlich wie Uwe K., der als 15-jähriger Maurerlehrling in eine Trinkkultur hineingeriet, die seine spätere Sucht begründete.
Wolfsblut
Jack London
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:17:08 „Jack London ist selber schwerer Alkoholiker gewesen, der berühmte Schriftsteller Jack London, der Wolfsblut geschrieben hat und Seewolf, weltberühmter Schriftsteller, großartiger Schriftsteller, ich liebe seine Bücher.“
Sabine Rückert erwähnt Wolfsblut beiläufig, als sie Jack London als Autor vorstellt, bevor sie auf sein autobiographisches Werk König Alkohol zu sprechen kommt. Sie nennt es als eines seiner bekannten Werke, um den Autor einzuordnen.
Der Seewolf
Jack London
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:17:08 „Jack London ist selber schwerer Alkoholiker gewesen, der berühmte Schriftsteller Jack London, der Wolfsblut geschrieben hat und Seewolf, weltberühmter Schriftsteller, großartiger Schriftsteller, ich liebe seine Bücher.“
Wie Wolfsblut wird auch Der Seewolf nur beiläufig genannt, um Jack London als weltberühmten Schriftsteller einzuordnen. Sabine Rückert betont dabei ihre persönliche Begeisterung für Londons Werk.
Es geschah am helllichten Tag
Friedrich Dürrenmatt
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:32:29 „Ich weiß nicht, ob du den Film mit Gerd Fröbe kennst, auch ein Film, der von einem Kindermörder handelt. Es geschah am helllichten Tag. Eine Dürrenmatt-Verfilmung. Ja, auch ein uralter Film, aber auch super interessant, weil da gezeigt wird, wie der Täter, also Gerd Fröbe, die Taten begeht nach Frustrationen.“
Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen dem realen Fall von Uwe K. und dem Dürrenmatt-Film, in dem Gerd Fröbe einen Kindermörder spielt. Sie nutzt den Film, um das psychologische Konzept des 'Triggers' zu erklären: Wie bei der Filmfigur, die nach Demütigungen durch seine Frau Straftaten begeht, handelt auch Uwe K. nach Frustrationserlebnissen und Zurückweisungen. Andreas Sentker ergänzt, dass es im Film eine herrische Ehefrau ist, die den Täter destabilisiert.